14. Jänner 2012


Anna-Lena fragt in ihren IRRITATIONEN vom 12.1.12, was uns der Januar noch alles an Ueberraschungen zu bieten hat ?   

– eine Tristesse in Moll  – einen Winterausfall

– einen baldigen Frühling – einen Herbst, der nicht enden will    

– Weiss jemand des Rätsels Lösung ?

Ich versuche, mir über diese Fragen ein paar Gedanken zu machen; Dieses Wetter versetzt unser Gemüt weder in Hochform noch in Trauer, aber es ist so ein Zwischending, weder Fisch noch Vogel, also eher eine gedämpfte Stimmung. Der Winter fällt nicht aus, er ist nur noch nicht gekommen, weil er Verspätung hat.

Die Natur hat für den Frühling schon alle Vorkehrungen getroffen und alle Knospen bereitgestellt. Scheint die Sonne, sehen wir die Haselkätzchen  schon braungelb leuchten.

In Lugano südlich der Alpen blühen bereits die ersten Magnolien. Bei uns nördlich der Alpen wartet die Natur noch auf die ersten warmen  Tage, egal, ob noch Schnee fällt oder nicht. Sicher ist lediglich, dass alles Herbstlaub am Boden liegt. 

So farbig können Vogelbeerenfrüchte im Winter sein 

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Foto W. Keller, Schönenwerd

Und schon wieder Vögel !

In Vendlincourt im Schweizer Jura ist derzeit ein spektakuläres Naturschauspiel zu beobachen; Allabendlich versammeln sich Hunderttausende, wenn nicht Millionen von Bergfinken und führen ihre Flugmanöver durch.

Wann und wo sich die Bergfinken an einem Massenschlafplatz niederlassen, lässt sich laut der Vogelwarte nicht voraussagen. Voraussetzungen für solche Masseneinflüge sind schneefreie Verhältnisse und ein grosses Vorkommen an Buchnüsschen. Solche Einflüge finden auch nur alle paar Jahre statt.

Bergfinken sind Wintergäste aus dem Norden, auf Grund von Ringfunden kommen sie vor allem aus Russland, Finnland und Schweden. Das nachfolgende Bild zeigt einen solchen Schwarm.

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(Bildquelle: Vogelwarte, M. Burkhardt) Quelle Keystone

Die Bergfinken ernähren sich vor allem von Buchnüsschen und diese Nahrung ist im Jura derzeit im Ueberfluss vorhanden. Das Angebot an diesen Bucheckern schwankt von Jahr zu Jahr. Wie die Vögel die Nahrungsquelle gefunden habe, ist unbekannt. Solange im Jura kein Schnee fällt, werden die Vögel bleiben. Spätestens im April fliegen sie in den Norden zurück.

Das Schwarmverhalten der Bergfinken schützt sie besser vor Feinden wie Sperber, Mäusebussard und Wanderfalke. Diese versuchen, vom reichen Angebot an Bergfinken zu profitieren.

Ich wünsche euch eine gute neue Woche. Machts gut. Ernst

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8 Antworten zu 14. Jänner 2012

  1. M. schreibt:

    Als ich im KH lag, konnte ich schon auf gelbe Forsythie schauen. Das hat mich auch sehr irritiert.
    Überhaupt scheint mir die ganze Natur etwas durcheinander geraten zu sein.
    Komm gut durch die Nacht und nimm meine lieben Grüße entgegen. Winke…

    • ernstblumenstein schreibt:

      Danke Dir für deine Zeilen. Weisst Du, heute morgen lag bei uns ein wunderbarer Raureif, der die grossen alten Obstbäume weiss verzuckerte. Um 08.00 Uhr war es – 3,0 Grad. Am Nachmittag + 8,0 Grad und Sonne pur. Wir spielten draussen 2 Stunden Pétanque. Herrlich! Ich wünsche Dir alles Gute, gib auf dich acht und häb dr Sorg.

  2. Anna-Lena schreibt:

    bei euch wird ja schon mächtig gevögelt, lieber Ernst. 😆
    Magnolien – die blühen bei und normalerweise erst im April. Es täte mir Leid, wenn der richtige Winter das alles zerstören würde 😦

    Einen gute-Nacht-Gruß
    von Anna-Lena 🙂

    • Ernst schreibt:

      ja, ich weiss nicht, meine Liebe, also bei den Vögeln ist es
      bei dieser Kälte und diesem Datum glaube ich noch ein
      bisschen früh. Ich wünsche Dir auch einen gute-Tag-Gruss.
      Ernst.

  3. ute42 schreibt:

    Hier ist es auch frühlingshaft aber ziemlich kalt. Gerne wäre ich jetzt in Lugano, um dort zu überwintern. Vielleicht haben wir ja Glück und der große Schnee bleibt weg.

  4. Ernst schreibt:

    Schauen wir mal. Wir sind schon im April nach Südfrankreich in die
    Ferien gefahren und mussten in der Schweiz plötzlich Schneeketten
    montieren. Ernst

  5. minibares schreibt:

    Das sind ja Wahnsinnsbilder. So viele Buchfinken. Aber sie wissen sich zu schützen, und das ist wunderbar.
    Tja, in diesem Winter läuft wohl vieles durcheinander.
    Bin gespannt, wie das weitergeht.

    • ernstblumenstein schreibt:

      Weisst Du, mich fasziniert vor allem, wie diese Buchfinken die Gebiete, die eine grosse Nahrungsquelle aufweisen, finden? Ob das einfach eine Suche danach ist oder ob diese Vögel einen „Sinn“ haben. Solche Masseneinflüge kommen vor, sind aber nicht häufig.

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