Dienstag, 24.4.12


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Erinnerungen an Eilat. (1)

Eilat, am Roten Meer gelegen, liegt südlich der Wüste Negev und grenzt östlich an die rötlich violetten Berge Jordaniens, südwestlich an die Wüstenlandschaft Aegyptens. Im Südosten liegen die Berge Saudiarabiens.

Im Roten Meer spiegeln sich die Farben der umliegenden Berge, rot, violett, bräunlich und blauschwarz. Die ganze Bucht vom Old Port aus hinüber bis nach Akaba war damals unbebautes Land. Im Hafen kann man bei gutem Wetter die Küsten von Jordanien, Aegypten und Saudiarabien sehen.

Die heutige Stadt ist der einzige Zugang Israels zum Indischen Ozean. Ich erinnere mich immer wieder gerne an längst vergangene Zeiten.

Erinnerungen an Eilat

Israel 65 Eilat Strandhütte -186

Foto EB

Die alte Hütte am Meer
durchlöchert, vom Sturm zerfetzt
Mäuse beherbergend
eine Dusche, die keine mehr ist
sieht kommen und gehn.

Schlafsäcke an einem Haufen
hinter der Pendeltüre ein Rad, das ruht.
Leere Wein- und Whiskyflaschen
Fischernetze, wirr im Raume hängend.

 Kerzen, die selten brennen
Ameisen, die selbst nachts nicht ruhn
schweigende Hütte, die viel gesehen
Kampf, Erregung, Hass, Harmonie
Liebe für Stunden, Tage.

 Hort, Herberge der Gestrandeten
vor dir das Meer, das Holz dir gab
von der Feuerstelle Gekochtes
Gitarrenklänge in der Nacht.

 Die alte Hütte, heimelig, oft schwer
dann verlassen und leer.
Ihr beständigster Gast?
Der Wind, der in ihr nascht.

1964 EB

Der Spruch zum Tage

Die Erinnerung ist das einzige Paradies,
aus dem wir nicht vertrieben werden können.

Jean Paul

Ich wünsche euch allen einen schönen Abend und eine gute Zeit.

Der Tag geht... R. Pulido Thun

Foto Ruth Pulido, http://ruth-pulido.blogspot.com/

Ernst

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Dieser Beitrag wurde unter Reiseberichte, Reisebilder. Israel veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

22 Antworten zu Dienstag, 24.4.12

  1. Anna-Lena schreibt:

    Lieber Ernst,
    danke für diesen interessanten Einblick in eine Gegend, das scheinbar nie zur Ruhe kommen kann und immer wieder unzählige Menschenleben fordert.
    Das Märchen aus 1001 Nacht ist in der Realität ein Gerangel um Land, in dem es scheinbar nicht möglich ist, dass Menschen unterschiedlicher Kulturen friedlich zusammen leben.

    Einen lieben Gruß und danke für das tiefsinnige Gedicht und natürlich das Bild.

    Herzlich,
    Anna-Lena

    • ernstblumenstein schreibt:

      Ja, leider hast du Recht, Anna-Lena. Beide Seiten sind in ihren Ansichten extrem und ihre Haltungen sind auch radikal, was verhindert, dass der Status-Quo Knäuel in nächster Zeit aufgelöst werden könnte. Es wird wahrscheinlich noch Jahre dauern, ich glaube, nur die Zeit kann es irgend einmal bewirken – denn die Zeit kann Menschen und deren Gesinnung ändern! Dir eine gute Zeit!
      Herzliche Grüsse Ernst

  2. einfachtilda schreibt:

    Gedicht, Bild und Text gefallen mir. Ägypten ist sehr schön!!

    LG Mathilda🙂

  3. Giga schreibt:

    Czytając Twój opis i wiersz już by tam chciało się być. Dziękuję za miłe odwiedziny u mnie i pozdrawiam.
    Lesen Sie Ihre Beschreibung, und die Linie würde wollte dabei sein können. Vielen Dank für den netten Besuch bei mir und zu begrüßen.

  4. Karin M. schreibt:

    Deine Erinnerungen klingen so lockend und vielversprechend. Es muß ein schöner Ort sein. Und eins weiß ich : Meine Erinnerungen kann mir auch niemand nehmen. Was nützt einem vieles Geld, wenn man sonst nichts weiter hat…ein trauriges Dasein. Das Foto ist wunderschön….
    Liebe Grüße, Karin

    • ernstblumenstein schreibt:

      Du sagst es. Ich werde in nächster Zeit viele Reiseberichte über Israel und meine Reisen in die östliche Welt machen, aber es braucht halt Zeit, damit ihr einen guten und informativen Bericht lesen könnt.
      Dir eine gute Zeit, liebe Grüsse, Ernst

  5. Smilla schreibt:

    Habe mir das Foto von damals vergrössert und meine scharfe Lesebrille montiert…. musste oder durfte lächeln und dacht mir… das waren also die verwegenen Jahre des E.B.!!
    Das scheint ja eine spannende Reis gewesen zu sein und ich frage mich, ob sie heute überhaupt noch möglich wäre. Habe eben beim Besuch einer meiner lieben Blogs einen Hinweis auf ein Buch gelesen, das dich vielleicht auch interessieren könnte. Schau: http://www.fairybread.com/2012/04/slow.html
    Lieber Ernst ich wünsche dir einen gediegenen Abend ond heb’s guät Brigitte

    • ernstblumenstein schreibt:

      Du hättest dir die Montage der scharfen Lesebrille ersparen können. Im „ueber mich“ kannst du mein jugendliches schönes Antlitz von vorne besser anschauen.
      Eine solche Reise wäre heute nicht möglich, ich habe für den Trip etwas weniger als Fr. 5000.– für 15 Monate gebraucht. Heute reisen ja je nachdem nur noch professionelle „Abenteurer“ so. Danke, Brigitte für deinen tollen Link. Die heutigen Jugendlichen können sich ja gar nicht mehr vorstellen, was Reisen ist. Ich habe im Link eine neumodische Definition über’s Reisen gelesen, die mehr sehr gefällt! „Eine Reise ist das, was zwischen zwei Flughäfen liegt.“
      Ich werde im obigen Link noch einige male lesen – er ist sehr interessant und spannend. Dir eine gute Zeit. Gib dr Sorg! Ernst

  6. Waldameise schreibt:

    Welch eigentümliche Hütte, lieber Ernst, aber nach deinen schönen versartigen Beschreibungen kann ich mir noch ein viel besseres Bild machen. Schöne Erinnerungen sind das sicher für dich. Ach ja … auch Waldameisen können nachts oft nicht schlafen.😉
    Hattest du dunkles Haar und Vollbart oder wirkt das nur so auf diesem Foto? Siehst nämlich meinem Mann in jüngeren Jahren ähnlich, deshalb frag ich so neugierig?😉
    Liebe Grüße von der Waldameise

    • ernstblumenstein schreibt:

      Das war eben eine Beatnik-Behausung, wie es solche damals an vielen Orten in der Welt gab. (Z.B. in Goa, Indien oder Eilat) Nee, das wirkt nur so auf der Foto (ganz schlechtes Bild), ich hatte gelocktes braunes Haar und nie einen Vollbart. Gucke „ueber mich“, dort siehst du mein damaliges Antlitz gut.
      Die heutigen Jungen kennen meistens nur noch das Fliegen.
      Deshalb gefällt mir die folgende Definition sehr :
      „Eine Reise ist das, was zwischen zwei Flughäfen liegt.“
      Ich wünsche dir eine ganz gute Zeit. Mach’s guet.
      Liebe Grüsse zu dir. Ernst

  7. quersatzein schreibt:

    Deine poetische Ode auf diese geschichtsträchtige Hütte ist anrührend und schön. Ja, die Erinnerungen sind bleibende Schätze, die uns niemand nehmen kann.
    Dir eine schöne Woche, Ernst!
    Mit lieben Grüssen,
    Brigitte

    • ernstblumenstein schreibt:

      Die Frage ist nur, was sooo anrührend war? Ich habe noch viel schönere Behausungen (etwas bessere Fotos – wenn man das sagen kann?) Ich werde hoffentlich davon noch schöne Reiseberichte schreiben, das Material ist vorhanden, aber eine gute Geschichte schreiben braucht Zeit!!!
      Ja, Erinnerungen, ein Thema für Gedichte, echt. Zum Glück gibt es sie.
      Ich wünsche dir gute Tage, mach’s guet, Brigitte. Herzliche Grüsse zu dir.
      Ernst

  8. Loredana Donovan schreibt:

    What a beautiful sunset, just gorgeous! Greetings from NY🙂

  9. Beate Neufeld schreibt:

    Das Gedicht berührt mich, Es ist sehr ausdrucksstark.
    Ich bin gespannt auf Deine Reiseberichte, lieber Ernst.
    Herzliche Grüße von:
    Beate

  10. Katinka schreibt:

    Das war sicher eine aufregende Zeit, lieber Ernst!
    Danke für diesen interessanten Einblick und das Foto.

    Das Zitat zur Einnerung mag ich sehr und es ist so wahr! Was wären wir ohne unsere Erinnerungen?

    Liebe Grüße
    Katinka

  11. minibares schreibt:

    Lieber Ernst,
    dass du dort warst, ist schon was Besonderes – auf deiner großen Reise.
    Wir waren immerhin in Ein Geddi und Massada.
    Aber deine Rundreise ist mit nichts zu toppen.
    Damals war wohl alles noch sher urtümlich.

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