Sonntag, 29.4.12


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Das Maifeuer, auch Hexenfeuer, Hexenbrennen, Tanz in den Mai genannt, findet in der Walpurgisnacht am 30. April auf den 1. Mai statt. Der Name leitet sich von der heiligen Walpurga ab, einer Aebtissin aus England. Der Maibaum war zugleich Fruchtbarkeits-Symbol wie auch Weltenbaum. Er wurde in die Dörfer gestellt und um ihn wurde in dieser Nacht getanzt.

In nördlichen Gebieten Europas wird noch heute um Maifeuer herum viel gesungen, gelacht und getrunken.

Maifeuer in Alkalla,Schweden

Maifeuer Alkalla Schweden Wikimedia Commons Urh. Henryk Kotowski

Foto Wikimedia Commons, Urh. Henrik Kotowski

Im bäuerlichen Volksbrauchtum schützten die Bauern ihren Hof mit nächtlichen Peitschenknallen und Besenauslegung

Bräuche gibt es heute noch: So sammeln junge Burschen in Dörfern Mobiliar wie Gartenstühle, Tische, Fahrräder, Mistgaretten und Gartenzwerge um Häuser herum ein. Dieses Mobiliar wird dann vor dem Gemeindehaus oder am Dorfplatz zur Schau gestellt und muss von den Besitzern selber zurückgeholt werden. Heutzutage wird in dieser Nacht aber auch viel Unfug getrieben.

Hexentanz Wandbild Walpurgisnacht
H. Hendrich, Walpurgishalle, Thale Harz

Hexentanz H. Hendrich,Postkarte Walpurgishalle, ¨Thale Harz gemeinfrei

Foto Wikemedia Commons, gemeinfrei

Früher kannte man auch das Sägemehlstreuen. Bei heimlichen Liebschaften wurde vom Haus des Liebhabers bis zum Haus der Angebetenen eine dicke Spur Sägemehl gestreut. Das war dann umso unangenehmer, wenn es sich um verheiratete Kiltgänger (Fremdgänger) handelte.

Jede Pfarrei führte früher auch an jedem Abend eine Maiandacht durch.

Unser Apfelbaum in der Wiese vor dem Haus steht, passend zum Maibeginn, in voller Bluest da.

Kamera 28.4.12 005

und vom Balkon des Schlafzimmers her gesehen…

Kamer 27.4.12 Apfelbaum 004

Fotos Ernst Blumenstein

Ohne Worte

Griechenland 76 Eseltransport auf Griechisch Prevezza -0003©  Foto Ernst Blumenstein

Der Spruch zum Tage

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Die Welt ist voll von kleinen Freuden – die Kunst besteht nur darin,

sie zu sehen!

Li Tai-Po

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23 Antworten zu Sonntag, 29.4.12

  1. quersatzein schreibt:

    O holder Mai!
    Da sitzt man so gerne unter einem blühenden Apfelbaum (deiner ist wunderbar!) und lässt sich inspirieren von Geschichten, Bräuchen und allerlei Liebesverwirrungen…
    Danke für die spannenden Ausführungen und liebe Grüsse in den Mai hinein,
    Brigitte

    • ernstblumenstein schreibt:

      O holder Mai – Du hast Recht, Brigitte. Früher war vielleicht alles noch etwas spontaner – weniger rational „gestrickt“? – glaube ich??
      Liebesverwirrungen aber hat es wahrscheinlich schon immer gegeben. Geniesse die „Blueschtzyt“. Ich wünsche dir eine weisse Zeit. Ernst

  2. ute42 schreibt:

    Ist sie nicht wunderbar, die Zeit der blühenden Bäume. Schöne Aufnahmen und ein interessanter Bericht. Hier wird morgen auch der Maibaum aufgestellt. Immer ein kleines Fest für die Gemeinde.

  3. Smilla schreibt:

    Wunderbar wie euer Apfelbaum alles gibt!! Da könnt ihr vermutlich auch Apfelmus machen bis zum geht nicht mehr!!
    Ich vermute, dass ihr gestern und heute darunter eure Batterien für die neue Woche aufgeladen habt.
    Kannst du mir vielleicht erklären was Besen auslegen heisst!
    Wenn schon denn schon, würde ich meinen Besen in der Waldburgisnacht schon lieber selber ausfliegen!
    Bei meinen Verwandten in Ammerswil… ist glaub in der Nähe von dir…. chlepfen sie jeweils um Martini herum, wenn ich mich recht erinnere!
    So einen kleinen Transporter könnte ich für meine Eselbande gerade gebrauchen. Ob sie jedoch von einem Sonntagspazierfährtli so begeistert wären, wage ich zu bezweifeln!!!
    Wünsche dir einen schönen Abend und morgen eine dynamischen Start in die neue Woche!
    Gehe nun mit dem Abendschoppen zu den Bänzen ; )
    Tschûssli ond heb’s guät
    Brigitte

    • ernstblumenstein schreibt:

      Ja, Du hast richtig vermutet, wir grillierten am Samstag zum 1.Mal und haben unter dem Baum gegessen.
      Mit Besen auslegen schützten die Bauern ihre Höfe vor Hexen. Du hättest also problemlos mit dem Besen herumfliegen können, um Hexen zu verjagen.
      Mit dem Peitschenknallen wurden Dämonen vertrieben oder es wurde auch als Fruchtbarkeits-Ritus gebraucht, damit die Obstbäume voll behangen seien. Uff. Brigitte, ich musste sehr lange im Netz suchen, bis ich fündig wurde. Das kostet dich was!!
      Im Bezirk Lenzburg ist das Peitschenknallen am Martini Trumpf, frag mich nicht, warum, ich weiss es nicht.
      Von Ammerswil fährst Du über Dintikon-Dottikon-Hägglingen und schon bist Du in meinem Sch….Kaff.
      Ich wünsche dir eine gute Woche, mach’s guet und häb dr Sorg.
      Ernst

  4. Anna-Lena schreibt:

    Und welche Variante bevorzugst du, um in den Mai zu kommen, lieber Ernst? Hauptsache, du spielst vom Schlafzimmerfenster aus nicht Tarzan, um dich von dem blühenden Apfelbaum berauschen zu lassen 😆

    Wir fahren morgen zu Brandenmburgs größtem Volksfest, der Baumblüte in Werder und werden uns am köstlichen Obstwein probieren, um dann sicher selig in den Mai hinein zu schlafen 🙂

    Ich grüße dich herzlich,
    Anna-Lena

    • ernstblumenstein schreibt:

      Ja, da schweigt des Sänger’s Höflichkeit. Nein, keine Angst, liebe Anna-Léna, Tarzan’s Blüte-Zeiten sind vorbei – man ist ja schliesslich vernünftig geworden. Dir wünsche ich eine schöne Baumblüte in Werder, berausche dich nicht zuviel am köstlichen Saft. Ich sende dir herzliche Grüsse nach Berlin-Brandenburg, mach’s guet. Ernst

      • Anna-Lena schreibt:

        Die Baumblüte war schon sehr weit fortgeschritten, lieber Ernst, der Obstwein lecker, aber in Maßen genossen (auch Frau wird vernünftiger, wenn sie am Ende des Tages ihre Auto noch bewegen muss), es war ein schöner Tag.

        Ich werde sicher berichten, aber nun verschwinde ich im heimatlichen Garten 🙂

        Liebe Grüße
        Anna-Lena

  5. alltagsblick schreibt:

    Ein tolles grosses Feuer, gefällt mir!
    Der Frühling mit all seinen Blüten ist schon eine herrliche Jahreszeit. Geniesse die blühende Pracht!
    LG Claudia

  6. minibares schreibt:

    Es gibt wohl eine Menge Bräuche für die Maiennacht.
    Toll, was du alles aufgezählt hast.
    in die Maiandacht bin ich immer gegangen.
    Euer Apfelbaum ist ja eine Pracht, super!
    Das Auto, womit ist es beladen? Sind das Kühe?
    Komm gut in den Mai, lieber Ernst.

    • ernstblumenstein schreibt:

      Ich danke dir für deine Zeilen herzlich. Der Lieferwagen
      ist mit Eseln beladen gewesen. Das Foto stammt von
      1976 anlässlich unserer 3 wöchigen wilden Zeltferien in
      Griechenland.
      Dir wünsche ich auch eine gute Maienzeit mit vielen
      Blüten zum träumen.

  7. Beate Neufeld schreibt:

    Lieber Ernst, heute habe ich bei Dir wieder viel gelernt über Maibräuche.die mir teilweise noch nicht bekannt waren. In meiner Jugendzeit haben wir auch Unsinn gemacht in dieser Nacht.
    Euer Apfelbaum in voller Blüte sieht wunderschön aus!
    Sei herzlich gegrüßt von:
    Beate

  8. Karin M. schreibt:

    Es ist nicht umsonst der Wonnemonat Mai. Die Wiesen und Wälder zeigen ein wundervolles Grün, und die Blüten der Obstbäume sind traumhaft schön…Auch dein Kirschbaum sieht herrlich aus. Es muß eine Freude sein, wenn man darunter sitzen und den Vögeln lauschen kann…Danke auch für deine interessanten Ausführungen zu den Maibräuchen…
    Liebe Grüße, Karin

  9. Giga schreibt:

    Obserwatorów „palenia czarownic“ było sporo, więc obrzęd ten dalej się podoba. Też bym na to popatrzyła z przyjemnością. Pozdrawiam.
    Beobachter „Hexenverbrennung“ war eine Menge, so dass dieser Ritus fort, es zu mögen. Ich würde es sah mit Vergnügen. Yours.

    • ernstblumenstein schreibt:

      Ja, diese Zeit der Hexenverbrennung ist längst vorbei, sie lebt heute nur noch in einigen Bräuchen oder Folklore. Ich danke dir für deine Zeilen, Giga, recht herzlich. Ernst

  10. Katinka schreibt:

    Hallo Ernst,
    der Spruch ist wirklich so wahr!

    Schöne Fotos zeigst Du. Euer Apfelbaum blüht wunderbar. Einer unserer Bäume blüht auch, er ist allerdings ein Stück kleiner.

    Witzig: Ich habe gestern noch im Blog geschrieben, dass ich gern mal die Walpurgisnacht im Harz verbringen würde 😉

    Liebe Grüße zu Dir
    Katinka

  11. buchstabenwiese schreibt:

    So ein schöner Apfelbaum, lieber Ernst. Herrlich.

    Da ich ursprünglich aus der Stadt komme, kannte ich früher nur den Tanz in den Mai und die Sache mit den Hexen. 🙂
    Als ich dann hier aufs Land gezogen bin, sah ich zum ersten Mal die Maiherzen an den Häusern hier hängen. Drauf stand der Name der Mädchen für die es bestimmt war. Nachts hörte man die Jungs mit dem Traktor durchs Dorf fahren, die die Herzen zu ihrer Liebsten brachten. Auch Maistecken wurden verteilt. Und zum ersten Mal bekam ich ein Maigeschenk von meinem Liebsten. 🙂

    Liebe Maigrüße,
    Martina

    • ernstblumenstein schreibt:

      Danke, Martina, für deine Zeilen. In den Dörfern kannte man noch Maibräuche, ich finde den mit aufgehängten Maiherzen an Häusern besonders schön. Und solche Erinnerungen an Geschenke sind halt schon was besonderes!
      Leider ändern sich die Lebensformen rasch, solche Bräuche in den Dörfern gibt es im Kommunikations-Zeitalter (was für ein schreckliches Wort) heute sowieso nicht mehr. Dir eine gute Zeit.

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