Mittwoch, 25. Juli 2012


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Das Kloster Muri AG

 

Das Kloster Muri im Kanton Aargau ist ein ehemaliges Benediktiner-Kloster und die älteste Stiftung der Habsburger-Dynastie. Es wurde 1027 als Grablege von Radbot von Habsburg und seiner Frau Ita von Lothringen gestiftet, um die Schuld zu sühnen, die sie wegen der Entrechtung von hier lebenden Freien auf sich geladen hatten. Hier ruhen die Herzen des letzten europäischen Kaiserpaares Karl I. und Zita von Bourbon Parma. Das Kloster wurde 1841 durch die Säkularisierung aufgehoben. Danach verliessen die Benediktiner die Schweiz und zogen nach Bozen, wo sie 1845 die Abtei Muri-Gries gründeten.

Die Ansicht des Klosters 1868, Lithografie


Foto Wikimedia Commons, Urh. H. Triner, gemeinfrei

Das Kloster Muri, Ansicht von Westen


Foto Wikimedia, Urh. R. Zumbühl, picswiss

Ansicht von Westen

Datei:KlosterkircheMuri.jpg
Foto Wikimedia Commons, Urh. Berger

Die ersten Mönche stammten vom Kloster Einsiedeln und zogen 1032 in Muri ein.

Eine andere Ansicht des Klosters Muri.

Klosteranlage von Muri
Foto Wikimedia Commons, unbekannt

Der achteckige Zentralbau des Klosters wurde im Barockstil im 17. Jahrhundert gebaut. Der Zentralbau wird durch Teile einer romanischen Kirche aus dem 11. Jahrhundert eingefasst. Querschiff, Chor und Krypta sind von dieser Kirche erhalten geblieben. Es sind auch Elemente des gotischen und des Rokoko-Baustils in der mit mit vielen Fresken und Schnitzereien verzierten Kirche vertreten. In dieser Klosterkirche gibt es insgesamt 5 Orgeln, wobei eine 1619 und eine andere 1734 erbaut wurden.

Kirchenkuppel mit Fresken.

Datei:Klosterkirche.Muri.Kuppel.jpg
Foto Wikimedia Commons, Urh. Wici, eig. Werk

Innenansicht der Klosterkirche

Datei:KlosterkircheMuriInnen.jpg
Foto Wikimedia Commons, Urh. Berger

Choraltar mit Himmelsfahrt von Maria

Datei:KlosterkircheMuri.Choraltar.nah.jpg
Wikimedia Commons, eig. Werk, Urh. Wici

Wappen von Fürstabt Placidus Zurlauben, Fürstabt von 1684-1723, mit Habsburger Löwen und Oesterreicher Wappen.

Datei:Wappen Placidus Zurlauben.JPG

Foto Wikimedia Commons, eig. Werk, Urh. paebi

Im Kreuzgang ist ein Glasmalerei-Zyklus aus dem 16. Jahrhundert sowie verschiedene Masswerkfenster und Kabinettscheiben (Schweizer Scheiben) zu sehen. Dargestellt werden Heilige mit ihren Attributen, geistliche oder weltliche Scheibenstifter mit Werken und biblische oder profane Szenen. Die meisten Scheiben sind Werke von bekannten Zürcher Glasmalern.

Beispiel einer Kabinettscheibe. Dürer Wappen, gemalt Ende 19. Jahrhundert.

image

Foto Wikimedia Commons, eig.Werk, Urh. H. Bernhard (Schnobby)

Darstellung verschiedene Stile der Glasmalerei aus unterschiedlichen Epochen in Meyers Konversations-Lexikon (Chromolithografie).

Datei:Chromolithografie-Glasmalerei.jpg

Foto Wikimedia Commons, Urh. unbekannt, gemeinfrei.

Teil der Skizze eines Fensters mit Bayernwappen gegen Ende des 19. Jahrhunderts.

Datei:Bavarian coat of arms.JPG

Foto Wikimedia Commons, eig. Werk, Urh. H. Bernhard (Schnobby)

In der renovierten und instand gestellten Klosteranlage ist heute eine Pflegeanstalt, Teile der Gemeindeverwaltung, der Schule sowie ein Klostermuseum untergebracht. In einem kleinen Benediktiner-Hospiz leben wieder einige Mönche, die in der Seelsorge der Pfarrei Muri tätig sind.

Ab 1083 bestand in Muri ein Frauenkonvent, der Ende des 12. Jahrhunderts ins benachbarte Benediktinerinnen-Kloster Hermetschwil umzog.

Benediktinerinnen-Kloster Hermetschwil

Das Kloster ist dem Hl. Martin geweiht. Es steht auf einem Moränenhügel hoch über der Reuss.


Foto Wikimedia Commons, eig. Werk, Urh. User voyager

Die Klosterkirche Hermetschwil


Foto Wikimedia Commons, eig.Werk, Urh. User, voyager

Heute sind noch 9 Nonnen im Kloster, die mit sozialen Aufgaben beschäftigt sind und für den Weiterbestand des Klosters sorgen.

Ich werde euch in einem weiteren Bericht noch etwas über die Habsburger Dynastie im Kanton Aargau erzählen.

 

Der Spruch zum Tage

Besser ist’s,
man hat in der Jugend zu kämpfen
als im Alter.

Gottfried Keller, Briefe

 

Ich wünsche allen eine gute Zeit und mached’s guet. Ernst

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21 Antworten zu Mittwoch, 25. Juli 2012

  1. Mathilda schreibt:

    Danke lieber Ernst, das sind fantastische Fotos und Infos und der Spruch ist so was von wahr und in der Jugend hat man auch noch viel Kraft zum Kämpfen.

    Liebe Grüße zu dir von Mathilda🙂

    • Ernst Blumenstein schreibt:

      Danke dir, Madame, für dein Kompliment – kann man immer brauchen, gell.
      Ja, G. Keller hat Recht. Man stellt sich aber in der Jugend auch nicht vor, dass einem später im Alter Kraft fehlen würde.
      Ich schicke dir liebe Grüsse😉
      Mach’s guet. Ernst

  2. syntaxia schreibt:

    5 Orgeln!!
    Das ist schon ein Prachtkomplex! Und alles Handarbeit – unvorstellbar!
    Wie viele Menschen sich da kaputt geschuftet haben mögen. Das allein ist es Wert solche Gebäude zu erhalten, nicht wegen des Glaubenskhokuspokus, denke ich.
    Liebe Grüße an dich!
    ..schickt Monika

    • Ernst Blumenstein schreibt:

      Ja, was im Altertum für Kulturobjekte jeglicher Art geschaffen wurden – kann sich Mensch nicht vorstellen. Sie konnten nur durch Menschenmassen und unendlich langen Bauzeiten geschaffen werden. Ich zolle solchen Objekten meinen Respekt. Ueber Baustile im Altertum kann man geteilter Meinung sein, die einen mögen den Prunk, andere eher die Schlichtheit. Ich gehöre den letzteren an.
      Viele Grüsse. Ernst

      • alltagsblick schreibt:

        Lieber Ernst, auch ich mag lieber das Schlichte, nicht den Prunk. Diese Gedanken gingen mir durch den Kopf als ich deinen Betrag las und die Bilder sah.
        Liebe Grüsse
        Claudia

  3. Waldameise schreibt:

    Du hast dir aber eine Arbeit gemacht, lieber Ernst.

    Dein Spruch hat mich an einen anderen erinnert:

    Das Schlimmste an der heutigen Jugend ist,
    dass man nicht mehr dazu gehört!

    Auch nicht schlecht, gell? Liebe Grüße von der Waldameise🙂

    • Ernst Blumenstein schreibt:

      Nicht schlecht Andrea, ich muss lachen. Ab einem gewissen Reifegrad aber ist jedoch dein Spruch auch nicht mehr so zutreffend, weil man schon etwas länger nicht mehr dazu gehört. Geniesse dein jugendliches Alter!
      Liebe Grüsse. Ernst😉

  4. Anna-Lena schreibt:

    Ich habe eine Schwäche für alte Klöster, wusstest du das?
    Allerdings gefallen mir die überladenben Kirchen heute gar nicht mehr. Ich stimme Monika zu, dass sie erhalten bleiben sollten, gerade wegen der menschen, die das errichtet haben.

    Letzte Woche in Schwerin habe ich eine Klosterkapelle besucht, die ganz schlicht war, aber auch in ihrer Schlichtheit überwältigend ist.

    Einen lieben Gruß zu dir,
    Anna-Lena

    • Ernst Blumenstein schreibt:

      Nein, wusste ich nicht – woher sollte ich das wissen? Ich kenn dich doch nur ein bisschen virtuell, kann dich mir nur auf Grund deiner Sprache, deiner Wörter, deiner Denkweise und der Foto etwas imaginabel vorstellen. Aber es bestehen gemeinsame Denkweisen oder Interessen zwischen uns. Das ist doch schon etwas.
      Ich mag altes Gemäuer ebenfalls – es sind Zeit-und Kulturzeugen. Der Barock- oder Rokoko-Stil fällt für meine Begriffe auch zu üppig aus, ich mag es ebenfalls schlicht.
      Sei gegrüsst. Ernst

  5. Träumerle Kerstin schreibt:

    Wir haben hier in der Nähe auch ein Kloster, da waren wir vor paar Jahren auch zum ausführlichen Besuch.
    Prächtig schaut es aus da drinnen, eine tolle Kuppel, so reich verziert. In Kirchen gibt es immer viel zu staunen, wahre Kunstobjekte.
    Liebe Abendgrüße von Kerstin.

    • Ernst Blumenstein schreibt:

      Das Kloster Muri und seine reichliche Geschichte, auf die ich ja bewusst nur sehr marginal hinweise, gefällt mir sehr. Es sind halt schon Kulturdenk-mäler, die es wert sind, sie vorzustellen.
      Ich schicke dir einen Gruss in die Nacht. Ernst

  6. Silberdistel schreibt:

    Das Kloster Muri ist ein wirklich beeindruckender Bau. Ich bin ohnehin immer begeistert von den barocken Kirchen im Süden. Hier bei uns im Norden sieht das mit der Gotik doch vergleichsweise schlicht aus. Ich war jetzt gerade hier in der Nähe in einer Klosterkirche, dem Münster in Bad Doberan. Da fiel mir eben wieder dieser gewaltige Unterschied auf.

    Kellers Spruch hat viel Wahres, aber leider ist es oft eher umgekehrt.
    Liebe Grüße aus dem sonnigen Norden
    von der Silberdistel

    • Ernst Blumenstein schreibt:

      Danke für deinen Kommentar. Eigentlich mag ich es auch eher schlicht, aber Muri beindruckt mich auch als wichtiger Zeitzeuge unserer Kultur.
      Deiner Meinung über Kellers Spruch kann ich mich voll anschliessen.

      Vielen Dank nochmals für deine Hilfe, finde im Moment aber überhaupt keine Zeit, der Garten und der Umschwung lässt grüssen.
      Umsomehr, als uns hier die Sonnen-Hitze zu schaffen macht, meine Regierung und ich arbeiten im Garten von 08.00 – 11.00 Uhr, dannn ist es zu heiss. Trotzdem es im Haus drin dann etwas kühler ist, so 27 Grad, muss die Gartenernte verarbeitet werden, das beschäftigt uns seit drei Tagen. Und gegen Abend bin ich nicht mehr aufnahmefähig.

      Ich werde deine Hilfe dann schon in Anspruch nehmen. Ich sende dir liebe Grüsse in den Norden. Ernst

      • Silberdistel schreibt:

        Hier ist es jetzt auch recht warm. Im Haus ist es jedoch noch ganz gut auszuhalten. Die Gartenarbeit macht aber auch hier nur noch am frühen Vormittag Spaß.
        Ich denke, mit meiner Schritt-für-Schritt-Anleitung die Bilder betreffend solltest Du eigentlich kein Problem haben. Wenn man es zunächst nur liest, scheint es sicher kompliziert zu sein. Ist es aber nicht. Du wirst es letztendlich selbst so sehen.
        Liebe Grüße zurück

      • Ernst Blumenstein schreibt:

        Danke, ich glaube, ich werde sicher noch deine Hilfe benötigen, weil ich bis jetzt im WP auf einem anderen Weg meine Berichte vorbereitet habe. Wir werden uns lesen. Ich grüsse dich.

  7. minibares schreibt:

    Lieber Ernst,
    ein wundervoller Bericht. Danke dafür.
    Dass da gotische und barocke Elemente mit verarbeitet wurde, ist gut zu sehen.
    Eine wundervolle Anlage ist das, da kann man sich bestimmt wohlfühlen.
    Gut, dass es heute eine soziale Einrichtung ist, und sogar Mönche wieder aktiv sind.

    Das mit dem Alter ist uns mal aufgefallen, als wir damals mit meiner Schwester und unseren Kinder auf Wangerooge waren. Da war ein älteres Ehepaar. Er meinte, jetzt haben wir zwar die Zeit, aber nicht die Gesundheit (und auch Geld), das wir hatten, als wir jünger waren, solche Urlaube zu machen.

    • Ernst Blumenstein schreibt:

      Ich freue mich, dass dir der Bericht gefällt, Bärbel. Habe mir auch Mühe gegeben! Ich finde es auch gut, dass die Klosteranlage heute durch verschiedene Institutionen genützt wird.
      Man muss auf Reisen gehen, solange es geht und man soll es nie auf später verschieben !!!
      – Die einen haben Geld, Gesundheit und Zeit, um Ferien zu machen
      und verschieben das Reisen auf ihre Pensionierung.
      – Andere haben genügend Zeit, aber kein Geld.
      – Wieder andere haben Zeit und Geld. Aber können wegen der Gesundheit
      nicht mehr gehen.
      – Oder es fehlt ihnen an der Zeit. Usw. usw.
      Liebe grüsse zu dir. Ernst

  8. Brigitte schreibt:

    Aus dieser Perspektive habe ich das Kloster Muri noch nie gesehen. War vor Jahren einmal in der Kirche an einem Konzert… aber frag mich nicht, was ich da gehört habe…. die Erinnerung ist verschwommen aber schön!!!
    Die Frage ist offen, wie lange die 9 Nonnen im Kloster Hermetschwil ihre Aufgaben noch verfolgen können….
    War gerade gestern in einem Klösterchen zwischen Mâcon und Cluny…. aber Ordenschwester oder -brûder hatte es weit und breit keine mehr!
    Ich bin zwar beeindruckt vom Kunsthandwerk des Barocks, stehe aber eher auf die schlichten romanischen und gotischen Kirchen….. auf die gotischen vor allem wegen der Drolerien…
    Lass es dir gut gehen ond heb ä schös Wochänend!
    bbbbBrigitte

    • Ernst Blumenstein schreibt:

      Ich danke dir, Brigitte, für deinen interessanten Kommentar. Wahrscheinlich wird es die Nonnen in Hermetschwil nicht mehr lange geben. Ich bevorzuge auch die schlichten romanischen und gotischen Kirchen. Du, das Wort Drolerien habe ich noch nie gehört! Gefällt mir sehr. Google sagt: Die deutsche Bezeichnung heisst Blecker (Figuren, die etwas entblössen) oder Zanner (Figuren, die ihre Zähne blecken)! Ja, gäll, man hat im ganzen Leben nie ausgelernt! Ich wünsche dir a gueti Zyt. bbbbBluemi.

  9. buchstabenwiese schreibt:

    Das Kloster Muri ist wirklich schön anzusehen, lieber Ernst. Innen wie außen. Tolle Bilder sind das.
    Da hast du dir wieder viel Mühe gemacht. Danke fürs Mitnehmen.🙂

    Liebe Grüße,
    Martina

    • Ernst Blumenstein schreibt:

      Es ist Sommer und wir haben viel Arbeit im Umschwung um das Haus. D.h. wenig Zeit zum bloggen. Danke dir für deinen Besuch. Ernst

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