Donnerstag, 2. August 2012


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Be’erScheva


Kamelmarkt.

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Be’er Scheva, übersetzt “Brunnen der Sieben”, arabisch Bi’r as-saba ist eine Metropole im Süden Israels am Rande der Wüste Negev.

Die Stadt hat viele verschiedene deutsche Namen, die aus dem Hebräischen übersetzt wurden. Der Kamelmarkt war damals noch ein reiner Handelsmarkt, denn es gab damals in Be’er Scheva wahrscheinlich noch wenige  Touristen, jedenfalls habe ich während meinen Aufenthalten keine gesehen.

Ich besuchte diesen Markt um 05.00 Uhr draussen vor der Stadt. Es war kühl und leicht neblig an diesem Morgen in der Wüste. Ich weiss noch, mich fröstelte es. Es war für mich ein interessanter und eindrücklicher Besuch, hatte ich doch so einen Markt in meinem kurzen jungen Leben noch nie gesehen.

Israel 64 Bershewa Negev Kamel. Pferde.Schafmarkt -113
Foto Ernst Blumenstein.

Ich hielt mich jeweils im neuen Stadtteil auf, wenn ich trampend von Tel Aviv durch die Negev nach Eilat am Roten Meer unterwegs war. Die neue Stadt war damals erst so richtig im Aufbau. Heute ist sie eine der grössten Städte Israels.

So kann man den damaligen Kamelmarkt heute sicher nicht mehr sehen und erleben.
Israel 64 Negev Beer Scheva Kamelmarkt 05.00 Uhr Wüste-75Foto Ernst Blumenstein
Damals wurden auf diesem Markt noch Kamele, Schafe und Pferde gehandelt. Heute wird der Markt wahrscheinlich nur noch mit “Folklore” als Touristenattraktion aufrecht erhalten. Ich weiss es nicht!

Meine Eindrücke aus meinem Israel-Aufenthalt verarbeitete ich auch, indem ich meine Eindrücke notierte und sie später niederschrieb. Ich liebte die Negev, sie kam mir wie eine gewaltige Urlandschaft vor.

Im Gedicht „berechtigt“ habe ich meine damaligen Empfindungen wieder gegeben. Das Fremde, das von den Menschen in dieser Landschaft ausging, flossen in die Zeilen ein. Diese Eindrücke waren natürlich subjektiv, konnten – mussten aber nicht stimmen.

In der Negev

Beduinen in der Negev wüste

                                                                       Foto von GEO.de

berechtigt

Der Krug
den Sie benützte
war undicht.

Das Wasserloch
aus dem Sie trank
war schmutzig.

Der Mann im Zelt
war unrein.

Die Hoffnung
auf ein besseres Leben
war berechtigt.

Ernst Blumenstein, 1965

Der Spruch zum Tage

Der Mensch bringt sogar Wüsten zum blühen.
Die einzige Wüste,
die ihm noch Widerstand bietet,
befindet sich in seinem Kopf.

Ephraim Kishon, israelischer Schriftsteller, 1924-2005.

Ich wünsche euch einen erholsamen Sonntag. Ernst

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10 Antworten zu Donnerstag, 2. August 2012

  1. Quer schreibt:

    Es gefällt mir, wie ganzheitlich du früher reistest und heute darüber berichtest – mit allen Fasern sozusagen!
    Liebe Grüsse ins Wochenende hinein,
    Brigitte

  2. Ernst Blumenstein schreibt:

    Danke dir, Brigitte, für deine Blumen. Auch dir ein schönes Wochenende.
    Ernst

  3. minibares schreibt:

    Lieber Ernst,
    es ist so schön, an deinen Erinnerungen Anteil zu nehmen.
    Damals war noch alles karg und neu und im Aufbau.
    Deine Fotos haben ja historischen Wert.
    Ganz großartig.
    Liebe Grüße zum Wochenende
    Bärbel

    • Ernst Blumenstein schreibt:

      Danke dir, Bärbel, für die Blumen. Muss dich morgen noch besuchen. Ich wünsche dir mal ein schönes Wochenende. Ernst.

  4. Beate Neufeld schreibt:

    Hallo lieber Ernst, aus meiner Pause zurück ins Internet gekehrt habe ich sogleich Deine sehr sehens- und lesenswerten Bericht hier genießen dürfen.
    Sei lieb gegrüßt von:
    Beate
    Der Spruch von Ephraim Kishon ist sehr weise!

    • Ernst Blumenstein schreibt:

      Hallo, liebe Beate,
      sei gegrüsst, ich freue mich, dass Du wieder unter uns bist. Du hast mir gefehlt. Willkommen. Ernst

  5. Träumerle Kerstin schreibt:

    Das sind wieder sehr interessante Erinnerungen Ernst. Wow, wo Du damals schon so warst. Ja das glaube ich gern, dass heut auf den Märkten größtenteils die Touristen bedient werden mit Andenken, Mode und Kitsch. Da werden die traditionellen Märkte sicher abseits des Tourismus gehalten, wenn überhaupt noch in der Art.
    Ihr müsst einen riesigen Garten haben, habe gerade noch rückwärts gelesen. Da gibt es jetzt wahrlich viel zu tun, will alles verarbeitet werden. Im Winter könnt ihr dann davon zehren.
    Liebe Grüße von Kerstin.

    • Ernst Blumenstein schreibt:

      TJA, in der heutigen Zeit muss das Geld rollen, gell. Der Garten – der ist für uns zwei Leutchen langsam definitiv zu gross, er reicht für eine Grossfamilie aus!
      Ich sende dir viele Grüsse. Ernst

  6. buchstabenwiese schreibt:

    Das sind ja ganz besondere Bilder, lieber Ernst. Heute ist sicher alles anders.
    In dem Jahr, als du die Zeilen geschrieben hast, bin ich geboren. 🙂
    Ich könnte mir vorstellen (ohne es natürlich zu wissen), dass es Frauen gab, auf die diese Zeilen zutrafen. Sie berühren mich.

    Liebe Grüße,
    Martina

    • Ernst Blumenstein schreibt:

      Lustig finde ich deine Zeilen über meine Zeilen. So kann man einen Altersunterschied auch sehr konkret und schön formulieren. 😉
      Das Gedicht „berechtigt“ habe ich u.a. in einem deutschen Literaturforum veröffentlicht. Es gab viel Kritik, Lob und viele Kontakte.
      Liebe Grüsse Ernst

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