Sonntag 16. September 2012


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Der Egelsee

Der Egelsee, ein kühler Moorsee, ist eingebettet in einem schmalen Tälchen auf 667 m.ü.M auf dem Heitersberg. Der geheimnisvolle See liegt nordöstlich von Bellikon AG in einer einzigartigen Landschaft. Die windgeschützte Lage und das Fehlen eines oberirdischen Zuflusses machen das Gebiet um den See zu einem seltenen Lebensraum.

Egelsee Bewilligung Bergdietikon verlangt

Foto aus der Website Egelsee, Bewilligung durch Gemeinde Bergdietikon.

Der See ist kalt, misst an seiner tiefsten Stelle 12 Meter, wird von steilen Tannenwäldern umschlossen und ausschliesslich von Hangwasser gespiesen. Er misst in der Länge rund 350 Meter und ist 100 Meter breit. Wahrscheinlich entstand er am Ende der letzten Eiszeit. Im See fühlen sich Hecht, Egli, Karpfen und Krebse äusserst wohl.

Trotz diesem Fischbestand ist er im Sommer ein beliebter Badesee und als Naher- holungsgebiet weitherum bekannt.

Der Hecht

Datei:Brochet Luc Viatour .jpg

Foto Wikimedia Commons, Urh. Luc Viatour, www.Lucnix.be

Der Flussbarsch, in der Schweiz als Egli bekannt.

Datei:Perca fluviatilis.jpg

Foto Wikimedia Commons, Urh. GerardM.

Der Karpfen

Datei:FeralCarp.JPG

Foto Wikimedia Commons, eig. Werk, Urh. Piet Spaans

Marianne und ich liebten die Wanderung mit den Kindern hinauf auf den Heitersberg. Wir genossen den Aufenthalt im Sommer unter den schattigen Bäumen jeweils sehr, umsomehr, als der See zum erfrischenden Bade einlud. Auch im Winter frönten wir hier schon dem Schlittschuhlaufen.

Es ranken sich auch viele Geschichten und Gerüchte um den Egelsee, so soll eine Ritterburg auf dem Seegrund liegen. Doch davon später.

Es hat nicht nur Fische im Wasser, sondern auch Seerosen gedeihen und Wildenten leben zeitweise am See. 

Vögel K.Manz Auch Enten fressen Seerosen,nicht nur Biber

Foto Karin Manz, Bremgarten

Der See war früher grösser, doch der südliche Teil ist im Laufe der Zeit verlandet und es entstand ein grosses Ried. Es gibt hier artenreiche Quell- und Verlandungsmoore. Schilf, Rohrkolben und Seggen und andere Wasserpflanzen wachsen hier.

Breitblättriger Rohrkolben           Schlanksegge

Datei:Typha angustifolia inflorescences 2002-10-14.jpgSchlank-Segge (Carex acuta)

WMC,Urh.Bio Trek, by CurtisClark. WMC, Urh. Chr. Fischer. 

Rohrkolbenzwillinge.                Samenstand Rohrkolbe.           

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Beide Fotos Joe Mathis, Rottenschwil

Die Ufervegetation ist weitgehend intakt geblieben und das unter Naturschutz stehende Gebiet weist geschützte, zum Teil gefährdete Pflanzen und verschiedene Orchideen auf. Im ganzen Schutzgebiet sind über 230 verschiedene Pflanzenarten bestimmt worden.

Kuckuckslichtnelke

KONICA MINOLTA DIGITAL CAMERA

Foto Joe Mathis, Rottenschwil

Kuckuckslichtnelke                          Breitblättriges Wollgras

Egelsee, WMC eig.Werk Urh. Aiwok450px-KuckuckslichtnelkeLychnis_flos-cuculi_1Egelsee Urh. J.F. Gaffard WMC breitblättriges WollgrasEriophorum_latifolium1

Wikimedia Commons,eig.Werk,Urh. Aiwok   WMC, Urh. J.F. Gaffard

Der Fieberklee gedeiht im Riedsumpf gut. Ob auch der weisse Sumpfwurz hier vorkommt, weiss ich nicht genau.

Fieberklee                                                               Weisser Sumpfwurz

Egelsee Urh. M. Zahnd WMC Fieberklee2_brightJoe Mathis weisse Sumpfwurz ( heimische Orchidee ) (2)

Foto Wikimedia Commons,Urh.Martin Zahnd.  Foto Joe Mathis, Rottenschwil

Um den See wurde ein grosses Waldreservat ausgeschieden, indem auf die Holznutzung verzichtet wird.
Nochmals eine andere Ansicht des Egelsees.

Egelsee unter Egelsee bilder google bewilligung noch nicht erhalten

Foto Egelsee, Bewilligung Gemeinde Bergdietikon.

Seerosen passen zum Egelsee. Wahrscheinlich sind diese Teichrosen eher eine modernere Zuchtform.

Joe Mathis Rottenschwil Teichrosen in voller Blüte

Foto Joe Mathis, Rottenschwil 

Die Sage

Es wird erzählt, dass sich auf dem Seegrund eine alte Ritterburg befindet.

Einst lebte ein Scheusal von einem Ritter in einer Burg oben auf dem Heitersberg. Er hiess Riko. Seine Burg wurde Bauernweh genannt, weil der Ritter den Bauern derGegend nur Jammer und Unglück brachte. Denn täglich zog er mit seinen rohen Gesellen und wilden Hundenauf Raubzüge in die Gegend aus und kehrte jeweils abends mit reicher Beute zurück.

Einmal kamen sie zum Hof einer Witwe, die dem Ritter den Zins nicht rechtzeitig bezahlen konnte. Die Unholde packten Hab und Gut der Frau zusammen, trieben sie mit ihren Kindern zum Haus hinaus und zündeten es an. Nur eine Handvoll Mehl wollte die Mutter noch für einen Brei ihres jüngsten Kindes mitnehmen. Da riss der Ritter ihr das Kind aus dem Armen und warf es in die Flammen. Jetzt braucht es keinen Brei mehr, höhnte er und sprengte mit seinen Gesellen davon.

Die Mutter kniete voller Schmerzen nieder und flehte zum Himmel, dass er sich des Volkes erbarmen und seinen Jammer enden möge. Der Himmel hörte die Wehklage der unglücklichen Mutter. Noch in der Nacht erhob sich ein furchtbares Unwetter über der Gegend.

KONICA MINOLTA DIGITAL CAMERA

Foto Joe Mathis, Rottenschwil

Ohne Unterbruch zuckten Blitze auf die Burg herab. Unter gewaltigem Krachen versank die Burg mit Mann und Maus wohl hundert Klafter tief in den Abgrund.

Doris Eichenberger, Möriken, Schloss Wildegg a frühen Morgen - Kopie

Foto bearbeitet durch EB

Am folgenden Morgen lag ein tiefer, schwarzer See an der Stelle, wo die Burg versunken war. Lange Zeit ward der See von den Menschen gefürchtet und gemieden. Es ist der Egelsee.

Ich habe den Bericht auf Grund von Informationen aus der Website Egelsee der Gemeinde Bergdietikon sowie aus dem Netz und einem Zeitungsartikel geschrieben. Ich danke der Gemeinde Bergdietikon für die Bilder, die ich für den Bericht verwenden durfte.

© Text E.B. 8/12

Das Gedicht zum Tage

Sommertod suffiges licht
noch einmal
heut nacht
vielleicht schon
entleibt sich
der sommer
verzweifelt
umarmt mich
schwester mutlosigkeit.

Kurt Marti, Schweizer Schriftsteller und Pfarrer.

Ich danke Karin Manz und Joe Mathis für die Fotos, die Sie mir für diesen Beitrag überlassen haben, recht herzlich.

Ich wünsche euch allen einen geruhsamen Sonntag und einen guten Start in die neue Woche.

Mached’s guet.   Ernst

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24 Antworten zu Sonntag 16. September 2012

  1. Mathilda schreibt:

    Lieber Ernst, diese Sage ist richtig gruselig,aber wie man sehen kann, hat sich ein ganz wundervoller See daraus entwickelt und die Vegetation läßt keine Wünsche offen. Für Angler bestimmt auch ein kleines Paradies
    Ein richtig schöner Erholungsort.Wie groß ist der See, das konnte ich nicht aus dem Artikel entnehmen.

    Liebe Grüße zu dir und einen schönen Sonntag wünscht Mathilda 🙂

    • Ernst Blumenstein schreibt:

      Hallo Mathilda,
      Danke dir für deine Zeilen. Der See ist etwa 350 Meter lang und etwa 100 Meter breit. Ich wünsche dir einen guten Wochenstart, liebe Mathilda und sende dir viele Grüsse. ♥-lich Ernst

  2. Quer schreibt:

    Ein wunderbarer Bericht über diese Gegend, der mich richtig „gluschtig“ macht, mal wieder den Heitersberg und den sagenhaften Egelsee zu besuchen. So weit ist es ja von hier aus nicht.

    Dir ein herrlich sonniges Wochenende, Ernst, und liebe Grüsse,
    Brigitte

    • Ernst Blumenstein schreibt:

      Danke dir, Brigitte für deine Zeilen. Schön, dass ich dich vielleicht motiviert habe, diese Ecke des Kantons wieder mal zu besuchen. Das herrliche Wochenende habe ich gehabt. Jetzt wünsche ich dir einen guten Start in die neue Woche und sende dir liebe Grüsse. Ernst

  3. syntaxia schreibt:

    Ja, gruselig empfinde ich es auch!
    Dein Bericht verspricht ein feines Stück Natur zu finden dort! Schön!

    Liebe Grüße in einen sonnigen Sonntag!
    ..schickt dir Monika

  4. Silberdistel schreibt:

    Du stellst uns hier wieder einmal eine interessante Landschaft vor, lieber Ernst. Da möchte man am liebsten gleich loswandern, um den See und die Landschaft drum herum zu entdecken. Die Sage dazu macht das alles noch spannender und interessanter. Das Bild mit dem Blitz und Dein bearbeitetes Bild von der Burg lassen die Geschichte noch ein wenig schauerlicher erscheinen. Ich kann mir gut vorstellen, dass solche Gegenden durchaus gemieden werden, wenn darüber so ungeheuerliche Begebenheiten berichtet werden. Andererseits hatte die Natur dadurch sicher ungestört Zeit, um so ein wundervolles Kleinod zu gestalten.
    Danke wieder einmal fürs Mitnehmen. Es muss eine wunderschöne Gegend sein. Ich glaube, ich kann verstehen, dass Ihr dieses hübsche Fleckchen Erde mögt.
    Liebe Grüße von der Silberdistel

    • Ernst Blumenstein schreibt:

      Ich freue mich, dass dir mein kleiner Ausflug an den Egelsee gefallen hat
      🙂 , liebe Silberdistel. Ich finde es gut, dass dieser Naturort nicht so überlaufen ist und nicht zu viele Leute sich dort aufhalten. Er ist zum Glück nicht mit dem Auto erreichbar. Liebe Grüsse zu dir. Ernst

  5. Smilla schreibt:

    Oh lieber Ernst,
    diesen See werde ich bestimmt das nächste Mal, wenn ich meine Tante und Freundin, die in deine Nähe wohnt, besuche, erspazieren… mei, ist das ein komplizierter Satz!!!
    Ich liebe solche Sagen und Regionalgeschichten aus längst vergangener Zeit! Isch doch sicher au ä Bizli tschüderlig döt obä, oder?
    So jetzt attackiere ich den neuen Tag und die neue Woche…..die Ferien beginnen erst in 12 Tagen 😉
    Heb’s guät und schö!
    bbbbBrigitte

    • Ernst Blumenstein schreibt:

      Ja, ich bin auch ein so komplizierter Schreiber, ich weiss. Nei, tschüderlig esch er nöd – ich hoffe, deine Attacke gilt nicht mir!! Und Ferie aus scho wieder – tja, Landwirtschaftskäsereifachfrau (was für ein Wort!) oder was müsste man sein!!! Dir e gueti Zyt. Gib dr Sorg. bbbb Ernst.

  6. alltagsblick schreibt:

    Lieber Ernst,
    einen wunderbaren Einblick in den Egelsee, seine Tiere, Pflanzen und Umgebung zeigst du uns hier. Herzlichen Dank. Ich denke dort gäbe es für meine Kamera und mich genügend interessante Motive zu finden und erleben.
    LG Claudia

    • Ernst Blumenstein schreibt:

      Ja, in diesem Gebiet wärst Du wahrscheinlich für längere Zeit beschäftigt. Ueberhaupt das Reusstal mit dem Flachsee, stillgelegten alten Reuss-Armen, dem Maschwander Ried und seinen anderen Kleinoden am Fluss sind wahre Naturparadiese. Danke, Claudia für deinen Besuch. Ernst

  7. minibares schreibt:

    Lieber Ernst,
    das war eine Menge zu lesen und zu schaun.
    Ein schöner See, der unter Naturschutz steht. In ihm leben viele Fische, wunderbar. Hoffentlich versandet er nicht noch mehr.
    Obwohl das Gebiet ja auch in Ordnung zu sein scheint.
    Wow, sogar Schlittschuh kann man drauf laufen im Winter.
    Wanderungen sind gewiß sehr intensiv dort.
    Liebe Grüße Bärbel

  8. Waldameise schreibt:

    Lieber Ernst,
    welch schöner Beitrag wieder von dir … und so richtig mit Spannungsaufbau und einer grusligen Sage, sehr unterhaltsam. Solche Moorseen haben wirklich etwas Geheimnisvolles und so mancher traut sich nicht hinein, da das Wasser so dunkel ist. Aber es ist sehr angenehm. Einige der Pflänzchen wachsen auch an dem Moorsee, den wir dieses Jahr im Frühjahr besuchen konnten, im Tannheimer Tal. Dank dir kenne ich nun auch ihren Namen. Das vorletzte Foto ist spektakulär. Danke für diesen schönen Eintrag und liebe Grüße
    von der Waldameise

    • Ernst Blumenstein schreibt:

      Danke, Andrea für deine Zeilen. Moorseen sind dunkel, zusätzlich nimmt er auch „Farbe“ auf durch die dunklen Tannenwälder ringsum. Manche Leute meinen auch, Moorseen seien dreckig, aber das stimmt nicht, ihr Wasser ist sauberer als dasjenige von Schwimmbädern. 🙂 😉
      Ich erinnere mich an deinen sehr schönen Beitrag vom Tannheimer Tal in diesem Frühling.
      Liebe Grüsse Ernst

  9. Träumerle Kerstin schreibt:

    Lieber Ernst. Danke, dass Du Dir so viel Mühe gemacht hast mit den Recherchen, den Fotos, der Geschichte. Eine traurige Sage und doch gut, dass am Ende das Böse verliert.
    Liebe Grüße von Kerstin.

  10. Margrit schreibt:

    Lieber Ernst
    Endlich lese ich ihn auch,dein Bericht vom Egelsee……….im Sommer bin ich einfach nicht am bloggen,das Leben spielt sich draussen ab und am Abend sind wir non stop am grillieren !!!!
    Ein toller Beirag zu Egelsee,es ist auch traumhaft schön dort oben…wir waren früher mit den Kids viel dort, immer zu Fuss,von Neuenhof auf den Rüsler ,dann Egeslsee ,Bergdietikon, Spreitenbach…..
    Heute mag ich nicht mehr bergaufwandern und so weit schon gar nicht, bin bequem geworden ,an liebsten immer schön gerade aus ;-)))
    Die Fotos sind fantastisch,da passt einfach alles zusammen,Kompliment Ernst !!!!
    Ganz liebi Grüessli vo äned am Hügel
    Margrit

  11. Heidrun schreibt:

    Mir gefallen die letzten beiden Bilder sehr sehr gut.
    Grüße
    Heidrun

  12. araanz50 schreibt:

    Gostei muito
    Abraços…Araan

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