Mittwoch, 17. Oktober 2012


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Serengeti Nationalpark,
Afrika (3)

Wir verbrachten eine ruhige Nacht in der Seronera-Lodge und es gab keinerlei Zwischenfälle. An die vielen Tierstimmen in der Nacht waren wir schon von unserer Krüger Lodge her gewohnt.

Wir freuen uns auf den heutigen Tag, an dem wir noch in andere Gebiete der Serengeti reisen werden, um Tiere und Landschaften in diesem endlosen Massai-Land zu sehen.

Webervögel

Datei:Ploceus cucullatus 040216 1rw.jpg

Wikimedia Commons, Urh. Alain Fossé

Die meisten der 119 Webervogel-Arten leben in Afrika, nur ganz wenige in tropischen Gebieten Asiens. Ihren Namen bekamen die Vögel, weil sie ihre Nester meist kunstvoll aus biegsamen und zugfesten Pflanzenfasern weben und dann in Sträuchern und Bäumen aufhängen.

Die Nester dieser Webervogelart hier in dieser Dornenhecke sind allerdings unordentlich gebaut. Um welche Art es sich handelt, wissen wir nicht. Wir haben diese Sperlingsvögel auch nie gesehen, was insofern verständlich ist, als wir uns ja nicht auf einer Vogelexcursion befanden.

4 Afrika 69 Tansania Serengeti-Nat.Park. Webervögelnester

Ich hatte die absurde Idee, ein solches Nest mitzunehmen. Kaum war ich zurück im Geländefahrzeug, gab es die grosse  Aufregung. Unzählige Insekten verliessen das Nest, unser Fahrer musste anhalten und ich das Nest draussen entsorgen.

Der Gepard hat eine schöne Beute gemacht und wird jetzt bei seinem Fressen gestört.

6 Afrika 69 Tansania Serengeti, Gepard beim Fressen 3918 Afrika 69 Tansania Serengeti Nat.Park Savanne mit Tieren

Diese Zebraherde lässt erahnen, was es heisst, wenn die jährlich stattfindenden riesigen Wanderungen der Tierherden von Norden nach Süden und von Süden nach Westen und wieder nach Norden stattfinden.

Nahezu 2 Millionen Gnus, etwa 300’000 Zebras und weitere Gazellen, Antilopen sowie Raubtiere sind jeweils auf der Migration, das heisst, sie folgen dem Regen und wandern im Serengeti-Ökosystems der Nahrung nach. Diese Wanderungen sind so alt wie die Geschichte der Menschheit.

Im Spätherbst wandern sie nach Süden in die weite Ebene des Ngorongoro Parks, wo das Gras üppig wächst. Dort verbringen sie von Dezember bis Juni die Regenzeit und bringen auch ihre Kälber zur Welt.

Ende Juni geht der Monsun zu Ende und die Weiden trocknen aus. Die riesiegen Tierherden wandern weiter nach Westen zum Victoriasee, wo sie wieder Regen und grüne Weideflächen vorfinden. Später folgen sie den Niederschlägen wieder nach Norden. Diese Migration bedeutet für die Tiere eine Wanderung von ca. 1’000 km.

Es ist es immer wieder erstaunlich, wenn plötzlich wieder grössere Wasserstellen wie diese hier in der Serengeti auftreten.

21 Afrika 69 Tansania, Wasserstelle in der Serengeti58

Die Löwin ist an diesem Morgen auf dem Pirsch im Buschland.

12 Afrika 69 Tansania Serengeti-Nat.Park Löwin unterwegs

Termiten

Drei Meter hoher Termitenhügel bei Lokichoggio, Kenia

Datei:Termitenhuegel-kenia.jpg

Foto Wikimedia Commons, eig. Werk, Urh. Kreuzschnabel

Es gibt etwa 2’800 Termitenarten auf der Welt. Termiten sind staatenbildende Fluginsekten, die in wärmeren Regionen der Welt vorkommen. Sie sind aber mit Hautflüglern wie Ameisen, Bienen oder Wespen nicht verwandt. Ein Staat kann mehrere Millionen Individuen umfassen. Die hier gezeigte Termitenburg  ist allerdings klein.

10 Afrika 69 Tansania Serengeti Nat.Park, Schirmakazien, Termitenhügel

Auch die oben gezeigten Akazienbäume sind neben dem Grasland und den Termitenhügeln typische Landschafts-Elemente der Serengeti.

17 Afrika 69 Tansania Serengetinat.Park Gepard beim Fressen19 Afrika 69 Tansania Serengeti Nat.Park , Wasserlauf

Wir konnten uns an den grandiosen Naturlandschaften während diesen beiden Tagen in der Serengeti kaum satt sehen. Es war ja keine Safari mit allem Komfort, wie sie heute wohl angebotenwerdenund üblich sind. Diese Reise war für uns ein grosses und tiefschürfendes Erlebnis.

22 Afrika 69 Tansania, Serengeti, Affen unterwegs59 z 14 Afrika 69 Tansania Serengeti-Nat.Park 2 Löwinnen und der König

Am späteren Nachmittag traten wir tief beeindruckt den Heimweg nach unserer Lodge in Arusha an.

© Fotos 1969 und Text 9/12 E.B.

Der Spruch zum Tage

Die Bäume, die Sträucher
die Pflanzen sind der Schmuck
und das Gewand der Erde.

Jean-Jacques Rousseau, Schriftsteller, Philosoph und Pädagoge.

Im nächsten Tagebuch berichte ich Euch über unsere Reise zum Ngorongoro-Krater.

Unter der Kategorie Afrika Tagebuch findet ihr die bisherigen Berichte vom 26.8.12 und vom 25.9.12. Ich wünsche euch allen eine gute Woche.  Ernst

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29 Antworten zu Mittwoch, 17. Oktober 2012

  1. Mathilda schreibt:

    Über vierzig Jahre sind vergangen und ich wüßte nur zu gerne, wie es dort jetzt aussieht.
    Die Termitenhügel sind schon ein kleines Kunstwerk, der schöne Vogel und die Nester, die wie Blüten wirken.
    Danke für diesen tollen Beitrag.

    LG Mathilda 🙂

  2. Quer schreibt:

    Wunderbar, diese Natur- und Tierbetrachtungen – und sie bleiben frisch wie am ersten Tag!
    Liebe Grüsse ins Heute,
    Brigitte

  3. Monika schreibt:

    Guten Morgen,

    danke für diesen tollen Artikel. Da hast Du Dir sehr viel Arbeit gemacht. Die Bilder sind sehr gut geworden und der Text sehr informativ. Das Ökosystem Mathilda ändert sich jederzeit. Daher hast Du recht, dass es anders aussehen muss. Wir können nur nicht dauernd dort hin fahren. Dafür können wir hier die Veränderungen der Natur wahrnehmen, wenn wir genau hinsehen.

    Viele Grüße

    Monika

  4. ute42 schreibt:

    Ein sehr schöner informativer Beitrag. Diese Safari war sicher ein großes Erlebnis.

  5. Ernst Blumenstein schreibt:

    Ein grosses Erlebnis, das weit zurück liegt. Liebe Grüsse. Ernst

  6. Brigitte schreibt:

    Sehr schön wie du deine Erinnerungen und Fotos mit uns teilst!
    Seit ich hier auf dem Bauernhof lebe, wirkt die Trockenheit auf mich jedoch eher etwas bedrückend….. aber schôn sind die Bilder! Das letzte Bild von den läuenden Löwen ist einfach fantastisch!! Herzliche Herbstgrüsse aus dem wildwinigen Westen!
    bbbbbBrigitte

    • Ernst Blumenstein schreibt:

      Danke Dir, Brigitte, für deine Zeilen. Ich hoffe doch, dass ihr jetzt genügend Nässe bekommen habt, dass eure Futterquellen sich nochmals etwas erholt haben, bevor der Winter einzieht. Dass die lange Trockenheit euch beiden und dem Hof nicht gut getan hat, kann ich mir aber schon vorstellen. Sobald eine starke Ostbise einsetzt, werde ich Dir ♥-liche Grüsse in den wilden Westen mitschicken. bbbb Ernst

  7. Beate Neufeld schreibt:

    Das sind ganz hervorragende Fotos, ich staune über die Qualität die Du rausgeholt hast nach all der Zeit!
    Der Bericht ist wieder hochinteressant, wie immer. Ich freue mich bereits auf den nächsten!
    Herzliche Grüße von:
    Beate

  8. Vallartina schreibt:

    Freunde von mir verbrachten vergangenes Jahr eine Woche im Park. Waren jedoch enttäuscht: sie fanden alles zu verkommerzialisiert, die Lodge zu „westlich“, das Personal zu aufdringlich, die Ausflüge minutengenau organisiert, es blieb keine Zeit, in Ruhe zu betrachten.

    • Ernst Blumenstein schreibt:

      Das war zu meiner Zeit zum Glück anders.
      Aber ich würde nie mehr meine Reise wiederholen wollen, ich wäre zutiefst enttäuscht.

      • Silberdistel schreibt:

        Das ging uns auch einmal so, dass wir zutiefst enttäuscht waren, als wir eine Reise nach vielen Jahren wiederholt haben. Ich glaube, manche Dinge sollte man ganz einfach nur in Erinnerung behalten. Ich kann das gut verstehen.
        Dein Beitrag ist wieder sher interessant, auch wenn oder vielleicht auch, gerade weil Deine Reise schon vor so langer Zeit stattfand. Ihr habt damals sicher alles noch viel ursprünglicher kennengelernt und erlebt.
        Liebe Grüße zu Dir

      • Ernst Blumenstein schreibt:

        Antwort an die liebe Silberdistel,
        Ich habe bei Dir keine Antworttafel gefunden. Das System spinnt!
        Drum danke ich Dir hier für deine Zeilen.
        Ich wünsche Dir einen sonnigen Sonntag. Mach’s guet.
        Ernst

      • Ernst Blumenstein schreibt:

        Ja, vielleicht spinnt’s mir? 8-o 🙄

  9. minibares schreibt:

    Was für Abenteuer das damals waren. Gegen heute vermutlich kein Vergleich. Ihr habt noch ursprünglich mit den Massai zusammen gelebt.
    Erinnerungen für immer!
    Termiten sind wahrlich beeindruckende Arbeiter. Dieser Turm ist klein, ja mey, wie hoch sind die denn normal?
    Danke für den schönen Bericht, ich habe ihn mit Interesse gelesen, lieber Ernst.

    • Ernst Blumenstein schreibt:

      Mit den Massai zusammen gelebt haben wir schon nicht, liebe Bärbel. Aber zu unserer Zeit war noch kein Rummel in der Serengeti wie das heute ist, habe ich mir sagen lassen. Termiten sind wirklich gute Architekten und auch Maurer, die es verstehen, Türme zu bauen.
      Danke für deine Zeilen und liebe Grüsse Ernst.

  10. Anna-Lena schreibt:

    Das war immer ein Traum von mir: eine Safari im wilden Afrika. Nun wird es wohl ein Traum bleiben. Dein schöner Bericht, lieber Ernst, hat mir sehr gefallen.

    LG Anna-Lena

  11. Träumerle Kerstin schreibt:

    Ich sitze wieder mal ganz fasziniert da und starre auf die Fotos. Boah Ernst, ihr habt wirklich einen Traum gelebt.
    So so, ein Nest wolltest Du mitnehmen. Nun, das ging wohl daneben 🙂 Da denk ich an den Spruch, den meine Mam immer sagt: „Die kleinen Sünden bestraft der liebe Gott immer gleich“ 🙂
    Liebe Grüße von Kerstin.

  12. Träumerle Kerstin schreibt:

    Ach so, fast vergessen: ein Wahnsinns-Foto als Header!

    • Ernst Blumenstein schreibt:

      Wir hatten etwa 6 Tage starken Föhn, der macht sowas möglich. Du gehst auf einen der vielen Hügel um uns auf ca. 600-700 Meter und dann siehst Du die Alpenketten. Dieses sind die Ostalpen gegen Oesterreich.

  13. Waldameise schreibt:

    Lieber Ernst, gern bin ich noch einmal mit dir durch die Serengeti gezogen, hab bei deinen Erzählungen quasi „an deinen Lippen gehangen“ und deine fantastischen Fotos bewundert. Was für ein Erlebnis. Davon kann man ein Leben lang zehren, wie du es offenbar gemacht hast.

    Danke, dass du deine Erinnerungen mit uns geteilt hast.

    Liebe Grüße,
    Andrea

  14. buchstabenwiese schreibt:

    Ein weitere schöner Bericht aus Afrika, lieber Ernst.
    Auch die „alten“ Fotos sind toll geworden.
    Danke fürs Zeigen.

    Ach ja, und dein Header ist klasse.

    Liebe Grüße,
    Martina

    • Ernst Blumenstein schreibt:

      Ich danke Dir für deine Zeilen, Martina. In meinem Header hat der Föhn seine Hände im Spiel gehabt, der produziert solche Bilder.
      Ich wünsche Dir eine gute Zeit. Mach’s guet. Ich sende Dir liebe Grüsse. Ernst

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