Samstag, 27. Oktober 2012


Spotherbscht

Viele Leute entfliehen dem Hochnebel, indem sie Ausflüge in die Berge machen, um für die kommende, lichtärmere Winterzeit über dem Nebelmeer nochmals Sonne zu tanken.

Aufgrund der Höhe der Hochnebeldecke, die in den Meteosendungen immer präzise durchgegeben wird, suchen sich die Leute einen Ausflugsort, der den Blick hinunter auf eine Nebeldecke freigibt.

Oben blau. Spätherbst im Haslital im Berner Oberland mit Blick aufs Nebelmeer. Herbststimmung auf dem Jura, im Gebiet des Belchens, Aelchenfluh-Berg.   KONICA MINOLTA DIGITAL CAMERA

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Beide Fotos von J. Mathis, Rottenschwil.

Oben blau, heisst aber meistens auch unten grau. Grau ist in dieser Jahreszeit ein ungebetener, aber häufiger Gast, der leider auch Spuren auf unserem Gemüt hinterlässt. Grosse Flüsse wie die Reuss ziehen den Nebel im Tal magisch an. Zum Glück können wir eine der zwei Anhöhen um unser Dorf herum besuchen.
Unten grau. Das Gegenteil von  blau.

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Foto J. Mathis, Rottenschwil.

Ein wunderbarer Altweiber-Sommer versüsste unsere Tage. Bedingt durch den Föhneinfluss war die Sicht auf den Alpenkranz, hier auf die Ostalpen, phantastisch. Unser Spaziergang führte uns am Nachmittag auf dem Heitersberg!

4 Heitersberg Tina 051Heitersberg Tina 0222 Heitersberg Tina 0201 Heitersberg Tina 0371 page2 pageHeitersberg  Tina 20.10.12Heitersberg Tina 045

Alle Fotos Tina

Diese Esel habe ich dann beim Spaziergang auf dem Heitersberg gesehen.

Kamera Heitersberg 1  18.10.12 005Kamera Heitersberg 1  18.10.12 007

Fotos E.B.

Im Garten habe ich dann auch noch ein paar Spätherbst-Farbtupfer entdeckt.

Asternparade H 12 page
Herbst Fetthennen im Garten Blog 27.10. pageHerbstzauber 2  12 page

Alle Fotos E.B.

Gedanken über den Spätherbst versuchte ich im folgenden Gedicht auszudrücken.

Spotherbscht

D’Tautropfe verzaubered
d’Spinnhumpelenetz em Buchs
zu glitzerige Kunschtwärch
d’Trübel a de Huswand send rief
d’Blätter werded gäl ond brun.

D’Bure ärnted uf de Fälder
Rüebe, Obscht und Mais.
Lüt rumed i de Gärte uf
älteri stäched scho ume.

S’Obscht g’heit rief ab de Bäum
Wäschpi laufed ruhig über d’Früecht
chalte Nächt händ ene zue g’setzt
sie send churz vor em Stärbe.

De Hochnäbel esch öfter’s z’Gascht
wänn’s am Nomittag uef tuet
strahled en stahlblaue Himmel.

Chinde holed bem Bur Räbe
höled’s us, schnitzed Figure
i di wissvioletti Rinde.

Bem idunkle zündet’s s’Liechtli ah
stelled d’Räbe use vor’s Hus
die funkelnde Stärne erfreued alli
wo dusse noh underwägs send.

bald esch Allerheilige.

1992

Kürbis für Spotherbst  Tina  025
Kürbis Tina für Spotherbst  03420121022_192431

Fotos Tina.

Herzlichen Dank für die Einladung zum Geburtstag von unserem Denis, dem jungen Hobby-Ornithologen.  Die  Kürbis-Suppe und die heissen Wienerli haben uns wunderbar geschmeckt.

© Gedicht und Text  E. B.  9/10/ 2012.

Der Spruch zum Tage

Partir, c’est (toujours) mourir un peu
mais mourir, c’est partir beaucoup.

Abschied ist (immer) ein bisschen wie Sterben
aber Sterben ist viel mehr als Abschied.

Alphonse Allais, französischer Schriftsteller und Humorist.

Ich wünsche allen ein erholsames Wochenende.  Ernst

.

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18 Antworten zu Samstag, 27. Oktober 2012

  1. Anna-Lena schreibt:

    Ich mag Nebel. Er hat etwas Verwunschenes und Geheimnisvolles an sich.
    Ja, Allerheiligen, und dann ist auch bald Weihnachten und Neujahr und…und…
    Ob ich einfach in den Winterschlaf gehe?🙄

    Abendgrüße von
    Anna-Lena

  2. Mathilda schreibt:

    Ganz fantastisch bebildert und erzählt, der Spruch so wahr und mir noch gar nicht bewußt, dass ja bald Allerheiligen ist und Helloween ebenfalls, was aber bei uns nicht gefeiert wird.
    Danke lieber Ernst und dir ein schönes Wochenende wünscht Mathilda🙂

    • Ernst Blumenstein schreibt:

      Danke, Mathilda für deine Bemerkungen. Helloween feiern bei uns nur die, die immer etwas feiern müssen. Bei uns feiern die kleineren Kinder mit ihren ausgehölten Räbenlichtern nach Allerheiligen ihre Umzüge durch’s Dorf. Dir einen schönen Sonntag. Ernst🙂

  3. Quer schreibt:

    Danke für diese schönen, poetischen Herbstimpressionen, Ernst!

    Liebe Grüsse aus dem morgendlichen Nassgrau,
    Brigitte

  4. Smilla schreibt:

    War traumhaft ein bisschen im Schweizerherbst herumzutummeln!!
    Bis isch anrauschen werde, ist der Zauber vermutlich eher ausgezaubert!
    Sind das überfressene Papageienpflanzensamenstände die du da auf dem untersten Blumenbild zeigst?
    Wûnsche dir ein gemütliches „verlängertes“ Wochenende
    ♥-lich und bbbbBrigitte

  5. Ernst Blumenstein schreibt:

    Der Traum vom traumhaften Schweizerherbst war leider schon ausgeträumt, bevor mich deine bezaubernden Worte heute erreichten, Madame. Botanikerin bist Du auch noch!! Es sind natürlich Papageien-pflanzen-Samenstände. Schön, gäll ech ha si gern.
    Au Dir ♥-lichi Grüess.
    D’Verlängerig hebt sech in Gränze, zwoimol schnarchle und si esch verbi.
    Ernst

  6. Silberdistel schreibt:

    Wunderhübsche Bilder, die Du hier mit uns teilst, lieber Ernst. Da schaue ich nun wieder ein wenig neidisch auf DEIN Blau. So ist das mit der Natur, sie hat überall auf der Welt ihren Zauber. Man muss ihn nur sehen. Das war ein Spaziergang, der mir viel Spaß gemacht hat, und Dein Herbstgedicht beschreibt sehr schön den Herbst mit allem, was dazu gehört.
    Liebe Grüße hinunter in den Süden schickt Dir die Silberdistel

    • Ernst Blumenstein schreibt:

      Ich freue mich über deine Zeilen, liebe Silberdistel, hab Dank dafür. Tja, und heute zeigt die Natur schon wieder ein ganz anderes Gesicht. Sie hat einen weissen Mantel und eine warme Kappe angezogen. 🙄
      ♥-liche Grüsse in den Norden schickt Dir Ernst.

  7. syntaxia schreibt:

    Was für Aussichten, das ist sehr berührend Ernst!!
    Das Mundartliche lässt mich immer schmunzeln – soo schön!!. Ich würde gesprochen kein Wort verstehen. Wenn ich es lese zumindest das Meiste!
    Irgendwann wirst du es dann mal vertonen und einstellen, dann kann ich es auch hören..🙂
    Hab einen ganz schönen Sonntag!
    ..grüßt dich Monika

    • Ernst Blumenstein schreibt:

      Ja, der Föhn macht manchmal solche Panoramas möglich, liebe Monika. Von Höchenschwand aus (Schwarzwald, oder auch etwas tiefer gelegen) kannst Du bei solchen Wetterlagen das gesamte Alpenpanorama von den Ostalpen bis hin ins Monte Rosa Massiv im Westen sehen!!
      Ob mein Gedicht so gut wäre, es zu vertonen, bezweifle ich.
      Aber ich schreibe Gedichte gerne, obwohl ich viel Geduld brauche, bis
      mir dann eines gelingt.🙂 🙂
      Bei uns hat ein kalter Maler-Geselle das Zepter übernommen. Er hat nur eine Farbe dabei : Weiss.
      Liebe Grüsse in den Sonntag. Ernst

  8. minibares schreibt:

    Lieber Ernst, das sind so wundervolle Ansichten, ich bin begeistert!
    Unten Nebel, oben blauer Himmel.
    Wie im richtigen Leben, mal ist alles Gut, mal geht was daneben.
    Die herrlichen Herbsfarben sind in diesem Oktober grandios!
    Nun kommt Allerheiligen, dann geht der November los, der Monat mit dem miesen Image. Obwohl mit Nebel, Regen, dunkle Jahreszeit nicht in dem Sinn trifft.
    Liebe Grüße an dich ♥
    Bärbel

    • Ernst schreibt:

      Ja, Allerheiligen naht, ich habe bereits einen kleinen Beitrag für diesen Tag. Stimmt, der November hinterlässt auch bei uns einen, zu Recht wie ich meine, schlechten Ruf wegen dem Nebel. Danke für deinen guten Vergleich „oben,unten – zu richtigen Leben“. Stimmt genau. Dir einen guten Start in die neue Woche. Liebe Grüsse Ernst

  9. buchstabenwiese schreibt:

    Wunderschön, lieber Ernst.
    Hochnebel habe ich auch schon mal in den Bergen erlebt. Damals sind wir auf Geheiß der Pensionswirtin in die Höhe gewandert und haben den Nebel unter uns gelassen. Hach, das war herrlich. So schön.🙂
    Hier haben wir sicher auch ab und an Hochnebel… aber… keine Berge um so weit nach oben zu klettern…😉

    Liebe Grüße,
    Martina

    • Ernst schreibt:

      Danke Dir, Martina für deine Zeilen. Jetzt Ende Oktober und im November entstehen solche Hochnebellagen, die lange dauern können. Kommt starker Föhn dazu, gibt’s oben schöne Sicht und unten grau in grau. Liebe Grüsse zu Dir. Ernst

  10. Waldameise schreibt:

    Fantastische Aufnahmen aus den Bergen, lieber Ernst. Oh, ich wär so gerne öfter dort an diesen schönen Herbsttagen, die für so manche Überraschung sorgen und uns die Bergwelt in immer neuem Licht oder Schatten erscheinen lassen. Danke für diesen schönen, vielseitigen Eintrag.

    Ein lieber Gruß
    von der Waldameise

    • Ernst schreibt:

      Hallo Andrea,
      Danke für deine Bemerkungen. Ja, die Bergwelt hat ihren ganz speziellen Charme im Herbst. Ich wünsche Dir eine gute Zeit und sende Dir liebe Grüsse. Ernst

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