Sonntag, 17. März 2013


Commandante

Bombeiros Suiço

Nun, die Geschichte ist wahr und die Hauptrolle spielte dabei kein geringerer als der  damaliger Tägliger Feuerwehr-Kommandant Wendelin Blattmer persönlich. Der Ort der Handlung war der Ferienort Praia da Rocha in Portugal.

Nach einem gediegenen Nachtessen mit Freunden im Restaurant Ursos am weissen Algarvestrand kehrte die Feriengesellschaft in lockerer Stimmung zum Hotel zurück, als Wendelin plötzlich Rauch wahrnahm.

Rauch ist nicht gleich Rauch !

Nicht normalen Rauch, versteht sich, sondern Brandgeruch, Brandrauch! Feuerwehrleute können nämlich Rauch von „Rauch“ unterscheiden. Der Tägliger besprach sich kurz mit seiner Gattin und eilte dann so schnell wie möglich die restlichen Stufen zur Küstenstrasse hinauf.

Oben angekommen, bewahrheitete sich seine Vermutung. Unter einem im Rohbau befindlichen Hochhaus brannte eine Holzbaracke lichterloh und das Feuer frass sich bereits an den Verschalungen des Hochhauses empor.

Auf dem Wege zum Brandort stellte sich unserem wackeren Helfer ein Polizist in den Weg und wollte ihn energisch wegweisen. Unser Kommandant dachte : Das gibt’s doch nicht und  schaltete blitzschnell.

Er entgegnete dem Polizisten mit einem portugiesisch/französischen Gemisch: “Moi Comandante Bombeiros suiço”. Das half! Sofort liess ihn der Polizist durch und meldete einem Kollegen über Funk, dass ein “Comandante Bombeiros Suiço” am Brandherd sei.

Nachdem die Funken immer höher in den Nachthimmel stiegen und die Bewohner des  benachbarten Hauses keine Anstalten machten, ihre offenen Fenster zu schliessen, befahl der Suiço dem Polizisten, er solle mit dem Megaphon die Leute anweisen, Fenster und Balkontüren zu schliessen. Die Bewohner kamen dieser Aufforderung nach. Jetzt traf auch ein Tanklöschfahrzeug mit ersten Feuerwehrmännern ein.

Der Suiço übernahm das Kommando über die Brandbekämpfung, bis wenig später ein erster Offizier in Begleitung eines weiteren Polizisten am Brandort eintraf.

Eu nao profissional

Kurze Zeit später traf auch der Kommandant der örtlichen Feuerwehr ein. Er dankte dem “Suiço” für seinen spontanen Einsatz und entschuldigte sich mit den Worten: “Eu nao profissional”. Er glaubte, dass Wendelin Blattmer in der Schweiz ein „Berufsfeuerwehr-Kdt.“ sei.

Mittlerweile war der Brand unter Kontrolle. Der “Tägliger” verabschiedete sich vom Brandherd. Sein Urlaubstenue hatte arg gelitten und er entledigte sich seiner unbrauchbar gewordenen Turnschuhe beim nächsten Abfallkübel.

Merke : Die Katze lässt das Mausen nicht – ein Feuerwehrkommandant stellt seinen „Mann“ auch während seinen Ferien.

© Text E.B. 1992

Für Interessierte : Ich habe im Ueber mich meine “100 Dinge” auf “50 Dinge” geändert. Ich hoffe, dass ich einige “Luftblasen, Lückenfüller und Belanglosigkeiten” so eliminieren konnte.   

Der Spruch zum Tage

Der eine wartet,
dass die Zeit sich wandelt,
der andere packt sie kräftig an –
und handelt.

Dante Alighieri, italienischer Dichter und Philosoph.

Ernst

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6 Antworten zu Sonntag, 17. März 2013

  1. Simona schreibt:

    :)) \̅_̅/̷̚ʾ𝓖𝓸𝓸𝓭 𝓜𝓸𝓻𝓷𝓲𝓷𝓰 !
    Have a nice day !

  2. ernstblumenstein schreibt:

    Thank you, Simona, for the cap of coffee !!! I wish you a very nice week. I am happy to read you again…
    See you. Ernst

  3. Elsa Rieger schreibt:

    Zum Anpacken gehört Mut! Den hat er bewiesen! Liebe Grüße, Elsa

  4. Silberdistel schreibt:

    Manche können halt nie Urlaub machen – immer im Dienst😀 Nette Geschichte🙂
    Liebe Grüße aus dem Schneegestöber

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