Samstag, 10. August 2013


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Benito Steiner

Benito Steiner wurde 1936 in der ungarischen Stadt Sopron (Ödenburg) geboren. Kaum schrieb er sich 1956 in der Kunstakademie Budapest als Student ein, brach der Aufstand (Revolution) aus. 

Er flüchtete in die Schweiz, wo er sich mit einem Stipendium an der Kunstgewerbeschule Zürich weiter bildete. Ab 1959 übernahm er dann Stellvertretungen für Zeichenlehrer. Später arbeitete er als Restaurator von mittelalterlichen Fresken.

Collage, Ausschnitt, 1965

Benito Steiner Collage, Ausschnitt 1965

Ab 1965 entwickelte Benito Steiner eine bis anhin unbekannte Technik, die man Papierrelief nannte. Er begann mit Papierabfällen zu experimentieren.

Verhüllung, Papierrelief. 1965

Benito Steiner Verhüllung, Papierrelief, 1965

Seine Papier-und Pappreliefs und seine Collagen gefallen mir sehr. Dies ist der Grund, dass ich diesen Beitrag schreibe und seine Objekte und Arbeiten zeige.

Wurzeln, Papprelief. 1965

Benito Steiner Wurzeln, Papprelief, 1965

Er fertigte Collagen aus Fetzen, Streifen, Schnitzel, Abfall-und Neupapieren und fügte sie zu plastischen Gebilden zusammen.

Schindeln, Papprelief. 1966

Benito Steiner 1 Schindeln, Papierrelief, 1966

Robustere Werkstoffe folgten. Es entstanden Papier- und Pappreliefs aus einer bisher unbekannten Technik. Sie bereicherten die Kunst als Ausdrucksmittel.

Verschleierung, Japan- und andere Papiere. 1966

Verschleierung, Japan-und andere Papiere, 1966

Es scheint, dass er sich bei seinen Arbeiten nicht festlegen wollte. Die Titel seiner Reliefbilder sind schwer verständlich und verschleiern Aussagen über den Sinn.

Strahlen, Papier und Pappe. 1967 

Benito Steiner Strahlen, Papierrelief,1967 Fuge in Braun

Er verwendete nicht mehr nur im Handel angebotene Papiere, sondern begann, teigige Massen für sich selber herzustellen. Er verwendete auch zunehmend vorfabrizierte Elemente.

Fuge in Braun, Holzmasse auf Papier. 1967

Fuge in Braun, Holzmasse auf Papier, 1967 DU

Durch robuste Rohstoffe und durch die Strukturen der verwendeten Materialien wurde der malerische Aspekt der Reliefs der Plastik angenähert.

Die Farben und Formen sind beeindruckend. Da gibt es Grau, Bleichbraun, Ocker und leicht grünliche Töne aus dem Bereich der Flechten und Pilze.

Struktur, Relief auf Kunststoffbasis. 1967

Struktur, Relief auf Kunststoffbasis. 1967

Alle Fotos sind von Franco Cianetti. (eingescannt durch E.B.)

Dieser Bericht über Benito Steiner in der Zeitschrift DU vom Juni 1967 faszinierte mich so sehr, dass ich diesen Beitrag spontan gemacht habe.

Der Fotograf Franco Cianetti zeichnete für die Aufnahmen verantwortlich. Manuel Gasser (M.G.) zeichnete damals für einen ausführlichen Text, von dem ich meinen Bericht ableiten konnte.

Ernst 

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19 Antworten zu Samstag, 10. August 2013

  1. luiselotte schreibt:

    Faszinierend….ich lerne gerne, und Kunst mag ich auch….und cih danke dir für all die Informationen! Herzliche Grüße, Luise-Lotte ♥

  2. syntaxia schreibt:

    Sehr schön, Ernst!
    Sicher bedarf es einer großen Portion Geduld. Die habe ich leider nicht, bei mir muss ein Werk möglichst schnell fertig und zu fummelig sollte es auch nicht sein.😉
    Dann gefällt dir vielleicht auch dies: http://www.sublackwell.co.uk./portfolio-book-cut-sculpture/
    Es gibt noch jemanden, der aus Papier ganz tolle Sachen macht, da hatte ich jetzt den Link nicht parat. Wenn ich ihn finde, lasse ich ihn dir zukommen.
    Die Künstler haben meinen großen Respekt!

    Danke für diesen feinen Eintrag!

    ..grüßt dich Monika

    • ernstblumenstein schreibt:

      Hoi Monika, vielen Dank für deine Zeilen. Geduld nein – Ungeduld ja, hab ich leider auch. Vielen Dank auf für deinen Link, oh, ich mag Skulpturen, ich kann mich an ihnen nie sattsehen. Danke Monika – Du kriegst von mir noch viele Buchstaben. Herzlich. Ernst

  3. Amorak schreibt:

    was du nicht alles weist ernst … unglaublig :O)

    sehr schöne bilder .. intressante bricht

  4. ladyfromhamburg schreibt:

    Das sind wirklich interessante und auch extrem unterschiedliche Objekte, die so entstanden sind. Mir gefallen die schlichten, natürlichen Farbtöne dabei sehr gut. Sie unterstreichen die Arbeit, statt von ihr abzulenken.
    Ich hatte bisher noch nie von ihm gehört und freue mich, jetzt durch dich mit einigen seiner Werke Bekanntschaft zu machen, Ernst. Gefällt mir sehr!

    Liebe Grüße,
    Michèle

  5. minibares schreibt:

    Lieber Ernst,
    was für eine liebevolle Hommage an diesen besonderen Künstler Benito Steiner.
    Was für ein Erfindungsreichtum ihm gegeben war.
    Wundervolle, erstaunliche Werke sind entstanden. Die „Schindeln“ z.B. sind so gut zu erkennen…
    Danke dafür ♥
    Liebe Grüße Bärbel

  6. Träumerle Kerstin schreibt:

    Das ist mal Kunst einer ganz anderen Art. Fast möchte ich sagen: was man nicht alles noch aus Müll oder Abfall gestalten kann! Die Werke animieren zum Rätseln, zum Überlegen, man befasst sich damit mehr wie mit einem „normalen“ Bild.
    Liebe Grüße von Kerstin.

  7. ernstblumenstein schreibt:

    ja, der Künstler macht extra keine näheren Angaben zu seinen Werken. Die Bilder regen uns an und wecken unsere Fantasie. Ich freue mich, dass es Dir gefällt.
    Liebe Grüsse. Ernst

  8. mmandarin schreibt:

    Lieber Ernst, bin restlos begeistert, die Werke sprechen etwas aus, etwas Tragisches, Tiefes , Verwundbares….würde gern mehr über diesen Künstler erfahren. Vielen Dank für die Anregung. Marie

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