Montag, 16. September 2013


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Einfaches Landleben

auf Insel (8)Lefkada, GR

Auf einer Inselrundfahrt 1977 konnte ich diesen griechischen Bauern fotografieren, der eine Ziege geschlachtet und an einer primitiven Holzkonstruktion hinter seinem Bauernhaus aufgehängt hatte.

Er war gerade dabei, dem Tier das Fell abzuziehen. Das Fleisch des Tieres diente dem Bauer zur Ernährung der Familie.

Die beiden grossen Propangasbehälter im Lieferwagen könnten ein Hinweis sein, dass das Haus zu jener Zeit wahrscheinlich noch nicht am Stromnetz angeschlossen war. 

neu Griechenland 1977 Lefkas Agios Nikitas Bauer schlachtet Ziege -94 (2)

Die private Schlachtung von Kaninchen und Geflügel war auch bei uns bis in die 80-iger Jahre noch weit verbreitet. Auch mein Vater schlachtete seine Kaninchen zuhause und der Braten war in unserer Familie Tradition.

Die Haltung und Nutzung der Tiere war für mich also selbstverständlich. Heutige Generationen können dieses Verständnis kaum mehr aufbringen. 

Die Frau des Bauern erledigt anfallende Arbeiten am und ums Haus. Auf einem kleinen Gestell kocht sie in einem Kessel auf kleinen Holzfeuer irgend etwas. Was, ist nicht ersichtlich.

neu Griechenland 1977 Lefkas Agios Nikitas Frau vom Bauer bei Hausarbeit -92 (2)
© Fotos und Text Ernst Blumenstein.

Ältere, verheiratete Frauen tragen in Griechenland auf dem Lande immer noch ein Kopftuch.

Die beiden Leute machten mir trotz der sichtbaren Armuteinen zufriedenen Eindruck. Sie führten ein ehrliches Leben im Einklang mit der Natur und dem kargen Boden.

Trotzdem, das Wort Idylle wäre hier fehl am Platze.

Wie zufrieden seid ihr eigentlich mit eurem heutigen Leben? Irritiert euch meine spontane Frage?

Ernst

Für Interessierte : Unsere Reiseroute 1977:

Wir fuhren mit dem Auto und der ganzen Zeltausrüstung nach Bari, der Hauptstadt der Region Apulien. Von Bari ging es mit der Fähre nach Igoumenitsa. Von dort fuhren wir nach Preveza, wo wir auf eine mit Ketten betriebenen Minifähre fuhren. Mit diesem altmodischen Vehikel gelangten wir innert ein paar Minuten auf die Insel Lefkas (Lefkada).

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28 Antworten zu Montag, 16. September 2013

  1. martaperegrina schreibt:

    Interesante relato de tu viaje.
    Dicen que toda época pasada es mejor, pero yo me siento muy cómoda con mi vida actual.
    Que disfrutes de una excelente semana.

  2. Gina Marie schreibt:

    This is an interesting portrait and commentary on a simpler way of life. As you said:
    „Sie führten ein ehrliches Leben im Einklang mit der Natur und dem kargen Boden.“

    Thank you for sharing! Chapeau.

  3. ute42 schreibt:

    Gute Momentaufnahmen. Mit meinem heutigen Leben bin ich sehr zufrieden. Ich war es aber auch mit meinem „Leben davor“. Wenn es gelingt, das Positive des Lebens zu sehen, dann ist man wohl immer auf der zufriedenen Seite.

  4. Amorak schreibt:

    wäää … das mag ich nicht !!!!!!

  5. Träumerle Kerstin schreibt:

    Das Schlachten gehört nun mal dazu, auch wenn es schaurig aussieht.
    Wir hatten früher auch Kaninchen und sie landeten in der Pfanne.
    Mit meinem Leben bin ich eigentlich zufrieden, aber Wünsche hat man immer. Manchmal wünschte ich mir auch mehr Einsamkeit, mehr Einfachheit. Doch der Arbeitsalltag beherrscht uns mit seiner Hektik, seinen Terminen, seinem Leistungsdruck. Deshalb ist es gut, dass wir heut geregelten Urlaub haben und uns Auszeiten nehmen können.
    Liebe Grüße von Kerstin, die sich freut, ein neues Foto von Dir zu sehen.

    • ernstblumenstein schreibt:

      Vielen Dank für deine Zeilen, Kerstin, du hast eine gesunde Einstellung zur Realität. Ich finde es gut, dass Du zufrieden bist. Wünsche gehören zum Leben dazu, Illusionen auch!

      Mark Twain Mark hat mal geschrieben : “ Trenne dich nicht von deinen Illusionen. Wenn sie verschwunden sind, wirst du weiter existieren, aber aufgehört haben zu leben. “
      In diesem Sinne wünsche ich dir eine angenehme Zeit. Ernst

  6. Silberdistel schreibt:

    Ich kenne aus meiner Kindheit auch noch ein Leben ohne fließendes Wasser im Haus. Bei meinen Großeltern auf dem Lande war noch lange Zeit die Pumpe auf dem Hof die einzige Wasserversorgung. Auch ein WC gab es dementsprechend natürlich nicht. Mich hat das alles als Kind nicht gestört. Heute möchte ich allerdings auf einen gewissen „Luxus“ nicht mehr verzichten. Das Hausschlachten ist hier auf dem Lande oft noch üblich. Kaninchen, Enten, Gänse, Hühner kann man immer noch direkt vom Bauern beziehen, wenn man das möchte. Aber insgesamt ist auch das Landleben bei uns heute doch mit einem gewissen Komfort verbunden. Ich denke, es ist auch ein Unterschied, ob ich bescheiden leben MUSS, oder ob ich das freiwillig, manchmal sicher aus reiner Abenteuerlust, möchte. Mit Sicherheit würden die Bauern auf Deinen Bildern einem Leben mit ein wenig Komfort den Vorzug geben. Trotzdem KANN man auch mit wenig ein zufriedenes Leben führen, denn Reichtum allein bringt keine Zufriedenheit. Dazu gehört schon noch ein wenig mehr – Vertrauen aufeinander, Liebe zueinander, Hilfsbereitschaft …

    Wie ich sehe, hast auch Du Dich weiterentwickelt und bist irgendwie in Deinem wahren Leben angekommen 😉 Schön, Dein neues Ich zu sehen. 🙂
    Liebe Grüße von der Silberdistel

    • ernstblumenstein schreibt:

      Hab Dank für deine ausführlichen Gedanken zu meinem Beitrag. Es hat mich gefreut, 😀 dass er bei dir eine Gedankenverbindung zu deiner Kindheit auslöste. Deshalb schätze ich auch den Gedankenaustausch mit dir sehr, weil er immer interessant und lehrreich ist.

      Ja, ich habe manchmal den Eindruck, dass unsere heutige Gesellschaft (vor allem in der Schweiz) sich gar nicht mehr so bewusst ist, dass ein einfaches, armes Leben vor nicht zu langer Zeit auch noch in Mitteleuropa und bei uns gang und gäbe war. 🙄
      Tja, ich muss gestehen, ich mag den Komfort auch sehr 😉
      Wie bin ich froh, dass Du mein neues ICH wahr genommen hast. Autogrammkarten mit meiner neuen Visage sind ab sofort bei mir erhältlich 😳
      Ich sende dir einen lieben Gruss. Ernst

      • Silberdistel schreibt:

        Oh ja, hier, ich melde mich natürlich gleich! Ich hätte gern eine Autogrammkarte! Hast Du viele Autogramme zu geben? Muss ich lange warten? 😉 😀
        Liebe Grüße aus dem gerade mal wieder sonnigen Norden schickt die Silberdistel

      • ernstblumenstein schreibt:

        🙄 leider bin ich doch nicht so begehrt, wie ich mir das gewünscht hätte. Darum mog und schätze ich glühende Verehrerinnen wie dich besonders 😉 . Du musst also gar nicht so lange warten – gut Ding will aber Weile haben! 😳

  7. Amorak schreibt:

    ich habe meine gründe ernst .. ich habe immer gründe wenn ich so gegen halte!

    ich hab in einem bauerndorf gelebt , in der nähe von der lenzerheide. Trotzdem voller touris -sommer wie winter. Ich wollte innerhalb des dorfes von A nach B. Da hat ein bauer , direkt am gehweg .. vor seinem stall kaninchen geschossen. Ich werde das nie vergessen , niemals. Der nahm eins nach dem anderen aus einer kiste , jagte ihnen eine ladung schrot in kopf und warf sie hinter sich. Die kaninchen drehten sich blutend und schreiend noch eine ganze weile um sich selber bis sie dann starben. Es war schrecklich und am schrecklichsten fand ich das die touris davor standen mit ihren kindern und das noch lustig fanden !!!

    nein .. es muss nicht immer so sein und interessant schon gar nicht!

    • ernstblumenstein schreibt:

      Liebe Juzicka,
      wenn ich deine Zeilen lese, verstehe ich doch, dass ein solch schlimmes Ereignis haften bleibt und ekelhafte Erinnerungen und Emotionen ans Schlachten hervorruft.

      Aber es gibt auch andere Erinnerungen, wie ich sie zum Beispiel in meiner Kindheit erlebte. Für mich ist das Metzgen eines Kaninchens, das ein gutes Leben bei einem Tierhalter hatte, viel besser als die heutige Massenhaltung von Tieren in ‚Fabriken‘ und Mastbetrieben. Von den Tiertransporten in Schlachthöfe ganz zu schweigen.

      Ich bin mit dir absolut konform, dein Erlebnis war eine Katastrophe.
      In diesem Sinn Salue, Ernst.

  8. buchstabenwiese schreibt:

    Ich könnte niemals ein Tier aufziehen, es streicheln und füttern und es dann schlachten und essen, lieber Ernst. Das käme mir wie Verrat vor.
    Ich mag mir so was auch nicht angucken.
    Vielleicht muss man dafür so aufgewachsen sein. Ich weiß es nicht.

    Liebe Grüße,
    Martina

    • ernstblumenstein schreibt:

      Liebe Martina,
      ich könnte das auch nicht und ich glaube, dass die meisten Menschen es auch nicht könnten. Diese Einstellung finde ich auch normal und richtig.

      Trotzdem, wer Fleisch konsumiert (ich gehöre auch dazu) muss sich heute bewusst sein, dass die Massenhaltung von Tieren, der Antibiotikaeinsatz zur Gesundhaltung und die Tiertransporte durch halb Europa viel schlimmere Ausmasse für die Tiere angenommen hat als die frühere Kleintierhaltung und Schlachtung durch private Halter. Tiere, die privat gehalten werden, haben es gut. Ich weiss, das ist bei dir „Wasser in den Rhein“ getragen.
      Ich sende dir einen lieben Gruss. Ernst.

  9. margrethe schreibt:

    Hallo Ernst, deine Aufnahmen passen zu der Zeit auf einer griechischen Insel auf dem Lande. Romantisch würde ich es auch nicht nennen, ich sehe das schwere tägliche Leben der beiden (auf den Fotos) dahinter. Als Stadtkind ist mir Tierhaltung und Schlachten nicht so präsent. Wenn ich heute im TV Beiträge über Tierhaltung, Tiertransporte, Fleichfabriken usw usw sehe, möchte ich sofort Vegetarier werden. Leider gelingt mir das aber auch nicht. Gerade komme ich vom Hofladen, wo ich sehen kann, wie die Rinder auf der Weide stehen. Es war ja schon immer so, daß die Menschheit sich überwiegend von Fleisch ernährt hat.
    Im übrigen möchte ich den heutigen Luxus nicht missen. Ich habe zu der Zeit, als mein Sohn in den Windeln lag, KEINE Waschmaschine gehabt! Klingt selbst für mich heute merkwürdig.
    Nach jedem Urlaub versuche ich, mir etwas Gelassenheit zu bewahren und mich nicht von den Einflüssen z.B. der Werbung jeder Art angesprochen zu fühlen. Leider gelingt mir das nicht bis zum nächsten Urlaub.
    Der Großteil in unserem Lande hat keinen Grund zur Klage. Es geht uns doch – soweit gesund – richtig gut.
    Viele Grüße von Margarethe

    • ernstblumenstein schreibt:

      Vielen Dank Margarethe für deine ausführlichen Zeilen. Ich bin mit deinen Ausführungen einverstanden, eigentlich gibt es nichts mehr dazu zu sagen. Ich glaube, uns älteren Leuten gelingt es eher, der Werbung aus Ueberzeugung zu widerstehen. Ich z.B. muss nicht widerstehen, weil meine Lebenseinstellung heute sehr alternativ ist. Meine Frage am Schluss war etwas provokativ, ich weiss. Aber warum mal nicht? Ja, klagen können wir nun wirklich nicht. In diesem Sinne wünsch ich dir eine gute Zeit. Liebe Grüsse. Ernst

  10. SerachShiro schreibt:

    Beautuful photos and I like your writing style ! My life is everyday different and we try to make it as lovely as we can, sometimes their are bad days and mostly there are some good days or exciting days, those are the ones that I prefer 🙂 !

    • ernstblumenstein schreibt:

      Thank you SerachShiro for your compliments. 😳 Panta rhei – Alles fliesst – unser Leben fliesst, verändert sich laufend. Wir versuchen, unseren Interessen die notwendige Zeit zu geben, um ein gutes, erbauendes, interessantes Leben zu führen und die richtige Balance zu finden. Ich bin mit dir einverstanden 🙂 Liebe Grüsse. Ernst

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