Sonntag, 22. September 2013


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Israel Tagebuch (3)

Die Reise nach Israel.

Vorwort : Die Reise liegt sehr lange zurück! Ich musste mich auf meine Erinnerungen verlassen, da ich praktisch keine Notizen besass. Umso schwieriger war es, über die Reise zu schreiben.

Deshalb danke ich Pit, meinem damaligen Reisekumpel und Jugendfreund, für seine Hilfe und Informationen. Vor allem bei der Zuordnung der vielen Fotos bezüglich Was, Wo und Weshalb war seine Anwesenheit bei mir sehr hilfreich. Er konnte mir auch von Anekdoten erzählen, die ich ganz einfach vergessen habe.    

In der damaligen Zeit war viel über den Pioniergeist, der im jungen Staat Israel herrschte, in Zeitungen zu lesen. Pit und mir imponierte die neue Lebensart in einem Kibbutz. Die wollten wir unbedingt kennen lernen und so reisten wir mit viel Idealismus nach Israel.

Petersdom, vom Dach der Engelsburg aus fotografiert.

800px-Petersdom_von_Engelsburg_gesehen
Foto Wikimedia Commons, Urh. Wolfgang Stuck (one work).

Was zuerst nur wie eine mehrwöchige Reise nach Israel aussah, entpuppte sich später als kleine Weltreise ohne ‘Flieger’ – aber mit genügend Zeit. Ich kehrte erst 15 Monate später wieder nach Hause zurück. Aber davon später!

Rom
Anstatt an die Landesausstellung 1964 in Lausanne reisten wir mit dem Zug nach Rom.

Pit kannte dort Giovanni Marzoli, der früher in der BBC Baden gearbeitet hatte und dann wieder nach Rom zurückkehrte, um den Militärdienst zu absolvieren. Er wurde im Militär als Fotograf  ausgebildet, fand danach in Rom sein Auskommen und blieb.

Giovanni vor dem NAJADEN-Brunnen auf dem Piazza della Repubblica.

Italien Rom unser Reiseführer in Rom IMG-0158

Giovanni zeigte uns als Einheimischer viele bekannte und unbekannte Plätze, Brunnen, Gebäude und erläuterte uns auch Details über die Geschichte von Rom.

Das Colosseum (Amphitheater) ist das grösste antike Bauwerk und zeugt von der Baukunst der alten Römer. Es ist neben dem Petersdom das Wahrzeichen der Stadt.

Italien Rom Colosseum IMG-0127
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Italien Rom 1964 Colosseum IMG-0107

Der Konstantin-Triumphbogen mit seinen 3 Toren ist 21 Meter hoch und wurde zu Ehren von Kaiser Konstantin erbaut.

Italienm Rom 64 Konstantinsbogen 3torig 21m hoch z.E. Kaiser Konstatin IMG-0119

Unten sehen wir den NAJADEN-Brunnen auf dem Piazza della Repubblica. Im Hintergrund ist das Caffè Picarozzi ersichtlich.

Italien Rom64 Monumento Vittorio Emanuele Denkmal IMG-0105

Ich freute mich auf die viertägige Schiffsreise durch das östliche Mittelmeer und konnte deshalb die  Einschiffung im Hafen von Fiumicino kaum erwarten.

Auf unserem Schiff fuhren vor allem ältere Reisende, die Zeit für diese Seereise hatten, mit. Die Fahrt war sehr angenehm, weil wenige  Passagiere an Bord waren und das Schiff relativ klein und übersichtlich war. 

Israel Ueberfahrt Rom nach Haifa IMG-0173

Ich genoss diese Tage auf dem weiten Wasser und fühlte mich erstmals draussen in der Welt angekommen.

Kartenbild

Karte erstellt durch Ernst Blumenstein.  

Abends luden uns ältere Engländer zu einem Wisky an der Bar ein. Wir unterhielten uns mit ihnen mehr schlecht als recht auf Englisch. Die Herren schätzten scheinbar diese Abwechslung und zahlten uns jeweils die Drinks.

In Limassol auf Zypern legte unser Schiff den einzigen Halt ein. 

WMC , Urh. dolanh, Rev. Mac9 800px-Cipro-limassol01
Wikimedia Commons, Urh. dolanh, Rev. Mac9.

Haifa

Aus der Ferne rückte am Horizont eine weisse Küste näher und dann lag Haifa, die Stadt am Karmelberg, plötzlich vor uns.

Haifa blieb in der Bibel unerwähnt. Erstmals wird die Stadt im 2. Jahrhundert n. Chr. in Talmud Schriften beschrieben. Die Römer nannten sie Efa.

File:Haifa BW 4.JPG
Foto Wikimedia Commons, eig.Werk, Urh. B. Werner.

In der geschützten Bucht entstand ein kleiner Hafen, der bis in die Zeit der christlichen Kreuzzüge existierte und mehrmals erobert wurde.

Mit Akkon fiel 1291 die letzte Kreuzfahrerfestung in Outremer. Am Hafen wurde das Fischerdorf Haifa el Atikah (Haifa antik) gegründet.

Haifa ist heute die 3. grösste Stadt Israels nach Jerusalem und Tel Aviv.

Pic_haifa
Foto Wikimedia Commons.org-file-Pic.haifa.

Spazierweg am w. Technion in Haifa. 

800px-Technion_sidewalk_by_David_Shankbone
Foto Wikimedia Commons, eig. Werk, Urh. David Shankbone.

Neben Juden, Christen, Drusen und Muslimen gab es in Haifa noch die  Glaubensgemeinschaft der Bahai.

Der Bahai-Glaube

Die Geschichte der Bahai-Gemeinde geht auf das Wirken von zwei Stiftergestalten zurück: Sayyid Ali Muhammad, genannt “der Bab” und Mirza Husayn Ali Nuri, genannt “Baha’ullah”. Der eigentliche Stifter des Glaubens ist “Baha’ullah”.

Der “Bab” wird von den Bahai als dessen Wegbereiter und zugleich als eigenständiger Religionsstifter des Babismus betrachtet.

Blick auf den Bab-Schrein und den Industriehafen von Haifa. 

File:Haifa Shrine and Port.jpg
Foto Wikimedia Commons, eig.Werk. M. P. Gollmer.de

Der Bab-Schrein 

Zu unserer Zeit war die Anlage rund um den “Bab”-Schrein noch recht klein und bescheiden.

Trotzdem will ich über die neue Anlage, die in 15 Jahren erstellt und 2001 für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde, berichten.

In diesen kunstvollen und terassenförmig angelegten Persischen Gärten hat der “Bab” (arabisch: das Tor) seine letzte Ruhestätte gefunden.

Die “Hängenden Gärten” (wie sie auch genannt werden) gelten als Friedenssymbol und Ort der Ruhe inmitten der Stadt.


Foto aus israel-guide.de. © fotolia.de. Urh. sharon hitman.

Die Gartenanlage , sharon hitman erstreckt sich über 19 Terrassen von der mittleren Stadt hinab bis in den unteren Stadtteil. Der Höhenunterschied beträgt 250 Meter, die Anlage ist einen Kilometer lang, etwa 400 Meter breit und gilt aus Wahrzeichen von Haifa.

Blick vom internationalen Archivgebäude auf den Bab-Schrein und den Hafen.

Foto Wikimedia Commons. Gemeinfrei. Eig. Werk. Urh. Jalal Volker.

Hier ist das geistige Weltzentrum der Bahai. Auf dem Gelände sind u.a. verschiedene Bauten wie das Internationale Lehrzentrum, das Internationale Archiv sowie das Zentrum für das Studium der Heiligen Texte angesiedelt.

page Israel 1 2

Foto oben links: Int. Archiv. Wikipedia. NicholasJB.
Foto oben rechts: Int. Lehrzentrum. WMC. eig.Werk. Urh. Dan Jones.
Fotot unten links: Int. Haus Abud. WMC. Arash Hashemi.
Foto unten rechts: Schrein Baha’ullah. WMC. eig.Werk. Urh. Marco Abrar.

Die “Hängenden Gärten” gehören zu den am meistbesuchten Orten in Israel und stehen Pilgern und Besuchern aus aller Welt offen. Die Anlage ist Teil des Unesco Weltkulturerbes.

Allerdings sind viele Bereiche der Anlage für die Besucher nicht zugänglich!!!

File:Israel - Haifa - Bahai Gardens 002.jpg
Wikimedia Commons, Gemeinfrei. Urh. EdoM.

Die weltweit verbreitete Religion der Bahai beruft sich auf Schriften des  Religionsstifters “Baha’ullah” (Arabisch: “Herrlichkeit Gottes.” Die Mehrheit der etwa acht Millionen Anhänger lebt heute in Indien, Afrika, Süd- und Nordamerika.

Die Karte zeigt “Baha’ullahs” Verbannungsweg aus Persien. (Herrschaftsgebiete von 1868 !)

Baha'u'Ilahs Verbannungsweg Bahaullah_Verbannungsweg
Wikimedia Commons, eig. Werk, Bahai.org. Urh. Nordnordwest.

Der Religionsstifter starb in Akkon, das heutige Akko, das nördlich von Haifa liegt und zu einer wichtigen Pilgerstatt wurde.

© Fotos, wo nichts anderes erwähnt und Text von E.B.

Die Pointe zum Tage

Hebräisch lässt sich verhältnismäßig leicht erlernen,
fast so leicht wie Chinesisch.
Schon nach drei oder vier Jahren
ist der Neueinwanderer in der Lage,
einen Straßenpassanten
in fließendem Hebräisch anzusprechen:
Bitte sagen sie mir, wie spät es ist,
aber womöglich auf englisch.

Ephraim Kishon, israelischer Satiriker.

Das nächste Israel-Tagebuch wird von unserer Zeit im Kibbutz Matzuba handeln.

Ernst

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28 Antworten zu Sonntag, 22. September 2013

  1. martaperegrina schreibt:

    Hola Ernst buenas noches.
    Te deseo un maravilloso primer fin de semana, en nuestro país, de primavera.
    Felices y dulces sueños.

  2. Isabella Rose Photography schreibt:

    Very interesting article, Ernst. I didn’t go to Haifa when I visited Israel, so this is one for next time. I look forward to continuing the journey with you. Blessings, my friend.

  3. ernstblumenstein schreibt:

    Hola Marta
    Ich freue mich, dass in Argentinien bei dir der Frühling (printemps) eingezogen ist. Geniesse diese schöne Jahreszeit. Hast Du den Petersdom gesehen. Wir lieben den neuen Papa Franziskus sehr. Ich wünsche dir eine gute und glückliche Zeit, je t’embrasse. Ernst

  4. syntaxia schreibt:

    Sehr beeindruckend, die hängenden Gärten!
    Ich bin gespannt, was dich noch so lange hat umherziehen lassen, Ernst!

    ..grüßt dich Monika

    • ernstblumenstein schreibt:

      Hoi Monika,
      danke für deinen Besuch. Ja, die hängenden sind imposant. Ach, das gibt noch so viel Arbeit, um die Erinnerungen zu wecken. Weisst Du, die Zeit damals verging ja im Nu. On verra. Dir einen lieben Gruss. Ernst

  5. ute42 schreibt:

    Eine schöne Reise. Auf den Bericht vom Kibbutz bin ich sehr gespannt.

  6. Beate Neufeld schreibt:

    Du bist ein wahrer Abenteurer und ich bin schon sehr gespannt wie es weiter ging, was die Motivation für die Ausdehnung der Reise war.
    Liebe Grüße von:
    Beate

    • ernstblumenstein schreibt:

      Danke Beate für deine Zeilen. Es sollte schon noch einige Berichte geben. So viel vorweg : Die Motivation für die Reise war Neugier und die Welt kennen lernen. Eigentlich sehr naheliegend. Liebe Grüsse zu dir. Ernst

  7. Renate wipf schreibt:

    Hallo Ernst ich musste doch bei dir vorbeischauen nachdem ich dich auf meinem Blogg gesehen habe aber so interessant. Wie bei Dir ist es bei mir nicht so schöne Bilder und interessante Berichte ich bin nicht das letzte mal hier liebe Grüsse von Tessinerlismeri renate

    • ernstblumenstein schreibt:

      Hoi Renate, schön, dass Du den Weg zu mir gefunden hast. Das hat mich gefreut. Ich glaube, dass ich dich bei Brigitte gesehen habe :-). Obwohl ich vom Lismen keine Ahnung habe, werde ich bei dir lismeri wieder mal vorbeischauen. 😉 Liebi Grüess Ernst

  8. SerachShiro schreibt:

    Very great post 🙂 and you gave very interesting information to us readers, thanks !

  9. Amorak schreibt:

    so mega interessant und auch lustig .. danke danke :O)

  10. sarah rivka asher schreibt:

    Oh,lieber Ernst.
    Danke sehr innig für deinen „Erinnerungs-Bericht “ aus Israel.
    Meine Erinnerungen werden dank DEINEN wieder wach und lebendig ! Es sind unendlich viele…..
    Ich danke dir dafür !
    shalom
    sarah rivka

    • ernstblumenstein schreibt:

      Liebe Sarah Rivka, endlich checke ich, dass ich Dir per email auf deine lieben Zeilen auch noch antworten kann. Ich habe immer gemeint, der Kommentar sei auf dem Blog. Es freut mich, dass mein Bericht Dir viele Erinnerungen wecken konnte, ich kann mir vorstellen, dass es sehr viele waren, schne und liebliche Erinnerungen aus deinem interessanten Leben. Danke und shalom Ernst > Date: Mon, 30 Sep 2013 13:04:41 +0000 > To: ernstblumenstein@hotmail.com >

  11. Träumerle Kerstin schreibt:

    Lieber Ernst, ich bin wieder mal voll entzückt über Deinen Bericht. Wow, ich staune immer wieder, wo Du schon so warst – ein echter Weltenbummler 🙂
    Rom weckt Erinnerungen. Ganz besonders hatte es mir das Kollosseum angetan und sollten wir mal wieder da landen (und das wollen wir unbedingt noch mal), dann startet unser erster Ausflug da hin.
    Israel ist prächtig. Unser ehemaliger Bürgermeister hielt vor Jahren mal einen Vortrag über seine Reise da hin. Ich habe seinen Erzählungen gebannt gelauscht. Es ist schon wie ein Stück anderer Welt.
    Nun lese ich noch weiter bei Dir, habe ja einiges verpasst.
    Liebe Grüße von Kerstin.

    • ernstblumenstein schreibt:

      Vielen Dank für deinen ausführlichen Kommentar, liebe Kerstin. Es freut mich, dass dir meine Berichte gefallen. Es ist Ansporn für mich, weitere Berichte (ich habe noch so viele) zu schreiben. Ich wünsche dir ein angenehmes Wochenende, mach’s guet und liebe Grüsse. Ernst

  12. Träumerle Kerstin schreibt:

    Lese gerade Deine Zeilen mit Juzicka. Ihr schreibt zwar Dialekt, aber ob sie einen Clown meint? Kippe die Zeichen wie einen Uhrenzeiger nach rechts, dann hast Du oben die zwei Punkte als Augen, dann die dicke Nase und unten den Lachmund.

  13. buchstabenwiese schreibt:

    Da bin ich wieder, lieber Ernst. Ich habe einiges nachzuholen. Mal sehen, wie ich so durchkomme. 🙂
    Ich staune, wo du überall gewesen bist. 15 Monate von Zuhause weg. Bei mir war das längste 3 Wochen. 🙂 Ich bin schon sehr gespannt, was der Grund für die lange Reise war.
    Die Bilder sind sehr schön, die „Hängenden Gärten“ sehr beeindruckend. Schon der Anblick ist beruhigend, finde ich.

    Liebe Grüße,
    Martina

    • ernstblumenstein schreibt:

      Hallo liebe Martina,
      Da hab ich doch noch Zeilen von dir gefunden, die ich noch nicht beantwortet habe. Zu jener Zeit war ich im Militär in Weiterbildung und längeren Dienstleistungen. Ich hatte etwa 18 Monate Zwischenzeit. wollte mit dem Kollegen mal ein Kibbuz kennen lernen. Dass 15 Monate daraus wurden, war purer Zufall, weil ich einfach ins Reisen schlitterte und genügend Zeit und wenig Geld hatte. Lach… 😉 🙂
      Liebe Grüsse Ernst

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