Donnerstag, 10. Oktober 2013


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Herbstbilder und

Gedanken dazu.

Die Zugvögel haben längst ihre Reise in den Süden angetreten. Ich freue mich heute schon, wenn anfangs Februar die ersten Stare aus Afrika zurückkehren.

Auch die Samen der meisten Pflanzen sind ausgereift und haben sich schon überall zerstreut. 

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Sie sind der Mutter Erde wieder in den Schoss gefallen und können im nächsten Frühling wieder auskeimen. Der Kreislauf schliesst sich.
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Fotos Seidenpflanzen-Samenstände: E. Blumenstein.
Foto oben links Lampionblume: M. Müller, Schafisheim AG, moni-art.ch.
Foto unten rechts Lampionblume: R. A. Stäheli, Koblenz AG.

Bäume und Sträucher überziehen das Land mehr und mehr mit ihren Farbklecksen. Später werfen sie das Laub ab und sind für die kommende Winterzeit gerüstet.

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Foto oben links: D. Wildi Hochholdinger, Ammerswil AG.
Foto oben rechts: E. Blumenstein.
Foto unten links: D. Wildi Hochholdinger, Ammerswil. AG.
Foto unten rechts: M. Müller, Schafisheim AG, moni-art.ch.

Ist es nicht erstaunlich, mit welchem Farbenpracht uns die Natur jedes Jahr wieder in die dunklere Jahreszeit begleitet?

Oben : Restaurant Schloss Schartenfels in Baden AG.

Unten : Gestaute Limmat bei Neuenhof AG.

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Beide Fotos M. Kehl, Neuenhof AG.

Deshalb wollen wir die letzten goldenen Tage, die der Altweibersommer uns hoffentlich noch schenken wird, geniessen.

Der Spätsommer geht…

Noch wärmt das Licht
lässt uns späte Tage geniessen
süsse Beeren von Muskat.

Aufdringliche Wespen
kürzen Pausen
im Freien
von der nahen Weide
klingen Treicheln.

Seltsamer Glanz
an gesunden Beeren
naschen Grasmücken
im Holderbusch.

Zugvögel
sammeln sich
zwitschern, fragen
fliegst du mit
in den Süden?

Licht wandelt
Maler ziehen
über Land
tauchen
Laub
in ein Farbenmeer.

Schatten werden
leise länger.

E.B. 2013

Hochnebel-Wetterlagen treten jetzt häufiger auf. Das heisst meistens :
unten grau – oben blau. Dank der Föhnlage ist dann auch in tieferen Lagen der Alpenkamm in seiner ganzen Schönheit zu sehen.

oben blau… 

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Beide Fotos oben: E. Blumenstein.
Foto unten links: R. Linder, Wettingen AG.
Foto unten rechts: E. Lanz Linder, Wettingen AG. 

unten grau…

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Fotos R. Linder, Wettingen AG.

Eine Leserin schrieb in einem Gedicht-Forum auf “Der Spätsommer geht” einen Kommentar und verwies am Schluss ihrer Gedanken auf Rilkes Herbsttag :
Wer jetzt kein Haus hat….. 

Ich finde, das ist ein sehr poetischer Übergang zur anbrechenden kalten Jahreszeit und ein würdiger Abschluss für meinen Beitrag. Deshalb möchte ich euch dieses Gedicht nicht vorenthalten. 

Herbsttag

Herr, es ist Zeit. Der Sommer war sehr groß.
Leg deinen Schatten auf die Sonnenuhren,
und auf den Fluren lass die Winde los.

Befiehl den letzten Früchten, voll zu sein;
gib ihnen noch zwei südlichere Tage,
dränge sie zur Vollendung hin, und jage
die letzte Süße in den schweren Wein.

Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr.
Wer jetzt allein ist, wird es lange bleiben,
wird wachen, lesen, lange Briefe schreiben
und wird in den Alleen hin und her
unruhig wandern, wenn die Blätter treiben.

Rainer Maria Rilke, 21.9.1902, Paris

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Beide Fotos J. Mathis, Rottenschwil AG.

Ich danke meinen Fotografen/innen für die Bilder, die ich verwenden durfte, recht herzlich. Sie tragen sehr viel zum Gelingen dieses Beitrages bei.

Ernst

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32 Antworten zu Donnerstag, 10. Oktober 2013

  1. martaperegrina schreibt:

    Otoño bella estación con su paleta de múltiples colores.
    Hermosas fotos acompañan este escrito.
    Que tengas una linda semana.

    • ernstblumenstein schreibt:

      Hola Marta, vielen lieben Dank für deine Zeilen, die mich sehr erfreut haben.
      Ich freue mich, dass dir der Beitrag gefällt. Ich wünsche dir eine ganz schönes
      Wochenende. Geniesse es ! Je t’embrasse. ♥ Ernst

  2. Beate Neufeld schreibt:

    Einfach nur: Wunderbar! Mehr mag ich zu Deinem Beitrag nicht schreiben um es nicht zu zerreden!
    Ganz herzliche Grüße von : Beate

  3. Margrit schreibt:

    Hallo lieber Ernst

    Schön wie du hier den farbenprächtigen Herbst beschreibst
    und dann noch die vielen wunderbaren Fotos dazu ,sogar noch zwei
    von mir , da freu ich mich sehr ,dass du sie verwenden konntest 🙂
    Momentan ist der goldene Herbst noch nicht so richtig da,
    ich hoffe , es wird noch einmal sonnig und warm ,damit das Laub auch
    schön farbig wird und vielleicht der Indian Summer an der Limmat doch
    noch stattfindet ,mal sehen ,gell !
    Ich würde ihn so gerne fotografieren , also drücke mir die
    Daumen Ernst :-)))

    Ganz liebi Grüessli vo
    äned am Bärg
    Margrit

    • ernstblumenstein schreibt:

      Tja, Margrit, habe das falsche Erscheinungs-Datum gewählt 😉 . Ich gebe die Hoffnung nicht auf, dass der goldene Altweibersommer noch irgendwann einzieht, respektive dein Indian Summer an der Limmat. Ich drücke dir die Daumen ganz fest. Herzlichi Grüess us em Rüesstal. Ernst

  4. Eigentlich mag ich den Sommer sehr gerne. Gleich danach gefolgt vom Frühling.
    Aber der Herbst, mit seinen fantastischen Farben, ist auch nicht zu verachten!
    Gerade heute scheint hier die Sonne so wunderschön, dadurch erscheinen die Bäume noch viel bunter und schöner.
    Liebe Grüße, Suse

    • ernstblumenstein schreibt:

      Hallo Suse,
      Ich freue mich, dich wieder einmal bei mir lesen zu können. Ich hoffe, es geht dir gut. Ja, jede Jahreszeit hat ihren speziellen Reiz, nur den Winter mag ich nicht mehr so sehr, hat wahrscheinlich etwas mit dem Alter zu tun.
      Vielleicht passen die bunten Farben jetzt besonders gut, stell dir vor, bei uns schneit es bis auf 800-900 Meter herunter. Aber das ist im Oktober halt schon möglich. Ich wünsche dir eine gute Zeit und sende dir liebe Grüsse. Ernst

      • Hallo Ernst,
        ich war doch wieder einmal in Griechenland und bin eigentlich immernoch nicht wieder richtig hier angekommen. Nächstes Jahr fliegen wir wieder im Hochsommer, dann ist die Zeit länger bis zum Herbst.
        Der Winter kann auch schön sein – aber nur wenn die Sonne scheint. Es ist immer wieder dasselbe, lach, wenn die Sonne scheint, macht wohl alles doppelt Spaß und man kann vieles mehr genießen.
        Aber ich verstehe dich schon. Geht mir genauso, denn vor 15 Jahren empfand ich den Winter auch nicht so negativ wie heute.
        Oh, geschneit hat es hier (auf dem Brocken, der höchste „Berg“ in Nordrhein Westfalen), auch schon gestern. Pünktlich am 10.10., wie letztes Jahr.
        Ist aber nur Puderzucker, lach 🙂

        Ein sonniges Wochenende wünsche ich dir,
        Suse

      • ernstblumenstein schreibt:

        Hallo Suse,
        Ach wie schön, ich freue mich jetzt schon auf deine Reiseberichte von Griechenland. Ich werde deshalb deinen Blog bei mir „vernetzen“, damit ich per Knopfdruck zu dir kommen kann.
        Tja, euer Brocken ist ja auch etwa 1150 Meter ü. M. Da ist ein erster Schneefall irgendwann im Oktober normal, der Kerl muss doch zeigen, dass er bald an unserer Tür Einlass begehrt. Bei uns schneite es gestern in einigen engen Alpentälern runter auf 400 Meter. Ich wünsche dir auch ein schönes, angenehmes Wochenende. Ernst

  5. ute42 schreibt:

    Mit deinen Bildern und Worten ist der Herbst wirklich schön.

  6. Träumerle Kerstin schreibt:

    Lieber Ernst. Oh ja, der Herbst kann uns faszinieren mit seinen Farben. Überall in der Natur hinterlässt er jetzt seine Farbklekse. Das tröstet uns über das Einheitsgrau, was an manchen Tagen von früh bis spät anhält. Hier in Sachsen nieselt es heut und ist natürlich grau dazu.
    Aber noch macht es mir nichts aus. Ich habe gerade wieder Birnen im Garten aufgelesen. Einen Großteil haben wir dieses Jahr in die Mosterei geschafft und dafür Saft und Wein gekauft. Jetzt backe ich Kuchen, nehme halt anstelle von Äpfeln die Birnen. In den Rumtopf gebe ich noch welche und den Rest verteile ich unter den Nachbarn und der Familie.
    Abends brennen Teelichter oder Kerzen, ich koche Tee und irgendwie gefällt es mir, dass es zeitig finster wird. Ich finde es schön, dass wir 4 Jahreszeiten haben. Immer nur Sommer wie in den südlichen Ländern wäre irgendwann langweilig, man sehnt sich nach Regen, nach Kühle, nach Nebel.
    Also gehen wir beschwingt ins Wochenende und machen das Beste daraus.
    Liebe Grüße von Kerstin.

    • ernstblumenstein schreibt:

      Wow, Du hast mir einen schönen Kommentar geschrieben, vielen Dank liebe Kerstin! Wir ernten im Garten noch immer viele Salate und pflücken die letzten Surgrauech-Aepfel von unserem Baum. Die Trauben an der Südseite des Hauses haben wir inzwischen auch alle schnabuliert. Früher haben wir auch immer einen Rumtopf angelegt, heute trinken wir keinen Alkohol mehr, Wir machen aber noch eine feine Konfitüre aus Quittenmus und Quittengelee und im Dezember setze ich vor Weihnachten anstelle des Rumtopfs lach… einen Randensalat an (Rote Beete) mit vielen Zwiebeln, Lorbeer, Wacholderbeeren, Olivenöl u. Essig sowie Rotwein. Der hält im Rumtopf im kalten Naturkeller gut 10 Tage und schmeckt uns jeweils sehr. Alles halt zu seiner Zeit, gell…
      Ich finde die 4 Jahreszeiten auch schön, mag im Winter auch das frühe Eindunkeln, wir kommen eher zur Ruhe und das tut gut. Ich mag auch den Advent, das Besinnliche und die Weihnachten im Kreise der Familie, die Kälte und den Schnee aber nicht mehr.
      Ich wünsche dir ein angenehmes Wochenende. Ernst

      • Träumerle Kerstin schreibt:

        Jetzt muss ich lachen leiber Ernst. „Schnabulieren“ – das kenne ich auch und es klingt so witzig. Marmelade habe ich neulich auch gekocht aus Holunder und Birnen. Und Rote-Beete-Salat liebe ich. In Griechenland habe ich die Variante mit Knoblauch gegessen und fand sie auch sehr lecker.
        Gestern Abend hatten wir noch Gewitter und Starkregen. Dafür schien heut die Sonne vom blauen Himmel als Entschädigung.
        Liebe Grüße von Kerstin, die noch gar nicht an Schnee denken mag.

      • ernstblumenstein schreibt:

        Es ist doch interessant Kerstin, dass wir über die Grenzen hinweg so viele Gemeinsamkeiten, Vorlieben und im Denken feststellen können. Auch das macht das Bloggen für mich immer wieder interessant.
        Liebe Grüsse Ernst

  7. syntaxia schreibt:

    Als ich den Schnee heute im Schwarzwald sah, dachte ich, dass es vielleicht eher weiß als bunt wird, dieses Jahr. Aber es war ja noch nicht viel! Da können die Bäume sich schon noch färben, was ich auch hoffe. Der Nebel nahm mir leider meinen Spaziergang. Ich hätte den Weg nicht gefunden. Hier strahlt jetzt die Sonne in mein Zimmer, dennoch ist es reichlich kühl. Das Kalte mag ich am Herbst und Winter nicht.

    Hab schöne Herbstmomente!
    ..grüßt dich Monika

    • ernstblumenstein schreibt:

      Herzlichen Dank Monika für deine Zeilen. Erster Schnee im Oktober ist fast Normalfall, glaub ich. Ich bin sicher, dass uns das „Altweiber Sömmerchen“ die Farben irgendwann noch bringen wird. Ich glaube, unser Wetter ist in etwa das Gleiche, auch wir hatten am Nachmittag viele Aufhellungen, Sonnenlicht und Wolkenspiele. Ich mag die Kälte und den Schnee aber auch nicht mehr und wäre im Januar/Februar lieber bei den Zugvögeln im Süden. Ich wünsche dir ein angenehmes Wochenende und sende dir liebe Grüsse.
      Heb’s guet. Ernst

  8. Waldameise schreibt:

    Auf diese Föhnlage hoffe ich, lieber Ernst.

    Schön sind deine Gedanken, vorallem aber auch dein Gedicht und das von Rilke, das mir schon immer unter die Haut ging.

    Dennoch … genau wie du freue auch ich mich jetzt schon auf die Rückkehr der Stare und anderen Vögel. Ihr lieblicher Weckruf am Morgen … und das Abendständchen der Amsel … ach, wie mir all das fehlen wird.

    Ein lieber Gruß zur Nacht
    von der Waldameise

    • ernstblumenstein schreibt:

      Noch habe ich dieses Jahr den feinen Reviergesang des Rotkehlchens am Morgen nach dem Tagwerden und abends vor dem Eindunkeln nicht gehört. Aber eben, ich hocke im Moment zu viel vor der „Kiste“ und bin zu wenig draussen. Rilke ist halt schon ein Meister, der uns immer mit seinen Worten sehr bewegt und zum Nachdenken veranlasst. Vielen Dank Andrea und alles Liebe und Gute. Ernst

  9. martaperegrina schreibt:

    Hola Ernst, buenos días.
    En mi país ha comenzado la Primavera con buenas temperaturas.
    Aunque hoy tengamos un día lluvioso pero es común de esta estación del año.
    Te deseo a tí y familia una excelente jornada de domingo.

    • ernstblumenstein schreibt:

      Meine Liebe Marta, guten Abend.
      Ich freue mich, dass bei Dir in Argentinien endlich wieder der Frühling angekommen ist. Er wird euer Leben farbenfroh und beschwingt gestalten. Ich umarme dich und wünsche dir einen guten Start in die Woche. Ernst

  10. khecke schreibt:

    Hallo Ernst,
    sehr huebsch diese Herbstbilder und dazu passende Beitraege.
    Ich mag den Herbst sehr gern, weil die Temperaturen dann wieder vernuenftig sind.
    Alles Gute,
    Karl-Heinz

    • ernstblumenstein schreibt:

      Lieber Karl-Heinz,
      danke für deinen Besuch. Mir geht es genauso. Wenn es im Sommer über 30 Grad ist, bin ich eh wieder im kühleren Haus drin, vertrag die Hitze nicht mehr gut. Der Herbst bringt meistens sehr angenehme Wärme. Auch dir eine angenehme Zeit. Ernst

  11. Anna-Lena schreibt:

    Ein überaus ansprechender Beitrag, lieber Ernst, in Text und Bild. Das hast du wieder mal großartig komponiert.

    LG aus dem herbstlichen Deutschland,
    Anna-Lena

  12. ernstblumenstein schreibt:

    Hallo meine liebe Anna-Lena, danke, danke, danke – weisst Du, ältere Herren brauchen manchmal etwas Aufmunterung 😉 . Sende dir einen lieben Gruss nach Berlin. Ernst

  13. Amorak schreibt:

    tolle bilder – tolle worte lieber ernst , aber nicht für mich . Ich die noch vor paar tagen am meer herum hing und beim nachhause kommen alles unter dem schnee begraben vorfand hab grad biz mühe mit dem allem :O)

    • ernstblumenstein schreibt:

      hoi juzicka, hab Dank für deine Blumen. Ich habe längere Zeit bei dir am Atlantik verweilt und konnte mich an deinen Bildern und dem treffenden Text nicht sattsehen. Du hast Sehnsüchte in mir wach werden lassen. Ich verstehe deinen Schock, den Du zuhause nach diesem Urlaub erlebt hast. Liebi Grüess zu der. Ernst

  14. cindy knoke schreibt:

    Wunderbar Ernst!

  15. ernstblumenstein schreibt:

    Herzlichen Dank Cindy!

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