Sonntag, 24. November 2013


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Arve mit Zwiesel

(Arve mit gegabeltem Stamm

und zwei Kronen).

Das Projekt “Baumpatenschaften” für Natur u. Umwelt in der Surselva hat verschiedene Zielsetzungen. Es soll u.a. dazu beitragen, die Biodiversität zu erhalten und auszubauen.

Daneben verfolgt es das Ziel, den sanften und umweltbewussten  Sommertourismus zu fördern, um Menschen für diese aussergewöhnlichen Naturwerte sensibilisieren zu können.  

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Foto: www.baumpatenschaften in der Surselva / waldwissen.net.

Jede Arve hat ihr eigenes Gesicht, so auch diese schön geformte Gestalt auf einer langgezogenen Felsrippe. Die benachbarten Fichten bilden mit ihr gewissermassen eine Überlebensgemeinschaft.

Sie trotzen den rauhen klimatischen Bedingungen, überstehen gemeinsam Stürme, Schneegestöber und Trockenheit.

Arve 112 mit Zwiesel d860408e49
Foto: www.baumpatenschaften in der Surselva / waldwissen.net.

Ob der Zwiesel vielleicht durch einen Gipfelbruch entstanden ist oder ob ein Arven-Häher* schuld daran war?

Der *Tannenhäher frisst am liebsten Arvensamen, die er als Vorrat versteckt. Im Winter gräbt er bis zu 130 cm tiefe Löcher durch den Schnee, um zu den deponierten Samen zu gelangen.

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Foto: www. waldwissen.net. Urh. Ruedi Aeschlimann.

Nicht nur für uns Menschen, auch für den Häher stellen die Arven-Samen eine willkommene Nahrung dar. Das weiche Innere ähnelt den Pinienkernen und ist nährstoffreich und schmackhaft.

Es war früher eine willkommene, wenn auch aufwendig zu gewinnende Ergänzung des Speiseplans und ein wertvolles Exportprodukt.

Da die Samen schwer sind und keine Flughilfen haben, ist die Arve auf die Ausbreitung durch Tiere, hauptsächlich durch den Tannenhäher, angewiesen.

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Foto: www.baumpatenschaften in der Surselva / waldwissen.net.

Die Vermutung liegt nahe, dass es sich auch um zwei Bäume handeln könnte, die aus dem Wintervorrat (Sämlingen) eines Tannenhähers stammen, die der Vogel hier verloren hat.

Der zweistämmige Baum ist 92 cm dick (gemessen in Brusthöhe). Er befindet sich in der Nähe des Wanderweges von Caischavedra zur Alp Soliva.

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Foto: www.baumpatenschaften in der Surselva / waldwissen.net.

Die Informationen für diesen Beitrag entnahm ich den Websites : www.baumpatenschaften in der Surselva und http://www.waldwissen. net/wald/baeume_waldpflanzen/nadel/wsl_arve/index_DE

Die hier gezeigte Arve wartet wahrscheinlich noch auf eine Patenschaft ! Wenn Du  interessiert bist, kannst Du dich auf der Website baumpatenschaften anmelden.

Der Spruch zum Tage

Der Friede ist ein Baum

der eines langen Wachstums bedarf.

Antoine de Saint Exupéry 1900 – 1944

Ernst

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16 Antworten zu Sonntag, 24. November 2013

  1. ladyfromhamburg schreibt:

    Der Baum hat Charakter! Ich bin auch immer wieder beeindruckt, wie Pflanzengesellschaften entstehen, die Wind und Wetter in noch so exponierten Lagen trotzen und ein Zusammenwirken zwischen Tier und Pflanze es schafft, dass auch die Verbreitung der Samen gesichert ist. Wie schafft der Häher das bloß, dermaßen tiefe Löcher in den Schnee zu bohren! Das ist ja enorm!

    Ich bin wieder einmal schwer angetan von dem, was ich bei dir neu lerne, lieber Ernst. Ein sehr interessanter Blogpost!

    Liebe Grüße
    Michèle

    • ernstblumenstein schreibt:

      Danke Michèle für deine Worte, die mich freuen. Weisst Du, ich selber lerne ja auch von meinem Beitrag, lach 😉 , das ist für mich immer wieder neu und auch spannend.
      Liebe Grüsse nach Hamburg. Ernst

  2. martaperegrina schreibt:

    Interesante relato que enseña aspectos no conocidos sobre estos arboles.
    Que tengas una bella jornada.
    Un cálido abrazo.

  3. syntaxia schreibt:

    Ich gestehe, erkannt hätte ich die Arve nicht. Ihren Namen kenne ich gut, da ich ihn im Scrabble-Spiel oft nutzte und noch jetzt beim Letramix, wenn es darum geht, ein Wort mit /V/ zu finden. In jedem Fall finde ich solche Bäume schützenswert! Danke für dieses feine Bewusstmachen, Ernst!

    ..grüßt dich Monika

    • ernstblumenstein schreibt:

      Oh, liebe Monika, ich bin froh, dass ich sie dir zufällig mit meinem Beitrag zeigen konnte. Ich habe natürlich nicht geahnt, dass ich dir damit einen kleinen Gefallen tun konnte.
      Liebe Grüsse zu dir. Ernst

  4. claire schreibt:

    Habe nicht gewusst dass die Arven, Samen hervorbringen die man essen könnte, schon wieder etwas gelernt. Erstaunlich ist auch, dass dieser Tannenhäher nicht nur sehr tief im Schnee graben kann um im Winter die Samen auszugraben, sondern auch wo er graben muss. Hoffentlich sterben diese Vögel nicht aus, denn das wäre fatal für die Natur. Nur so nebenbei: Ich habe einmal in einer Skihütte auf einem, mit Arvenspähnen gefülltem Kissen geschlafen. Dieser Geruch war so wunderbar entspannend.

    • ernstblumenstein schreibt:

      Claire, das war mir ja auch alles neu, als ich für diesen Beitrag recherchierte. Das ist eben am Bloggen das spannende, man lernt selber beim recherchieren sehr viel dazu. Ich teile das meinen Lesern gerne mit. Das Holz der Arven verströmt ja auch so einen herrlichen Duft.
      Die Eichhörnchen vergraben ihr Futter ja auch, um im Winter überleben zu können. Sie wissen auf Grund ihres Geruchsinnes, wo sie unter dem Schnee oder im Boden graben müssen, um ihre Vorräte zu finden.
      Dir einen guten Start in die neue Woche. Ernst

  5. unbesorgt schreibt:

    dein artikel hat mich veranlaßt, mich hier in deutschland nach einer möglichkeit der baumpatenschaften umzusehen. ich danke dir dafür, denn es gibt hier das projekt über greenpeace auch.

    bäume sind wichtig – ich vermißte sie sehr, als ich nach norddeutschland an die küste zog und dort nicht die wälder antraf, die ich vom taunus, spessart und odenwald gewöhnt war. wie froh bin ich, dass es sie noch gibt und auch noch in ausreichender menge, halt nur nicht mehr die alten, die wurden inzwischenleider vermarktet.

    liebe grüße an dich
    angelika

    • ernstblumenstein schreibt:

      Ich liebe Bäume auch über alles und versuche öfters, dies hinaus zu tragen. Ich bin sehr froh, von dir deine Zeilen zu vernehmen. Ich hoffe, dass wir uns weiterhin über spannende Themen austauschen können.
      Liebe Grüsse zu dir. Ernst

  6. Silberdistel schreibt:

    Ein Post, der mir aus dem Herzen spricht, lieber Ernst Ich mag, wie Du sicher weißt, Bäume sehr. Mir imponiert auch, was Michéle schon ansprach, wie Bäume sich den Gegebenheiten anpassen können. Sie können in kargen Felslandschaften wachsen, in Mooren, ja sogar auf Ruinen.
    Andererseits würde ich manchmal auch gern wissen, was alte Bäume alles erzählen könnten. Sie müssen doch eine Unmenge erlebt haben. Wenn man sich das manchmal so vergegenwärtigt, dann gerät man doch so manches Mal ins Staunen.
    Deine Links kann ich allerdings nicht aufrufen. Da bekomme ich immer eine Fehlermeldung. Hätte mich da gern umgeschaut.
    Liebe Grüße von der Ostseeküste schickt Dir die Silberdistel

  7. ernstblumenstein schreibt:

    Hoi Silberdistel, hab vielen Dank für deine interessanten Ergänzungen. Die Natur ist das grösste Kunstwerk, das die Schöpfung geschaffen hat, das wird mir auch immer wieder bewusst. Bäume faszinieren mich immer wieder, Du merkst ja, dass ich ab und zu wieder über Bäume berichte, sie lassen mich auch nicht los. Ich glaube, so lange wir staunen können, leben wir bewusst.

    Wegen den Links, ja das ist so eine Sache. Probiere mal einfach (mit oder ohne www.) baumpatenschaften.ch
    Das klappt bei mir wunderbar und ich komme zu den verschiedenen richtigen Links.
    Ich sende dir liebe Grüsse an die Ostsee. Ernst

  8. Träumerle Kerstin schreibt:

    Ah – wieder eine Baumgeschichte, die mich interessiert. Ja, das schaut witzig aus mit den „siamesischen Zwillingen“, eine Laune der Natur.
    Wenn man sich in der Natur umschaut, kann man oftmals lustige Baumgebilde entdecken.
    Liebe Abendgrüße von Kerstin.

  9. ernstblumenstein schreibt:

    Bäume faszinieren mich auch immer wieder, liebe Kerstin, deshalb meine häufigen Baumgeschichten, lach…
    Ich wünsche dir friedliche und ruhige Adventstage. Ernst

  10. minibares schreibt:

    Der Stamm schaut so interessant aus, die Arve insgesamt.
    Wunderbar, ich mag solche Stämme gern sehen, so herrlich zusammen gewachsen.
    Grandios, lieber Ernst.
    Danke für diesen guten Bericht über die Verbreitung und überhaupt über die Arven.
    Bärbel

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