Donnerstag, 12. Juni 2014


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Kritische Gefühle

beschleichen mich, obwohl ich mich auf den sportlichen Großanlass freue. Der Fußball ist Weltsportart Nr. 1 und ich mag ihn. Doch wer die Medienberichte in den letzten Wochen verfolgte, den beschleicht ein ungutes Gefühl.

Die Bevölkerung in Brasilien protestiert über fehlendes Geld für Infrastrukturen (z.B. Bildung, Universitäten, Gesundheit und Hospitäler), währenddem über 10 Milliarden Franken für diese Weltmeisterschaft ausgegeben wurde. Der Protest richtet sich auch gegen die Kungelei zwischen Politik, dem nationalen Verband und der FIFA.

Trotzdem freue ich mich, dass sich die kleine Schweiz für die Weltmeisterschaft in Brasilien qualifizieren konnte.

Die Qualifikation zur WM 2014 Brasilien..
Couvert eingescannt durch E.B. 

Fußball ist ein faszinierender Sport und die schönste Nebensache der Welt. Doch normale Zuschauer (Fans) werden durch die kommerzielle Politik der FIFA (Sponsoren, Ehren-, Staatsgäste und TV Rechte Inhaber etc.) immer mehr zurückgedrängt. Es gelangen nur noch etwa 30 % aller Tickets in den freien Verkauf. 

Für den reichen Weltfußballverband zählt vor allem Macht und viel Geld, das der “Verein” mit seiner Monopolstellung durch die weltweite Vermarktung  einnimmt.

Dabei werden Verstöße gegen ihre Grundregeln von der Fifa mit harten gerichtlichen Vorgehen durchgesetzt und rigoros geahndet.

Karrikatur zum Beginn der Fussball-WM Brasilien..
Karrikatur: Silvan Wegmann in der AZ vom 11.6.14. E.B.

Die Organisation hat 6 Kontinental-und 209 Nationalverbände, die gut funktionieren. Die Nationalverbände werden finanziell und logistisch unterstützt und erhalten auch Privilegien. Somit bleibt das Geld innerhalb der Fifa-Familie und hält sie zusammen. Viele Korruptionsvorwürfe über Schmiergeldzahlungen stehen seit Jahren im Raume und sind nie restlos geklärt worden.

Zweifellos hat die Fifa aber auch sehr viele Verdienste bezüglich Ausbildung und Förderung ihrer Sportart erworben.

Die FIFA zahlt in der Schweiz trotz ihren äußerst hohen Gewinnen wenig Steuern, weil sie im Schweizerischen Zivilgesetzbuch als nicht gewinnorientierter Verein im Handelsregister eingetragen ist! Noch  Fragen?

Herr Präsident, es wäre an der Zeit, einer jüngeren Generation Platz zu machen.

Trotzdem freue ich mich mit Euch auf viele spannende, faire und torreiche Fußballspiele.

Olá Brasil. Ernst

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12 Antworten zu Donnerstag, 12. Juni 2014

  1. Vera Komnig schreibt:

    Ein schöner und informativer Abriss, Ernst. Wollen wir mal hoffen, dass es eine schöne und friedliche WM wird.

    Lieben Gruß von Vera 🙂

  2. ute42 schreibt:

    Sehr gut beleuchtet, lieber Ernst. Hoffen wir auf sportliche Begegnungen und der Schweiz wünsche ich viel Erfolg 🙂

  3. syntaxia schreibt:

    Fußball ist schon lange kein Sport mehr. Es ist Machtkampf und Geschäftemacherei in Massenhypnose.
    Das ist meine Meinung.

    ..grüßt dich Monika

  4. minibares schreibt:

    Die Machenschaften der FiFa sind mir auch nicht geheuer.
    Aber das dritte Spiel hat mir bisher am besten gefallen.

  5. Anna-Lena schreibt:

    Ich teile deine Gedanken, lieber Ernst und hatte sie auch schon vor vier Jahren in Südafrike. Wir können die Welt nicht retten und auch die Machenschaften nicht ändern. Da müssen ganz andere Strukturen aufgeknackt werden.
    Jedenfalls hat die Deutsche Mannschaft einen tollen Einstand geboten und ein gutes Spiel gezeigt.
    LG Anna-Lena

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