Dienstag, 19. August 2014


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Murten,

die Zähringerstadt. (2)

Im 1. Bericht vom 6.7.14 erzählte ich über den Ausflug an die drei Jurasüdfuß-Seen und der Schifffahrt nach Murten, der großen Gewässerkorrektion und dem Weinanbau in dieser Gegend. 

Das Fürstengeschlecht der Zähringer war mit den Staufern verwandt. Ihr Name stammt seit dem 11. Jh. nach ihrer Burg Zähringen bei Freiburg im Breisgau. Blick durch ein Stadttor von Murten.

Murten Ernst 21.6.14© Foto Ernst Blumenstein.

Die 1238 erstellte Ringmauer hat eine mittlere Höhe von 8.5 Meter und gehört mit dem im 15. Jh. erbauten Wehrgang zu den am besten erhaltenen Befestigungsanlagen der Schweiz.

Im Vordergrund der Pulverturm, hinten die deutsche Kirche.

Murten Ringmauer 21.22.6.14 067
© Foto Ernst Blumenstein.

Der Wehrgang ist weitgehend begehbar und 12 Türme in verschiedener Gestalt und Größe schmücken die Anlage. Murten gehörte als befestigter Ort dem 2. Königsreich Burgund an.

Ab 1127 hatten die Herzöge von Zähringen die Rechte in diesem ehemaligen Königreich inne.

z 2 Türme in Murten 7cats
© Fotos u. Collage Ernst Blumenstein. *.

Im 12. Jh. errang dieses Fürstengeschlecht im heutigen Südwestdeutschland und in der Schweiz eine bedeutende Machtstellung. Der Silberbergbau im Schwarzwald war lukrativ und bildete dafür die finanzielle Grundlage.

Sie gründeten neue Städte und Dörfer, wobei sie die Standorte nach wirtschaftlichen und politischen Überlegungen auswählten.

Ringmauer mit Hexenturm.

IMG Murten Helen Befestigungsmauer_3650
In der Schweiz gehörten ihnen die Städte Bern, Burgdorf, Freiburg im Üechtland, Murten und Thun. In Süddeutschland Orte wie Bräunlingen, Freiburg im Breisgau, Haslach im Kinzigtal, Neuenburg am Rhein, Offenburg und Villingen.

Blick auf die historische Altstadt.

IMG_3635. Dächer von Murten
© Beide Fotos Helena Blattmer.

Die Zähringer Herrscher gewährten ihren Bürgern ein einheitliches Recht, eine zentrale Verwaltung und mehr Freiheit.

Die Stadt wurde nach dem Erlöschen ihres Geschlechts im Jahre 1218 reichsfrei. Die französische Bezeichnung Morat ist seit 1228 überliefert.

 Blick von der Ringmauer auf den gleichnamigen See.

Berner Oberland 21.22.6.14 068
© Foto Ernst Blumenstein.

Hinter dem See liegen die Weinberge vom Mont Vully. In Le Vully gibt es ein keltisches Oppidum (Festungsanlage). Diese Anlage wurde in der späten Eisenzeit durch die Helvetier gebaut. Die Helvetier nutzten diese Befestigungsanlage vom 2. Jh. bis ins 1. Jh. v. Chr..

z 2 IMG_2. Bericht 3634. Murten.
© Foto Helena Blattmer.

Vom Bootssteg geht’s über viele Stufen steil hinauf in die Stadt. Von erhöhter Lage bietet sich uns ein herrlicher Überblick über die Dächer der Altstadt.

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© Alle Fotos Helena Blattmer. Collage E.B.

“ Über den Dächern”, muss die Freiheit wohl grenzenlos sein, alle Ängste, alle Sorgen, sagt man, blieben darunter verborgen, und dann würde was uns groß und wichtig erscheint, plötzlich nichtig und klein. ” (Reinhard Mey)

Reserve Helen IMG_3631. Murten mittelalterliche Zähringerstadt
© Foto Helena Blattmer.

Der Stadtführer freut sich, unserer Reisegruppe vom KZV Niederwil den mittelalterlichen Ort mit seiner historischen Altstadt von nationaler Bedeutung vorstellen zu können.

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© Alle Fotos Helena Blattmer. Collage E.B.

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© Fotos Helena Blattmer. Collage E.B.

Derweil gehe ich alleine in die Stadt. Ich freue mich, wenn ihr mich dabei begleitet.

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© Fotos u. Collage E. Blumenstein.

Das Berntor wurde zum ersten Mal im Jahre 1239 erwähnt. In der Schlacht bei Murten 1476 wurde es total zerstört und musste auch später mehrmals wieder aufgebaut werden.

Das heutige Tor stammt aus der 2. Hälfte des 18. Jahrhundert.

Murten, gescannt Ernst 21.6.14.12
© Foto Ernst Blumenstein. *.

Im Berntor zeigt 1712 angefertigtes Uhrwerk (Gebr. Ducommun, La Chaux-de-Fonds) die Zeit an. Die 3 Gewichtssteine – Kanonenkugeln aus der Murtenschlacht – müssen jeden Tag von Hand neu hochgezogen werden.

Murten SB Hauptgasse und Berntor  21.6.14 048
© Foto Ernst Blumenstein.

Das Zifferblatt auf der Außenseite hat nur 1 Stundenzeiger. Die darauf  dargestellte Schwurhand weist auf die ehemals freie Reichsstand hin.

Murten, gescannt Ernst 21.6.14.8
© Foto Ernst Blumenstein. *.

Türme und Gassen. Auf dem rechten Bild ist das Rathaus ersichtlich.

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© Fotos u. Collage E. Blumenstein. *.

Als reformierte französische Kirche dient die ursprüngliche Kapelle Sainte-Catherine. 

Nr. 65 u. gescannt Nr. 14 u. 15.cats

© Fotos u. Collage E. Blumenstein.

Im Hintergrund ist die deutsche Kirche sichtbar.

1page 
© Fotos u. Collage E. Blumenstein.

Murten, gescannt Ernst 21.6.14. 1

Murten, gescannt Ernst 21.6.14. 2 
© Beide Fotos E. Blumenstein. *.

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© Fotos u. Collage E. Blumenstein. Links *.

Eine alte Wetterstation und Jugendfestschmuck in der Stadt.

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Scann 16 und 14, Ballone.cats
© Alle Fotos und Collagen E. B. Unten links *.

Am Tage unseres Besuches feiert das Städtchen die Murtner Solennität, eines der schönsten Jugendfeste der Schweiz. Wer mehr erfahren will, hier der Link: http://www.nzz.ch/aktuell/panorama/hebed-dr-freyheit-sorg-1.18104550.

Wumm… Der liebevolle inszenierte Umzug, 3 mal am Festtag durchgeführt, wird jeweils mit Schüssen aus zwei Kadettenkanonen (Baujahr 1900) eröffnet.

Reserve IMG_3663. Jugendfestumzug
© Foto Helena Blattmer.

Der Anlass erinnert an den großen Sieg der Eidgenossen bei der Schlacht von Murten 1476 über den Burgunderherzog Karl der Kühne.

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© Fotos  oben : Helena Blattmer.
© Fotos unten: Ernst Blumenstein.

Wunderbare und liebevoll gestaltete Sujets und Arrangements schmücken  verschiedene Orte oder Brunnen. 

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© Fotos u.
Collage E. Blumenstein.

Festschmuck 3656, 57, 59, 60.cats
© Foto oben links: Helena Blattmer. Restliche u. Collage E.B.
Die Jugend erfährt am Fest den Schlachtbericht, der von Primarschülern in der Deutschen Kirche und von als Kadetten gekleideten Schülern der Orientierungsschule im Hotel Murten jeweils verlesen wird.

6cats 
© Fotos und Collage Ernst Blumenstein.

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© Alle Fotos Helena Blattmer. Collage E.B.

Am späteren Nachmittag verlassen wir Murten und fahren ins Berner Oberland nach Thun, wo wir übernachten werden.

Im nächsten Bericht werde ich über den Besuch im Tropenhaus Frutigen und unseren Aufenthalt am Blausee erzählen.

Ernst

Für Interessierte:
Ich besitze neben einer einfachen Pocket Olympus eine Pentax-Asahi SL Pocketkamera, Baujahr 1964, 100 % mechanisch, ohne Belichtungsmesser. Objektiv 50mm f 1.4. Blende 1.4-16. Verschluss 1s-1/1000. Distanz 0.45 m-unendlich. Mit dieser Kamera machte ich bei diesem Ausflug einige Bilder. Ein Belichtungsmesser brauche ich nicht, ich stelle Blende und Zeit nach eig. Ermessen ein. Da ich nur entwickelte Papierbilder erhielt, scannte ich die Fotos ein, was der Qualität nicht förderlich war. Wo möglich, habe ich diese Fotos mit einem *. versehen!

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18 Antworten zu Dienstag, 19. August 2014

  1. ute42 schreibt:

    Was für eine schöne alte Stadt. Das wäre auch was für mich. Da würde ich gerne mit dem Foto herumstreifen. Als Zugabe noch ein großes Fest, besser gehts ja nicht. Die Uhr fasziniert mich besonders.

  2. manuzaubermaus schreibt:

    ein toller beitrag…ich mag stätten mit geschichte…danke das du uns teilhaben läßt….l.g.manu

  3. Träumerle Kerstin schreibt:

    Kanonenkugeln als Gewichte für die Uhr? Das ist ja mal was ganz seltenes. Aber wenn es funktioniert!
    Einen schönen Bummel durfte ich wieder mit Dir erleben. Bunt und vielfältig ist die Stadt und historische Gemäuer mag ich ja sowieso.
    Liebe Grüße von Kerstin.

  4. ernstblumenstein schreibt:

    scheinbar funktioniert es, ich kann es mir gar nicht so recht vorstellen, aber die erwähnte Uhrenfirma war (ist) sehr bekannt, es wird also stimmen. Ich mag alte Mauern auch sehr.
    Dir einen lieben Gruss und eine gute Zeit, lass es Dir gut gehen. Ernst

  5. Simona schreibt:

    *hąρρ¥ ώ€€Ќ€ɲď❤

  6. Vera Komnig schreibt:

    Eine Stadt wie aus dem Märchenbuch…so verwunschen, trutzig und malerisch. Vielen Dank für deinen Bericht und die Fotos, Ernst 🙂

  7. syntaxia schreibt:

    Tja, lieber Ernst,
    auch wenn mir die Namen Zähringen, Staufen etc. nun sehr bekannt sind,
    mit dem, was du über meine wiedergefundene Heimat schreibst, kenne ich mich gar nicht aus.
    Da lerne ich bei dem Besuch hier wieder hinzu!

    ..grüßt dich Monika

  8. ernstblumenstein schreibt:

    lach, dann muss ja deine Heimat in einem der deutschen Zähringerstädten sein, ich glaube Freiburg…
    Grüess Ernst

  9. ernstblumenstein schreibt:

    :-D, une très belle Blog, ich musste über deinen Beitrag schmunzeln…
    J’ai dû sourire à ta poste … Schön!!!

  10. Silberdistel schreibt:

    Du zeigst hier wieder so vieles schönes altes Gemäuer. Ich mag so etwas. Ein schöner Bericht 🙂
    Liebe Grüße von der Silberdistel

  11. ernstblumenstein schreibt:

    vielen Dank, liebe Grüsse und ein schönes Wochenende in den Norden 🙂 Ernst

  12. Johng73 schreibt:

    I think this is among the most significant info for me. And i am glad reading your article. But want to remark on some general things, The website style is wonderful, the articles is really great D. Good job, cheers bfdefceadedc

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