Dienstag, 25. November 2014


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Die Gedenkstätte 

von Bruder Klaus. (2)

Ich mag Orte wie einfache Kapellen, Wegkreuze oder Gedenkstätten, weil ihnen oft Sagen oder Legenden zu Grunde liegen. Sie prägen die Landschaft und sind Teil  unserer lokalen Geschichte und Kultur.

Z Hägglingen Gedenkstätte 8.1.14 011

Niklaus von Flüe (1417-1487) wurde unter dem Namen Bruder Klaus als Einsiedler, Asket, Mystiker und Schutzpatron der Schweiz bekannt. Er verließ im Einverständnis mit seiner Frau die Familie, um als Pilger zu wallfahren.

Er ordnete wie vor einer Pilgerreise üblich seinen Nachlass, kehrte auf Grund von Visionen vorzeitig um und ließ sich in der Ranftschlucht nahe des früheren Wohnhauses als Einsiedler nieder. Freunde bauten im dort eine Kapelle und eine Klause.

Temperamalerei Mitte 16. Jahrhundert.

Wikimedia Commons. Gemeinfrei. Temperamalerei.Bruder_Klaus

Foto WMC. Urh. unbekannt. Gemeinfrei.

Bald strömte viel Volk zum „lebenden Heiligen“, der angeblich während 19 Jahren in seiner Klause ohne Speise und Trank gelebt haben soll und außer der heiligen Kommunion nur Wasser zu sich genommen habe.

Im Dezember 1481 wirkte er als Friedensstifter beim Stanser Verkommnis entscheidend auf die zerstrittenen eidgenössischen Stände (Stadtorte LU, ZH, BE gegen die Innerschweizer Landorte) ein und verhinderte den Zerfall der Eidgenossenschaft.

Seine Gedenkstätte in Hägglingen.

Wir besuchten unser Nachbardorf öfters, letztmals heuer an einem sonnigen Novembertag. Die Bilder dieses Beitrages stammen also aus verschiedenen Jahreszeiten.

z 8.11.14 Bruder Klaus 011 (2)

Wir fuhren von Tägerig die kurze Strecke zur Wagenrain-Kette, einem Höhenzug zwischen dem Reuß– und dem Bünztal, nach Hägglingen.

z Bruder Klaus 8.1.14  028

Die Gemeinde wird auch das “Sieben-Hügeldorf” genannt, weil es von zahlreichen Hügeln des Wagenrains umgeben wird. Rechts liegt die höchste dieser Anhöhen, der Maiengrün mit 589 M.ü.M.

z 9.10.14 Blick Gedenkstätte 013

Blick vom Saalhau-Hügel über das Dorf Hägglingen, im Hintergrund ist der Jura  erkennbar. Oberhalb der Gemeinde am Waldrand des Saalhau liegt die mit Blumen geschmückte Gedenkstätte, 

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die anlässlich des 500. Todestages des Eremiten im Jahre 1987 errichtet wurde.

z 8.11.14 Bruder Klaus 009
Der schlicht gehaltene Andachtsraum befindet sich in der Blockhütte.

9.10.14 Bruder Klaus 016
z Bruder Klaus Stätte Hägglingen Innern 8.1.14  021

Hägglingen Geschenk der Polen für die Gedenkstätte 8.1.14 Inschrift 026

Auf dem markanten Granitstein erinnert eine Gedenktafel an den Initianten und Förderer Oswald Geissmann. Seine Stiftung unterhält heute diesen Ort.

1cats

Auch die Polen in der Schweiz widmeten zum 500. Todestag des Eremiten und der 3. Polenreise von Papst Johannes Paul im Juni 1987 eine  Erinnerungstafel.

Z Hägglingen Polengedenkspende für Bruder Klaus 8.1.14  024

Blick von der Gedenkstätte über das Bünztal Richtung Aaretal. Im Hintergrund der Jura.

9.10.14 Bruder Klaus 014

Als wir nach Hause fuhren, sahen wir in der Ferne die Ostalpen.

z 8.11.14 Blick oberhalb Büschikon in die Ostalpen 026
8.11.14 Blick oberh. Büschikon in die Ostalpen 020

Wir hielten an und freuten uns am majestätischen Bergpanorama, das nur bei starker Föhnlage so schön und nah zu sehen ist. 

z 8.11.14 Blick vom Wagenrain in die Ostalpen 017
z 8.11.14 Blick vomj Wagenrain in die Ostalpen 018

Das Zitat zum Beitrag :

In jedem Brot ist die Gnade
des allmächtigen Gottes verborgen.

Niklaus von Flüe (1417-1487), kath. Heiliger, Schutzpatron der Schweiz.

Ich wünsche euch eine gute Woche.  Ernst

Ein Link für Interessierte :
http://de.wikipedia.org/wiki/Niklaus_von_Fl%C3%BCe

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34 Antworten zu Dienstag, 25. November 2014

  1. arabella50 schreibt:

    Ich mag solche geschichtlichen Beiträge sehr.
    Liebe Grüße

  2. Indah Susanti schreibt:

    Beautiful photos and nature!

  3. ute42 schreibt:

    Ein schöner besinnlicher Bilderspaziergang. Das Bergpanorama ist wunderschön.

  4. hannahbuchholz schreibt:

    Sehr schöne Bilder und ein schönes Zitat… kurz und vielsagend.

    • ernstblumenstein schreibt:

      Vielen herzlichen Dank Mathilda für deinen Besuch und Link, den ich mir angeschaut habe. Eine ganz andere, aber sehr eindrucksvolle Gedenkstätte.
      Dir wünsche ich eine gute Zeit.
      ❤ Grüsse Ernst

  5. Clanmother schreibt:

    Vielen Dank für einen weiteren bemerkenswerten Beitrag. Immer, wenn ich Besuch dieser heiligen Stätten, werde ich daran erinnert, dass wir immer noch zu denen, die vor uns passiert haben verbunden. Ich genieße kommen mit Ihnen auf Ihrem Abenteuer.

  6. ladyfromhamburg schreibt:

    Von Gedenkstätten geht oft etwas sehr Eigenes und Besonderes aus. Sie beschwören Früheres hinauf, sie sind oft völlig zeitlos und die Ruhe, die von diesen Plätzen ausgeht, überträgt sich in vielen Fällen auf seinen Besucher. Manchmal wird man so ein Wanderer zwischen den Zeiten dabei …
    Mir hat es gefallen, heute wieder mitzukommen und Einzelheiten zu erfahren! Und dieses Bergpanorama – da geht einem doch das Herz auf!

    LG Michèle

    • ernstblumenstein schreibt:

      Hab Dank Michèle für deine weiterführenden Gedanken. Ja, ich bin ein Wanderer zwischen den Zeiten, das Alter lässt grüssen! Ich wünsche dir eine frohe Adventwoche und schicke einen lieben Gruss nach Hamburg. Ernst

  7. minibares schreibt:

    Da hat er seine Familie verlassen, und sich doch in deren Nähe niedergelassen.
    Eigenartig.
    Und so viele Menschen kamen zu ihm. Auch seine Familie? – Oder ist da nichts bekannt?
    Wie gut, dass er die Stämme vereinigt hat, so dass die Schweiz ein Land werden konnte.
    Eine schöne schlichte Erinnerungsstätte.
    Die Alpen, wunderbar!
    Dies ist mal wieder ein Bericht, der mir sehr gefällt, lieber Ernst.
    Viele Grüße Bärbel

  8. Vera Komnig schreibt:

    Was für eine schöne Landschaft. Hab lieben Dank für diese schönen Bilder und den interessanten Bericht, lieber Ernst. Nun ist die Woche bald vorbei und ich wünsche dir einen feinen Donnerstag mit Schwung ins baldige Wochenende 🙂

  9. Anna-Lena schreibt:

    In Berlin gibt es eine Pfarrei namens Bruder Klaus. Die Kirche ist ganz schlicht gehalten, scheinbar verehren sie ihn und seine Lebensart dort besonders.

    Mit lieben Grüßen in den Advent,
    Anna-Lena

    • ernstblumenstein schreibt:

      Hoi Anna-Lena, danke für deinen Hinweis, tja, die Welt ist manchmal klein und Kultur im deutschsprachigen Raum scheinbar gut bekannt. Ich staune…
      Ich sende dir ❤ Grüsse nach Berlin und wünsche dir eine frohe Adventwoche. Ernst

  10. araanz50 schreibt:

    Belo cenário de montanhas.
    Saudações, Araan.

  11. ernstblumenstein schreibt:

    Muito obrigado pela sua visita, o que me agradou. Desejo-lhe uma bela temporada de Natal. Atenciosamente, Ernst Abraço

  12. Träumerle Kerstin schreibt:

    Mich faszinieren solche Geschichten lieber Ernst. Wobei ich anzweifle, dass er so lange nur von Wasser gelebt hat. Karg waren oft die Zeiten und wohlgenährt schaut er auf dem Bild auch nicht aus, aber etwas Fantasie oder Mystisches wird wohl in jede Geschichte, in jede Sage und Überlieferung eingebunden.
    Liebe Grüße von Kerstin.

    • ernstblumenstein schreibt:

      Du hast natürlich Recht Kerstin, diese Überlieferung ist nicht bestätigt. Zu jener Zeit war die Kommunikation noch langsam, wurde von Mund zu Mund weiter gegeben und vielmals gab ein Wort das Andere und ein neuer Anhängsel war da!
      Ich wünsche dir eine frohe Adventszeit und sende dir einen lieben Gruss. Ernst

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