Donnerstag, 12. Februar 2015


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Abstecher zum

Weiler Weissenbach

 

 Trotz der Hochnebeldecke, die am Wochenende nur vereinzelt und zaghaft von der Sonne durchbrochen wurde, fuhren wir von Tägerig (396 m) wieder mal auf den Lindenberg (878 m).

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Obwohl dieser Bergrücken nur 20 km von Tägerig entfernt liegt, erlebten wir eine stille weiße Landschaft, die uns verzauberte und zum Träumen anregte.

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Von Muri herkommend bogen wir nach Buttwil in eine schmale Seitenstraße ein, die zum Weiler führte.

Hohe Schneemaden und die tiefverschneite Landschaft ließen uns in eine Märchenlandschaft  eintauchen. z 7.2.14 Winterlandschaften 008

Kein Mensch zu sehen, als wir uns im Ort umsahen. Wir bemerkten neben einem Bauernhof nur einige alte Häuser, Remisen oder Stallungen.

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Ein aktiver Bauer führt hier einen stattlichen Hof und widmet sich u.a. der Pferdezucht, was durch die nachfolgenden Bilder unschwer zu erkennen ist.

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 Eine Weiler-Andacht, damit die wenigen Einwohner einen eigenen Ort zum innehalten haben.

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Die mit Plaketten und Erinnerungstafeln bestückte Tür macht deutlich, dass die Bauersleute aktiv an Reitanlässen teilnehmen.

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Der Brunnen neben einer Remise singt und plätschert vor sich hin, als wäre es seine Aufgabe, momentan nur stimmige Eisskulpturen zu bilden.

Ich vermute jedoch, dass er als Viehtränke auch den  Winter hindurch dient.

Wie viele Lebensjahre hat wohl dieser alte  Efeustrauch auf dem Buckel?  

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Still ist es, kein Verkehr, kein Lärm; keine Menschen sind zu sehen.

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Der Weiler war bereits zu Beginn des 16. Jahrhunderts unter dem Namen Werdenswil bekannt und bestand aus der Mühle am Weissenbach, 1380 urkundlich  erwähnt und einem Kelnhof *.

(* Kelnhof oder Chehlhof nannte man früher in alemannischen Gebieten Schwabens und der Schweiz ein Hofgut. Der Hof war damals der Benediktinerinnen Abtei Fraumünster Zürich zinspflichtig)

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Die Weissenbacher Säge im Jahre 2012.

Wikimedia Commons. Eig. Werk. Urh. Roland Zumbühl. Boswil.Saegerei
Foto Wikimedia Commons. Eig. Werk. Urh. R. Zumbühl.

Die Wyssebacher Sagi wurde 1380 urkundlich belegt und bedeutete für den Mühlebesitzer während flauen Zeiten eine zusätzliche Auslastung von Arbeit und  Verdienst.

Sie schnitt über Jahrhunderte für viele Bauern aus der näheren und weiteren Umgebung Nutz- und Bauholz. Ihr wichtigster Kunde war im 17. und 18. Jahrhundert das Kloster Muri.

WMC, Eig.Werk. Urh. Roland Zumbühl. Boswil.SaegereiFoto Wikimedia Commons. Eig. Werk. Urh. R. Zumbühl.

Die Mühle und Säge war über Jahrhunderte in diesem  ländlichen Raum wirtschaftlich und sozial eine Bereicherung und deckte die lokalen Bedürfnisse in einer Zeit der beschränkten Mobilität ab.

Die Mühle mit der Säge und der Kelnhof wechselten im Laufe der Zeit immer wieder ihre Besitzer.

Mehr Informationen über die Säge Weissenbach findet ihr unter :  http://www.wyssebachersagi.ch/

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Wir verlassen Weissenbach und fahren wieder auf die  schneereiche Höhe des Bergrückens, der zwischen dem Bünztal und Seetal liegt, hoch.

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Uebrigens befindet sich im Guggibadgebiet eine attraktive und bekannte Langlaufloipe, die vom aktiven Skiclub Horben bei genügend Schnee professionell gespurt und unterhalten wird.      

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Der Heimweg führt uns über Bettwil und die Weiler  Ober-Niesenberg und Unter-Niesenberg nach Kallern und Tägerig zurück.

Blick auf den Weiler Ober-Niesenberg

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 Entschleunigt und voller schöner Erinnerungen kehren wir nach Hause zurück. Ich hoffe, dass euch unser Abstecher auf den nahen Lindenberg nach dem Motto

“Warum denn in die Ferne schweifen, sieh, das Gute liegt so nah”

auch gefallen hat.

8-ung ! Dies und Das  bei Joe

Mein Kamerad und Bilderlieferant Joe Mathis hat endlich einen eigenen Blog eröffnet, den ich euch wärmstens empfehlen kann. Ihr findet ihn unter :  https://josefmathis.wordpress.com/

Ernst

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32 Antworten zu Donnerstag, 12. Februar 2015

  1. Arabella schreibt:

    Am Liebsten möchte ich hier Kein schöner Land singen.:-)
    Sehr schön, liebe Grüße

  2. ute42 schreibt:

    „Entschleunigt“ ist der richtige Ausdruck, lieber Ernst. Eine wundervolle Schneelandschaft, kleine Weiler und eine alte Säge. Erholung pur. Ich bin gerne mit euch mitgefahren. Und jetzt schaue ich mal noch kurz bei deinem Freund Joe vorbei.

  3. einfachtilda schreibt:

    Das sind wundervolle Bilder in einer herrlichen Landschaft. Ruhe ist immer gut.

    LG Mathilda

  4. ladyfromhamburg schreibt:

    Die Ruhe überträgt sich. Beim Lesen und natürlich auch beim Ansehen deiner Fotos! Ich habe es sehr genossen, Ernst! Die alten Gebäude inmitten der Schneelandschaft haben eine ganz eigene Ausstrahlung und Würde.
    Danke auf für den Tipp bzgl. der neuen Blogs deines Bekannten! Ich schaue gern dort herein!

    LG Michèle

    • ernstblumenstein schreibt:

      Ich freue mich, dass dir die alten Gebäude in der sonnenblaulosen Winterlandschaft gefallen haben. Mir ging es gleich, freue ich mich doch immer, wenn mir Fotos mit einem besonderen Milieu oder Timbre gelingen.
      Ich wünsche dir ein erlebnisreiches Wochenende. Herzliche Grüsse nach Hamburg Ernst

  5. Vera Komnig schreibt:

    Einfach schön! 🙂

  6. finbarsgift schreibt:

    Herrlicher Wanderbericht!

  7. minibares schreibt:

    Lieber Ernst, was für ein wundervoller Bericht.
    Es ist auch traumhaft dort oben. Diese schönen alten Häuser, der Schnee, wunderbar.
    Das erste Foto nach eurer Rückkehr, mit dem dunklen Himmel, aber der Sonne durch die Bäume, das gefällt mir am meisten.
    Ganz liebe Grüße Bärbel

  8. Clanmother schreibt:

    Came back twice to this post! An extraordinary place.

  9. ernstblumenstein schreibt:

    Thank you so much Rebecca for your lines that delight me again and again to’s new …
    I wish you a good time Ernst

  10. Anna-Lena schreibt:

    Wie schön, deine unmittelbare Wohngegend besser kennenzulernen. So viel Schnee hattet ihr? Das sieht ja richtig nach Winter aus.
    Nun erwarten wir sehnsüchtig den Frühling, der Winter kann ruhig weiterziehen…..

    Liebe Grüße zum Sonntag,
    Anna-Lena

  11. ernstblumenstein schreibt:

    Mein Dorf liegt auf 396 m Höhe und wies eine Schneedecke von etwa 5 cm auf, das Berglein (Lindenberg) ganz in der Nähe war immerhin 878 m hoch.
    Doch zu dir, komm gut in die Woche, hoffe, es geht dir gut.
    Einen ganz lieben Gruss. Ernst

  12. Waldameise schreibt:

    Oh, ich liebe solche abgelenen Orte, an denen die Zeit stehen geblieben zu sein scheint.
    Danke, lieber Ernst, für diesen wunderbaren Bericht.
    Ist es nicht zauberhaft und beruhigend, dass es solche Idylle noch gibt? Wenn man sieht und hört, was um uns herum auf dieser Welt geschieht, wird einem Angst und Bange. Dann in solche Welten flüchten zu können, wie du sie uns hier beschreibst, ist Balsam für die Seele.

    Ein lieber Gruß zu dir
    von der Waldameise

  13. Zeitreisender schreibt:

    Zeitlos schöne Fotos…

  14. Träumerle Kerstin schreibt:

    Es ist zwar schon paar Tage her lieber Ernst, aber ihr hattet da noch ganz schön viel Schnee. Den gibt es zum Glück bei uns schon lange nicht mehr.
    Richtig romantisch schaut die Winterlandschaft mit den Häusern aus. Kein Mensch zu sehen, also absolute Ruhe, das hat man selten.
    Ich muss jetzt dem Link zur Mühle noch folgen. Aber vorab meine Frage: arbeitet sie heut noch oder dient sie jetzt als Museum?
    Bei Joe werde ich gleich schauen. Ich weiß wie es ist, wenn man ein Blog eröffnet: man braucht erst mal „Kundschaft“ 🙂
    Liebe Abendgrüße von Kerstin.

  15. ernstblumenstein schreibt:

    Liebe Kerstin,
    hab Dank für deine Zeilen. Die Mühle wird von einem Verein mit viel Engagement und Liebe instand gehalten, dieser regelt auch Besuchstage, Führungen und Aktivitäten. Ich glaube, dass sogar noch Aufträge angenommen werden, die dann nach alter Väter Sitte ausgeführt werden. Sie zeigt uns als aktives Museum auf, wie wichtig sie im Mittelalter für die Gegend war.
    Einen lieben Gruss Ernst

  16. Leyla schreibt:

    great shots ❤

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