Sonntag, 31. Mai 2015


 

Gedanken zum Tag

 Matthias Gnehm, Comic, Unterlagen Zettelkasten az 10.6.13
Matthias Gnehm *, Stimmungsvoll inszenierte und spannende nächtliche Irrfahrten durch Zürich. Eingescannt EB. AZ 06. 2013.
 

Wir haben uns gewöhnt…

dass uns die Medien bei Katastrophen ausführlich mit Informationen, Analysen und Interviews mit Überlebenden versorgen und die  Anzahl der Toten melden.

an Spendenaufrufe, denen wir Folge leisten, um unser Gewissen zu entlasten und hoffen, dass das Geld bei den Notleidenden ankommt. Was können wir Bürger denn sonst tun? Was die Politiker?

dass nur über die größten Flüchtlingsdramen im Mittelmeer berichtet wird. All die täglichen Schicksale ertrinkender Menschen können die Medien und wir ja gar nicht verarbeiten!

dass sich die Medien jeder neuen Katastrophe sofort zuwenden. Das hilft uns und unseren Politikern, vergangene ungelöste Konflikte in der Ukraine, Krim, in Gaza, Somalia, Ägypten, Niger, Mali, Libyen zu verdrängen und zu vergessen.

dass in Fukushima der defekte Reaktor immer noch mit Meerwasser gekühlt werden muss und so täglich x-tausende Liter verstrahltes und verseuchtes Wasser ins Meer geleitet werden. Wen interessiert das heute noch?

dass ich als ohnmächtiger Bürger eines reichen Landes immer mehr frage, was der Sinn und Nutzen all dieser Berichterstattung für uns alle sein soll! Dass es uns gut geht?

dass im Moment das Schicksal der Bootsflüchtlinge in Ostasien die Medien mehr interessiert als das ungelöste Problem ertrinkender Menschen im Mittelmeer. 

Nicht gewöhnt habe ich mich…

dass tägliche Straßenunfälle mit Toten und Verletzten zum normalen Alltag gehören.

dass die vielen Selbstmorde in unserem reichen Land als  Personenunfälle der Bahn gemeldet und von der Öffentlichkeit nicht hinterfragt werden.

dass uns der  Staat mit immer mehr Gesetzen und Reglementierungen bevormundet. 

dass Betteln bei uns verboten ist und die Armut im Verborgenen lebt. Sie passt nicht zum heutigen Lebensstil der feinen Gesellschaft.

dass unsere Hygienesucht zu einem sinnlosen Verpackungswahn führt und im Endeffekt die Weltmeere mit gigantischen Plastikhalden verschmutzt werden.

dass diese schwimmenden giftigen Mülldeponien die Meeresfauna tötet und sich keine Regierung für diese Umweltschädigung in den den Meeren verantwortlich fühlt.

dass die Medien täglich über jede kleine oder größere Missetat aus fernsten Ländern berichten und ich mich frage, warum das so ist?

Könnte es sein, dass das Geld nicht will, dass wir Menschen denken?

Der Spruch zum Tage

Denken, man weiß es, braucht Zeit.
Zeit aber ist – heute jedenfalls – Geld.
Also braucht Denken Geld.
Doch will das Geld nicht,
dass gedacht wird.

Kurt Marti, reformierter Pfarrer und Schriftsteller


Ratlosigkeit befällt mich, wenn ich an all diese Dinge denke, die seit Jahren in unserer verrückten Welt passieren.

Habt eine schöne Sommerzeit.  Ernst

* Architekt und Zeichner der Graphic Novel “Der Maler der Ewigen Portraitgalerie”. Innovativer Comicschöpfer. Edition Moderne. www.eternalportraitgallery.com.

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6 Antworten zu Sonntag, 31. Mai 2015

  1. cindy knoke schreibt:

    It is in many ways such a sad world Ernst, at least when you look at the cumulative contribution of human beings. Thank you for caring.

  2. ernstblumenstein schreibt:

    thank you very much for your Cindy lines that pleased me, unfortunately it’s all about power and money in the world.

    I very much hope that you have experienced an eventful holiday in Africa. I am sending you a nice greeting. Ernst

  3. In welches Haus geht Sie was hat Sie vor sehr mystierieus

  4. ernstblumenstein schreibt:

    Thomas ich weiss es auch nicht, schau unter : http://www.matthiasgnehm.ch/ Novel Graphics Comics nach. Interessanter Künstler. Grüess Ernst

  5. „Nicht gewöhnt habe ich mich…“…. an Apo’stroh- Werferei als sei es Handball. (Auch wenn e’s mittlerweile erlaubt ist. Beides. Alles, ein freies Land, aber mit Schäuble drin, das ist diMisere)

  6. ernstblumenstein schreibt:

    danke für den Besuch aus dem Schwarznullland, dachte mir – woher kommt der denn daher…

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