Samstag, 6. Juni 2015


 

Der Baobab, arabisch bu hibab –

Frucht mit vielen Samen. ( 8 )

Ba z 28 Afrika 69Serengeti Nat.Park Baobab Tree-219

Wir lernten den mächtigen afrikanischen Affenbrotbaum 1969 auf einer Reise in Tansania und Kenia kennen. Ähnlich wie bei uns im Dorf früher Linden oder Eichen eine  Bedeutung innehatten, spielt der Baobab auch in Afrika eine wichtige Rolle.

An zentral gelegenen Bäumen werden Märkte, Verhandlungen und soziale Dorfereignisse abgehalten. Neben der Schirmakazie ist er der charakteristischste Baum der afrikanischen Savanne.

Akazien in der Serengeti, rechts ein junger Baobab.

16 Afrika 69 Tansania Serengeti-Nat.Park  typ. Savannenlandschaft

Er dient den Einheimischen seit Jahrhunderten als Quelle für Volksmedizin und Nahrung. In der Kalahari Wüste soll es einen Volksstamm geben, der den  Wasservorrat des Baums anzapft, um den Flüssigkeitsbedarf zu decken.

Über den Baum zirkulieren auf Grund seiner Heilkräfte und seinem eigentümlichen Wuchs abergläubische Geschichten und Weisheiten. Eine besagt zum Beispiel, dass wer einen Aufguss der Rinde trinkt stark und mächtig wird.

Zwei “Alte” in Tansania.

WMC. Quelle Two old ones. Urh. Ferdinand Reus, Arnhem, Holland
Foto WMC. Urh. Ferdinand Reus. Arnhem Holland.

Seine ausgehöhlten Baumstämme dienen manchmal den Einheimischen als Stall, Grab, Wasserspeicher, Gefängnis, Toilette, Laden oder als Wohnung.

Ba 1969 Afrika Tansania auf SafariBaobab - Kopie - Kopie

Ein Baobab kann 1’00 Jahre alt, sein Stamm bis 20 Meter hoch, 7 Meter dick und die Rinde bis 10 cm breit werden. Dank seinen schwammartigen Fasern und seiner Größe kann er  im Innern bis 140’000 Liter Wasser speichern und längere Trockenzeiten und Buschbrände überstehen.  

Ba z 26 Afrika69 Tansania Serengeti Nat.Park Baobab-201

Wisst ihr, warum sein Astwerk wie ein bizarres, in die Luft ragendes Wurzelwerk aussieht? Eine Überlieferung besagt, dass die Götter aus Zorn über die Frevel der Menschen den Baum aus der Erde gerissen und verkehrt herum wieder in die Erde gesteckt hätten.  

Ba 29 Afrika69 Tansania Savanne Serengeti Baobab-220 - Kopie

Im Frühsommer entwickelt er kurz vor der Regenzeit innerhalb von 4 Wochen seine Laubblätter. Bleibt der Regen aus, verzögert sich die Blattentwicklung. Er braucht 16 Jahre, bis er das erste Mal blüht. Die Blütezeit dauert vier Wochen, aber die Blüte ist nur 20 Stunden bestäubungsfähig. 

Baobabblüte Foto safari-afrika.de Michael Kürschner© Foto safari-afrika.de Michael Kürschner.

Vor allem verschiedene nektarfressende Flughunde mögen die süßlich und unangenehm nach Aas riechenden Blüten und bestäuben sie. Aber auch Galagos (Buschbabys) und nachtaktive Eulenfalter besuchen die Blüten und tragen so in kleinerem Masse zur Bestäubung bei. 

Eine Sage berichtet, dass wer unvorsichtig eine Blüte vom Baum pflückt, von einem Löwen verschlungen wird.

WMC. Eig. Werk, Urh. Marco Schmidt. 

Das Fruchtfleisch enthält wertvolle Vitamine und wird gegessen, ebenso die frischen Blätter, die wie Gemüse zubereitet werden.

Aus den Samen gewinnen die Afrikaner Öl oder sie fermentieren sie zu einem Gewürz. Samen werden auch geröstet gegessen.

Quellen : http://baobab.org/

Die Fasern des Stammes und der Wurzel brauchen die Einheimischen, um daraus u.a. Schnüre, Fischernetze, Fußmatten und Seile herzustellen.

Zum Zeitpunkt unserer Reise war Trockenzeit. Ich erinnere mich an die Stille, die in der Landschaft lag, wenn wir zu einem Park unterwegs waren. Auf den Pisten war kein Verkehr und unser Fahrer ließ den Tieren immer den Vortritt.

Was für ein Unterschied zur heutigen Zeit, die uns mit Straßen- und anderem Lärm zudeckt. Helga Schäferling hat in einem Aphorismen treffend festgehalten:  Glücklich, der im Lärm der Zeit, einen Hauch von Stille vernehmen kann 

Ba z 28 Afrika 69Serengeti Nat.Park Baobab Tree-219


Der Spruch zum Tage

Einsamkeit birgt in sich einen Samen,
der nur darauf wartet,
zum Keimen gebracht zu werden
und Frucht zu bringen.

Schäferling Helga. deutsche Sozialpädagogin.

Verwendete Quellen:
– Afrikanischer Affenbrotbaum. Wikipedia.
http://baobab.org.

Euch wünsche ich eine frohe Zeit.

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34 Antworten zu Samstag, 6. Juni 2015

  1. cindy knoke schreibt:

    I saw these in Africa! Fabulous photos~

  2. lollyjanepolly schreibt:

    Ein wunderbarer Einblick! Tolle Fotos und interessante Informationen. Ich mag Affenbrotbäume. Sie haben einen schönen Wuchs. Liebe Grüße, Polly

  3. Arabella schreibt:

    Die Welt ist voll wunderbarer Dinge

  4. ute42 schreibt:

    Ein interessanter Bericht von einem einmaligen Baum. Die Sage mit den Wurzeln passt wunderbar.

  5. ernstblumenstein schreibt:

    danke Ute, dir einen schönen Sonntag

  6. Lis schreibt:

    …einfach schön 🙂
    Lieb grüßt Dich Lis

  7. Fehlt doch was, oder? Orchestra Baobab!

    • ernstblumenstein schreibt:

      Coumba hhm, hhm, hhm, hhm, hhm, hhm, hhm, hhm, ein herrlicher Morgen, das Fenster offen, noch belebt kühle Luft, während ich total beschwingt durch Orchestra’s Klänge zur Kaffeemaschine schreite, danke, danke für diesen herrlichen Morgen…

  8. minibares schreibt:

    Lieber Ernst, was für ein wertvoller Baum.
    Danke für diesen wunderbaren Bericht.
    Liebe Grüße Bärbel

  9. ladyfromhamburg schreibt:

    Was für ein interessanter Baum! Ein Charakterbaum obendrein. Danke für deinen wirklich fesselnden Bericht über die Besonderheiten und Eigenarten dieses mächtigen Gesellen! Das ist schon sehr beeindruckend zu lesen (und anzuschauen auf den Fotos).

    Liebe Grüße
    Michèle

  10. ernstblumenstein schreibt:

    Ja Michèle, der Kerl ist wahrlich ein Lebensbaum par excellence…
    Danke für deine Zeilen. Gruss Ernst

  11. Margrit schreibt:

    Hallo Ernst
    Ich war lange nicht mehr hier auf deinem Blog,
    ich habe dich aber nie vergessen, denn dein 1 Räppler bringt
    mir immer viel Glück :-))
    Wir sind einfach sehr viel am Enkel hüten 2-3 mal pro
    Woche sind die kleinen Racker hier ,der Kleinste ist nun 8Mr.alt,
    wir machen das sehr gerne, denn sie sind so schnell gross !!!

    Ich bin von deinem Bericht über den Baobab Baum sehr begeistert,
    gottlob durfte ich ihn in Kenia auch sehen, dieser so
    einzigartige Baum !
    Danke für die tolle Info und die super Musik dazu !

    Liebie Neuenhofergrüessli
    Margrit

    • ernstblumenstein schreibt:

      oh, das ist aber eine Ueberraschung, dich wieder mal zu lesen. Ja die Zeit läuft, der Blog verändert sich, alte Seilschaften verlieren sich, neue entstehen, wie im echten Leben auch.
      Hab Dank für deine Zeilen, Du hast Recht, kaum sind die Enkelkinder da, wachsen sie aus, unsere sind 18. 17.17.15, machen viel Freude und tasten sich schon in’s Erwachsenenleben. Die feine Musik hat mir Daggi geschenkt, sie passt wunderbar als Bereicherung in den Kommentaren.
      Grüess über de Berg. Ernst

  12. Anna-Lena schreibt:

    Du hast ihn uns auf deine dir eigene und liebenswerte Art nahe gebracht und ich kann so manche Infos an meine Schüler weitergeben.
    Danke und ❤ liche Grüße
    Anna-Lena

  13. finbarsgift schreibt:

    Klasse Bericht wieder von dir, lieber Ernst!
    ICH „kenne“ den Baobab aus dem kleinen Prinzen von Saint-Ex 🙂
    Und soweit ich weiß, steht auch ein kleiner auf dem Heimatplaneten desselben,
    dem Asteroiden B612!
    Liebe Morgengrüße
    vom Lu

  14. Waldameise schreibt:

    Wenn man das Foto betrachtet, auf dem der Elefant neben dem Baum steht, wird einem die Mächtigkeit dieses herrlichen Baumes erstmal so richtig bewusst. Er muss gigantisch sein. Das live zu erleben, war sicher sensationell.

    Ein lieber Gruß aus dem Wald mit den etwas kleineren Bäumen 😉

    • ernstblumenstein schreibt:

      Oh ja, Andrea, wenn ich daran denke, begebe ich mich in eine andere Welt. Vielen Dank für deinen Besuch und einen ganz lieben Gruss in deinen Wald schickt Dir
      Ernst. 🙂 🙂 🙂

  15. Träumerle Kerstin schreibt:

    Danke Ernst für so viele Informationen über einen so gewaltigen und mystischen Baum. Ja, der Vergleich stimmt: aus der Erde gerissen und verkehrt wieder eingesetzt.
    1.000 Jahre alt – also was dieser Baum so alles erlebt in seinem Leben, das kann man sich gar nicht vorstellen.
    Wenn ich jemals vor einem stehen würde, ich würde mich an ihn schmiegen und seine Stärke fühlen wollen.
    Liebe Abendgrüße von Kerstin.

  16. ernstblumenstein schreibt:

    Vielen Dank Kerstin für deine Zeilen, die mich freuen. Wir haben ihn aus gebührender Distanz angeschaut, wie er sich so als riesiger Scherenschnitt vor uns präsentierte. Und unsere Erinnerungen an diese Zeit sind wach. Dir eine frohe Sommerzeit und ein schönes Wochenende. Liebe Grüsse Ernst

  17. unbesorgt schreibt:

    Du bist viel gereist und ihr habt viel gesehen. Es war spannend für mich, etwas über eine Pflanze zu erfahren, die in einem ganz anderen Teil auf unserer Erde zu Hause ist als ich und dort den Menschen auf vielerlei Art zur Verfügung stand und steht. Ich hoffe sehr, dass es möglich sein wird, diesen Pflanze noch lange zu erhalten. Heutzutage wir so viel ausgerottet an Pflanzen und Tieren, dass mir manchmal Angst un Bange wird.
    Danke für diesen Ausflug. Herzliche grüßt Angelika

  18. ernstblumenstein schreibt:

    vielen herzlichen Dank für deine weiterführenden Gedanken, Angelika. Ja die Artenvielfalt auf unserem Planeten ist arg am Schwinden und ob die kommmende, noch technisiertere Generation diesem Problem genügend Aufmerksamkeit schenkt bezweifle ich. Ich wünsche dir eine frohe Zeit und sende liebe Grüsse nach Hamburg. Ernst

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