Wer kennt sie noch?


 

Scharreisen


aus Metall waren früher dazu da, allfälligen Schmutz von den Schuhsohlen zu kratzen. Sie waren neben Hauseingängen am Boden von alten Liegenschaften angebracht.

Scharreisen an einer Treppe hinter dem Landgasthof Bären in Schinznach Dorf AG.

Konfirmation Janin 030

Sie erinnern uns daran, dass bis Mitte des 19. Jh. die Gassen und Straßen in Städten und Ortschaften weder gepflastert noch geteert waren.

Heutzutage klebt außer Staub kein Dreck mehr an den Sohlen; ganz zu schweigen von erdverklumpten Schuhen, die draußen geputzt und gereinigt werden mussten.

 Konfirmation Janin 031

Sollten wir jedoch heutzutage trotzdem mal in die Situation kommen, stark verschmutzte Sohlen zu reinigen, wären die Scharreisen eigentlich ganz praktisch.

Ein Scharrblech, Sparversion eines Scharreisens am “Haus zum goldenen Horn” in Basel.

Sparversion Scharreisen, 'Scharrblech', © by altbasel.ch. Basel, Haus 'zum goldenen Horn'. St.Johanns-Vorstadt 9
© by altbasel.ch

Ein schönes, massives Scharreisen mit Vertiefung am Haus ‘zer Hell’ (zur Hölle) am Totentanz 13 in Basel.

Hinten blockiert ein nachträglich angebrachtes modernes Abwasserrohr die Nutzung.

  Scharreisen am Haus 'zer Hell', Totentanz 13.  Heute blockiert dch. modern. Abwasserrohr
 © by altbasel.ch

Es gab sogar Scharreisen, die über dem Boden in der Mauer eingelassen waren mit einer Aushöhlung in der Wand, sodass Platz für den Schuh blieb. Ebenso erleichterte die Vertiefung im Eisen die Reinigung der Sohlen.

Eine höher liegende Nische am Haus Totentanz 3 in Basel für eine bequemere Sohlenreinigung.

Höher liegende Nische am Haus Totentanz 3 mit Vertiefung im Eisen.

Ein kunstvolles Scharreisen am Haus ’zum Laufenburg’, Blumenrain 24 in Basel.

Scharreisen am Haus 'zum Laufenburg', Blumenrain 24.

Pingelige Hausbewohner nötigen allerdings auch heutzutage noch ihre Gäste, die Schuhe vor der Tür auszuziehen, um den Parkettboden zu schonen.

Und…  müsste ich meine Schuhe auch ausziehen, wenn ich bei euch auf Besuch käme?

Ernst

Quelle : altbasel.ch  ‘ fragen zum alten Basel ‘ . http://www.altbasel.ch/fragen/scharreisen.html

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65 Antworten zu Wer kennt sie noch?

  1. lollyjanepolly schreibt:

    Nein. Bei mir nicht ☺

  2. Ariana schreibt:

    Bei mir auch nicht. 🙂

  3. Love schreibt:

    Buona Domenica Amico 🙂

  4. Arabella schreibt:

    Lange habe ich die nicht gesehen.
    Danke für’s erinnern.

  5. ute42 schreibt:

    An diese Eisen hätte ich nicht mehr gedacht. Aber es stimmt, die gabs zu meiner Kindheit auch noch. Bei mir muss niemand die Schuhe ausziehen.

  6. Joe schreibt:

    An diese Helfer für sauberes Schuhwerk kann ich mich erinnern, die gabs in unserem Dorf vor Gaststätten und der Schule , sowie bei begüterten Einwohnern. Bauernhöfe hatten meist beides, den Stiefelknecht und ein Scharreisen. Danke fürs zeigen, und bei mir darfst Du die Schuhe anbehalten. Gruss Joe

  7. claire schreibt:

    Hallo Ernst. Diese Scharreisen zeugen halt noch von viel früheren Zeiten, da es noch keine geteerten Strassen gab. In der heutigen Zeit haben nun die drehbaren Bürsten, die man oft bei Gasthäuser auf dem Lande antrifft, die Scharreisen abgelöst. Aber wenn du mal meine dreckigen Wanderschuhe sehen würdest, da kleben oft ein paar cm. dicken Dreck an den Sohlen. So ein Scharreisen würde ich dann gerne mit der Bürste tauschen.
    Es grüsst dich Claire.

    • ernstblumenstein schreibt:

      Claire, die drehbaren Bürsten bei den Gasthäusern habe ich noch nie gesehen. Werden die angetrieben oder muss man sie mit den Füssen bewegen? Tja, ich kann mir das mit deinen Wanderschuhen schon vorstellen, Du bist auch vielfach auf abenteuerlichen Nebenstrecken unterwegs, gell. Einen lieben Gruss und hab eine gute Woche. Ernst

  8. ladyfromhamburg schreibt:

    Ich finde diese Scharreisen höchst praktisch. Sicher, heute entfällt zumeist der Anlass, du hast es erwähnt. Dreck, Lehm, Erde etc, hängt so extrem normalerweise nicht mehr im Profil der Sohlen. Doch das Profil der Schuhe ist wieder ausgeprägter geworden! Wer weiß, vielleicht gibt es eine Renaissance der Eisen am Eingang. ^^ Schöne Fotos hast du von einigen wirklich interessanten Exemplaren!
    Man sieht hier hin und wieder stattdessen noch die eingelassenen Gitterroste anstelle einfacher Fußmatten – oder zusätzlich. Erst das Gitter, danach die normale Matte.

    Ich überlasse es meinen Gästen immer, ob sie Schuhe anbehalten wollen oder nicht. Manche fühlen sich von sich aus wohler, wenn sie sie loswerden. Müssen muss prinzipiell keiner.

    Schönen Sonntag, Ernst, und liebe Grüße!
    Michèle

    • ernstblumenstein schreibt:

      Ich danke Dir für deine ausführlichen Zeilen. Da wir auf dem Land wohnen, brauchen wir eine effiziente Fussmatte, die das Gröbste reinigt. Wenn wir im grossen Garten arbeiten, benützen wir meistens entweder Stiefel oder Gartenschuhe, die immer draussen neben einem Seiteneingang bereit stehen. Trotzdem vergesse ich beim Salat oder Gemüse holen manchmal die Schuhe zu wechseln. Eine Schuhsohlenwäsche ist dann je nach Wetter die Folge.
      Ich grüsse dich herzlich und wünsche Dir eine gute Woche. Ernst

  9. wederwill schreibt:

    Danke fürs Erinnern! Mir fällt da auch gleich der Stiefelknecht aus Holz ein, den mein Großvater hatte. Lange lag er noch im Vorhäuschen, auch wenn ihn niemand mehr brauchte oder benutzt hat. Lieber Ernst, ich wünsche dir einen schönen Sonntagabend und einen guten Start morgen in die Woche.
    Herzlichst,
    Marlis

  10. Anna-Lena schreibt:

    Ich kann mich nicht erinnern so ein Scharreisen je gesehen zu haben. Aber nun habe ich wieder etwas dazu gelernt.
    Hab eine gute neue Woche,
    LG Anna-Lena

  11. Träumerle Kerstin schreibt:

    Lieber Ernst. Solche „Dinger“ habe ich noch nie gesehen und auch noch nichts davon gehört. Ist interessant! Wenn ich nach den Hunderunden mal viel Dreck an den Schuhen habe, so kratze ich den an der Bordsteinkante vom Fußweg ab. Sollte ich jemals so ein Scharreisen sehen, werde ich bestimmt an Dich denken. Danke für Deine Erklärungen.
    Viele Grüße in die neue Woche von Kerstin. Und bei mir muss auch niemand Schuhe ausziehen, wir haben aber auch keinen Teppichboden. Kommt ja immer auch drauf an, welchen Belag man in der Wohnung hat.

  12. ernstblumenstein schreibt:

    Danke für deine Zeilen liebe Kerstin. Du hast ja die nächste Zeit noch EINIGES vor. Dazu wünsch ich Dir gutes Gelingen. Hab eine gute Woche. Ernst

  13. In Berlin sehe ich hinundwieder welche im Osten von Berlin oder auch im Western aber an Sehr alten Hochhäusern Sechs Stöckige

  14. ernstblumenstein schreibt:

    Hab Dank für deine weiterführenden Gedanken. Ernst

  15. finbarsgift schreibt:

    Ja, ich kenne sie noch guuut!

    Aber gesehen habe ich schon eeeewig keine mehr…

    hab einen feinen Tag!

  16. puzzleblume schreibt:

    Wunderbar, dass sich endlich einmal jemand um diese übersehenen, aber oft so schön gestalteten Gebrauchsdinge kümmert! Bei uns in der Kleinstadt gibt es zwar weniger als früher, aber ein paar der alten Scharreisen gibt es noch, wo der jeweilige Hauseingang einige Stufen über dem Gehsteigniveau liegt. Ich müsste mal wieder einen Spaziergang durch die Strassen machen, mit Augenmerk darauf – eine schöne Anregung. 🙂

  17. kowkla123 schreibt:

    wünsche einen möglichst regenfreien Tag

  18. giselzitrone schreibt:

    Wünsche einen schönen Dienstag ich habe auch schon lange keine Schareisen mehr gesehen oder nicht darauf geachtet ,gibt sie bestimmt an der Ahr Arweiler muss mal darauf achten.Grüße dich noch lieb von mir und wünsche einen schönen Tag Gruß Gislinde

  19. Silberdistel schreibt:

    Oh ja, diese Scharreisen kenne ich auch noch. Bei meinen Großeltern auf dem Lande hatten sie auch immer viel zu tun. Bei der Arbeit im Garten oder auf dem Feld blieben oft reichlich Erdreste an Schuh- oder Stiefelsohlen hängen. Das Scharreisen hat den gröbsten Schmutz beseitigen können. Hübsche und sogar kunstvolle Scharreisen hast Du gefunden. Ich kenne sie aber auch noch aus vielen kleineren Orten hier. Da gehörten sie ganz einfach neben die Haustüre.
    Bei mir muss auch kein Besucher die Schuhe ausziehen und ich denke, wer vielleicht wirklich mit enorm lehmverschmutzten Schuhen käme, würde diese schon aus reiner Höflichkeit selbst ausziehen. Aber selbst wenn nicht, ist das ja heutzutage auch kein Problem. Ein Staubsauger würde sicher später wieder alles richten 😉
    Liebe Grüße und eine gute Zeit für Dich wünscht die Silberdistel, die hier gerade Scharreisenschmutzwetter hat 😀

    • ernstblumenstein schreibt:

      Hab Dank für deine Zeilen liebe Silberdistel. Du bist nicht allein mit dem Scharreisenschmutzschmuddelwetter, auch wir haben Regen erhalten. Aber wir können es brauchen, hatten wir doch wiederkehrende und längere Trockenzeiten. Stell dir vor, meine Krokusse Blütenstknospen sind hoch gewachsen und bereit, bei den nächsten Sonnenstrahlen mich anzulachen und zu erfreuen. Hoffe, dich lacht auch jemand an 😉 .
      Herzlichen Dank für deinen Besuch hab eine gute Zeit. Vor allem geniesse sie, den was war, kommt nie zurück 😉 . Einen lieben Gruss Ernst

  20. Michael Hermann schreibt:

    Danke für diese Erinnerung Ernst! Ein Grobschnitt im Garten steht noch an – aber so ein Ding werd ich mir vorher noch basteln. … sonst liegt (wie immer) der ganze Schuhdreck nachher auf den Pflastersteinen.
    Mit lieben Grüßen,
    Michael

  21. ernstblumenstein schreibt:

    Oh, Du erinnerst mich Michael, ich muss in der Hecke auch noch verschiedene Sträucher und Hasel auf den „Stock“ setzen. Ja, ein solches Ding wäre schon praktisch.
    Liebe Grüsse Ernst

    • Michael Hermann schreibt:

      Haben wir da etwa den gleichen Geschmack? Hasel?
      Hab bei mir hauptsächlich auch Hasel und Buche – fast naturbelassen (ein paar Meter hoch). Blos wuchert das Zeug so, dass man ab und zu doch einen Radikalschnitt machen muss – sonst verliert man 🙂 Hoffentlich verzieht sich dieses P…..wetter mal.
      Mit lieben Grüßen,
      Michael

      • ernstblumenstein schreibt:

        Tja, bin ein grosser Bewunderer der Natur, war mal 10 Jahre Präsident eines Naturschutzvereins. Habe neben Hasel (4-6 M.) Liguster, Stechpalme, Hundsrose, Vogelbeere, Schwarz-u. Weissdorn, Holunder, Feldahorn, Schneeball, roter u. grüner Hartriegel. Am Boden blühen dann Anemomen, Schlüsselblumen und Bärlauch gedeiht auch prächtig. Wir haben sicher den gleichen Geschmack.
        Liebi Grüess. Ernst

  22. minibares schreibt:

    Hier muss ich auch mal eins aufnehmen!
    Deine Beispiele sind super!
    Liebe Grüße Bärbel

  23. waehlefreude schreibt:

    Eine lustige Kollektion. 😉

    Schuhe ausziehen ist bei mir schon angesagt; hier gibt es viel lehmigen Boden und es regnet oft. Doch ich habe auch „gummiartige Elbkähne“ für meine Besucher. 😉

    Liebe Grüße, F.

  24. Michael Hermann schreibt:

    Ganz toll Ernst! Ja – zum Teil 4-6 Meter. Nur hatte ich die ganzen Dinger gepflanzt, als die Kinder noch klein waren – somit achtete ich darauf, dass nix Giftiges dabei ist. Inzwischen sind auch Sträucher drin, die ich gar nicht hingetan hab. Es ist halt auch schön für die Vögel – die haben die Samen sicher mitgebracht.
    Liebe Grüße,
    Michael

  25. kowkla123 schreibt:

    möge es ein gutes Wochenende werden

  26. unbesorgt schreibt:

    Bei meinem Opa auf dem Bauernhof war auch so ein Eisen eingelassen in die Treppenstufe vor der „Ern-Tür“ wie man zur Haustüre sagte. Und selbstverständlich wurden dort die Schuhe vom gröbsten gereinigt – aber dann trotzdem ausgezogen und mit den Schuhen getauscht die im Ern (Hauseingang) standen. Niemals ging man mit den Straßenschuhen in die Wohnung – auch nicht mit den Sonntagsschuhen, die ja eigentlich immer sauber waren, weil man da sehr pingelig darauf achtete, sie nicht zu verschmutzen.
    Schöne Erinnerungen hast du geweckt, Ernst, ich sehe das Anwesen meiner Verwandten wieder vor mir und habe gleich ein heimeliges Gefühl.

    Liebe Grüße aus einem heute verregnetem Hamburg
    Angelika

  27. waldwolf41 schreibt:

    so eis hani no nie gseh. Gfallt mr.

  28. Margrit schreibt:

    Ach wie herrlich Ernst wir hatten in unserem Haus in Brugg auch so ein
    Scharreisen genau das gleiche !
    Mein Vater war Stadtgärtner und wir hatten auch
    einen sehr grossen Garten,da wurde das Eisen täglich
    gebraucht und wenn die Schuhe einigermassen sauber waren
    standen noch die Filzpantoffeln da , in welche man mit Schuhen
    rein schlüpfte :-))
    Danke für diese schöne Erinnerung an vergangene Zeiten !

    Bei uns muss niemand die Schuhe ausziehen ,das
    möchte ich auch nicht !

    Ganz liebi Grüessli vo äned am Bärg
    Margrit

  29. Ruhrköpfe schreibt:

    oh, die habe ich lange nicht mehr gesehen. Eine gute Sache.

  30. cindy knoke schreibt:

    Faszinierend Ernst!

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