Weiler Hasli, Muri AG


 

Die Vorgeschichte

Die junge Künstlerin Barbara Enzler malte vor gut 2 Jahren an der Hausfassade ihres Vaters ein Bild. Dieser besaß für das Haus bereits die Abbruchbewilligung, um neu zu bauen. Deshalb tolerierte die Gemeinde das Bild auf Zeit und drückte unbürokratisch ‘ein Auge zu’.

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Foto © Eddy Schambron, az.

Letztes Jahr verkaufte der Vater das Haus an die Bauernfamilie Staubli, die jedoch das Gebäude behielt, um es als Unterkunft für ihre Erntehelfer zu nutzten.

Für die Staublis ist das Bild etwas Spezielles, das es sonst nirgendwo zu sehen gibt. Außerdem gefällt es Passanten und oft halten auch Automobilisten an, um zu fotografieren.

Willi Staubli vor seinem Haus im Weiler Hasli. 

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Foto © Eddy Schambron, az.

Als sich jedoch ein Nachbar in ähnlicher Angelegenheit über die ungleiche Behandlung zu Recht beschwerte, musste die Gemeinde handeln.

Der Amtsschimmel wiehert…

Am 2.2.16 erhielten die Staublis dicke Post : Das Bild der Künstlerin sollte bis Freitag den 11.3.16 entfernt werden.

Das Fassadenbild musste also weg – und keiner verstand es.

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Begründung : Es sei atypisch und störe das Erscheinungsbild von Hasli, das im Inventar der Ortsbilder der Schweiz (ISOS) als Weiler von nationaler Bedeutung eingestuft ist.

Wer eine Sanierung oder Änderung der Fassade plane, müsse ein Bewilligungsgesuch einreichen,  was in diesem Falle nicht geschehen ist.

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Die Aargauer Zeitung und andere Medien machten den Fall publik. In Leserbriefen, E-Mails und sozialen Medien setzten sich zahlreiche Personen für die Erhaltung des Fassadenbildes ein.

Die Entrüstung in der Bevölkerung bewog den Gemeinderat, sich mit dem Eigentümer für eine nachträgliche Bewilligung einzusetzen. Fam. Staubli hat ein Gesuch an den Kanton gestellt, damit das Bild an der Fassade erhalten bleibt.

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Das Gesuch liegt beim kantonalen Amt für Raumentwicklung, das für eine Bewilligung außerhalb der Bauzone zuständig ist.

Auf eine Anfrage äußerte sich dieses, dass die Frage nach der präjudiziellen Wirkung im Vordergrund stehe. Es sei deshalb schwierig, vorab zu beurteilen, ob dem Gesuch stattgegeben werden könne. 

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Ich hoffe, dass das Gesuch bewilligt wird und das seifenblasende Kind von Barbara Enzler weiterhin an der Fassade im Weiler Hasli zu sehen ist.

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Bitte Daumen drücken. Ernst

 

PS : Der Weiler Hasli weist einige sehenswerte landwirtschaftliche Gebäude aus früheren Zeiten auf. Für Interessierte lohnt sich ein Besuch auch deshalb.
Quelle az. Barbara Enzler: www.be-kreativ.ch

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30 Antworten zu Weiler Hasli, Muri AG

  1. Anna-Lena schreibt:

    Da drücke ich ganz kräftig, lieber Ernst!
    Es ist doch unglaublich, was die Bürokratie so alles verzapft und welche Steine sie ins Rollen bringt!
    Ich finde, das Fassadenbild ist ein herrlicher und so optimistischer Blickfang.

    Liebe Grüße zu dir,
    Anna-Lena

  2. Arabella schreibt:

    Gern drücke ich die Daumen, es wäre zu schade.

    Liebe Grüße

  3. leonieloewin schreibt:

    Ich drücke auch ganz fest die Daumen, dass die Kunst hier siegt. Liebe Grüße Leonie

  4. Ariana schreibt:

    Da drücke ich ganz fest die Daumen mit.

  5. kowkla123 schreibt:

    Sachen gibt es, die kann man kaum glauben, alles Gute, das Wochenende kommt

  6. ute42 schreibt:

    Es wäre wirklich schade, wenn das Bild verschwinden müsste. Da soll der Amtsschimmel mal bitte über seinen Schatten springen. Es gibt doch bestimmt wichtigeres zu tun.

  7. ladyfromhamburg schreibt:

    Ich schließe mich mit Daumen drücken an!
    Ich versuche ja das Prinzip und die Ordnung und das Gesetz irgendwie nachzuvollziehen – aber mal ehrlich, warum muss man gerade gegen ein solches Motiv etwas haben und es entfernen wollen. Es schadet doch der Wirkung des Weiler Hasli wirklich nicht.
    Schwierig jetzt natürlich aus der Sicht der Entscheider, die befürchten, dass nun eben mehr Menschen mit Fassadenumgestaltungsideen kommen, auf gleiches Recht für alle pochen und eine Genehmigung durchsetzen möchten. Oh, und dann diese Diskussionen darüber, was als Motiv noch erlaubt ist und was nicht … Ich sehe schon die Köpfe der Kantonszuständigen rauchen. „Kantonales Amt für Raumentwicklung, das für eine Bewilligung außerhalb der Bauzone zuständig ist“. Lieber Ernst, ihr habt in der Schweiz genauso zauberhafte Bezeichnungsungetüme wie wir in Deutschland! ^^
    Die sollen bittschön mal über ihren Schatten springen. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass dann plötzlich jeder Hauseigner in Hasli vorhätte, sein Mauerwerk zu bemalen.

    LG Michèle

    • ernstblumenstein schreibt:

      Vielen Dank Michèle für deine engagierten Ausführungen zu diesem Thema, die ich gerne zur Kenntnis genommen habe. Je suis d‘ accord avec toi. Es geht eben nicht um das Motiv, sondern nur um geltendes Recht, da eine Bemalung der Fassade als Renovierung und deshalb eine Baubewilligung braucht. Die Gemeinde Muri drückte ja ein Auge zu in der Meinung, das Haus werde ja eh abgerissen.

      Ich habe mich im Weiler umgesehen. Das seifenblasende Kind ist im Ort ein echter Lichtblick und Hingucker. Was ich jedoch nicht begreife ist, dass ein Autoschrotthändler, der mit seinen stehenden Occasionen den Weiler verschandelt, dies darf. Scheinbar lässt das Gesetz im Sinne der liberalen Wirtschaft dies zu. Alles, was Zaster/Kröten/Kohle oder Mäuse bringt, ist gut, der schnöde Mammon lässt grüssen.

      Wäre ich verantwortlich, würde ich die Sauerei mit den Schrottwagen verbieten, nicht aber das seifenblasende Kind. Der Weiler hat einige schöne, wirklich alte Häuser und weist ein sehenswertes, uraltes Bauerngebäude auf. Vielleicht folgt mal ein Bericht.
      Danke Michèle, hab ein schönes Wochenende. Ernst

  8. kowkla123 schreibt:

    nur ein Gruß, schönes Wochenende

  9. giselzitrone schreibt:

    Einen schönen Montag wünsche ich dir ja es gibt schon Sachen man glaubt es kaum.Eine schöne sonnige Woche wünsche ich dir lieber Gruß Gislinde

  10. Incredible!
    I just started blogging last week, and it is a pleasure that I came across your blog. It has inspired me to start my second article.
    Thank you:)

  11. minibares schreibt:

    Lieber Ernst,
    das ist ein ungewöhnliches, wunderschönes Bild.
    Die Behörden sollten still halten.
    LG Bärbel

  12. Silberdistel schreibt:

    Aber da drücke ich doch fleißig mit die Daumen, lieber Ernst. Ich finde, das Bild steht dem Haus ausgesprochen gut und es wäre schön, wenn es bleiben dürfte.
    LG schickt Dir die Silberdistel

  13. ernstblumenstein schreibt:

    danke fürs drücken, liebe Silberdistel…

  14. wederwill schreibt:

    ach ja, wollte ja noch schreiben, dass ich auch ganz fest die Daumen drücke, damit das Kind auch weiterhin seifenblasene Träume in den Wind schicken kann!!!!
    Herzlichst,
    Marlis

  15. ernstblumenstein schreibt:

    Lächeln und hoffen liebe Marlis. Hab herzlichen Dank fürs Daumen drücken – es hilft ganz doll, bis heute bläst das Kind immer noch Träume in den sehr kalten unwirtlichen Biswind…
    Ich hoff, es ist ein gutes Omen, dass noch kein Entscheid publik wurde.
    Liebi Grüess in den Norden. Ernst

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