Abschied…



Grulle…

Du warst das Nesthäkchen in unserer Familie und immer voller Lebensfreude. Wir verstanden uns schon als Kinder, spielten, tollten herum, heckten und führten Streiche aus. Du warst ein quirliges und fröhliches Schwesterherz.

Erinnerungen werden wach, wie Du mir 1965 Geld geschickt hast, damit ich in Persien eine echte Lammfelljacke kaufen und dir heimschicken konnte. So eine Jacke war damals ‘In’ und erstrebenswert. Dabei blieb für mich sogar noch etwas Geld zum Reisen übrig, das ich gut gebrauchen konnte. 

8.4.15 Garten 005

Erinnerungen auch, als wir 1973 mit dem R4, den Kindern, der Zeltausrüstung und den “Gantner’s” in drei Tagen über Österreich-Jugoslawien nach Nordgriechenland reisten, um auf der Halbinsel Sithonia außerhalb von Nikitas an einem menschenleeren Strand unsere Zelte aufzuschlagen.

Einmalig auch, wie Du als weltoffene Frau alleine mit dem Flugzeug nach Thessaloniki, nachher per Bus nach Nea Modania und von dort per Anhalter weiter gereist bist.

Schlussendlich hast Du unser Zeltlager mit Hilfe vom Milchmann in Nikitas gefunden. Er hat dich mit seinem Dreiradtöffli * zu uns gebracht. Diese Zeltferien fernab der Zivilisation haben dir sehr gefallen.

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Das Telefon am Morgen des 2. Mai kam unerwartet, ließ mich sprachlos, ungläubig, dann traurig, leer und müde zurück. Du bist nicht mehr, bist einfach gegangen, ohne zu fragen, fortgegangen aus meinem Leben, obwohl Du weit weg in Kuala Lumpur gelebt hast und wir uns sehr selten sahen.

Das Leben geht weiter, der Alltag bleibt der Gleiche. Ich bin oft traurig, dann laufen Tränen, die Erinnerungen an Dich wachrufen. Tröstlich für mich ist, dass Du in unserem Friedhof in Kirchdorf deinen Ruheplatz gefunden hast.

So werde ich dich bald und auch später wieder besuchen können. Du bist gegangen und doch nach Hause zurück gekehrt !

Meine Tränen wünschen dir Frieden. 

Ätli

Grulle war der Übername (Koseform) meiner Schwester Ursula.
Ich bitte auf Beileidbezeugungen zu verzichten !
* Töffli : Dialektwort für Moped.

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23 Antworten zu Abschied…

  1. Himmelspforten-Elfchen
    Blumenbekränzt
    die Regenbogenbrücke
    wenn unsere Seelen
    schweben in Gottes Lichtschloss.
    Erneuerung!

    Goldperlenbestickt
    das Gewand
    des Engels, welcher
    an der Himmelspforte wartet.
    Lichtherrlichkeit!

    © Monika-Maria Ehliah Windtner

    Ganz liebe Grüße an dich!
    Danke fürs teilhaben lassen!
    Segen!
    M.M.

  2. Zeitreisender schreibt:

    Meine Anteilnahme!

  3. kowkla123 schreibt:

    mein Beileid, Kluas

  4. ute42 schreibt:

    Sehr traurig. Die Erinnerung wird bleiben ♥♥♥

  5. wortsuche schreibt:

    Welch schöne Erinnerungen Dich mit Deiner Schwester verbinden. Bestimmt hat sie in Dir einen wundervollen Bruder gehabt. Sei getröstet in den Bildern, die Du mit und von ihr hast. Grüsse, Sandra

  6. Anna-Lena schreibt:

    In deinem Herzen wird sie immer bei dir sein, lieber Ernst.
    Stille Grüße
    Anna-Lena

  7. Ariana schreibt:

    Sie lebt in deinem Herzen weiter und wird damit immer ein Teil von dir sein.
    Liebe Grüße Ariana

  8. Mein Beileid!
    Liebe Gruesse Monika

  9. Simona schreibt:

    Wonderful Weekend❤

  10. unbesorgt schreibt:

    Lieber Ernst,
    kein Beileid, du möchtest es ja nicht. Kann man auch nicht wirklich – beileiden. Aber hineinfühlen wie du dich fühlst, das kann ich schon und fühle es auch.

    Es fühlt sich so an, wie ich mich fühle, wenn ich an meine Schwester denke. Es ist nun schon drei Jahre her, dass ich mich so fühlte wie Du Dich wohl zur Zeit. Auch ich sah sie selten, obwohl sie nur 500 km weit von mir wohnte und nicht einen halben Erdball entfernt, wie Deine Schwester von Dir. Und auch mir fehlt sie heute und ich denke oft an sie, an das was ich mit ihr erlebte und wie ich sie erlebte. Wie sie das Leben liebte, mit beiden Beinen fest auf der Erde stand und doch immer wieder Sprünge machte, das mir hören und sehen verging. Ich erinnere mich an die Tage der Kindheit mit ihr und an die Unterschiede im Wesen, die uns prägten und unsere Beziehung ausmachten. Ich erinnere mich an ihren Witz und ihr Temperament, dass mich schon als Kind in Erstaunen versetze und dass so gar nicht dem meinen glich und gleicht. Wie oft war ich entsetzt über ihr Verhalten und erstaunt, dass die Menschen sie trotzdem oder auch gerade deswegen so mochten. Ich erinnere mich…. – so oft…

    Das Leben geht weiter, sagst Du – ja, es geht weiter und das ist gut so. Ich wünsche für Dich, dass es Dich nicht nur traurig macht, wenn Du Dich erinnerst, wenn Du zu ihr gehst. Ich wünsche für Dich, dass auch oft ein kleines Lächeln über Dein Gesicht huscht, denkst du an sie und an das, was Du mit ihr in der Kindheit und auch später erlebt hast. Ich wünsche für Dich, dass Du zufrieden bist mit dem Glück, dass sie Deine Schwester war.

    Ich wünsche für Dich alles Liebe und Gute
    Angelika

  11. giselzitrone schreibt:

    Sehr traurig aber die Erinnerung bleibt wünsche dir einen schönen Sonntag lieber Gruß Gislinde

  12. kowkla123 schreibt:

    mein Beileid, wünsche eine gute stressfreie Woche

  13. restlessjo schreibt:

    Sehr traurig, Ernst.

  14. Träumerle Kerstin schreibt:

    Das hast Du schön geschrieben Ernst. Bei all der Traurigkeit rufst Du die schönen Erinnerungen zurück und teilst sie mit uns. Deine Schwester war also genauso viel in der Welt unterwegs wie Du. Und nun ist sie wieder daheim.
    Liebe Grüße von Kerstin.

  15. cindy knoke schreibt:

    I am so very sorry.

  16. ernstblumenstein schreibt:

    Ich danke euch allen für eure Gedanken, Grüsse oder Zeichen ganz herzlich. Ernst

  17. Susanne Haun schreibt:

    Ich sende dir Kraft, du hast bewegende Abschiedsworte geschrieben.
    Liebe Grüße Susanne

  18. ernstblumenstein schreibt:

    Danke Susanne. Ich sende dir einen lieben Gruss. Ernst

  19. mmandarin schreibt:

    habe eben das erste Mal in deinen Blog reingeschaut …. eine traurige Geschichte, aber eine, die das Leben schreibt. Und wir können eben manchmal nicht eingreifen, müssen es einfach annehmen. Ich hatte eine Zwillingsschwester. Sie kam nach mir tot zur Welt. Seitdem begleitet sie mich und ich kann machen was ich will, an meinem Geburtstag muss ich immer weinen, auch nach so vielen Jahren noch. Sie begleiten uns weiter, die Geschwister, sichtbar oder unsichtbar. Irgendwann wurde das Band geknüpft und irgendwann müssen wir es loslassen. Das ist so und wir müssen es annehmen. Aber wir dürfen auch getrost weinen und uns freuen, wenn uns auch wieder ein Lachen gelingt.
    Marie aus Köln

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