Wehmut kam auf…


 

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Wehmut kam auf, als ich diesen Turbinenteil in Birr AG zufällig als Kreiselschmuck entdeckte und fotografierte.

Ich musste an meinen Vater Otto selig denken, der 55 Jahre lang Teil einer eindrücklichen Schweizer Industriegeschichte war.  

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1902 geboren, trat er bereits 1917 bei Brown Boveri (BBC) in Baden seine vierjährige Maschinenschlosserlehre an.

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Er arbeitete als versierte Fachkraft in der Abteilung Großturbinen, bevor er 1972 bei BBC endgültig in Rente ging.

Diese sprichwörtliche Treue zum Arbeitgeber war im letzten Jahrhundert noch gang und gäbe.

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Die einstige BBC & Cie. lebt in der ABB Schweiz weiter, währenddem in Birr die Sparte Groß Turbinen von General Electric (GE) betrieben wird.  Ernst

 

Für Interessierte:

1891 Charles Brown und Walter Boveri gründen die
         Brown, Boveri & Cie. (BBC).
1967 Die BBC übernimmt die Maschinenfabrik Oerlikon (MFO).
1987 Fusion von BBC und Asea zur ABB.
1999 ABB verkauft ihre Kraftwerksparte an die französische Alstom.
2014 Alstom (CH) verkauft die Sparte an General Electric (GE).

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39 Antworten zu Wehmut kam auf…

  1. Ruhrköpfe schreibt:

    Wow! Stark! Gibt es heute überhaupt Firmen, in denen die Mitarbeiter fast ihr Leben lang beschäftigt sind? Liebe Grüße, Annette

  2. Schöner Text zu guten Fotos

  3. ladyfromhamburg schreibt:

    Dein Vater muss sich mit seinem Unternehmen sehr verbunden gefühlt haben, ansonsten hätte er sich sicher irgendwann entschieden, den Arbeitgeber zu wechseln. Denn – andere Zeiten einmal außenvor gelassen – rein theoretisch hätte diese Möglichkeit ja durchaus bestanden.
    Doch es ist wie du schreibst, Ernst. Anders als heute war es der weitaus üblichere Fall, dass Unternehmen und Mitarbeiter langfristig zusammen wirkten, dass man der Firma treu blieb – und seinem erlernten Beruf ebenfalls! Zudem war längere Betriebszugehörigkeit oft auch mit Vorteilen, einem gewissen Ansehen und so etwas wie Aufstieg in der Hierarchie verknüpft. Heute stehen andere Dinge im Vordergrund. Langlebigkeit (von Firmen, Entwicklungen, Prognosen etc.) ist beinahe eine Art Fremdwort geworden, statt Beständigkeit wird Flexibilität, Mobilität etc. erwartet und mit Zeitverträgen „belohnt“. Es gibt auch Vorteile – keiner wird mehr schief angesehen, wenn er öfter den Arbeitgeber wechselt. Heute dient es der Erweiterung des Horizonts, des Wissens, macht universell einsetzbar. Ist also eher zum Pluspunkt im Lebenslauf geworden.

    Ich schicke herzliche vorfrühlingshafte Nordgrüße hinunter zu dir!
    Michèle

    • ernstblumenstein schreibt:

      Vielen Dank Michèle für deine Gedanken. Eigentlich wusste ich wenig oder nichts darüber, wie sich mein Vater in seinem Berufsleben fühlte und dachte, weil mich von Anfang an eine kaufmännische Ausbildung interessierte, die ich dann auch machte. Sicher mochte er seine Arbeit, weil er oftmals Episoden darüber erzählte, was ihm und seinen Mitarbeitern vorgefallen war. Ob er allerdings in den letzten Jahren seiner Arbeit sich noch wohl fühlte, weiss ich nicht, bezweifle es aber. Seine Einstellung zur Firma wurde kritischer, weil ihm wahrscheinlich die Veränderungen zusehends Mühe machten.

      Die heute Berufswelt bietet in der Tat für die Erfolgreichen viele Vorteile, aber für grossen Anteil der Berufstätigen wird es zunehmend schwieriger. Eine Nation kann aber auf längere Zeit hinaus nur gedeihen, wenn genügend Arbeit und Entlöhnung für die ganze Bevölkerung gegeben ist.

      Die beginnenden Diskussionen über ein die Tätigkeit sicherndes ‚Grundeinkommen‘ für Menschen, deren Einkommen unter dem Existenzminimum liegt, lassen grüssen.

      Ich schicke dir einen herzlichen Gruss nach Hamburg. Ernst

  4. Anna-Lena schreibt:

    Mein Vater hat auch nur einen Arbeitgeber bis zur Rente gehabt. Das spricht für eine stabile Firma, ein gutes Arbeitsklima und nach Spaß an der eigenen Arbeit.

    Einen lieben Gruß zu dir in die Schweiz,
    Anna-Lena

  5. ernstblumenstein schreibt:

    Tja, diese Zeiten sind endgültig vorbei. Irgendwie ist es der rasante Fortschritt, der in den letzten Jahrzehnten die Arbeitswelt laufend verändert. Auch ich schick dir frohe und liebe Grüss nach Brandenburg. Ernst

  6. Anhora schreibt:

    Immerhin wusstest du, was das ist auf dem Kreisel! Ich hätts für eine künstlerische Skulptur gehalten. 😉
    Das ist ein schönes Berufs-Porträt deines Vaters, schöne Idee! Ich mag sowas. 🙂
    Das Schweizerische BBC kenn ich nicht, ich kenn nur Escher Wyss. Die hatten mal einen Standort bei uns in der Stadt.
    Mein Vater hat übrigens auch ein Leben lang in nur einer Firma gearbeitet, als Schlosser in einer Maschinenfabrik. Er war nie glücklich mit der Arbeit, hat aber trotzdem nie etwas Neues gesucht. Kann man sich heute nicht mehr vorstellen.

    • ernstblumenstein schreibt:

      Lächeln, es könnte (oder ist) auch eine Skulptur sein. 😉
      Danke Anhora für die Zeilen. Die Escher Wyss wurde schon 1805 in Zürich gegründet und wechselte einige Male die Besitzverhältnisse. Heute ist in Zürich nur noch in der österreichischen VA Tech und deutschen MAN etwas Escher Wyss „Blut übrig…

      • Anhora schreibt:

        VA Tech kenn ich! Die haben bei uns eine Niederlassung. Oder nee, jetzt heißen sie Andritz Hydro und sie sind in dem Gebäude, das früher Escher Wyss gehörte. Wusste allerdings nicht, dass das eine österr. Firma ist. Ich dachte, die seien immer noch Schweizerisch. 🙂

      • ernstblumenstein schreibt:

        Auch in der Industrie gehen die Veränderungen rasant voran, es wird gekauft, zerteilt, filetiert und wieder veräussert – das Geld lässt grüssen. 🙂

  7. restlessjo schreibt:

    Did he retire a happy man, Ernst? 🙂

  8. kowkla123 schreibt:

    er war da sicher ein glücklicher Mensch, auch heute ein Gruß von mir für dich

  9. bmh schreibt:

    Die Zeiten haben sich so grundlegend verändert …
    Mir gefällt diese Zeit aber auch gut. Sie ist sehr lebendig, wenn wir etwas aus ihr machen.

    Ich grüße Dich herzlich
    Barbara

  10. Karin schreibt:

    All die alten Firmen, in denen man(n) früher jahrzehntelang sein Auskommen fand, gibt es fast nicht mehr, manchmal ist es erschreckend; es waren alles sehr renommierte Firmen, in Frankfurt z.B. die Metallgesellschaft, Lurgi, AEG, Farbwerke Hoechst, Cassella, Voigt & Haeffner, Neckermann, Hartmann & Braun (im übrigen gab es auch bei ihr mal Verkaufsverhandlungen mit BBC, ich habe damals die Protokolle geschrieben) u.a. Alle mußten auch damals viel arbeiten, die Arbeitszeiten waren länger, aber der Arbeitsplatz war auch sicher. Die heutige Jugend oder auch die Mittelalten beneide ich nicht.
    Mein Mann war 45 Jahre bei derselben Bank beschäftigt und er war stolz ein Banker zu sein, das konnte er damals auch, weil Dienstleistung als oberstes Gebot auf der Tagesordnung stand und keine dubiosen Geldgeschäfte wie heute (oft).
    Habe Dank fürs Erinnern durch Deinen Beitrag.
    mit herzlichem Gruß aus Hanau
    Karin

    • ernstblumenstein schreibt:

      Vielen herzlichen Dank Karin für deine weitergehenden Ausführungen, die ich voll unterschreiben kann. Geld regiert die Welt ist heutzutage überall ! Die Menschen müssen schauen, dass genügend Einkommen hereinkommt, um ihre Bedürfnisse decken zu können. Bedürfnisse, die ich manchmal absurd finde, wenn ich davon lese. Solche müssen viele heutige Manager haben, denen bezüglich Entschädigung die Moral abhanden gekommen ist. Oder ist mein Denken etwa zu sehr auf die Vergangenheit bezogen?
      Es freut mich, dass mein knapp gehaltener Beitrag bei Dir Erinnerungen auslösen konnte.
      Ein herzlicher Gruss zurück aus dem Kt. Aargau. Ernst

  11. kowkla123 schreibt:

    fast schon Wochenende, freue dich

  12. giselzitrone schreibt:

    Tolle Fotos schade das es die Firmen nicht mehr gibt ich wünsche dir einen schönen sonnigen Nachmittag liebe Grüße von mir und Danke für deine lieben Worte Gruß Gislinde

  13. Träumerle Kerstin schreibt:

    Die Zeiten sind fast vorbei, wo man ein Leben lang in ein und derselben Firma arbeitet. Ich bin allerdings auch schon seit fast 24 Jahren in der gleichen Firma beschäftigt.
    Danke für deine Erklärungen Ernst.
    Liebe Grüße von Kerstin.

  14. Nur dann kann man Prävention glaubwürdig durchsetzen, und ich hoffe, daß dies entsprechend funktioniert

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