Truten…


 

Diese Truthühner sah ich vor vielen Jahren bei einer Wanderung auf der Insel Paxos (Paxi) in Griechenland.

Die Besitzerin erklärte mir, dass sie den Truten nur am Morgen Körner und Wasser gebe und die Tiere das restliche Futter im Freien selber suchten.

Insel Paxos 1980-1.Bearb. 0133

Sie wurden nicht gemästet und sind auch ohne Antibiotika groß geworden. Von Zeit zu Zeit landete ein Vogel als leckerer Sonntagsbraten auf dem Teller.

Insel Paxos 1980 Truten 1.Bearb.  -0134

Was für eine Idylle zur heutigen Massentierhaltung und Fleischproduktion!

Wenn der moderne Mensch die Tiere,
deren er sich als Nahrung bedient,
selbst töten müsste,
würde die Anzahl der Pflanzenesser
ins Ungemessene steigen.

Christian Morgenstern.

Ernst

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Dieser Beitrag wurde unter Reiseberichte, Reisebilder, Griechenland u. Inseln, Sinnsprüche, Zitate veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

28 Antworten zu Truten…

  1. Anna-Lena schreibt:

    Christian Morgenstern bringt es auf den Punkt. In unserer Nähe erlebe ich von April bis November die Aufzucht von Gänsen. Nie im Leben würde ich davon eine Gans kaufen und verspeisen wollen.

    Nachösterliche Grüße in die hoffentlich wärmere Schweiz,
    Anna-Lena

    • ernstblumenstein schreibt:

      Herzlichen Dank Anna-Lena nach Berlin Brandenburg. Eigentlich können wir nur durch weniger Fleischkonsum vielleicht auf die ‚Länge‘ etwas bewirken.
      Die Sonne lacht, ich lasse heut die Gartenarbeit liegen und fröhne am Nachmittag zusammen mit Marianne unserem Lieblingsspiel Pétanque (Boule).

      Auch dir wünsche ich eine schöne Zeit. Ernst

      • Anna-Lena schreibt:

        Ja, die Konsequenz ist so. Wir praktizieren das schon lange. So wird ein „Fleischtag“ zu einem Erlebnis, wenn es keine Selbstverständlichkeit ist.

        Habt einen schönen Boule-Nachmittag. Hier ist es immer noch kalt und ungemütlich,
        Anna-Lena

      • ernstblumenstein schreibt:

        Wir haben Sonne pur und 15 Grad – passt !!! 😀

  2. Arabella schreibt:

    Feiner Text und wahr.
    Liebe Grüße

  3. ladyfromhamburg schreibt:

    Man hat (gefühlt) häufig den Eindruck, dass es den Tieren früher rund ums Haus und auf den Weiden der Höfe besser erging und dass die Massentierhaltung bzw. die sagenhafte Profitgier und der Geiz hinsichtlich des Bezahlens erst später so richtig zur Blüte kamen.
    Doch wenn ein Christian Morgenstern, der schon vor mehr als 100 Jahren starb, zu dieser Feststellung kam, lag wohl auch zu seinen Zeiten schon einiges im Argen.

    DIe Puter auf deinen Fotos wirken groß, Ernst! Zufrieden, gutgenährt … Und es sieht so friedlich aus, dort wo sie den Tag verbringen und lässig mit den anderen der Gruppe herumspazieren …

    LG MIchèle

    • ernstblumenstein schreibt:

      Diese Tiere fanden seinerzeit mein ganzes Interesse beim Fotografieren und ich kann mich deshalb deinen Gedanken absolut anschliessen, Michèle.

      Mein Vater hielt Kaninchen und zu den Festtagen gab es natürlich Kaninchenbraten! Er schlachtete die Tiere selber und wenn ich zuhause war, schaute ihm zu. Sobald er das Tier mit seiner Kaninchen-Pistole geschossen hatte, hängte er es an den Hinterläufen auf, zog ihm das Fell ab und entfernte sorgfältig Füsse und Innereien. Er machte diese Arbeit sauber, gekonnt und gelassen und ich merkte, dass er selbst beim Metzgen Respekt vor dem Tier hatte, weil er immer für das Wohl seiner Tiere besorgt war. Das Schlachten von Kaninchen gehörte deshalb für mich zum normalen natürlichen Zeit-Ablauf eines Jahres.

      Ich hielt mit meiner Frau Marianne viele Jahre lang Rassegeflügel, meistens 1 Hahn und 3-4 Hühner in einem grünen, schönen Gehege. Ich habe also das Halten von Tieren von zuhause mitbekommen.
      Ein Kaninchen-Ragout ist für mich heute noch ein leckeres Mahl und wenn ich wählen kann entscheide ich mich für Kaninchenfleisch.
      Ich schicke dir einen lieben Gruss nach Hamburg. Ernst.

  4. kowkla123 schreibt:

    sieht man heute sehr wenig, es ist weiter recht kalt und ungemütlich, lass es dir trotzdem gut gehen

  5. wholelottarosie schreibt:

    Ich bin in einem kleinen Dorf ausgewachsen, in dem Hausschlachtungen noch üblich waren. Wenn ich die kleinen Lämmchen, bzw. Teile davon, auf den Tellern liegen sah, konnte ich überhaupt nichts mehr essen.
    Schlimm war es auch, wenn die niedlichen Kälber oder puscheligen Kaninchen, die ich tags vorher noch herumlaufen, bzw. hopsen gesehen hatte, als Braten auf den Tischen landeten.
    Oftmals saß ich weinend am Tisch.

    • ernstblumenstein schreibt:

      Ich bin auch in einem Dorf aufgewachsen. Mein Vater hielt viele Jahre lang Kaninchen und zu Festtagen gab es ???, dreimal darfst du raten! Er schlachtete die Tiere auch selber. Sobald er das Tier mit seiner Kaninchen-Pistole geschossen hatte, hängte er das Kaninchen an den Hinterläufen auf, um Fell und Füsse zu entfernen und Innereien zu entnehmen. Wenn ich zuhause war, schaute ich ihm zu. Er machte diese Arbeit ruhig und gelassen und prägte meinen Eindruck, dass er für das Wohl seiner Tiere sorgte und selbst beim Metzgen Respekt vor dem Tier hatte. Ich mag und esse heute noch das leckere Kaninchenfleisch.

      • wholelottarosie schreibt:

        Oh…..wir hatten auch immer Kaninchen, die mein Vater zu den Festtagen auch selbst schlachtete.
        Aber ich konnte einfach nicht zusehen, habe es auch niemals getan, denn ich hatte Angst davor..
        Und von dem Kaninchenbraten aß ich niemals etwas.
        Denn es war auch immer ein Kaninchen, mit dem ich gespielt, für das ich Löwenzahn gepflückt und das ich gefüttert hatte.
        Ebenso war es mit den Enten, die wir hatten.
        Ich bin kein Vegetarier, aber ich kann auch heute noch keine Tiere essen, zu denen ich Assoziationen habe.

      • ernstblumenstein schreibt:

        Ja, ein Kaninchen essen mit dem mich Assoziationen verbinden, könnte ich heute auch nicht mehr. Aber in jener Zeit war das Schlachten eines Tieres für mich ein natürlicher Vorgang gewesen. Die Haltung von Kleintieren zur privaten Fleischgewinnung war damals auch in der Schweiz weit verbreitet. Heute habe ich den Fleischkonsum auch sehr reduziert.
        Liebe Grüsse. Ernst

  6. restlessjo schreibt:

    I’d be happy to be vegetarian. I cook meat because my husband likes it. 😦

  7. kowkla123 schreibt:

    einen geruhsamen Sonntag wünsche ich dir

  8. unbesorgt schreibt:

    Moin Ernst, es hat mich gefreut, diesen Artikel zu lesen, denn schon wieder weckst Du Erinnerungen. Die Familie meines Vater lebte in einem kleinen Dorf und ich verbrachte dort als Kind meistens die Ferien. Es gab viele Tiere dort in dem Dorf – Heute, so erzählte mir vor wenigen Jahren eine Kusine noch nicht einmal mehr einen Hahn. Dafür wurden aber in der Gegend drei Ställe für Massentierhaltung gebaut. Ich fahre nicht mehr gern hin, weil der Gedanke an das Leid der Tiere dort mir die Freude an der Reise verdirbt. Und Fleisch kommt nur noch selten auf meinen Teller und wenn dann vom Bio-Bauern oder einem Förster.

    Lache Dir mal zu: aber“ Menschen lieben nun mal den Geschmack von Fleisch“, wie es so schön in einer Werbung für vegetarische Wurst heißt – also wird es wohl immer Massentierhaltung geben.

    Dake noch mal für die Erinnerung
    Herzliche Grüße gehen zu Dir
    Angelika

    • ernstblumenstein schreibt:

      Moinmoin Angelika, hab Dank für deine Zeilen, die mich freuen. Es ist eine Krux mit dem Fleisch, auf der einen Seite sollte Fleisch für alle Leute erschwinglich oder bezahlbar sein und dies ist ohne Massentierhaltung nicht machbar – auf der anderen Seite kann man höchstens mit weniger Fleischkonsum oder Verzicht bewirken, dass diese für Europa tierverachtende Haltung nicht noch weiter anwächst. Auch wir haben unseren Fleischkonsum stark reduziert.
      Statt sich um die Krümmung der Gurken würde sich die EU g’scheiter um griffige Tierhaltungs-Vorschriften kümmern und erlassen. Aber die Wirtschaft und der schnöde Mammon sind eben wichtiger als das Wohl der Tiere. Leider.
      Ein lieber Gruss zu dir nach Hamburg. Ernst

  9. Monica schreibt:

    Ja Ernst, mit dieser Aussage hat Christian Morgenstern recht.
    Sogar ich würde vermutlich Vegetarier werden. Lg Monica

    • ernstblumenstein schreibt:

      Monica, Christian Morgenstern ist vor über 100 Jahren gestorben und es wäre interessant zu wissen, was er gesehen oder mitbekommen hat, um diese Aussage zu machen. Massentierhaltung kann es sicher nicht gewesen sein.
      Dein Besuch freut mich sehr und ich sende dir einen lieben Gruss.
      Ernst

  10. Simona schreibt:

    Happy Week 🙂

  11. Träumerle Kerstin schreibt:

    Glückliche Tiere! Kein enger Stall, kein künstliches Licht, kein Kraftfutter. Dieses Fleisch schmeckt auch besser. Nur leider dominieren heut Massentierhaltung, schnelle Züchtung. Unser Grundstück ist zu klein und wir haben zu wenig Zeit. Aber wir haben auch schon mal über Kaninchen oder Hühner nachgedacht.
    Liebe Grüße von Kerstin.

  12. kowkla123 schreibt:

    Alles gut bei dir? Ich wünsche dir einen guten Tag.

  13. ernstblumenstein schreibt:

    Dir auch Klaus, danke…

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