Ein Ausflug ins Tessin…



Ein Ausflug führte uns anfangs Februar nach Morcote. Mit dem Zug ging es von Baden AG über Zürich durch den neuen Gotthard-Basistunnel (GBT) nach Lugano.

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Das Nordportal des GBTs in Erstfeld.

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WMC. Eig. Werk, Autor Zacharie Grossen

Die Fahrt durch das ’Loch’ war ein einmaliges Erlebnis, raste doch der EC in knapp 20 Min. durch den 57 km langen Tunnel und erreichte in der Mitte satte 250 km/h.

Oberleitungsmontage im GBT an der Multifunktionsstelle Faido, TI.

WMC. Eig. Werk. Autor Hannes Ortlieb. Selbst fotografiert.
WMC. Eig. Werk, selbst fotografiert. Autor Hannes Ortlieb.

Ankunft in Lugano am gleichnamigen See. Vorne der Turm der Kathedrale San Lorenzo. Wir stiegen ins Postauto ein, das uns sicher zum Ausflugsziel brachte.

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© Foto Tina Verboon

zz Morcote am Luganersee

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WMC. Author Fabio, Fernanda e Mariana Leão. Gemeinfrei.

Morcote wurde erstmals 926 als Murcau urkundlich erwähnt und bedeutet ‘das Ende des Berges’. Das kleine schicke Dorf ist ein Kleinod und hat etwa 700 Einwohner.

Der Ort stand im MA unter der Herrschaft Mailands und erhielt von einem Herzog Privilegien wie Selbstverwaltung, Markt- und Fischereirechte. So gelangten viele Familien zu Wohlstand und konnten Herrenhäuser errichten.

zz Morcote_Santa_Maria Von Alessandro Vecchi - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0,
WMC, eig. Werk, Autor Alessandro Vecchi. CC BY-SA 3.o.

Über 400 Treppenstufen führen hinauf zur Pfarrkirche Santa Maria del Sasso aus dem 13. Jh.. Sie wurde im Renaissance Stil ab 1462 neu gebaut. Ihre barocke Prägung erhielt sie im 18. Jh.

Gleich daneben liegt der berühmte monumentale Friedhof.  

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WMC. Urh. Peter Berger. Gemeinfrei.

Das Pfarrhaus S. Antonio da Padova aus dem Jahre 1676.

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Die Zeit war jedoch zu knapp, um zur Pfarrkirche und zum alten Friedhof hoch zusteigen.

Am Quai.

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z An der Uferpromenade Tina 013

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© Alle Fotos Tina Verboon

Bis zum Bau des Seedammes Melide von 1847 war Morcote ein wichtiger Umschlagplatz zwischen Norditalien und dem Kanton Tessin. Hier am grössten Seehafen wurden die Waren auf Schiffe umgeladen und weiter befördert.

Am Quai P1030064

z Fassaden, Laubengänge am Quai, P1030065

Am Quai, im Hintergrund der Torre del Capitano P1030043

Torre del Capitano
© Foto Tina Verboon

Der Torre del Capitano aus dem 14. Jh. war Teil der alten Stadtmauer.

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Unter den prächtigen Arkaden spürten wir bereits das südliche Ambiente.

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z Unter den Arkaden P1030016

Die Laubengänge wurden zwischen 1300 und 1500 gebaut. Sie gehören zu den Schönsten im Tessin. Nicht umsonst ist der Flecken im Inventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz aufgeführt.

Reserve Wappen ausgestorbener Familien 045-tile

Die Tafel zeigt alle Wappen der einflussreichen alten Familien. Zum Teil stammen sie aus dem lombardischen Wappenarchiv aus dem 15. Jh..

Anfangs Februar hats zuim Glück wenig Touristen P1030018

Handwerkliches Können und kunstvolle Architektur wurden durch die reichen Patrizierfamilien gefördert.

Viel zu schnell verstrich die Zeit, schon ging es gegen Mittag und der Appetit meldete sich.

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In der Osteria P1030069

Wir kehrten in eine Osteria ein und bestellten das Tagesmenu: Frischer Frühlingssalat, Polenta und Kaninchen, dazu einen feinen Merlot. Ein Tiramisu und ein Espresso rundeten das Essen ab.

Osteria

Noch blieb etwas Zeit, uns im schmucken Dorf die Gassen, Ecken und Innenhöfe anzuschauen.

Welche Gasse nehmen?

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Die Strecia Massari?

Strecia di Massari P1030051

Unterwegs im Dorf P1030034

Unterwegs im Dorf P1030058-tile (2)

Oder die Strecia di Mort?

Strecia di Mort. Tina

Mir bangte, als ich verstohlen die Totengasse hochschaute, aber es war zum Glück weder ein Seelen-Aussauger geschweige denn eine Leiche unterwegs.

Strecia di Mort 1 P1030026

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z P1030054

Doch was ist, wenn hier ein Citoyen das Zeitliche segnet?

Luganersee Tina 098

Geheimnisvoll flirrte der See im fahlen Licht des Vorfrühlings und liess meine Gedanken wie fliegende Fische über das Wasser schwirren, bevor sie sich im Nichts auflösten. 

Luganersee Tina P1030103© Beide Fotos Tina Verboon.

Dann hiess es Abschied nehmen. Mit dem Postauto ging es nach Melide und mit dem Regionalzug nach Lugano. Von dort aus kehrten wir dann nach Hause zurück.

Ernst

Quellen, die interessieren könnten:
 
https://de.wikipedia.org/wiki/Morcote
https://de.wikipedia.org/wiki/Gotthard-Basistunnel
https://www.ticino.ch/de/commons/details/Kirche-S-Maria-del-Sasso/2692.html

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36 Antworten zu Ein Ausflug ins Tessin…

  1. afrikafrau schreibt:

    Wunderschöne Eindrücke und Bilder, die du präsentierst, informativ und fein beschrieben, dankde dir für`s Teilhaben lassen. wünsche eine stimmige Vorweihnachtszeit.

  2. Karin schreibt:

    Ins Tessin sind wir leider nie gefahren, dorthin bin ich nur in den Büchern gereist.Umso schöner, jetzt die Bilder und Eindrücke Deiner Reise vor Augen zu haben. Lange Tunnel sind mir immer suspekt und ich bin froh, sie hinter mich lassen zu können .
    Dir wünsche ich erinnerungsselige Tage, wenigstens etwas Schnee in Euren Regionen und es grüsst Dich herzlich vom apriligem Dach, Karin

    • ernstblumenstein schreibt:

      Vielen Dank liebe Karin. Die Fahrt durch den neuen Tunnel mit dieser Geschwindigkeit war natürlich schon ein Erlebnis, fahren doch bei uns sonst keine superschnellen ICs wie bei euch oder die TGVs in Frankreich. Insofern war es also schon toll.
      Ansonsten halte ich es mit langen Tunnels wie du, brauche sie auch nicht. Wir hatten erst einmal kurz einen Hauch von Schnee. Heute allerdings wird es sehr schön, der Nebel lichtet sich und wir werden am Nachmittag draussen bei 13 Grad (dem Föhn sei Dank) dem Pétanque-Spiel frönen.
      Auch Dir wünsche ich frohe Tage und hoffentlich auch Sonne auf deinem Dachgarten. Herzliche Grüsse Ernst

  3. ute42 schreibt:

    Was für ein schöner Ort, danke für die wunderbaren Bilder. Wie praktisch, wenn man nach dort einen Tagesausflug machen kann. Dafür seid ihr zu beneiden.

  4. Anna-Lena schreibt:

    Ich danke dir herzlich fürs Mitnehmen und Zeigen, lieber Ernst. Ja, die liebe Zeit, sie scheint immer mehr zu rasen…

    Euch einen schönen 3. Advent und liebe Grüße,
    Anna-Lena

  5. Accidenti, Ernst! Tu conosci meglio Morcote di me (che sono ticinese adHoc) 🙂
    Belle immagini, e penso che nel mese di febbraio ci sono anche molti meno turisti e quindi si godono gli scenari appieno…
    Se tornassi, mi raccomando, non mancare di informarmi! Anche la zona del Lago Maggiore è carina…
    https://claudinegiovannoni.com/category/cocoas-life/
    Un forte abbraccio :-)c

  6. ladyfromhamburg schreibt:

    Hallo Ernst,
    ein sehr schönes Ziel! Wirklich schon südländisch wirkend – ungeachtet der frühen Jahreszeit. Reichte euch denn die Zeit, die ihr vor Ort zum Erkunden zur Verfügung hattet oder bedauert ihr so ein kleines bisschen, dass ihr zur Pfarrkirche und dem Friedhof nicht mehr hinauf konntet?
    Andererseits zeigen die Aufnahmen eindeutig, wie viel ihr dennoch dort entdecken konntet. ^^
    Mir gefallen die Laubengänge sehr! Und ich bestaune die vielen schmalen Durchgänge zwischen den Häusern!
    Es war sicher ein sehr schönes Erlebnis – gerade in Kombination mit der flotten Fahrt durch den GBT! Dass der Zug im Tunnel auf solch eine hohe Geschwindigkeit kommt, hätte ich nicht gedacht!

    Hat mich gefreut, von dir zu lesen und dabei ein schönes Fleckchen des Tessins kennenzulernen!

    LG Michèle

    • ernstblumenstein schreibt:

      Hallo Michèle,
      Für Morcote darf man ruhig zwei bis drei Tage einplanen, allein schon die Terasse mit der Pfarrkirche und dem antiken Friedhof usw. braucht einen Tag. Dann gilt es auch den Parco Scherrer anzuschauen und auch im Dörfchen selber haben wir nur einen kleineren Teil gesehen, ganz zu schweigen von den vielen weiteren Details und Bijous überall.
      Für mich war dieser Tagesausflug, den mir eine Tochter zum Geburtstag geschenkt hatte, ein wunderbares Geschenk. Ich wünsche dir und den deinen frohe Weihnachten und sende herzliche Grüsse nach Hamburg. Ernst

  7. Clanmother schreibt:

    Die Chiesa di Santa Maria del Sasso ist ein außergewöhnlicher Ort. Wunderschöne Lage. Vielen Dank für die Einführung.

  8. kowkla123 schreibt:

    danke für die Reise, nutze die Woche gut zur Vorbereitung auf das Fest, Klaus

  9. rabirius schreibt:

    Sehr schön. Das muss ein toller Ausflug gewesen sein.

  10. Monica schreibt:

    Schöner Blog. Danke, dass du mir die Angaben über Morcote in Erinnerung gerufen hast. Liebe Grüsse von Monica

  11. Erika schreibt:

    Jetzt kenne ich noch eine Seite von dir…non sapevo que parlassi italiano. Grazie per le bellissime foto:):):)

  12. kowkla123 schreibt:

    lasse es dir gut gehen am Wochenende vor Heiligabend, Klaus

  13. Träumerle Kerstin schreibt:

    Ein letztes Mal bin ich nun in diesem Jahr mit dir auf Reisen gegangen lieber Ernst.
    Ich wünsche dir von Herzen ein besinnliches Fest im Kreise deiner Lieben.
    Habe glückliche Momente und Freude in deinem Herzen.
    Herzliche Grüße zum Weihnachtsfest von Kerstin, die sich für deine liebe Weihnachtspost auch noch bedanken möchte.

  14. kowkla123 schreibt:

    bereite dich nun auf Heiligabend vor und das in Ruhe mit Freude im Herzen, Klaus

  15. ernstblumenstein schreibt:

    Ich wünsche dir ebenfalls frohe Weihnachten lieber Klaus.

  16. kopfundgestalt schreibt:

    Sehr stimmungsvolle Fotos.
    Gerade der erste Bogendurchgang ist bestechend.

  17. Ruhrköpfe schreibt:

    Hallo Ernst, das schaut sehr angenehm ruhig aus, keine Touristenströme oder täuscht das auf den Bildern? Liebe Grüße, Annette

    • ernstblumenstein schreibt:

      Nein Annette, das täuscht nicht. Ich glaube es war der 6. Februar, also ausserhalb der Saison. Während der Saison ist Morcote total überlaufen und überfüllt. Es ist also nur ein Besuch im Winter empfehlenswert. Liebe Grüsse zurück. Ernst

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