Reise in eine andere Zeit (10)


 

Kathmandu 1965

Vorbemerkung.
Die Stadt war in den 1960er Jahren Ziel eines Hippie Trails, der in unserem Falle auf dem Landweg von Istanbul über Teheran-Esfahan-Karachi-Lahore-Delhi-Varanasi nach Kathmandu führte. In den In den 1970ern war der Ort Ziel vieler Aussteiger aus westeuropäischen Ländern.

Da ich kein Tagebuch führte war es schwierig, die Fotos richtig einzuordnen. Bitte verzeiht mir deshalb allfällige Fehler. Im Netz fand ich manchmal Unterstützung für mein Erinnerungsvermögen. 

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Am Grenzort Birganj fragten wir (Kumpel Jean und ich) einen LKW-Fahrer, ob er nach Kathmandu fahre und uns allenfalls mitnehmen könnte. Er schaute uns an, nickte und gab uns zu verstehen, dass er um 20.00 Uhr wegfahre, unterwegs ein paar Stunden schlafe und anderntags so gegen elf Uhr in Kathmandu sein werde.

Birganj Grenze nach Kathmandu

Das passte, wir steckten ihm einige Rupien zu und bestätigten die Abmachung per Handschlag.  

Vor Mitternacht hielt der Truck an und der Fahrer verschwand in einem Haus an der Straße. Wir legten uns unters Vordach und krochen in unsere Schlafsäcke. Gegen fünf Uhr ging die Reise weiter.

z 65 Beatnik in Bagdaon  -100. - Copy - Copy

Für die 140 km lange Strecke von Birganj nach Kathmandu brauchten wir rund 9 Stunden.

Da ich in Kathmandu sehr wenig fotografierte, zeige ich euch auch qualitativ schlechtere Bilder und Dias in der Hoffnung, dass ihr einen Eindruck bekommt.

Kathmandu IMG-0197

Die Stadt hat sehr viele Tempel, Schreine und Heiligtümer, die vom Hinduismus und Buddhismus geprägt sind. Man munkelt etwa, dass es mehr Tempel und Schreine gebe als Wohnhäuser.

z Kathmandu Strassenszene IMG-0204 - Copy (2)

Mir fielen Passanten auf, wahrscheinlich Buddhisten, die an Gebetsmühlen drehten. Sie konnten so mit dieser einfachen Handlung ihr Karma anhäufen.

Was gab es wohl Neues zu erzählen?

z 65 Kathmandu IMG-0210

Die beiden Religionen bestimmen weitgehend das Leben der etwa 1 Million Einwohner. Zu meiner Zeit waren es geschätzt um die 90’000 Einw..

Menschen in den Straßen der Altstadt. 

 z Kathmandu IMG-0203

Die verwinkelten und belebten Gassen mit den altertümlichen Holzschnitzereien versetzten mich in eine noch fremdere Welt als die, die ich schon von Indien her kannte.

z Kathmandu 65 Holzverzierungen Tempel IMG-0211

Die kunstvollen Schnitzereien an Häusern, Fenstern und über Eingängen gefielen mir außerordentlich gut.

z Kathmandu Holzschnitzereien IMG-0209

Ich vermute, dass diese bemalten Schnitzereien zum Jaganath-Tempel gehören, der zu den ältesten Gebäuden zählt und berühmt ist für seine erotischen Schnitzereien.

z Kathmandu, Tempel mit Holzschnitzereien IMG-0215

z 65, Kathmandu Holzschnitzereien IMG-0212 (2)

z Kathmandu Holzschnitzereien an Tempel IMG-0216

Es gab auf den Straßen kein Verkehr, keine Autos, ich sah nur  dreirädrige Tuk-Tuk’s, vereinzelte Velos, Handkarren, Lastenträger und fliegende Händler.

z Blog Lastenträger Kathmandu

z 1965 Lastenträger IMG-0224 - Copy

z Kathmandu, mob.Strassenhändler unterwegs

 

Ich begegnete auch einem Unberührbaren. 

Khatmandu. Ein Unberührbarer, Heiliger IMG-0097

Die Dalits (Unberührbaren) gehörten nach den Brahmanen (Priester, 1. Kaste), den Chhestris (Krieger, 2. Kaste), den Rai, Gurung, Tmangs oder Libus (Arbeiter, 3. Kaste) der 4. und niedrigsten Kaste an.

Die Diskriminierung aufgrund der Kastenzugehörigkeit wurde 1963 gesetzlich verboten. Trotzdem hat das Kastendenken in ländlichen Gebieten heute noch einen Einfluss auf die Heirat, die Berufswahl und den sozialen Status der Menschen.  

Kumpels und Straßenkinder vor dem Restaurant, indem wir täglich über Mittag aßen. An der Tür die Chefin des Lokals.

Nepal Kathmandu, vor u.Beiz, rechts Beagers

In der Küche wurden feine asiatische Gerichte mit Suppe, Fleisch, Reis und Gemüse zubereitet. Besonders mochte ich die leckeren, mit Fleisch gefüllten tibetanischen Teigtaschen.

Bald folgte uns ein Trupp verwahrloster Kinder, die auf der Straße lebten, Abfall sammelten und bettelten. Da sie uns leid taten und wir ihnen helfen wollten, brachten wir ihnen immer Reste vom Essen mit. 

z Kathmandu Strassenkinder, Beagers IMG-0087

Wir wuschen und badeten jeweils in einem Bach außerhalb der Stadt und nahmen die vor Dreck strotzenden Kinder mit.

ausserhalb Kathmandu Wäsche  im Bergbac

Sie mussten sich schrubben und wir wuschen ihnen mehrmals mit Shampoo die verfilzten Haare, um sie von möglichst vielen Läusen zu befreien.

Außerdem mussten sie ihre schmutzigen Kleider waschen und an der Sonne trocknen.

Ernst

PS: Im nächsten Bericht werde ich euch über unser Trekking nach Nagarkot berichten. Der Ort war dafür bekannt, dass man bei schönem Wetter den Himalaya sehr gut bewundern konnte.

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Zur heutigen Überflussgesellschaft


 

Solche ‘Wüstenschiffe’ wie hier im Südosten von Esfahan (Iran) werden wahrscheinlich auch heute noch in der Steinwüste als sparsames Transportmittel gebraucht.

Iran Belutschistan nähe Esfahan Trampel 1-50 - Copy - Copy
 

Viele Menschen brauchen zum Baden
mehr Wasser
als ein Kamel zum Trinken.

Wenn Wasser knapp wird, wird man
die Kamele abschaffen müssen.


Puzicha Waltraud, (1925-2013)
deutsche Aphoristikerin.
Aus Quelle „Kurz belichtet, Klappe 1“

 

Ernst

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Alles neu machte der Mai im Gemüsegarten…


 

Anfangs April dachte ich über Hochbeete nach und sah mich in einem Baumarkt um. Meine Tochter gab mir dann den Tipp, anstelle der teuren Modelle günstige, gebrauchte SBB-Holzrahmen zu kaufen.

Der unbestellte Gemüsegarten anfangs April dieses Jahres.

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Da mein Nachbar im Bau Erfahrung hatte und ich wenn nötig auf seine Hilfe zählen konnte, entschloss ich mich die Beete selber zu bauen.

Bei einen Gärtner holte ich Rat, welche Materialien ich im unteren Bereich zum Füllen verwenden darf. Zwanzig SBB-Rahmen (120x80x40 cm) trafen dann am 12. April dieses Jahres ein.

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Bevor ich das Material zum Auffüllen bestellte, musste ich den m3-Bedarf an Erde und anderem Füllmaterial berechnen.

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Anfangs Mai begann ich zu arbeiten. Der Nachbar half mir, die Gitter zu schneiden und die Innenwände mit einer Plastikfolie auszukleiden.

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Für die unteren Rahmen verwendete ich Steine, Schnittholz, Grüngut, Holzschnitzeln usw. Den oberen Bereich füllte ich mit Kompost/Mist und feiner Erde auf.

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Am 11. Mai waren die ersten drei Hochbeete fertig. Voller Stolz pflanzte ich erste Salat-, Weißkabis-, Blumenkohl-, Randen- und Gurken-Setzlinge an. 

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Das Wetter spielte mit und so kam täglich ein weiteres Hochbeet dazu. Das sah dann Mitte Mai etwa so aus.

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© Franz. Herzlichen Dank für die Drohnen-Aufnahmen.

Am 24. Mai waren alle neun Hochbeete fertig gestellt.

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Der Gemüsegarten vor 10 Tagen.

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Jetzt bin ich am Ernten und ihr wisst nun, warum ich in der letzten Zeit selten bei euch auf Besuch war.

Wer einen Tipp über den Bau von Hochbeeten braucht, kann sich vertrauensvoll an mich wenden. Zwinkerndes Smiley Ernst

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Gartenglück einmal anders…


 

In einem Hochbeet des Gemüsegartens fand ich vor einiger Zeit am Fenchelkraut wunderschöne Raupen des Schwalbenschwanz Schmetterlings.

 

P1030899. Papier voll. kleiner als erstes Bild

 

Schmetterling J. Mathis 12 Schwalbenschwanz (3)

©
Joe Mathis, Rottenschwil AG

 

“Ein schönes Buch ist wie ein Schmetterling!
Leicht liegt es in der Hand,
entführt uns von einer Blüte zur nächsten
und lässt den Himmel ahnen…”

Laotse (*604 – ღ531 v. Chr.)

 

Alles über diesen Schmetterling :
http://www.homepage.hispeed.ch/tobler-deck/Verpuppung.html

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Arbeit…


 

Scan

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Weide mit Köpfchen, ein altes Kulturgut…


 

Mathis Joe Aug. 13 alte Kopfweide bei Rottenschwil - Werd (2)
©
Foto J. Mathis, Rottenschwil.

Die Kopfweide ist ein traditionelles, prägendes Landschaftselement. Ihre wirtschaftliche Bedeutung war früher sehr groß, lieferte sie doch die Ruten zum Flechten von Korbwaren aller Art. Aus stärkeren Ruten wurde in vielen Regionen Weidengeflechte hergestellt, die für den Bau von Fachwerkhäusern gebraucht wurden.

Der moderner Kunststoff verdrängte viele Produkte, die Nachfrage ging zurück, Weiden wurden kaum mehr gepflegt und verschwanden. Auch trug die Entwicklung in der modernen Landwirtschaft dazu bei, dass die Vielfalt in der Landschaft verloren ging.

Mathis Joe Aug. 13alte Kopfweide bei Rottenschwil - Werd (3)
© Foto J. Mathis, Rottenschwil.

Die Kopfweide wird erst im Alter ökologisch sehr wertvoll, wenn sie aufgrund von Faulstellen oder Astbrüchen verschiedene Baumhöhlen gebildet hat, die vom seltenen Steinkauz, durch Fledermäuse oder andere Tiere gern angenommen werden.

Auch Schmetterlinge, Käfer, Ameisen, Bienen und Vögel fühlen sich in diesem Lebensraum wohl. Eine Weide kann bis 120 Jahre alt werden und ca. 400 verschiedene Insektenarten beherbergen.

WMC., Eig. Werk. Urh. Wildfeuer. 2006-10-09Salix10
WMC, eig. Werk. Urh. Wildfeuer. 2006. GDFL+CC BY2.5 

Heute ist das alte Handwerk der Korbflechterei wieder ‘in’. Ruten und Holz sind gefragt, werden doch neben Korbwaren auch Produkte für Zäune, Einfassungen, Befestigungen usw. hergestellt. Auch Tipis und Häuser werden auf Spielplätzen mit gepflanzten Weiden gezogen.

Sogar Land Art Kunstwerke werden mit Weidenästen geflochten, wie das nachfolgende Weidenei zeigt.

Patrick Horber Land Art
Foto: Patrick Hofer, Land Art.

Ich mag diese bizarren Geschöpfe, die mir manchmal mystisch erscheinen. Dann ertappe ich mich dabei, im Baum einen Kobold gesehen zu haben, der eben rechts oben im Loch verschwand.

Mathis Joe Aug. 13 alte Kopfweide bei Rottenschwil - Werd (1)

Ich danke Joe Mathis, dass ich die Fotos verwenden darf. Er fotografierte diese malerische Auenlandschaft bei Rottenschwil im Kanton Aargau.  

Ernst

Wissenswertes über Kopfweiden. Der Link : 
http://www.naturgruppe-salix.ch/pdfs/info-kopfweiden.pdf

 

DER ZOOLOGISCHE GARTEN

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cjl 2012

Mit der Schule besuchten wir einmal den Zoo. Zuhause erzählte ich begeistert von den Affen, Elefanten und Zebras. „Um viele unbekannte Tiere zu sehen braucht man nicht so weit zu reisen“, brummte meine Großmutter und nahm uns Kinder mit zur mächtigen Weide hinter dem Haus. Zuerst mussten wir unter dem Baum stillsitzen. Bald sahen wir Kohl-, Blau- und Weidenmeisen, die fleißig Läuse in den Ästen zusammen pickten. Plötzlich versuchte ein Sperber, eine der Sammlerinnen zu erhaschen. Doch die Elstern, die oben im Baum ihr Nest mit Jungen hatten, kreischten und verjagten der Raubvogel. Nach einer Weile bemerkten wir einen Steinkauz, welcher auf einem Ast den Tag verbrachte. Am Stamm der Weide zeigte uns die Großmutter die Stellen, an denen ein Rehbock die Rinde abgefegt hatte und Stock-Ausschläge, denen Feldhasen das Laub abgefressen hatten. Wir erkannten nun sogar Löcher, welche die Raupe des Weidenbohrers gefressen hatte. An blühenden Weiden-Kätzchen wies uns Oma auf sieben verschiedene Wildbienen-Arten hin. Dann klopfte sie an den Stamm, worauf eine Haselmaus zwischen den Wurzeln verschwand, eine Fledermaus oben aus einer Höhle flog und aus einem Loch erboste Hornissen ausflogen, die unseren Aufenthalt bei der Weide beendeten. „Hier habt ihr auch einen Zoo“, sagte die Großmutter, „er liegt unmittelbar neben unserem Haus“.
 
Diesen Geschichte fand ich unter Weidengeschichten im Netz. Ich habe die Sprache aktualisiert und gekürzt. Der Link : http://weidengarten.ch/?page_id=93

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Delikatesse…


 

Schildkröten können dir mehr  

über den Wege erzählen als Hasen.  

Aus China

 

Bettina [1] - Copy
© B. Becker

Übrigens freue ich mich,

gibt es doch bald die schmackhaften einheimischen Erdbeeren, die mit ihrer Süße locken.

Ich jedenfalls kann kaum erwarten, bis ich sie auf dem Erntefeld eines Bauern selber kosten und pflücken kann.

Ernst

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