Sonntags-Muße…


 

Weinbergschnecke auf Lavendel.P1000092


Wer keine Zeit hat,
dem läuft auch diese noch davon.


Ernst Ferstl, (*1955) österreichischer
Lehrer, Dichter, Aphoristiker.
Quelle: »kurz und fündig«

 Weinbergschnecke auf Lavendel P1000091

Anmerkung :

Ihr Weg ist auf keiner Landkarte zu finden.
Trotzdem weiß sie, wohin es heute geht.

Ernst

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Die Linde von Linn, AG. (Tilia platyphyllos)


Als ich im letzten Sommer mit dem Auto über den Bözberg nach Basel fuhr, machte ich bei der Linner Linde einen Halt.

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Linn wurde erstmals 1306 im Habsburger Urbar urkundlich erwähnt. Der Name stammt vom althochdeutschen (ze) lintahe und bedeutet “beim Lindengehölz.”

Das Dorf ist seit 2013 ein Ortsteil mit 50 Einwohnern der neu gebildeten Gemeinde Bözberg, die im Wappen die Linde als Gerechtigkeitssymbol führt.

Luftaufnahme Linn Dorf

Mit 25 Metern Höhe und einem Stammumfang von 11 Metern verkörpert diese Sommerlinde Kraft und Vitalität. Sie ist einer der mächtigsten Bäume und zusammen mit einer Lärche auch der älteste Baum in der Schweiz *. 

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Ihr Alter wird auf 700-800 Jahre geschätzt. Als in Europa 1348/49 die todbringende Pest wütete, begrub man die Opfer außerhalb des Dorfes und setzte eine Linde, die Krankheiten fernhalten und vor Unheil schützen soll.

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Linden waren heilige Bäume, Trefforte von Liebenden und galten als Symbol der Herzlichkeit, Wärme und des Friedens. Sie spielten im sozialen Leben der Menschen eine wichtige Rolle.

Unter Linden wurde getanzt, Recht gesprochen und sogar gerichtet.   

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Die Linner Linde überlebte zahlreiche Feuer und musste schon in früheren Zeiten gepflegt und saniert werden, wobei einige Eingriffe eher schadeten als nützten.

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Die sieben Hauptäste, welche die mächtige Krone tragen, werden von starken Seilen zusammen gehalten, damit der Baum seine typische Form behalten kann.

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Die Linde kann in guten Jahren bis 50’000 Blüten erzeugen und so den Bienen eine geballte Ladung Nektar anbieten. Die süßlich duftenden Blüten sind ein altbewährtes Heilmittel bei Erkältungen, Fieber und Grippe.

Ein Gedenkstein am Fuße der Linde. 

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Um dem Baum ranken sich zahlreiche Sagen. Eine besagte, dass die Linde im 16. Jh. gefällt werden sollte, weil unter ihr die als Hexe verschriene Anna Meier mit dem Teufel Kontakt hatte.

Anna wurde zum Glück des Landes verwiesen und die Linde blieb heil. 

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Auch wird vermutet, dass der Baum früher als Wegweiser für Wanderer und Pilger diente, führt doch der europäische Fernwanderweg Pyrénées-Jura-Balaton hier vorbei.

Solche markanten Bäume wurden früher in der Schweiz “Markbäume” genannt.

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Ich saß dann längere Zeit auf einer Bank unter den Baum und ließ seine Pracht auf mich einwirken. Ich schaute auf Brugg hinab und übers Aaretal hinüber zur Habsburg. Es war still, nur vom Tal brandete ab und zu Zivilisationslärm.  

Linner Linde P.Stranieri, Rupperswil

Foto Pino Stranieri, Rupperswil. 

Ich mag diesen Baum, der mich bei jedem Besuch fasziniert und spüre die Kraft und Freude, die er mir jeweils schenkt.

Ich habe früher auf dem Bözberg öfters Militärdienst geleistet und kenne deshalb die Linde von Linn seit Jahrzehnten.

Während ich älter und älter werde –
bleibt dieser uralte Baum einfach stehen –
als wäre nichts geschehen. 

Ernst   


*
http://www.monumentaltrees.com/de/rekorde/che/ 
Quellenangabe: Verschiedenste Informationen aus dem Netz.

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Robinson Crusoe… 2. Teil


 

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Nach langem pröbeln gelang es Robinson, einen Schirm zu machen, der ihn gegen Sonne und Regen schützte. 

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Mancher Griesgram hätte gelacht, wenn er mich mit meiner kleinen Familie am Esstisch gesehen hätte. Zuoberst saß ich, der “König”, der über die Insel und das Leben seiner Bürger bestimmte. Poll, der Papagei war mein Liebling, nur er durfte mit mir sprechen.

Weiter saß stets zu meiner Rechten mein alter Hund, der leider auf dem Eiland keine Hundedame fand, um sich mit ihr paaren zu können. Und da waren noch die beiden Katzen, die Acht gaben, um die Bissen aufzufangen die ich ihnen manchmal zuwarf.

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Robinson lebte schon fünfzehn Jahre auf der Insel, pflegte  seinen Garten und züchtete Ziegen. Mit einem kleineren Boot unternahm er kürzere Ausfahrten. Eines Tages entdeckte er am Strand im nassen Sand den Abdruck eines Menschenfußes.

Obwohl er sich nach menschlicher Gesellschaft sehnte, erschrak er und bekam Angst. Er verschanzte sich tagelang in seiner “Festung”. Später stieß er an der Südwestspitze der Insel auf eine Feuerstelle, um die im weiten Umkreis Menschenknochen lagen. Ohne Zweifel hielten hier Wilde kannibalische Festmahle ab.

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Seither schlich Robinson unruhig durch die Insel, vermutete hinter jedem Baum einen Menschenfresser, hatte grosse Angst vor diesen Wilden und sann auf Rache! Er suchte einen Beobachtungsposten, von dem er die Kannibalen  bei ihrem nächsten Besuch überraschen und niederschießen konnte.

Drei Monate lang hielt er vergeblich Ausschau. In dieser Zeit überzeugte er sich von der Sinnlosigkeit seines Tuns und kam zur Einsicht, dass sich diese Menschen bei ihrem Mahl ebenso wenig Böses dachten wie er, wenn er sein Ziegenfleisch aß. Trotzdem suchte er einen sicheren Unterschlupf, von dem aus er sich verteidigen konnte, sollte er angegriffen werden.

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Noch immer wartete Robinson gespannt auf die Rückkehr der Wilden, als er in einer stürmischen Nacht Kanonenschüsse hörte und erschrak. Er lief zum Ausguck und machte sofort ein Feuer, um auf sich aufmerksam zu machen. Am Morgen sah er in der Ferne Umrisse eines Schiffes, das auf Klippen aufgelaufen sein musste.

Ob es Überlebende gab? Bei diesem Gedanken kam wieder seine Sehnsucht nach Menschen auf. “Oh wäre es doch einer”, sagte er immer wieder vor sich hin. Wenig später fand er am Ufer die angeschwemmte Leiche eines Matrosen – es war das erste menschliche Wesen nach vierundzwanzig Jahren, das er erblickte.

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Eines Morgens zur Erntezeit nahm er einen Feuerschein wahr. Die Wilden waren wieder am Strand. Er lief so schnell es ging in seine sichere “Burg”, wo er seine Waffen zur Verteidigung bereit machte. Die Neugierde trieb ihn hinaus zum Ausguck, wo er im Fernglas neun nackte Wilde um das Feuer hocken sah.

Sie waren in mehreren Kanus da, hatten ihr blutiges Mahl schon beendet und warteten jetzt auf die Flut, die ihnen die Rückfahrt erlaubte. Aus Ekel und Wut hätte er sie am liebsten wieder über den Haufen geschossen. Doch nun war er sicher, dass sie stets nur bei Ebbe kamen, sodass er bei Flut ruhig seinen Verpflichtungen nachgehen konnte.

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Bei ihrem nächsten Besuch wollte er versuchen, einen Mann zu fangen, damit er endlich die ersehnte Gesellschaft erhielt. Aber erst eineinhalb Jahre später fanden sich wieder Eingeborene zum Festmahl ein. Plötzlich nahm eines der Opfer Reißaus und lief, von Feinden verfolgt, direkt auf sein Versteck zu. Es gelang Robinson, die Verfolger abzuwehren. 

Der Gerettete kam näher, kniete vor Robinson nieder und gab ihm zu verstehen, wie dankbar er war! Robinson hatte einen Gefährten gefunden und gab ihm den Namen Freitag, weil es just Freitag war. 

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Freitag war sehr gelehrig und anhänglich. Schon nach kurzer Zeit konnte sich Robinson gut mit ihm unterhalten und ihm seine barbarischen Essgewohnheiten abgewöhnen. Brot, Milch und Ziegenfleisch schmeckten ihm gut, nur von Salz wollte er nichts wissen. Er brachte ihm auch bei, wie er mit Flinte und Pulver umgehen musste und begann, ihn im christlichen Glauben zu unterweisen. 

Oft stellte ihm Freitag naive Fragen und zwang ihn, über vieles intensiver nachzudenken. Obwohl er Heimweh hatte, wollte er die Insel ohne Robinson nicht verlassen. Deshalb fällten sie zusammen einen geeigneten Baumstamm, um einen Einbaum zu bauen, mit dem sie zum Festland fahren konnten.   

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Inzwischen waren siebenundzwanzig Jahre vergangen. Zwei Wochen vor der geplanten Abreise entdeckte Freitag Kanus, die sich der Insel näherten. Robinson war entschlossen, mit ihm den Kampf gegen die Wilden aufzunehmen, umso mehr als er sah, dass einer der Gefangenen ein Weißer war. Sie stürmten aus dem Hinterhalt auf sie ein. Einige flohen über das Meer.

Robinson befreite den Mann, der sich als Spanier namens Christianus ausgab, während Freitag ein flüchtendes Kanu verfolgte und noch einen Gefangenen entdeckte – seinen Vater! Er schrie, weinte und lachte vor Freude. Die beiden Geretteten waren so schwach, dass sie auf einer Bahre zur Hütte getragen werden mussten, wo sie dann aßen und sich erholten.

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Der Spanier und Freitags Vater hatten die Insel im Kanu bereits verlassen, als sich ein Schiff näherte. Ein Boot legte an, aus dem Seeleute ausstiegen, drei Männer aussetzten und sich entfernten. Robinson fragte, ob er helfen könne und wer sie seien. Es war der Kapitän, ein Steuermann und ein Passagier des Schiffes, auf dem gemeutert worden war. 

Robinson war bereit, ihnen bei der Rückeroberung des Schiffes zu helfen, falls sie ihn und Freitag nach England mitnehmen würden. Sie wurden einig und es begann ein harter Kampf gegen die restlichen Männer auf der Insel und gegen die übrige Mannschaft auf dem Schiff. Der Kampf ging erst nach Stunden mit dem Sieg des Kapitäns zu Ende.

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Der Rebellenkapitän wurde an der Rahe aufgeknüpft und die fünf Rädelsführer zur Strafe auf der Insel ausgesetzt. Robinson versorgte sie mit Waffen und Nahrungsmitteln und gab ihnen auch Ratschläge fürs Inselleben mit, bevor er an Bord ging.

Als Andenken an seine Zeit auf der Insel nahm er den Schirm, die Ziegenfellmütze, den Papagei und Freitag mit. Alles andere überließ er den ausgesetzten Seeleuten auf der Insel. Nach über achtundzwanzig Jahren konnte er dann endlich seinen Fuß wieder auf englischen Boden setzen. 

Es hat mir Spaß gemacht, den Text umzuschreiben, damit er lesbarer und kürzer wird und besser in die heutige, schnelllebige Zeit passt. Vielen Dank euch fürs Ausharren! Ernst

 

Quellenangabe: DU vom Mai 1966.
Die Buchillustrationen sind aus dem 18. und 19. Jh.

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Robinson Crusoe… 1. Teil


 

Ich las kürzlich wieder eine Zusammenfassung von Robinson Crusoe. Seine abenteuerlichen Reiseerlebnisse habe ich als Kind mit Begeisterung gelesen und mitbekommen, was ich so alles erfolgreich selber hätte machen könnte. Es war damals das Kinderbuch schlechthin, wurde es doch in alle Sprachen übersetzt und weltweit verlegt.

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Daniel Defoe (1659-1731), nach einem zeitgenössischen
Stich aus der National Portrait Galery in London. 

Den Text habe ich modernisiert, damit er einfacher zu lesen ist. Ich getraue mich, hier eine Kurzfassung zu bringen, weil ich glaube, dass euch das Buch trotz Kannibalen-Szenen und gelegentlichen “Gemetzel” auch gefallen hat.

Mehr noch – irgendwie bemerkte ich nach dem Lesen, dass sich die Geschichte von ”Schiffbrüchigen” heute unter elenderen Umständen wiederholt. Ob es euch auch so gehen wird?

Von jungen Lesern würde ich sicher ausgelacht – so nach dem Motto: Haha,hm – Robinson Crusoe – wer? Aber bei mir lesen ja keine jungen Leser – nur Junggebliebene!   

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“Ich wurde 1632 in der Stadt York geboren. Mein Vater war ein Deutscher aus Bremen, der sich in Hull als Kaufmann ein ansehnliches Vermögen erworben hatte. Er gab sein Geschäft auf und übersiedelte nach York, wo er meine Mutter heiratete, die aus der angesehenen Familie Robinson stammte. Man nannte mich also Robinson Kreutzer.

Nach der üblichen Art der Engländer, Worte zu verunstalten, nennen und schreiben wir uns jetzt Crusoe. So nannten mich auch meine Kameraden.”

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Dem jungen Kaufmannssohn aus York stand der Sinn keineswegs nach einem Leben in der Enge und Behaglichkeit des väterlichen Hauses; in ihm lebte der Wunsch, zur See zu gehen und Abenteuer zu bestehen.

Eines Tages kam es zur Aussprache zwischen Vater und Sohn und der alte Crusoe versuchte, Robinson von seinem Vorhaben abzubringen. Er ermahnte ihn, im Leben den goldenen Mittelweg zu gehen und ein Dasein in “Frieden, Mäßigkeit, Gesundheit und Geselligkeit zu nehmen.” 

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Die Predigt des Vaters wirkte nicht lange. Robinson stahl sich am 1. September 1651 heimlich aus dem elterlichen Haus und ging an Bord eines nach London bestimmten Schiffes. Dieses erlitt jedoch Schiffbruch, bevor es London erreicht hatte.

Robinson zögerte nochmals, doch seine Sehnsucht nach der Ferne war stärker. Er schiffte sich wieder ein und erlebte viele Abenteuer, Stürme, er gewann Kämpfe mit wilden Tieren und meisterte Auseinandersetzungen mit Sklaverei. Doch eines Tages geriet er in einen gewaltigen Sturm und erlitt wieder Schiffbruch. Unweit des Ufers versank das Rettungsboot mit ihm in den stürmischen Fluten.  

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Robinson war aber zu anderem ausersehen, als in der See sein Grab zu finden. Statt ihn unter sich zu begraben, schleuderte ihn die Brandung gegen das Ufer einer Insel. Mehrmals drohte die See, ihn zurück ins Meer zu spülen. Er berichtete, “als ich merkte, dass sie mich wieder überfluten würde, beschloss ich, mich an einem Felsen festzuklammern und meinen Atem anzuhalten, bis der Stoß vorüber war. 

Da ich schon näher an Land war, kamen die Wellen nicht mehr so hoch wie vorher und ich hielt mich fest, bis sie verlaufen waren. Dann rannte ich weiter und entkam der nächsten Woge. Erleichtert kletterte ich die Klippen der Küste hoch und setzte mich ins Gras, die Gefahr war vorbei und ich außer Reichweite der See.”

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Es ist schwer, die Dankbarkeit zu beschreiben, die Robinson bewegte, als er in Sicherheit war. Doch bald wurde ihm mit Bestürzung bewusst, dass er zwar gerettet war, aber nichts mehr für sein Dasein hatte.

Er war durchnässt und hungrig, trug nichts mehr auf sich als ein Messer, eine Tabakpfeife und in einer Dose etwas Tabak. Er hatte keine Waffe, um sich zu verteidigen oder ein Tier zu jagen und wusste auch nicht, ob er sich auf der Insel überhaupt ernähren konnte.

Als die Nacht hereinbrach, befiel ihn die Angst vor wilden Tieren. Er wusste sich nicht anders zu helfen, als auf einen Baum zu klettern und dort zu übernachten. Er war ohne Hoffnung, weiterhin am Leben zu bleiben und fiel vor lauter Erschöpfung in einen tiefen Schlaf.

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Am anderen Tag entdeckte Robinson zuerst das gesunkene Schiff, das von der Flut auf einen Felsen geworfen worden war und jetzt hoch aus der ruhigen See herausragte. Mit der eintretenden Ebbe schwamm er hinaus zum Wrack, um zu sehen, was nach dem Sturm noch an brauchbaren Waren übrig geblieben war.

Zu seiner großen Freude fand er seinen gesamten Mundvorrat trocken vor. Nachdem er sich aus Planken notdürftig ein Floss gezimmert hatte, füllte er drei Seemannskisten mit allem, was er für sein Inselleben brauchte: Brot, Reis, Käse, gedörrtes Fleisch, Wein sowie Kleidung, Werkzeuge, Waffen und Pulver.

So ausgerüstet trat Robinson mit seinem primitiven Fahrzeug den Rückweg an. Es gelang ihm nach etlichen Schwierigkeiten mit seiner ganzen Habe wohlbehalten in einer kleinen Bucht anzulegen.

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Robinson fuhr noch mehrmals zum Schiff hinaus, bis eines Nachts erneut ein heftiger Sturm aufkam, der das Wrack endgültig versenkte. Nun ging er daran, sich eine sichere Wohnstätte zu bauen, die ihn vor dem Angriff von Wilden und vor Raubtieren schützen sollte. 

Am Fuß einer steilen Felswand fand er einen geeigneten ebenen Platz, der etwa hundert Schritte breit, doppelt so lang war und gegen das Ufer hin abfiel. Dort schlug er sein selbst gemachtes Zelt auf und zog darum einen Halbkreis, in den er zwei Reihen starke Stangen einschlug. Dann legte er Tauende reihenweise übereinander zwischen die Pfahlzäune und verstrebte sie zusätzlich mit Pfählen. Es entstand so eine regelrechte Palisadenwand, die nur mit einer Leiter überstiegen werden konnte.

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Neben der Arbeit an seiner Hütte zog Robinson auch täglich aus, um zu jagen und die Insel zu erkunden. Gleich beim ersten Mal entdeckte er sehr scheue Ziegen, die in den Felsabhängen lebten.

Er bemerkte, dass er sie nur schießen konnte, wenn er sich ihnen von oben näherte, da er beobachtete, “dass ihre Augen nach unten gerichtet waren und sie deswegen Dinge über ihnen nicht gut wahrnehmen konnten. Ich kletterte deshalb”, so berichtete er, “zuerst immer über den Felsen und machte so häufig Beute.”

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Auf seinen weiteren Streifzügen bemerkte er, dass er sein Zelt auf der schlechteren Seite der Insel gebaut hatte; denn die andere erwies sich als sehr viel lieblicher und fruchtbarer. Hier stieß er auf eine Fülle von Tieren: Papageien, Hasen, Füchse, alle Arten von Vögeln, darunter Tauben und Pinguine.

Er sah auch unzählige riesige Wasserschildkröten, sodass die Nahrungsversorgung nun völlig sicher war. Sodass sogar der “Landauer Markt” seinen Tisch “nicht besser hätte versorgen können.”

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Auf einem seiner Streifzüge nach der Westseite der Insel erspähte Robinson in der Ferne einen schmalen Landstrich. Ab diesem Tag fand er keine Ruhe mehr, bis er den tollkühnen Gedanken gefasst hatte, sich ein Boot zu bauen und damit hinüber an das ersehnte Land zu gelangen. Er fällte eine Zeder, die wohl grösser und prächtiger war als alle, die Salomon zum Bau seines Tempels verwendet hatte. Die Arbeit dauerte fast vier Monate, bis er einen Einbaum fertig gebaut hatte, wie ihn die Eingeborenen dieser Gegend benützten.

Doch all seine Bemühungen, ihn ans Wasser zu schaffen, schlugen fehl: er vermochte ihn keinen Schritt von der Stelle zu bewegen. Den Gedanken, einen Kanal bis an den Strand zu graben, musste er auch begraben, hätte ihn doch diese Arbeit etwa zwölf Jahre gekostet. Während dieser Bauzeit lief Robinsons viertes Jahr auf der Insel ab. Er beging deshalb den Tag in Andacht und Dankbarkeit. Zugleich gab er den Wunsch endgültig auf, die Insel zu verlassen. .  

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Die Vorräte, die er aus dem Wrack geborgen hatte, nahmen mit der Zeit ab und seine Kleidung begann zu verfallen. Es blieben ihm nur noch ein paar Matrosen-Wachtmäntel, die jedoch für das Klima dieser Gegend ungeeignet waren. Aber nackt herum laufen wollte er auch nicht, obwohl er ja alleine auf der Insel war.

Er begann sich aus Tierfellen, die er nach und nach gesammelt und getrocknet hatte, eine Kleidung anzufertigen, die ihn sowohl gegen Nässe wie die schlimmste Hitze schützte. Nun fehlte in seiner Ausrüstung nur noch ein Schirm, der ihm Sonne und Regen abhalten half. 

Diese Arbeit kostete ihn unendlich viel Mühe und erst nach mehreren missglückten Versuchen gelang es ihm, den Schirm so zu konstruieren, dass er funktionierte. Das Gestell bezog er mit Fellen, die Haare nach außen, sodass der Regen daran ablief wie an einem Wetterdach. So war er gegen die Unbill der Witterung geschützt und streifte fortan glücklich durch seine Insel.

Den 2. Teil werde ich in einer Woche veröffentlichen. Bis dann wünsche ich euch eine gute Zeit.

 
Ernst

 

Quellenangabe: DU vom Mai 1966.
Die Buchillustrationen sind aus dem 18. und 19. Jh.

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Die Wetterstation mit blondem Frauenhaar…


 

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Ich besuchte in der letzten Zeit einige Male die antike Wetterstation in Wohlen AG, die neu revidiert und aufgefrischt vor dem Gemeindehaus steht. Ihr Kupferdach schützt vor Nässe und ein Granitsockel verankert sie fest am Boden.

Vereinfacht gesagt misst das Häuschen mit seinen antiken Messgeräten die Temperatur-, die Feuchtigkeit und den Luftdruck. 

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1903 schenkte sie der Gemeinnützige Ortsverein Wohlen der Schuljugend und der Einwohnergemeinde anlässlich der Centenarfeier des Kantons.

Sämtliche Original-Instrumente sind gemäß Restaurator Karl Vögeli noch vorhanden und zeugen von der hohen Ingenieur-Kunst des Herstellers Fa. Wilh. Lambrecht GmbH. in Göttingen De.

Temperatur-Anzeiger mit Minima-Maxima-Thermometer.

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Polymeter mit verb. Hg.-Thermometer. Lins und rechts sind Taupunkts-Regeln und weitere Erläuterungen angebracht.

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Ein Thermo-Hygroskop mit Anzeigebildern und Wetterregeln. Das Hygrometer, das die Luftfeuchtigkeit misst, enthält als Besonderheit ein paar Strähnen blondes Frauenhaar.

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Der Restaurator baute 30 blonde Haare ein, jedes genau 23 cm lang! Sie dienen zum Dehnen und Zusammenziehen des Zeigers für die Messskala des Gerätes.  

Haare dehnen sich bei Feuchtigkeit aus und ziehen sich bei Trockenheit wieder zusammen. Test ergaben, dass sich schwarzes Haar weniger gut dehnt und deshalb die Kalibrierung des Hygrometers schwieriger wäre.

Der Restaurator durfte die Haare der Tochter eines Kollegen abschneiden. Übrigens funktioniert die Anzeige tadellos. 

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Dieses Instrument zeigt Temperatur-Berichtigungen an. Der Barometer steigt und fällt nicht nur infolge des veränderten Luftdrucks, sondern er wird auch durch die Temperatur beeinflusst. 

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Würde man diese Wetterstation heute originalgetreu nachbauen, käme sie wohl sehr teuer zu stehen.

Nun hoffe ich, dass uns der ‘Wettergott’ im neuen Jahr viel Sonnenschein und genügend Regen für die Natur bescheren wird. Im weiteren soll er uns vor größeren Unwettern und Überschwemmungen bewahren.

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Leider hat letzte Nacht das Sturmtief Axel an der Nord- und Ostsee bereits wieder sehr grosse Schäden und Verwüstungen verursacht.

Ernst 

 Quelle: Artikel in Aargauer Zeitung vom 22.10.2016.

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Jahreswechsel…


 

Stranieri Pino Sonnenaufgang bei Seengen, Hallwilersee  125845035

© Foto Pino Stranieri, Rupperswil AG.

Neujahr

Noch immer sagen Narren wahr:
Es stürmt und schneit im neuen Jahr.
Man stolpert über Steine zwar
und gräbt sich Grab und Gruben gar,
es lauern Krankheit und Gefahr,
doch vieles wird ganz wunderbar.

Man freut sich gern mit Haut und Haar,
liebt sich unsterblich, immerdar,
umringt von Freund und Feind, ja klar.
Man legt sich gute Gründe dar
und weiß grundsätzlich und fürwahr:
Die Sonne scheint auch dieses Jahr!

© Brigitte Fuchs (*1951), Schweizer Autorin,
Lyrikerin, Sprachspielerin.

In diesem Sinne einen guten Rutsch ins neue Jahr!

Ernst

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Frohes Fest


 

2016 neu Blog - Copy

Die Karte wurde im Auftrag der Stiftung Hilfswerk Margrit Fuchs
Ruanda * von Einheimischen aus dem Holz von Bananenstämmen
geschnitten und ungefärbt aufgeklebt
.

Für eure Besuche und Kommentare bedanke ich mich herzlich. Ich freue mich auf einen regen Gedankenaustausch im neuen Jahr.

Ernst
 

* Infos : www.ruanda.ch

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