Freitag, 26. September 2014


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Ein Hotel ohne Stern,

Strom und Wasser.

Die Delichon urbicum fliegt in der Regel erst Ende September in ihr  Winterquartier, während der andere Langstreckenzieher Apus Apus uns schon Ende Juli verlässt und nach Afrika fliegt.

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Da beide Vogelarten zusehends Mühe bekunden, geeignete Nistmöglichkeiten zu bauen oder zu finden, hat sich der Natur-und Vogelschutzverein Tägerig anlässlich seines 30. Geburtstags dieses Geschenk gemacht.

4.8.14 Schwalbenhotel 003

Der Balken des Hotels ist am Boden in einem massiven Betonsockel verankert und ein Kupferdach schützt die Gäste vor schlechtem Wetter. 

20.8.14 Garten 007

Die Mehlschwalbe (Delichon urbicum)  

Wegen der Kotverschmutzung an Fassaden oder am Boden sind Hausbesitzer sehr zurückhaltend, wenn sie um einen Platz für Kunstnester angefragt werden. Kotbrettern können hier allerdings Abhilfe schaffen.

WMC Urh. Omar Runolfsson House_Martin_-_Delichon_urbicum

Foto WMC. Urh. O. Runolfsson.

Immer mehr Plätze und Straßen werden in Siedlungen asphaltiert. Die Schwalben finden deshalb für den Nestbau immer weniger geeignete Lehmklümpchen in den Pfützen.

Je weniger Beständigkeit dieses Baumaterial aufweist, umso schlechter haftet der Lehm an der Nistwand, die Nester fallen auseinander.

WMC Urh. L.Fdez. Wikimedia Commons, Urh. L.Fdez

Zwischen 1987 und 1992 hängten Vereinsmitglieder über 100 Kunstnester im Dorf auf. Ich war damals als Präsident aktiv daran beteiligt. Dank dieser Unterstützung entwickelte sich eine erfreulich große Schwalben-Population.

Das neue Hotel bietet den Mehlschwalben 24 neue Nistplätze an.

 z 20.8.14 Garten 005 - Kopie (2)

Die Erbauer des Hotels dachten aber auch an den Mauersegler (Apus apus),

WMC Urh. Pawel Kuzniar, eig. Werk Mauersegler 640px-Apus_apus_01

Eig. Werk. Urh. Pawel Kuzniar.

der wie kein anderer Vogel an das Leben in der Luft angepasst ist. Der  rasante Flieger verbringt sein ganzes Leben in der Luft, schläft und paart sich im Flug. Er hat trotz größerer Siedlungsdichte Mühe, passende Bruthöhlen an Neubauten zu finden.

Die 9 Öffnungen (Bruthöhlen) für die Segler befinden sich an den Seitenwänden.

z 4.8.14 Schwalbenhotel 007 - Kopie - Kopie

Der Mauersegler lebt von Mai bis Juli bei uns und legt auf seiner Reise nach Afrika jeweils rund 8’000 km zurück! Früher dachten die Leute, dass die abends aufsteigenden Mauersegler über die Nacht auf dem Mond nächtigen würden. 

20.8.14 Garten 010

Ich hoffe, dass die Mehlschwalben das Turmhotel in den nächsten Jahren annehmen und die Nisthöhlen für die Segler genügend hoch sind, dass sich auch diese Gäste einstellen werden.

Ich bin gespannt! Du auch?

Ernst

Für Interessierte :
Der Link zu weiterführenden Informationen: http://www.vogelwarte.ch/. Bei Interesse kann ich die Adresse des Hotelbauers vermitteln. In der Schweiz haben Natur-und Vogelschutzvereine bis heute gegen 100 Schwalbenhäuser errichtet.

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30 Antworten zu Freitag, 26. September 2014

  1. ladyfromhamburg schreibt:

    Ich drücke sehr die Daumen, dass sich Mehlschwalben und auch die Mauersegler ein Brutplätzchen im neuen Turmhotel suchen werden. Mich hat es überrascht zu erfahren, dass es möglich ist, auf so begrenztem Raum gleich beiden Vogelarten einen Nistplatz zu bieten. Von Schwalben ist es mir bekannt, dass sie oft in Kolonien leben, aber interessant, dass sie nichts gegen die Mieter direkt über ihnen haben und umgekehrt. Schon toll!
    Auch sehr erfreulich, dass ihr schon Ende der 80er/Anfang der 90er Jahre durch das Anbringen von Kunstnestern etwas zur Unterstützung und zur Verbesserung der Brutmöglichkeiten für die Mehlschwalben getan habt. Ich habe zuletzt in der Schweiz in Diessenhofen am Rhein eine Unmenge von Schwalbennestern gesehen, das war überwältigend, wieviele Vögel dort permanent herumschwirrten. Ich glaube, sie lebten aber in selbst gebauten Nestern, denn die Bauten wirkten doch eher uneinheitlich.

    Liebe Grüße
    Michèle

    • ernstblumenstein schreibt:

      ja die Schwalben brüten gerne in Kolonien. Wir haben damals sehr viel für die Schwalben getan, viele der damals noch vorhandenen Naturnester sind jedoch in der Zwischenzeit kaputt gegangen, somit war es an der Zeit, dass der Verein wieder mal etwas gemacht hat. Ich sehe keine Problematik, dass Schwalbennester und Segler Höhlen nahe aneinander liegen; ich habe meine Zweifel, ob die Höhe von 5 Metern über Grund genügen. Die Segler bevorzugen lieber Gebäudehöhen von ca. 10 Metern und mehr. Aber an Neubauten fehlen mehr und mehr Oeffnungen. On verra… ,
      dir eine angenehme Woche. Grüess Ernst

  2. einfachtilda schreibt:

    Oh ja, da bin ich auch gespannt und finde diese Idee hervorragend.

    Liebe Grüße von Mathilda ☼

  3. Vera Komnig schreibt:

    Wunderbar und auch ich drücke die Daumen, dass die „Federbällchen“ das Hotel annehmen, aber wahrscheinlich wird die Verzweiflung um geeignete Brutstätten schon das ihrige dazu tun.

  4. Semra Polat schreibt:

    Beautiful Ernest 🙂

  5. ute42 schreibt:

    Was für ein schönes Hotel. Auch ich hoffe sehr, dass es immer voll belegt ist.

  6. syntaxia schreibt:

    Eine tolle Sache!! So ein feines Hotel!
    Möge es angenommen werden und möglichst viele Gemeinden dies nachahmen!!

    ..grüßt dich Monika

  7. Marguerite schreibt:

    moi aussi:)bonsoir ernest::)

  8. Silberdistel schreibt:

    Ich drücke die Daumen, dass das Turmhotel so funktioniert, wie es gedacht ist. Ich weiß zwar, dass man Schwalben und Mauersegler oft zusammen antrifft, weiß aber nicht, ob sie sonst in so dichter Gemeinschaft mit den Schwalben brüten. Michèle hatte darauf ja auch bereits verwiesen. Aber Du wirst sicher berichten.
    Liebe Grüße von der Silberdistel

    • ernstblumenstein schreibt:

      Ich bin sicher, dass das Hotel funktioniert, habe jedoch Vorbehalte wegen den Seglern. Ich glaube die Nähe zu den Schwalben ist kein Problem, ich sehe das Problem eher in der Höhe der Nisthöhlen. On verra. Dir liebe Grüsse in den Norden. Ernst

  9. Anna-Lena schreibt:

    Raum ist in der kleinsten Hütte, lieber Ernst und es geht mitunter auch ohne Komfort 🙂 . das sollte uns wieder mal bewusst werden 😉 .
    Liebe Grüße
    Anna-Lena

  10. buchstabenwiese schreibt:

    Sehr interessant, lieber Ernst.
    Ich hoffe sehr, dass das Turmhotel angenommen wird und sich entsprechend Gäste einfinden werden. 🙂

    Liebe Grüße,
    Martina

  11. Mo Nika schreibt:

    Hallo Ernst, ich glaube es hat funktioniert. Dann kann ich jetzt nur sagen, tolle Sache, so ein Turmhotel.:-)

  12. ernstblumenstein schreibt:

    Toll Moni, es freut mich, dass es geklappt hat. Vielen Dank für deinen Besuch und deine Zeilen. Ich wünsche dir eine gute Woche. Liebe Grüsse Ernst

  13. minibares schreibt:

    Das ist eine wundervolle Idee, es schaut super aus.
    Bin echt gespannt, ob es angenommen wird.
    Wie schön, dass unter deiner Führung die Schwalben erheblich mehr wurden.
    Liebe Grüße Bärbel

  14. ernstblumenstein schreibt:

    es wird von den Mehlschwalben sicher angenommen Bärbel, kann aber dauern (1-3 Jahre). Mich interessiert mehr, ob die Segler sich einstellen werden.
    Ich wünsche dir ein angenehmes Wochenende. Ernst

  15. Träumerle Kerstin schreibt:

    Hallo lieber Ernst. Ich freue mich, dass sich Menschen Gedanken machen und den Tieren helfen. Genial dieses Hotel und ich wünsche, dass es gut angenommen wird.
    Hier habe ich dieses Jahr direkt mal wieder einige Schwalben entdeckt, sie sind rar geworden. Als wir vor 25 Jahren hier einzogen, da hatten wir jahrelang ein Schwalbennest unterm Dach (zwischen haus und Nebengebäude). Irgendwann waren sie weg.
    Liebe Grüße ins Wochenende von Kerstin.
    (Ich musste im Urlaub mal ganz stark an Dich denken. Wir schlenderten über einen Markt und da gab es herrliche bunte Keramikware. Solche hatte ich mal bei Dir in einem Beitrag gesehen und gemeint, dass ich da viel Schönes entdecken und kaufen würde. Nun stand ich da – und habe nichts gekauft. Mit Johnny war der Bummel kein Vergnügen und wir mussten sehen, dass wir da wieder raus kamen. Aber ich habe die ganze Zeit an Dich gedacht 🙂 )

  16. ernstblumenstein schreibt:

    Vielen Dank Kerstin für deine Zeilen, die mich gefreut haben. Ich glaube, wenn wir den Schwalben mit Kunstnestern nicht helfen, werden sie immer weniger. Der sogenannte Fortschritt unserer Zeit nimmt leider keine grosse Rücksicht auf die Natur, die Fauna und die Flora.
    😀 wegen dem Chacheli-Markt (Keramik-Markt) musste ich lachen 😀 , – Du warst aber sicher nicht in Saint Remy auf dem Markt 😉 gell. Das Problem ist, dass man mit einem Hund eben nicht schlendern kann, meine Liebe. Und wahrscheinlich braucht es das Schlendern, damit man in Kauflaune kommt 😉 Warst Du in Frankreich in den Ferien?
    Ich wünsche dir eine angenehme Herbstzeit, wir können ja bis jetzt nicht klagen, oder?
    Liebe Grüsse Ernst

    • Träumerle Kerstin schreibt:

      Nein, wir waren in Italien. Unterkunft südlich des Gardasees, aber den See haben wir ringsrum erkundet. Der Markt bot alles für Touristen – Lederwaren, Tischwäsche, Schmuck, Keramik, Kleidung … Aber in einem Geschäft haben wir uns eine Terrakotta-Sonnenuhr gekauft. Die wird uns immer an diesen Urlaub erinnern. Fotos sind übrigens schon bei mir eingestellt.
      Liebe Abendgrüße von Kerstin.

      • ernstblumenstein schreibt:

        Danke für deine Nachricht, oh, die Landschaft rund um den Gardasee ist herrlich. Ich finde, ihr habt euch mit der Terrakotta-Sonnenuhr ein sehr originelles Andenken erworben. Ich werde heute bei dir vorbei schauen, freue mich schon darauf.
        Liebe Grüsse zurück. Ernst
        .

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