’Van Gogh’, Kartoffeln…


 

Brief (August 1884) von Vincent van Gogh an Bruder Theo!

“Ich machte dies für jemand in Eindhoven, der einen Eßsaal zu dekorieren wünschte. Er wollte es mit Kompositionen von verschiedenen Heiligen tun. Aber ich gab ihm zu bedenken, ob etwa sechs Darstellungen aus dem Bauernleben, sowie vier die Jahreszeiten symbolisierende nicht mehr Appetit der braven Leute, die dort zu Tisch sitzen müssen, anregen würde, als die eben erwähnten mystischen Personen. Nun hat sich der Mann nach einem Besuch im Atelier dafür erwärmt…”

Kartoffelsetzen 1884 in Nuenen*.

Die Kartoffelpflanzer neu (2)

Scan aus Katalog der Ausstellung Kunsthalle Basel von 1947.

Die Idylle täuscht. Ich betrachte die Szenerie und versuche mich ins 19. Jh. zurück zu versetzen, mehr als fünf Jahrzehnte vor meiner Zeit.
Rackern mit dem Hakenpflug am frühen Morgen brauchte Kraft und Konzentration. Da die störrische Kuh oft ausbrach, um einen seitlich liegenden Grasbüschel zu fressen, zwickte sie der Bauer jeweils mit der Rute, damit sie geradeaus lief und eine schöne Rille hinterließ.

Von der Heidt Museum Wuppertal. Van Gogh. Quelle. F_172 JH_514 Kartoffelsetzen1

WMC, Gemeinfrei. F 172, JH 514. Original: Von der Heydt Museum, Wuppertal.

Auch die Bäuerin verrichtete eine harte Arbeit. Tief gebückt nahm sie eine nach der anderen Saatkartoffel aus ihrer Rocktasche und steckte sie in die Furche. Ob wohl Rückenschmerzen schon damals so verbreitet waren wie heute?

Sicher war es für die Bauern eine eintönige und mühsame Arbeit! Andrerseits bot ihnen das Bauerndorf neben ihrer täglichen Arbeit auch wenig Ablenkung. Wir können uns ihr Leben nur erahnen.


Ich bin bis zum 22.10.17 in den Ferien, deshalb fallen meine Antworten zu euren Kommentaren wahrscheinlich aus.
Ernst

* Van Gogh lebte von 1883-1885 in Nuenen (Nordbrabant NL) und malte dort über 180 Bilder, darunter diverse ‘Kartoffel-Sujet’, was auf die damalige Bedeutung dieses Nahrungsmittels hinweist. Berühmt ist das Bild Die Kartoffelesser (De Aardappeleters).

Vincent_van_Gogh_-_The_potato_eaters_-_Google_Art_Project

Foto Wikipedia WMC, gemeinfrei.

 Der Originalbrief für Interessierte:
Dit maakte ik voor iemand in Eindhoven, die een eetzaal wenscht te decoreeren. Hij wilde dit doen met composities van diverse heiligen. Ik gaf hem in bedenking, of een zestal voorstellingen uit het boerenleven van de Meierijtevens de 4 jaargetijden symboliseerende – niet meer den appetijt der brave menschen, die aldaar aan tafel moeten zitten, zou opwekken, dan de mystieke personages hierboven genoemd. Nu is de man daar warm op geworden na een bezoek aan’t atelier…”

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Limerick Blindschleiche…


 


Die Katze biss dem Reptil aus Versehen
in den Schwanz, ließ es nicht entgehen

die Schleiche, nicht blind
warf ab ihn geschwind

er war nur mit Knorpeln versehen.

 

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Text und Foto:  E. Blumenstein

 

Hebed’s guet. Ernst

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Zaungäste am Straßenrand…


 

König George VI. besucht Versailles, 1937.

 

Scan
Scan aus kultureller Monatsschrift du vom Juli 1968.

Fotograph : Henri Cartier – Bresson (*1908,  2004). 

 

* Der Link: https://de.wikipedia.org/wiki/Henri_Cartier-Bresson

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Reise in die Vergangenheit, Bhaktapur 1965. (12)


 

Bhaktapur ist neben Kathmandu und Patan die kleinste der drei Königsstädte in Nepal.

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Im Bus in die Stadt kamen wir mit Österreichern und Deutschen ins Gespräch. Da auch sie ein paar Tage bleiben wollten, beschlossen wir zusammen eine Bleibe zu suchen.

z gebraucht. Blog 1. Bagdaon die Dächer der Stadt  -116

Der Bus brauchte wegen der schlechten Straße für die 16 km eine Stunde. Allerdings sammelte er auch alle Leute, die irgendwo am Straßenrand warteten, ein und ließ Passagiere überall aussteigen.

Ein Palastwächter in der Stadt.

Bhaktapur, neben Eingang Königspalast IMG-0219 (2)

Kaum angekommen, bot uns ein Nepali ein leeres Haus für umgerechnet zwölf Franken im Monat an. Schnell waren wir mit ihm einig, er war sichtlich zufrieden – wir waren es auch. 

Pro Etage gab es 3 Räume. Wir fühlten uns sicher aufgehoben, schliefen wir doch in unseren Schlafsäcken auf trockenem Lehmboden.

Ein Mieter vor seinem vierstöckigen, schmalen Haus.

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Tagsüber waren wir in der Stadt und abends aßen wir im Haus, spielten Schach oder diskutieren über Gott und die Welt. Dabei rauchten wir öfters einen Joint. Dieser war im Tabakladen nebenan für ein Taschengeld zu haben. 

Ein Symbol; der Nyatapola-Tempel.

Bakthapur der Nyatapola Tempel IMG-0229-horz

Der 30 Meter hohe Nyatapola-Tempel (nyata “fünfstöckig”, pola “Stufen”) ist die höchste Tempelanlage von Nepal und einer von 170 Tempeln in der Stadt.

Er wurde 1708 fertig gestellt und ist seit 1979 ein UNESCO Welterbe.

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Es gab keinen motorisierten Verkehr, nur Fußgänger und Velofahrer waren unterwegs. Busse und allfällige Privatautos mussten am Stadtrand parkieren.

Ich empfand den Ort als Werkstatt unter freiem Himmel; überall wurde getöpfert, ziseliert, gedroschen, genäht oder gestickt; die Zeit war hier stehen geblieben.

z Blog Bhaktapur Kunsthandwerker

Da die Häuser auf sehr kleinen Grundflächen gebaut waren, spielte sich die Arbeit und das Leben vorwiegend draußen ab.  

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Frauen verrichteten Handarbeiten, tauschten Neuigkeiten aus, hüteten Kinder oder holten am Brunnen Wasser fürs Haus.

z gebraucht Blog1.  Frauen u. Kinder am Brunnen..117

An anderen Orten wurde Reis gedroschen oder im Freien gekocht.

z gebraucht Blog 1 Korn dreschen 104-horz.112.

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Bagdaon Street Side-94

Asien gilt als Wiege des uralten Töpferhandwerks und so war es nicht verwunderlich, dass an diesem Platz Töpferwaren zum Trocknen an der Sonne lagen.

z Töpferwaren Markt. -83 (2)

Mich faszinierte, wie leicht die Töpfer die massiven Steinscheiben drehten und mit viel Können dem Ton eine Gestalt gaben.

collage gebraucht Blog1. Töpferei. Der Meister bei der Arbeit -82 (2)

Bhaktapur Töpferei. Der Meister bei der Arbeit -horz107.106

Dieses uralte Kunsthandwerk wurde vom Vater an den Sohn weitergegeben. Jeder Töpfer sammelte weiße, schwarze und rote Erde selber, mischte sie nach seinem Gusto und lagerte sie zuhause.

z 1 Bagdaon IMG-0187 (2) - Copy

Die Stadt liegt an einer alten Handelsroute von Indien nach Tibet und profitierte jahrhundertelang vom Handelsmonopol.

Als China in den 50iger Jahren Tibet besetzte, wurde die Grenze  zu Nepal geschlossen. Der florierende Handel brach zusammen und die Stadt verarmte.

z Bagdaon Blog1. Hauptstrasse -97 und 103

Außerhalb des Durbar Platzes gab es deshalb viele baufällige Häuser.

z Blog 1.Bagdaon Lastenträger, Gasse.99.side2

Aber an anderen alten Palästen bewunderten wir wieder unglaublich schöne Holzschnitzereien, die von der großartigen Schnitzkunst der Newaris zeugten.

z Bhaktapur Holzschnitzereien Götterpalast.102

Das goldene Tor vor dem Königspalast besteht aus vergoldetem Kupfer und zeigt das großartige nepalesische Handwerk.  

Das Goldene Tor beim Königspalast.......Durbar Square in Bhaktapur

Im Tor ist die zehnarmige, vierköpfige Taleju, die Schutzgöttin der Mallas verewigt. Ihr Schrein liegt als Hauptheiligtum im Königspalast.  

Dieser hölzerne, dreistöckige Wagen mit starren Achsen wird für das Wagenfest (Bisket Jatra) gebraucht.

z Bhaktapur Prozessionswagen  für das Wagenfest Bagdaon. IMG-0206

Das zweitägige Fest wird am nepalesischen Sylvester/Neujahr gefeiert und ist dem Gott Bhairav und der Göttin Bhadrakali geweiht. In einer Art Wettkampf werden zwei Wagen mit Seilen von Männern durch die Stadt gezogen.

Die Zeit in Nepal bleibt mir in guter Erinnerung, wären da nicht die immensen Zerstörungen durch Beben, die großes Leid der Bevölkerung brachten.

Ernst

 

Ein weiterer Bericht über die Seidenarbeiterinnen in Bhaktapur wird irgendwann folgen.

Quellenangabe für Interessierte :
Diverse Quellen aus dem Internet.

–  https://de.wikipedia.org/wiki/Bhaktapur

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Schützenhäuser, Relikte aus früheren Zeiten…


 

Noch hat fast jedes Dorf  bei uns einen Schützenverein mit Schützenhaus und einer 300 m Anlage. Im Unterstand werden Zielscheiben kontrolliert und gewechselt. Die Treffer werden dann dem Schützen mit einer langen Kelle angezeigt.

Das Schützenhaus in Künten AG.

Künten AG.P1000190

Dieser Schießstand wurde vor Jahrzehnten außerhalb des Dorfes erstellt. Im Laufe der Zeit sind neue Wohnquartiere näher ans Schützenhaus heran gebaut worden. Da Lärm immer weniger goutiert wird, musste der Stand stillgelegt werden.
 Künten Schützenhaus P1000194

Soldaten und Unteroffiziere der Armee mit entsprechender Ausrüstung müssen während der Dienstpflicht jährlich das ‘Obligatorische’ schießen. Wer die Übungsanforderung nicht erfüllt, muss wiederholen.

Künten Schützenhauis Scheibenstand 300m. P1000192

Der Kugelfang (> <) ist durch unzählige Projektile kontaminiert und muss wahrscheinlich als Sondermüll saniert werden.

Diese Infotafel aus dem letzten Jahr informierte allfällige ‘Irrläufer’, dass sie die Übung in der regionalen Schiessanlage Bremgarten schießen müssen.

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Oberste Organisation der Schützen ist der Schweizer Schiesssportverband (SSV). Er fördert den Spitzen- und Breitensport und kümmert sich um den Nachwuchs.

Künten. P1000193 

Das Eidgenössische Schützenfest ist einer der wichtigsten Anlässe und findet nur alle 5 Jahre statt.

Hier zeige ich euch eine Originalpostkarte des Festes in Bellinzona aus dem Jahr 1929.

15. Juli 1929 Eidg. Feldschiessen  - Kopie

Übrigens handelt Gottfried Kellers Novelle “Das Fähnlein der sieben Aufrechten” aus dem Umfeld des Schützenfestes von 1849, das für den Zusammenhalt des jungen, modernen Bundesstaates wichtig war.

Ich wünsche euch eine schöne Herbstzeit. Ernst


Der Link zum Schützenwesen u. eidg. Schützenfest: https://de.wikipedia.org/wiki/Eidgen%C3%B6ssisches_Sch%C3%BCtzenfest

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Der Sommer geht


 

Heute lag erstmals wieder Morgennebel über unserem Flusstal. In naturnahen Gärten und Streuwiesen mehren sich die Samen von Gräsern, Kapseln, Hülsen, Ständen und Früchten. Zeugen einer vergangenen Blütenpracht.

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Viele dieser Samen finden wieder zurück ins Erdreich, um zu gegebener Zeit mit neuen Schösslingen die Arterhaltung zu sichern.

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Am Hundsrosen-Strauch leuchten rote Hagebutten. Nebenan in der Hecke locken weißlich grüne, rötende Weißdorn-Beeren und dunkel glänzende Früchte des Schwarzen Holunders. Willkommene Nahrung für unsere Standvögel im Winter.

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Un
trügliche Vorzeichen des nahenden Herbstes.

Ernst

 

Sollst nicht murren,
sollst nicht schelten,
Wenn die Sommerzeit vergeht,
Denn es ist das Los der Welten,
Alles kommt und Alles geht.

 

Müller Wilhelm. (1794-1827)
Aus vermischte Schriften von G. Schwab.
1. Bändchen, F.A. Brockhaus, Leipzig 1830, S. 411.

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Bummel durch Laufenburg AG


 

Anlässlich eines Geburtstages besuchten wir am späteren Nachmittag das Grenzstädtchen Laufenburg am Hochrhein.

Beim Griechen im Restaurant Athena am Rheinufer der deutschen Zwillingsstadt waren Plätze für unser Nachtessen reserviert. 

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Kaum passierten wir das Stadttor tauchten wir in eine andere Welt ein.

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Wir flanierten durch die Altstadt, durch fahnengeschmückte Gassen, bestaunten Fassaden,

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trafen auf altes Gemäuer und liefen auf Pflastersteinen.

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Freuten uns an Kunterbuntem,

Kunterbuntes

alten Gassen-Namen,

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an ansehnlichen Brunnen,

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und an schönen Lukarnen an Wohnhäusern, die Dachgeschosse belichten und bewohnbar machen.

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Wir entdeckten Relikte wie alte Türen,

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Tore und Torbögen

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und bewunderten schöne Erker sowie einen prachtvollen Gebäude-Eingang. 

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Die kunstvollen Nasenschilder erfreuten mich außerdem sehr, weil ich sie gerne mag.

Restaurant zum Meerfräulein.

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Gasthaus zum Pfauen (1921).

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Schuhmacherei oder Stiefelgeschäft ?

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An einigen Orten sahen wir den aufrecht gehenden Löwen, das Symbol der Habsburger.

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Seit dem Mittelalter verbinden Brücken die beiden Städte.

Blick vom Schweizer Ufer auf die 1911 gebaute Bogenbrücke und Laufenburg DE.

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Blick von der deutschen Zwillingsstadt auf das hellblaue Schweizer Zollhaus (links).

Blick v DE auf CH SeiteZollhaus.P1010677

Hier passierten wir am Heiligen Johannes von Nepomuk und den beiden Grenzsteinen vorbei die Grenze. 

Nepomuk auf Laufenbrücke

Grenzstein Seite Laufenburg Schweiz, 017-horz

Links der Aargauer Grenzstein mit den 3 Sternen und dem Rhein, rechts der ‘Badener’ Grenzstein mit dem Löwen.

Nach der Brücke empfängt uns der stattliche Gasthof Laufen auf der deutschen Seite!

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Es blieb auch Zeit, um die schöne deutsche Altstadt anzuschauen.

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Später verspeisten wir dann draußen am Rheinufer unsere griechischen Spezialitäten.

P1010692 Gr. Rest. Athen

Es dunkelte bereits, als wir uns auf den Heimweg machten.

7 Blick DE auf CH-SeiteP1010687

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Ein schöner Tag ging zu Ende. Ich hoffe, dass euch der Ausflug in diese schönen Städtchen gefallen hat.

Ernst

Quellle : Diverse Angaben aus Wikipedia.

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