Eilat im Winter 1964…



Moskowitsch‘s Bude


In den sechziger Jahren herrschte Aufbruchstimmung in Israel. Moskowitsch‘s Bretterbude lag etwa 300 Meter oberhalb des Flugfeldes von Eilat auf einer Anhöhe. Weiter unten lag ein kleiner Streichelzoo.

Auf einem beschädigten Holzgerüst hatte der schlaue Fuchs eine zerschlissene Plane befestigt und darunter alte Holzbänke aufgestellt. Hier betrieb er eine kleine Besenbeiz und verkaufte Getränke, Snacks und anderes Zeug.

Er kannte keine Öffnungszeiten, mal war die Bude offen, dann war sie wieder mit Brettern zugenagelt und er ließ sich tagelang nicht blicken. Er war vif und sein Jiddisch wies auf seine osteuropäische Herkunft hin. Seine spannenden Erzählungen interessierten uns, kannten wir doch das Leben im damaligen kommunistischen Ostblock überhaupt nicht.

Wenn wir vom alten Youth Hotel oder Blue Fish ins Dorf gingen, kehrten wir jedes Mal bei ihm ein, wenn sein Verschlag offen war. Beim Bier diskutierten wir über Gott und die Welt. Dabei gab es viel zu lachen, besaß er doch einen trockenen Humor. Trotz seinem mürrischen Gehabe war er ein liebenswürdiger Kauz.

Kein Wunder, konnte er seinen Bierumsatz während unserer Zeit in Eilat markant steigern.

Tramper aus diversen Ländern vor dem Youth Hostel.

Israel 1965 Eilat Baracke ca. 6 Nationen vereint -76


© Text und Bild: Ernst Blumenstein

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Orchideen…


Mai

Ich finde, der Jahresbeginn passt, um Blüten vom letzten Jahr zu zeigen in der Hoffnung, dass sie Freude bereiten.

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Lächle,
denn es gibt einen Frühling in deinem Garten,
der die Blüten bringt, einen Sommer,
der die Blätter tanzen und einen Herbst,
der die Früchte reifen läßt.


Aus Arabien

Ich kann die Zeit kaum erwarten, bis frühmorgens die Amseln wieder zu flöten beginnen.

15. Juni 2019 (3)
18. August 2019

Haiku

Das Leben beginnt
Frühlingserwachen
tanzende Schmetterlinge
über jungen Blüten

© Karin Thießen (*1958), Autorin

Ich freue mich auf die ersten lauen Februartage, wenn die Haselkätzchen blühen und die Knospen an Sträuchern und Bäumen praller werden.

9. Juli 2019 (3)

Wachsende Liebe,
Die Wurzeln des Glücks treiben
kostbare Blüten.

© Ernst Ferstl (*1955), österreichischer Lehrer, Dichter und Aphoristiker.

Auch freue ich mich jeweils, wenn ich mit Grüngut den Garten aufsuche und die Krähe sehe, die mich kennt und auf dem Kompostrand geduldig auf neue Leckerbissen wartet.

29. Dezember 2019 (8)

Haiku

Bienen schwirren aus
die ersten zarten Blüten.
Frühlingszeit ist da

© Karl Miziolek (*1937), österreichischer Hobbypoet.

Ich freue mich auch auf das vor einer Blume im Schwirrflug stehende Taubenschwänzchen, das mit seinem langen Rüssel Nektar saugt und dabei vor- oder rückwärts fliegen kann. 

29. Dezember 2019 (9)
31. Dezember 2019

Die Glocke hat den Tag
hinausgeläutet. Der Duft
der Blüten läutet nach.

Bashô (1643-1694), eigentlich Matsuo Munefusa, japanischer Dichter

Kann auch kaum erwarten, bis auf saftigen Wiesen der goldene Löwenzahn leuchtet.

31. Dezember 2019 (2)

Mit Schmetterlingen im Bauch
findest du überall Blüten.

© Hermann Lahm (*1948), Texte in Gedichtform, Prosa, Aphorismen

Oder den typischen Duft von frisch getrocknetem Heu wahrnehmen kann, der sich auf der Wiese nebenan ausbreitet.

29. Dezember 2019

Nicht alle Blüten tragen Früchte,
manchmal werden es nur Früchtchen.

© Eberhard Blanck (*1942), deutscher Heilpraktiker, Schriftsteller und Maler

Stimmt, es soll sogar bei uns Menschen Früchtchen geben.
In diesem Sinne ein gefreutes Jahr. Ernst
 

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Jahreswechsel…



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Zwischen den Jahren
 

Ich mag sie,
die Tage zwischen den Jahren,
sie sind leicht und beschaulich,
fliegen dahin,
schenken mir Zeit,
die ich brauche,
um innezuhalten,
sind weder Fisch noch Vogel
und deshalb so kostbar.


Text und Bild: Ernst Blumenstein

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Wünsche…


Frohe Weihnachten

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Paul Klee, 1939, Zentrum Paul Klee, Bern.

und ein gefreutes neues Jahr

wünscht Euch von Herzen

Ernst

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Ein Ausflug ins Tessin…



Ein Ausflug führte uns anfangs Februar nach Morcote. Mit dem Zug ging es von Baden AG über Zürich durch den neuen Gotthard-Basistunnel (GBT) nach Lugano.

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Das Nordportal des GBTs in Erstfeld.

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WMC. Eig. Werk, Autor Zacharie Grossen

Die Fahrt durch das ’Loch’ war ein einmaliges Erlebnis, raste doch der EC in knapp 20 Min. durch den 57 km langen Tunnel und erreichte in der Mitte satte 250 km/h.

Oberleitungsmontage im GBT an der Multifunktionsstelle Faido, TI.

WMC. Eig. Werk. Autor Hannes Ortlieb. Selbst fotografiert.
WMC. Eig. Werk, selbst fotografiert. Autor Hannes Ortlieb.

Ankunft in Lugano am gleichnamigen See. Vorne der Turm der Kathedrale San Lorenzo. Wir stiegen ins Postauto ein, das uns sicher zum Ausflugsziel brachte.

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© Foto Tina Verboon

zz Morcote am Luganersee

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WMC. Author Fabio, Fernanda e Mariana Leão. Gemeinfrei.

Morcote wurde erstmals 926 als Murcau urkundlich erwähnt und bedeutet ‘das Ende des Berges’. Das kleine schicke Dorf ist ein Kleinod und hat etwa 700 Einwohner.

Der Ort stand im MA unter der Herrschaft Mailands und erhielt von einem Herzog Privilegien wie Selbstverwaltung, Markt- und Fischereirechte. So gelangten viele Familien zu Wohlstand und konnten Herrenhäuser errichten.

zz Morcote_Santa_Maria Von Alessandro Vecchi - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0,
WMC, eig. Werk, Autor Alessandro Vecchi. CC BY-SA 3.o.

Über 400 Treppenstufen führen hinauf zur Pfarrkirche Santa Maria del Sasso aus dem 13. Jh.. Sie wurde im Renaissance Stil ab 1462 neu gebaut. Ihre barocke Prägung erhielt sie im 18. Jh.

Gleich daneben liegt der berühmte monumentale Friedhof.  

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WMC. Urh. Peter Berger. Gemeinfrei.

Das Pfarrhaus S. Antonio da Padova aus dem Jahre 1676.

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Die Zeit war jedoch zu knapp, um zur Pfarrkirche und zum alten Friedhof hoch zusteigen.

Am Quai.

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z An der Uferpromenade Tina 013

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© Alle Fotos Tina Verboon

Bis zum Bau des Seedammes Melide von 1847 war Morcote ein wichtiger Umschlagplatz zwischen Norditalien und dem Kanton Tessin. Hier am grössten Seehafen wurden die Waren auf Schiffe umgeladen und weiter befördert.

Am Quai P1030064

z Fassaden, Laubengänge am Quai, P1030065

Am Quai, im Hintergrund der Torre del Capitano P1030043

Torre del Capitano
© Foto Tina Verboon

Der Torre del Capitano aus dem 14. Jh. war Teil der alten Stadtmauer.

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Unter den prächtigen Arkaden spürten wir bereits das südliche Ambiente.

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z Unter den Arkaden P1030016

Die Laubengänge wurden zwischen 1300 und 1500 gebaut. Sie gehören zu den Schönsten im Tessin. Nicht umsonst ist der Flecken im Inventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz aufgeführt.

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Die Tafel zeigt alle Wappen der einflussreichen alten Familien. Zum Teil stammen sie aus dem lombardischen Wappenarchiv aus dem 15. Jh..

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Handwerkliches Können und kunstvolle Architektur wurden durch die reichen Patrizierfamilien gefördert.

Viel zu schnell verstrich die Zeit, schon ging es gegen Mittag und der Appetit meldete sich.

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In der Osteria P1030069

Wir kehrten in eine Osteria ein und bestellten das Tagesmenu: Frischer Frühlingssalat, Polenta und Kaninchen, dazu einen feinen Merlot. Ein Tiramisu und ein Espresso rundeten das Essen ab.

Osteria

Noch blieb etwas Zeit, uns im schmucken Dorf die Gassen, Ecken und Innenhöfe anzuschauen.

Welche Gasse nehmen?

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Die Strecia Massari?

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Unterwegs im Dorf P1030034

Unterwegs im Dorf P1030058-tile (2)

Oder die Strecia di Mort?

Strecia di Mort. Tina

Mir bangte, als ich verstohlen die Totengasse hochschaute, aber es war zum Glück weder ein Seelen-Aussauger geschweige denn eine Leiche unterwegs.

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Doch was ist, wenn hier ein Citoyen das Zeitliche segnet?

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Geheimnisvoll flirrte der See im fahlen Licht des Vorfrühlings und liess meine Gedanken wie fliegende Fische über das Wasser schwirren, bevor sie sich im Nichts auflösten. 

Luganersee Tina P1030103© Beide Fotos Tina Verboon.

Dann hiess es Abschied nehmen. Mit dem Postauto ging es nach Melide und mit dem Regionalzug nach Lugano. Von dort aus kehrten wir dann nach Hause zurück.

Ernst

Quellen, die interessieren könnten:
 
https://de.wikipedia.org/wiki/Morcote
https://de.wikipedia.org/wiki/Gotthard-Basistunnel
https://www.ticino.ch/de/commons/details/Kirche-S-Maria-del-Sasso/2692.html

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Bald ist Advent



Lasst Ruhe einkehren…


Herfst[1] - Kopie


Am Waldboden rostbraunes Laub,
während Sonnenstrahlen gelbrötliche
Blätter streicheln, krächzt von weither
ein Rabe, als wollte er uns kundtun,
lasst Ruhe einkehren, bald ist Advent.


Ich wünsche euch friedvolle Adventstage. Ernst



Text Ernst Blumenstein.

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Eine Bergwanderung in den Appenzeller Alpen (Schweiz). Gewandert und fotografiert von: Gisella Rova – Scandola.



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Alle Fotos Gisella Rova-Scandola.

Ich war von Gisellas Bildern, die sie auf einer Bergwanderung am 26.10.2019 auf den Kronberg fotografiert hatte, begeistert und freue mich deshalb, sie euch hier zeigen zu dürfen.

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Gisella plante und zeichnete den Routenverlauf und das Anforderungsprofil der Wanderung mit «Schweiz Mobil».

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Ausgangspunkt war Jakobsbad, ein Ortsteil des Bezirks Gonten, Kanton Appenzell Innerrhoden. 

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Die Wanderroute: Jakobsbad AI – Weissbüel – Hubers Löchli – Scheidegg (Restaurant) – Jakobskapelle – Kronberg (Restaurant).

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Ob sie wohl im Restaurant Scheidegg eingekehrt ist? Ich glaube nicht.

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Für die 6,05 km lange Strecke und 795 m Höhendifferenz brauchte die fitte Seniorin nur 2h 35 min.

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Nach z.T. happigen Aufstiegen wurde unsere Bergwanderin mit einmaligen Aussichten auf die Appenzeller Alpen und hinaus ins weite Land belohnt.

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35 Blick auf Berggasthaus Kronberg mit Seilbahnstation. 73272197_3454679057875634_969374531024060416_o

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 Weise, wie Gisella ist, fuhr sie, um ihre Knie zu schonen, mit der Luftseilbahn hinunter ins Tal. 

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Alle Fotos Gisella Rova-Scandola.

Mein herzlicher Dank geht an Gisella, die mir erlaubte, ihre ausdrucksstarken Bilder im Blog zu zeigen.

Ich bin sicher, dass ihr euch über die heile Welt der Appenzeller Alpen beseelen liessen und wünsche euch eine gute Zeit.

Ernst

Der Link zum Kanton Appenzell Innerrhoden:
https://de.wikipedia.org/wiki/Kanton_Appenzell_Innerrhoden

Der Link zu Jakobsbad:  https://de.wikipedia.org/wiki/Jakobsbad

Schweiz Mobil: https://www.schweizmobil.ch/de/wanderland.html

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