Samstag, 1. August 2015


Auf Schusters Rappen von Muttenz (BL) über

den Gotthardpass nach Locarno. (1)

Tochter Sarah startete mit ihrer Familie Thomas, Muriel und Janin im Juli 2012 zu einer Wanderung quer durch die Schweiz. Über den Jura ins Mittelland, nach Luzern und mit dem Schiff  über den Vierwaldstättersee nach  Flüelen. Von dort auf historischen Saumwegen auf den Gotthardpass. Wanderziel wäre Locarno gewesen. Doch lest selber, wie es ausgegangen ist.

aCapture Muttenz Gotthard

Ich versuche einen Einblick über diese Fernwanderung durch Raum und Zeit zu geben. Die Route führte wenn möglich auf verkehrsarmen Nebenstraßen durch Wiesen, Wälder und Dörfer.

Ich danke Sarah, Thomas, Muriel und Janin, dass ich darüber berichten darf.

aDSC03775

1. Wandertag : Muttenz BL (290 M.ü.M.)-Gempen (ca. 675 M.ü.M.)
-Hochwald-Seewen-Reigoldswil-Waldenburg.
Distanz ca. 20 Km. Marschdauer ca. 7 Stunden. Die Karte zeigt
lediglich den geografischen Raum der Wanderung.

aCaptureKarte 1. Tag

Über Seewen führt der Weg im Schatten des Waldes zum Basler Weiher. Dieser kleine See wurde 1870 künstlich erbaut, indem ein kleiner Bach mit einem 80 Meter breiten und 10 Meter hohen Damm gestaut wurde.

Das Wasser sah nach einem schweren Gewitterregen allerdings sehr trübe aus.

a z 1.Bericht 1. Tag Sarah Wanderung vom 8.7.12 1.Tag BL

Mit dem Wasser des Weihers wurden bei Trockenheit die Trinkwasserquellen der Stadt Basel gespeist. 1940 wurde diese Nutzung wieder aufgehoben.

In der Folge geht es auf und ab. In zahlreichen Streuobstwiesen reifen Äpfel, Birnen und Zwetschgen.

a1. DSC03798 (2)

Wer kommt denn da des Weges? Kennen wir diese Leute? Nein, noch nie gesehen!

az 1. TagDSC03807 (2)

Natur pur am Wegrand. 

az 1. Tag sarah DSC03821

Durch Wälder und reizende Landschaften rückt das Tagesziel Reigoldswil näher.

az 1.Bericht 1. Tag Sarah Wanderung vom 8.7.12 vor Reigoldswil

Dahinter erhebt sich der mit schroffen Felsenbändern versehene Hausberg Wasserfallen, der auf die Jurahöhen führt.

Da das geplante Hotel in Reigoldswil besetzt ist, beschließt Thomas in der Gemeinde Waldenburg zu übernachten.

Das heisst nochmals den Rucksack schultern, zum Bahnhof marschieren und mit der Schmalspurbahn nach Waldenburg fahren. Alte Zollstation in Waldenburg.

z 1.Berich 1. Tag Sarah Wanderung vom 8.7.12 Waldenburg Zollstation altes

2. Wandertag : Waldenburg-Reigoldswil-Jurahöhen (ca. 1’100 M.
ü.M.)-Mümliswil-Balsthal-Oensingen (ca. 465 M.ü.M.).
Distanz ca. 20 Km. Dauer ca. 7 Std. 30 Min.
Überblick über den
geografischen Raum.

az Capture2. Tag

Am Morgen geht es mit dem Zug wieder nach Reigoldswil. Ein kurzer Marsch zur  Talstation der Luftseilbahn, die unsere Wanderfamilie bequem nach Wasserfallen (922 M.ü.M.) hinauf bringt.

az 1 2.Tag SeilBahn Wasserfallen DSC03873

Von der Bergstation Wasserfallen führen abwechslungsreiche Wanderrouten ins PasswangGebiet.

Dann nehmen die Bergsteiger den letzten steilen Anstieg auf die Höhen des Passwang (ca. 1’100 M.ü.M.) in Angriff.

az 2. Tag Weg auf Passwang DSC03893

Sie steigen und steigen. Die Seilbahnstation Wasserfallen wird kleiner und kleiner.

az 2. Tag WasserfallenDSC03888

Bei gutem Wetter können Ausflügler auf den Höhen des Passwangs einen Panorama-Ausblick auf die Alpen, Vogesen oder den Schwarzwald genießen.

Wanderrouten führen durch unberührte Landschaften.

az 2. Tag Wanderung 9.7.12 Passwang Mümliswil

Ein Blick hinaus ins Mittelland, bevor der lange Abstieg über das Limmerental nach Mümliswil-Ramiswil beginnt.

Blick auf Mümiswil-Ramiswil.

Aussicht auf Mümliswil

Mächtige Felsenbänder begleiten die Wanderer auf dem Abstieg.

az 2. Tag anderung vom Passwang

Eine kleine Kapelle taucht auf, Müdigkeit und Hunger machen sich bemerkbar. Die wohlverdiente Mittagspause ist in Sicht!

St. Joseph Kapelle

Diese St. Josephs-Kapelle im Limmerental wurde 1905 gebaut und ist eine von vier Kapellen, die auf dem Gemeindegebiet von Mümliswil-Ramiswil stehen.

az 2. Tag Mittagspause u. Schlaf Josephskapelle DSC03938

Hündin Baika schaut zu ihrer Chefin hoch, die am Wiesenbord fotografiert. Gut verpflegt und erholt geht es weiter.

Der Kirchturm von Mümliswil ist bereits sichtbar.

Mümliswil

Die Landschaft öffnet sich und macht den Blick zurück ins Passwanggebiet frei. Die Hitze nimmt zu.

Passwang von unten

Die Burg Alt-Falkenstein (erbaut 11. Jh.) taucht auf  und begleitet die müden Wanderer von Klus Balsthal ein Stück weit Richtung Oensingen.

az Burg_AltFalkenstein,_Nord_u.Westfassade[1]
Foto Wikimedia commons. Eig.Werk. Urh. Minnou.

Der Bischof von Basel ließ die Burg im 11. Jh. erbauen, um die strategische wichtige Straße nach Basel kontrollieren zu können.

Die Festung Neu-Bechburg oberhalb von Oensingen wurde von den Freiherren Bechburg errichtet, die ab dem 12. Jahrhundert ihre Macht in diesem Gebiet aufbauten.

az 2. Tag Neu Bech-Burg, Oensingen DSC03960

Auch die Alpenländische Dachsbracke Baika spürt die Anstrengungen der ersten 2 Tage. Anders ausgedrückt: Auch der Hund ist auf “dem Hund”.

in Balsthal angekommen, auch Baika ist auf dem Hund

Chillen auf dem Balkon des Hotels Kreuz in Oensingen.

Nachtessen auf dem Balkon in unserem Hotel

3. Tag : Oensingen SO-Wynau BE (ca. 413 M.ü.M.)-Roggwil BE-St.
Urban-Grossdietwil LU-Menznau LU (ca. 600 M.ü.M.) .
Marschdistanz ca. 26 Km. Marschdauer ca. 8 Std. 30 Min.
Die Karte
zeigt den
geografischen Raum der Wanderung.

azCapture 3. Tag

Die Hauptverkehrsader der Schweiz, die N 1, wird auf der Brücke bei Oensingen überquert. 

Autobahnbrücke Oensingen mit Blick ins Mittelland.

À Pied geht’s nach Wolfwil an die Aare, um nach Wynau überzusetzen.

Fähre Wolfwil

Beim Restaurant Fähre wartet bereits die Fähre, die

az 3. Tag Wanderung Aarefähre Wolfwil -Wynau (2)

eine sichere Überfahrt über die Aare nach Wynau ermöglicht.

az 3. Tag 10.7.12 Wanderung Aarefähre Wolfwil-Wynau (2)

Ein alter Berner Bauernhof in Wynau BE.

az 3. Tag 10.7.12 Sarah Wanderung Hof Wynau   (2)

Die reformierte Kirche von Wynau.

az 3. Tag Wanderung Kirche Wynau

Über Roggwil geht es weiter zur ehemaligen Zisterzienserabtei St. Urban. Thomas zeigt seiner Familie einen speziellen Ort im Kloster, der mit einer persönlichen Begebenheit verbunden ist.

a800px-Kloster-St-Urban[1]
Foto Wikimedia Commons. Eig.Werk. Urh. Roland Zumbühl.

Der heutige Bau wurde in der ersten Hälfte des 18. Jh. gebaut und ist ein eindrückliches Beispiel barocker Baukunst.

az 3. Tag 10.7.12 Wanderung St. Urban  (2)

Die müden Wanderer erreichen Grossdietwil. An einen Weitermarsch ist infolge Blessuren nicht zu denken. Das Hotel Lamm in Menznau bietet eine geeignete Unterkunft. Thomas beschließt, den Bus zu nehmen.

Während 2 Tagen gilt es, Blessuren zu behandeln, sich von Strapazen erholen und die Marschtüchtigkeit wieder herzustellen.

Ich hoffe, auch ihr habt diesen Marsch gut überstanden und seid im nächsten Abschnitt Luzern-Gotthard wieder dabei.

Ich freue mich auf euch. Ernst

Wo nichts anderes erwähnt, stammen alle Fotos von der Familie.

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Sonntag, 26. Juli 2015


Unter dem Wasserhahn,
erwartet dich,
du armer Tropf,
der Mund eines armen Schluckers.

Reisenberg Martin Gerhard.
*1949 Diplom-Bibliothekar und Autor.

Linder R. 126391981

Foto Richard Linder, Wettingen AG.

Ich wünsche allen eine gute Zeit. Ernst

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Sonntag, 19. Juli 2015


 

Ohne Worte

 

Tina 12 046

 

 

Ich wünsche euch einen angenehmen Sonntag.  Ernst

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Sonntag, 12. Juli 2015


Küchen-Nostalgie

Muriel Fotos Haus 020


Siebenuhr

Ein Lichtschimmer

aus der Küche

durch den Gang

hinein ins Zimmer.

Eine Decke

zurückgeschlagen

neben der meinen

jemand ist auf

kocht Kaffee

und Küchenlärm

gehört dazu.

Eine Gestalt
durch den Gang
hinein ins Zimmer
jemand spricht
und sagt Siebenuhr.
EB 1967

Ich wünsche euch einen frohen Sonntag.
Ernst.

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Montag 6. Juli 2015


 

ein Meer hört immer irgendwo auf

aber da fängt es auch wieder an.

Anke Maggauer –Kirsche, *1948.
Deutsche Lyrikerin, Aphoristikerin,
ehemalige Betagten-Betreuerin in der Schweiz.

Griechenland 76 Lefkas Strandszenen -0218

Insel Lefkas, Griechenland.

Ernst

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Montag, 29. Juni 2015


Gaston Chaissac (1910-1964), eine Randfigur

in der Kunstszene seiner Zeit.


Wer kennt den Maler Gaston Chaissac? Klar, niemand natürlich. Ich habe diese Bilder von ihm in der kulturellen Monatsschrift DU zufällig gesehen und mich gefragt; wer war dieser unbekannte Maler? Ein Außenseiter?

Um seine sehr interessante Entwicklung als Künstler und Mensch hier wieder zu geben, fehlt mir schlichtweg das Wissen, Können und die Zeit. Ich beschränke mich darauf, euch meine Eindrücke über diese Bilder zu schildern und einige Fragmente aus seinem Leben zu erzählen.

Er scheiterte mehrmals beim Versuch, eine Berufslehre zu machen und war zeitlebens kränklich, was Klinik- und verschiedene Sanatorium-Aufenthalte nötig machte. Er wurde nur 54 Jahre alt.
Chaissac in seinem Atelier. 1958.

Scan

Unbeeinflusst von anderen Künstlern seiner Zeit begann er als 28-jähriger Autodidakt zu kleben, zimmern und malen, um seine eigene  skurrile Phantasiewelt zu entwickeln.

Er hielt sich mehrmals in Paris auf und eröffnete mit Hilfe seines Bruders eine kleine Schuhwerkstatt, die aber nicht rentierte, sodass er das Geschäft wieder aufgab.

Es gelang ihm nie, mit seiner Kunst sein Leben zu bestreiten, kam doch seine Frau Camille größtenteils für den Lebensunterhalt auf.  Zudem hatte er einige Freunde, die ihn unterstützten.

Seine Bilder beeindrucken und irritieren mich manchmal. Was will er beispielsweise mit seinen wirren Schlangenköpfen und skurrilen Gegenständen wohl ausdrücken?
Le serpents bénéfiques. 1950/1951.

z G.Chaissac. Les serpents bénéfiques.1950.1951.DUOel auf Papier, auf Leinwand aufgezogen.

Je länger ich das Gemälde betrachte, umso mehr fällt mir der Reichtum der Formen und die Farbgebung auf.

Der Dorfpfarrer J. Mellier hatte die gleiche Magenkrankheit hatte wie er. Chaissac suchte seine Freundschaft, der Abbé wollte jedoch nichts von ihm  wissen.
Seine Frau bemerkte mal beiläufig: die Kunst
ihres Mannes sei bösartig; bösartig, weil viel Leiden sich darin niedergeschlagen habe. Ihre Aussage ist in diesem Zusammenhang zu sehen.
Monsieur l’Abbé Jean Mellier. 1953.

z G.Chaissac. Monsieur l'Abbé Jean Mellier. 1953. Tusche auf Papier.DU.Okt
Tusche auf Papier.

Ist da nicht ein Menschenkopf und dahinter ein Heiligenschein? Um den winkenden Arm gruppiert er als grafisches Element literarische Texte, die Nonsens, Wortspielereien oder einfache Dorfnotizen beinhalten.  

Er verwendet häufig das menschliche Gesicht als Motiv.
Die Maske.

zG.Chaissag. Maske. Undatiert. Aus einem kaputten Korb. 42x26 cm. DU.Okt.71
Auf einem kaputten Korb gemalt, undatiert.

Das auf einen kaputten Korb gemalte Antlitz erinnert mich an den französischen Schauspieler Fernandel (1903-1971).

Die angedeuteten Augen und der als formlose Masse bemalte Körper fallen mir hier besonders auf. Regard noir 1959/60. 

z G.Chaissac. Regard noir.1959.1960.Collage. 65x50cm.DU.Okt.71
Collage.

Der Künstler umrandet freundliche Farbflächen mit zitterig gemalten schwarzen Strichen. Die mit Ornamenten versehenen Flächen wirken sehr kontrastreich,  passen jedoch meiner Meinung nach nicht zum düsteren schwarzen Rücken.

Er bastelte mit allen möglichen Gegenständen wie zum Beispiel diese Skulptur aus Blechabfällen. Ich finde, das lächelnde Gesicht eines Harlekin steht im krassen Gegensatz zum unruhigen, chaotischen wirkenden Körper.
Vogel- Skulptur.

G.Chaissac. Bemalte Vogelskulptur aus Blechabfällen. Totem 1963.64.DU.Okt
Skulptur aus Blechabfällen.

Es könnte ein Hinweis sein auf die Zeit, als er in Budenstädten in Paris herumtingelte, einer Schaustellerin aushalf und sich so über Wasser hielt.

Auf Grund seiner Verbindung zu Dubuffet, der die Compagnie de l’art brut gründete, wurde Chaissac oft als Vertreter der Art Brut gehandelt. Von sich selbst sagte er einmal; “ ich bin ein artiste-bricoleur. ”  Trotzdem war er  kein  Vertreter der Abfall-Kunst oder Junk-Art.

Ende der fünfziger Jahre entstehen erste Totems. Dieses zählt mindestens 12 Gesichter; 5 mache ich beim  Militärdenkmal? aus, 6 bei der leidenden Frau, 2 sehe ich beim lachenden Clown und nur 1 Gesicht beim Kirchenfürsten.
Totem. U
m 1961.   

z G.Chaissac. Totems um 1961 .DU.Okt.71

Trotz dem lachenden Clown wirkt das Bild auf mich irgendwie sehr traurig.

Chaissacs Werke sind in keine Kategorie einzuordnen, weder Laienmalerei, Primitive Kunst oder Art Brut. Er könnte jeder Kategorie angehören, passt aber in keine richtig hinein. Deshalb war er selten an Ausstellungen oder in Publikationen präsent. Eine Randfigur der Kunstszene eben.

Einige Galeristen und Kunstliebhaber schätzten jedoch seine Arbeiten und behandelten ihn wie ein Geheimtipp.

Totem 1963/64.

G.Chaissac. Totem 1963,64. Holz bemalt. Höhe 142 cm.DU.Okt.71
Holz bemalt. Höhe 142 cm.

Diese bemalte Holzskulptur hingegen ist eine Wohltat zum anschauen und fühlt sich freundlich und lebendig an. Er hinterlässt aber auch hier wie überall komische Zeichen und sonderbare Punktgebilde.

Es könnte ja sein, dass Chaissac auch Werke seiner Zeitgenossen Bracque, Klee oder Picasso studiert hat.

Rechtecke, Kreise und Kreuz finde ich als gegenständliche Komposition  eindrücklich.
Rectangles, cercles et croix. 1960/61.

G.Chaissac. Rectangles, cercles et croix.1960.61. Oel auf Isorel.DU.Okt.71
Oel auf Isorel. 93 x 66 cm.

Vor allem fällt mir auch die feine und differenzierte Farbgebung auf.

Peter Killer schreibt im Du : Die Kunst Chaissacs ist kauzig, roh, brut. Doch diese Etikette reicht nicht. Das Linkische, Ungeschickte in seinen Werken übt jedoch einen ganz eigenen Reiz auf uns aus. Sein Nicht-Können, das Unperfekte wird zur Qualität.

Traurige Personen. Eine Vorahnung?
Personnages. 1963.

G.Chaissac. Personnages.1963.  Oel 180x120cm.  DU.Okt71.
Oel. Ca. 180 x 120 cm.

Ich vermute, dass er mit diesem sehr traurigen Bild sich und seine Frau Camille malte, weil er seinen baldigen Tod (1964) voraus ahnte und diese mit dem Bild festhalten wollte.

Bei Porte ouverte fällt die enorme Kontrastwirkung durch die Farbgebung auf. Es gelingt ihm mühelos, von der gegenständlichen in die   ungegenständliche  Komposition zu wechseln.
Porte ouverte. 1962/63.

G.Chaissac. Porte ouverte.1962.1963. Oel auf Leinwand 95x64 cm.DU.Okt.71

Oel auf Leinwand. 95 x 64 cm.

Sein Oeuvre an Zeichnungen, Aquarelle, Gouachen, Collagen, bemalte Objekte, Totems und Ölgemälde ist umfangreich, wirkt urtümlich und  narrenhaft, wie es  Kinderzeichnungen oder Höhlenmalereien eigen ist.

Das Hauptwerk entstand größtenteils in Bauerndörfern der Vendée, wo er als Sonderling galt. Chaissac schrieb auch gerne und viel. An manchen Tagen schrieb er mehrere Briefe, meistens an Galeristen, Autoren und Künstler.

Ich hoffe dass ich euch diesen eigenartigen Maler etwas näher bringen konnte.

Ernst

Verwendete Quelle :
– Der Maler Gaston Chaissac. Kulturelle Monatsschrift DU, 31. Jahrgang, Oktober 1971.
Textautor : Peter Killer. Bilder eingescannt von EB.

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Freitag, 19. Juni 2015


 

Wenn der Sommer nicht mehr weit ist…


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Wenn der Mohn im Garten blüht, der Duft von neuem Heu mich träumen lässt 
und im einfallenden Licht sich südliche Gefilde spiegeln, ist er nicht mehr weit.

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Sein Licht dekoriert die Lebenskraft der Natur, heitert mich auf,
erwärmt mein Gemüt, lässt mich aufblühen, entfalten.
 

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Wenn schwere Gewitter krachen, violette Blitze die Nacht erhellen und
schwere Tropfen weisse Holler-Blütenblätter von den Dolden spülen.

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Wenn der Regen die Luft vom Blütenstaub der heissen Tage sauber wäscht
und wir tags darauf köstliche Früchte im Erdbeerfeld des Bauern naschen.

9.5.15 Muttertag 023 - Kopie

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wenn im Mohn Bienen und Schwebefliegen summen, Hummeln brummeln
und die
 ersten filigranen Blütenblätter elegant zu Boden segeln.

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Wenn der Mohn blüht ist der Sommer nicht mehr weit. Dann ist sie da, die Zeit,
die wir mögen, die symbolisch für Wachstum, Wärme, Licht und Liebe steht,

und für die Leichtigkeit des Seins!   

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In Anlehnung an den Text eines Liedes von Konstantin Wecker, das ich so mag, wünsche ich euch eine frohe Zeit.

Ernst    

“Wenn der Sommer nicht mehr weit ist, und der Himmel violett, weiss ich dass das meine Zeit ist, weil die Welt dann wieder breit ist, satt und ungeheuer fett…”

PS : Grappa – Liebhaberinnen und Liebhabern empfehle ich unbedingt den Bericht von Joe Mathis im dies und das-bei Joe : Der Grappa des Romano Levi. https://josefmathis.wordpress.com/2015/06/09/der-grappa-des-romano-levi/

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