erfreute uns diese Epiphyllum Blüte zwei Tage lang mit ihrer Pracht, nachdem sie von
Dezember bis März im dunklen Naturkeller-Klima verbrachte und nur zweimal etwas Wasser erhielt.
Nicht alle Blumen taugen zum Sträußchen.
Deutsches Sprichwort
erfreute uns diese Epiphyllum Blüte zwei Tage lang mit ihrer Pracht, nachdem sie von
Dezember bis März im dunklen Naturkeller-Klima verbrachte und nur zweimal etwas Wasser erhielt.
Nicht alle Blumen taugen zum Sträußchen.
Deutsches Sprichwort
Waldweg
Haiku
Wurzelgeflechte
halten, nähren Waldbäume
Kunst auf dem Waldweg.
Foto: Autorin Gisella Rova Scandola.
Text: Ernst Blumenstein.
Schwertlilien
Das sind die Blumen, die wie Kirchen sind.
Ein Blick in sie hinein zwingt uns zu schweigen.
Wie Weihrauch fromm berauschend strömt ihr Duft,
Wenn wir uns zu der schönen Blüte neigen.
Sie sind wie Schmetterlinge dünn und zart.
Und wissen ihr Geheimnis doch zu hüten.
Es hellen goldne Kerzen sanft den Pfad
Ins Allerheiligste der Wunderblüten.
Francisca Stoecklin (1894 – 1931)
Schweizer Dichterin aus Basel
Ich wünsche euch eine frohe Maienzeit. Ernst
Wanderer
Ein Wanderer voll Lebenskraft
hält hoch ein Glas mit Rebensaft
sinniert dabei über Bacchus Sein
und kostet artig dessen Wein.
Im vorigen Jahr von üppigen Strahlen
der Sonne vergoldet, gesüßt, bemalen
genießt er den Trunk aus Gottes Hand
mit Lebensfreude und Verstand.
Bild und Text: E. Blumenstein
Frohe Ostern
Osterfreuden
An Ostern gibt es Osterhasen
und schönen, frisch gemähten Rasen.
Zur Feier Hühnchen oder Lamm
Und Osterglocken um den Stamm
der jungen, schlanken Birken.
An Ostern soll die Freude wirken.
Man köpft die Eier, trinkt Liqueur.
(Die Frauen waren beim Friseur.)
Wie immer ist am Gotthard Stau,
im TV sieht man es genau.
Drum freut sich, wer zu Hause blieb
und hat sich lieb.
© Brigitte Fuchs (*1951),
Schweizer Autorin, Lyrikerin, Sprachspielerin
Der Frühling ist eine echte Auferstehung,
ein Stück Unsterblichkeit.
Henry David Thoreau (1817 – 1862),
amerikanischer Schriftsteller und Philosoph.
Eine Kollegin schrieb mir vor einigen Tagen, sie hätte in meinem Blog gestöbert und diesen Beitrag gelesen. Sie fände ihn so aktuell und er drücke aus, was sie empfinde. Sie möge sich von den Medien nicht vorschreiben lassen, für wen sie Mitleid empfinden und wovor sie sich fürchten soll.
Ich habe diesen alten Beitrag hervor gekramt und finde auch, dass Einiges davon noch aktuell ist. Deshalb veröffentliche ich ihn hier nochmals, ohne dass ich im Text etwas geändert habe. Ich überlasse es Ihnen, sich Gedanken zu machen, was noch aktuell ist respektive wo sich die Geschichte sogar wiederholt.
Wir haben uns gewöhnt…
dass uns die Medien bei Katastrophen ausführlich mit Informationen, Analysen und Interviews mit Überlebenden versorgen und die Anzahl der Toten melden.
an Spendenaufrufe, denen wir Folge leisten, um unser Gewissen zu entlasten und hoffen, dass das Geld bei den Notleidenden ankommt. Was können wir Bürger denn sonst tun? Was die Politiker?
dass nur über die größten Flüchtlingsdramen im Mittelmeer berichtet wird. All die täglichen Schicksale ertrinkender Menschen können die Medien und wir ja gar nicht verarbeiten!
dass sich die Medien jeder neuen Katastrophe sofort zuwenden. Das hilft uns und unseren Politikern, vergangene ungelöste Konflikte in der Ukraine, Krim, in Gaza, Somalia, Ägypten, Niger, Mali, Libyen zu verdrängen und zu vergessen.
dass in Fukushima der defekte Reaktor immer noch mit Meerwasser gekühlt werden muss und so täglich x-tausende Liter verstrahltes und verseuchtes Wasser ins Meer geleitet werden. Wen interessiert das heute noch?
dass ich als ohnmächtiger Bürger eines reichen Landes immer mehr frage, was der Sinn und Nutzen all dieser Berichterstattung für uns alle sein soll! Dass es uns gut geht?
dass im Moment das Schicksal der Bootsflüchtlinge in Ostasien die Medien mehr interessiert als das ungelöste Problem ertrinkender Menschen im Mittelmeer.
Nicht gewöhnt habe ich mich…
dass tägliche Straßenunfälle mit Toten und Verletzten zum normalen Alltag gehören.
dass die vielen Selbstmorde in unserem reichen Land als Personenunfälle der Bahn gemeldet und von der Öffentlichkeit nicht hinterfragt werden.
dass uns der Staat mit immer mehr Gesetzen und Reglementierungen bevormundet.
dass Betteln bei uns verboten ist und die Armut im Verborgenen lebt. Sie passt nicht zum heutigen Lebensstil der feinen Gesellschaft.
dass unsere Hygienesucht zu einem sinnlosen Verpackungswahn führt und im Endeffekt die Weltmeere mit gigantischen Plastikhalden verschmutzt werden.
dass diese schwimmenden giftigen Mülldeponien die Meeresfauna tötet und sich keine Regierung für diese Umweltschädigung in den den Meeren verantwortlich fühlt.
dass die Medien täglich über jede kleine oder größere Missetat aus fernsten Ländern berichten und ich mich frage, warum das so ist?
Könnte es sein, dass das Geld nicht will, dass wir Menschen denken?
Ratlosigkeit befällt mich, wenn ich an all diese Dinge denke, die seit Jahren in unserer verrückten Welt passieren.
Habt eine schöne Sommerzeit. Ernst
Der Spruch zum Tage
Denken, man weiß es, braucht Zeit.
Zeit aber ist – heute jedenfalls – Geld.
Also braucht Denken Geld.
Doch will das Geld nicht,
dass gedacht wird.
Kurt Marti, reformierter Pfarrer und Schriftsteller
Diesen Taglöhner
traf ich 1965 in der indischen Hauptstadt Delhi. Er war ein Shudra, trug
einen quellenden, grauweissen Bart und auf dem Kopf ein Topi.
Mit einem Hammer zertrümmerte er gebrannte Steine und produzierte
so Schotter für den Unterbau einer neuen Strasse. Er war freundlich und
sehr stolz auf seinen Job.
Die Arbeit ging ihm nicht aus, wurden doch laufend weitere Steinhaufen
heran gekarrt! Nicht nur sein Job, nein auch sein Stuhl bestand aus
Backsteinen und seine Füsse fanden Halt im Steinhaufen.
Hoffentlich reichte ihm sein Lohn zum Leben!
PS: Wer jetzt denkt, moderne Maschinen hätten das besser erledigt, bedenke:
der Einsatz von Maschinen hätte Millionen von Arbeitern den Job gekostet und
die Armut in der grössten Demokratie der Welt noch vergrößert.
(Reisenotizen 1965)
Für Interessierte:
Der Link zum Reisebericht über Delhi vom 11. April 2015:
New Delhi, Old Delhi, Agra. (5) | Ernst Blumenstein’s Blog (wordpress.com)
Das neue Jahr ist da, noch ist es kalt und oft drückt Hochnebel aufs Gemüt. Doch die Tage werden länger und der Vorfrühling steht vor der Tür. Höchste Zeit also, um nochmals über das vergangene Gartenjahr zu berichten.
MAI, JUNI.
Maiglöckchen und Zaunwicke.
Wiesensalbei, Akelei.
Flockenblume, Iris, Steinkraut.
Wieder kamen Distelfinken vorbei und pickten die schwarzen Samenkügelchen aus den Schoten des Lerchensporns.
Der Ginster zeigte sein Sonntagskleid.
Als ich einmal an der Naturmauer werkelte sah ich plötzlich eine Zauneidechse. die sich sonnte. Schwupps war sie weg und ich blieb verdutzt, aber erfreut über diese Beobachtung zurück.
Ein Schlangenkaktus an der Haussüdseite.
Zuchtmohn unter dem Feigenbaum.
Zierlauch, Hauswurze, Sternkugel.
Mammillaria, Steppensalbei, Mohn, Seda, Scabiosa.
Ein Peitschen- oder Schlangenkaktus.
JULI, AUGUST.
Hauswurz inmitten von Fetthennen.
Hortensie, Fuchsien, Sonnenhut, Bergenien, Holunder.
Einmal jätete ich hinter dem Haus an einer feuchten Stelle und erschrak, als vor mir eine dunkelbraune Erdkröte das Weite suchte.
Blick in den Gemüsegarten.
Die verdorrten Rudbeckien lasse ich bis Ende Jahr stehen, da Distelfinken die Samenstände plündern.
Fuchsien, Rudbeckien.
Auch die schwarzblau glänzende grosse Holzbiene, die ich längere Zeit vermisste, entdeckte ich im Spätsommer wieder im Garten.
Der Link zu meinem Bericht vom 28.8.21. Eine kleine Gartengeschichte … | Ernst Blumenstein’s Blog (wordpress.com).
Im Spätsommer entdeckte ich in der Naturmauer eine junge Zauneidechse, die blitzschnell Reissaus nahm. Ich war perplex und hoch erfreut über diese Beobachtung, zeigte sie mir doch, dass die Steinmauer ein Biotop für Eidechsen geworden ist.
SEPTEMBER, OKTOBER.
Die Hortensie im Herbstkleid.
Wasserdost.
Die späten Blüten des Wasserdosts dienten noch im November zahlreichen Insekten und einem Schwalbenschwanz als Nahrungsquelle.
All diese erfreulichen Beobachtungen bestärkten mich darin, meinen Garten weiterhin naturnah und nicht nach dem Schönheitsideal der Menschen zu gestalten.
Ich wünsche euch, dass möglichst viele Dinge des Einkaufzettels in Erfüllung gehen. Ernst
Einkaufszettel
Ein Packerl Sonnenstrahlen, eisgekühlt.
Eine Kiste Glückseligkeit mit Reinheitsgarantie.
Ein Sack voll Zärtlichkeit, mindestens,
wenn nicht mehr.
Eine Familienpackung Lust, ohne Nebenwirkungen.
Ein Kanister Himmel auf Erden, mit Reservetank.
Eine Dose Zufriedenheit,
ohne Treibgas.
Eine Riesenportion Träume, mit Wirklichkeitszertifikat.
Eine ganze Menge Liebe,
lebenslang.
Ernst Ferstl (*1955), österreichischer Lehrer, Dichter und Aphoristiker.
F r o h e W e i h n a c h t e n
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Foto: © Stadt Baden AG, Urheber: Tibor Nad.
Weihnachten
Markt und Straßen stehn verlassen,
Still erleuchtet jedes Haus,
Sinnend geh ich durch die Gassen,
Alles sieht so festlich aus.
An den Fenstern haben Frauen
Buntes Spielzeug fromm geschmückt,
Tausend Kindlein stehn und schauen,
Sind so wunderstill beglückt.
Und ich wandre aus den Mauern
Bis hinaus ins freie Feld,
Hehres Glänzen, heil’ges Schauern!
Wie so weit und still die Welt!
Sterne hoch die Kreise schlingen,
Aus des Schnees Einsamkeit
Steigt’s wie wunderbares Singen –
O du gnadenreiche Zeit!
Josef von Eichendorff (1788 – 1857),
deutscher Dichter, Novellist und Dramatiker.
u n d e i n g e s u n d e s, g e f r e u t e s
2 0 2 2 w ü n s c h t E r n s t
PS: Das Bild zeigt eine Strassenszene aus meiner Heimatstadt Baden AG und das Gedicht erinnert mich an seine Liedversion, die wir in den 50er und 60er Jahren an Weihnachten immer gesungen haben.