Es liegt alles wie Kraut und Rüben durcheinander…


 

Mich faszinierte diese ‘Recyclingbruchbude’ von Anfang an. Ich glaube, es musste diesem Gebilde wohl eine kluge Idee, eine ‘Bauordnung’ vorangegangen sein, um diese einmalige ‘Chaotique’ bauen zu können.

Ein Kunstwerk, das wahrscheinlich nur organisierte Chaoten so bauen konnten. Oder muss etwa Ordnung sein, damit Chaos gedeihen kann?
 
 

Badener Stadtfest 18698_3885857383557_372322671_n

Das ‘Recyclinghaus’ wurde um den Stamm eines großen Baumes aufgebaut. Im Innern zog eine unkonventionelle Bar und Beiz viele Gäste an. Eine ‘Holzleitertreppe’ führte in den 1. Stock, der außer einem Ort nicht begehbar war.  Ernst

Auch kreatives Chaos braucht seine Ordnung!

© Helga Schäferling, deutsche Sozialpädagogin.

 

Dieses ‘Recyclinghaus’ stand während dem zehntägigen Badener Stadtfest 2012 auf dem Theaterplatz.

Veröffentlicht unter Kurioses. 'Schräges', Sinnsprüche, Zitate | 30 Kommentare

Die Emauskapelle in Zufikon


 

Einsiedelei St. Antonius

Ich mag Kapellen, Wegkreuze oder Gedenkstätten, weil sie unsere Landschaft prägen und Teil unserer lokalen Kultur und Geschichte sind.

z az Kapelle Emaus 17.10.14 016

Heute zeige ich euch die spirituelle Emauskapelle in Zufikon, die oberhalb von Bremgarten an der Reuß liegt. Der Flurname Emaus bedeutet «Gelände am Wasser».

Ich besuchte diesen wunderbaren Ort im Spätherbst und im zeitigen Frühjahr. Die Einsiedelei inspirierte mich jedes Mal von Neuem.

z 12.4-tile 040,04,011,041

Der ganze Ort strahlt eine ganz besondere Atmosphäre aus und lädt jede/n Besucher/in zum Verweilen, Innehalten, Beten oder einfach zum Sein ein.

z az Kapelle Emaus 17.10.14 019

Bereits in der 1. Hälfte des 15. Jh. gab es auf dem Krähenbühl in Zufikon eine einfache Kapelle zu Ehren des hl. Antonius.  Auch sollen dort Einsiedler in einer bescheidenen Hütte gehaust haben.

z az Kapelle Emaus 17.10.14 008

1528 gab es in der Nähe dieser Kapelle beim Streit zwischen katholischen und reformierten Bauern einen Totschlag, der den Ort entweihte.

Der Mord bewog die Obrigkeit von Bremgarten, die Kapelle niederreißen zu lassen, umso mehr, als auch die Nähe zur Stadt auf die Waldbrüder einen schlechten Einfluss ausübte.

z az Kapelle Emaus  17.10.14 009

Eine neue Kapelle inkl. Waldbruderwohnung wurde dann im Emaus in der 2. Hälfte des 16. Jh. zu Ehren der Muttergottes und des hl. Antonius errichtet.  

az Kapelle Emaus Zufikon 15.10-tile (3)

Die Bilderreihe in der Kapelle stammt aus dem 17. Jh. und   erzählt in der Vorstellungswelt der barocken Volksfrömmigkeit jener Zeit vom hl. Antonius und von Bruder Klaus.

In der 1. Hälfte des 20. Jh. baute der Zufiker Pfarrer Theophil Kramer die Einsiedelei aus. Er nahm grosse Eingriffe vor und schuf sich ein umstrittenes Denkmal. Doch davon später. 

az Kapelle Emaus Zufikon 15.10.14 009


Er ließ die Chorwand ausbrechen und eine halbrunde Apsis anbauen. Es folgte der Aushub einer Krypta für ein Marienheiligtum.

az Kapelle Emaus Zufikon 15.10-tile (2)az Kapelle Emaus Zufikon 15.10-tile

Dann ließ er die Antonius Halle bauen.

z az Kapelle Emaus043, 044, 045, 026. 12.4-tile

z az Kapelle Emaus vis à vis Kapelle 15.10.14 031 (2)

Auch einen “Bruderklaushof” ließ der Pfarrer anbauen.

Ich mag diesen Hof sehr. Seine Gestaltung mit dem Brunnen im Zentrum, den vorstehenden Dächern und seinen Bildern spricht mich an. Er strahlt Ruhe aus, lässt mich anhalten und staunen.

az Kapelle Emaus Zufikon 15.10-vert

All diese Eingriffe und Anbauten fanden Sachverständige im Nachhinein aber als nicht sehr glücklich und fragwürdig.

Verwirklichen konnte Kramer die Umbauten nur dank dem Schuhfabrikanten Carl Dosenbach, der ihn großzügig unterstützte und half, die Einsiedelei in eine Stiftung zu überführen.

z az Kapelle Emaus Zufikon 15.10-vert (2)

Diese sicherte den Fortbestand und ermöglichte 1951 den Bau eins Priesterheims. 1955 bezogen Kapuziner Quartier und 1992 lösten Franziskaner-Schwestern die Kapuziner ab.

So gesehen hat Pfarrer Kramer mit seinem Wirken doch einen wichtigen Beitrag fürs Emaus geleistet.

z Collage 12.4.15 Bremgarten 040

Wer die Möglichkeit hat nach Zufikon ins Emaus zu reisen, dem kann ich einen Besuch empfehlen. 

Ich habe Sterben und Auferstehn gelesen und finde, dass einige Gedanken darin sehr aktuell sind und in die heutige, vom Flüchtlingselend geprägte Zeit passen. Ernst

Spiritueller Impuls: Sterben und Auferstehn

Dach überm Kopf, Menschen zu bergen,
Tür die zur Stille offen steht.
Mauern wie Haut, Fenster wie Augen
spähen und hoffen auf den Tag.
Haus, das lebendig wird wie ein Leib, wenn wir nach innen gehen,
um recht vor Gott zu stehn.
Worte von fern, fallende Sterne;
Funken vor Zeiten ausgesät.
Namen für ihn, Träume, Signale,
tief aus der Welt zu uns geweht.
Münder aus Erde hören und sehn und sprechen neu das Wort
von Gott, der uns befreit.
Tisch, der vereint, Brot soll uns zeigen,
dass wir einander zugehörn.
Wunder von Gott, Menschen in Frieden,
altes Geheimnis neu erkannt.
Brechen und Teilen, Sein im Vergehn, das Undenkbare tun:
Sterben und Auferstehn.

Huub Oosterhuis (Übertragung: Lothar Zenetti 1971) 

Veröffentlicht unter Gedenkstätten, Kapellen, Kirchen | 34 Kommentare

Gedanken zur Eisenbahn…


 

Heinrich Heine machte sich so seine Gedanken, als die Dampfrosse aufkamen. Der technische Fortschritt veränderte das damalige Zeitgefühl und die Reisegewohnheiten epochal.

Bahnstrecke SBB Zwi Othmarsingen u. Lenzburg.P1000078


Durch die Eisenbahn wird der Raum getötet
und es bleibt nur mehr die Zeit übrig.
Mir ist, als kämen die Berge und Wälder
aller Länder auf Paris angerückt.
Ich rieche schon den Duft
der deutschen Linden,
vor meiner Tür brandet die Nordsee.

Heinrich Heine (1797 – 1856,
aus seinem Exil in Paris.
 

Bahnstrecke SBB zwi Othmarsingen u. LenzburgP1000077

Er merkte an, dass Zeit gewonnen wird, Wissen über Land und Leute aber auf der Strecke bleibt, was damals ja auch stimmte!
(Goethe; Nur wo du zu Fuß warst, bist du auch wirklich gewesen).

Frage : Wer außer mir ist auch schon mal schwarz gefahren?

Ernst

Veröffentlicht unter Sinnsprüche, Zitate | 30 Kommentare

Frühling


 

Endlich Frühling! 

Die Tage werden länger und das intensivere Licht trägt zu  meiner Lebensfreude bei. Die wärmende Kraft der Sonne nimmt zu und regt mein Gemüt an.

z P1000022-tile16

Gestern habe ich die ersten Gehversuche mit meiner neuen Pocketkamera Lumix DMC-TZ71 gemacht. Die ersten Bilder sind erfreulich und machen Mut.

z P1000021-tile.11

Was für eine wunderbare Blütenpracht überall im Garten und um das Haus!

z P1000048-tile.12

Der Gemüsegarten ist bereit, die Erde muss jedoch genügend Wärme aufweisen, bevor ich Salate und Gemüse anpflanze. Es wird im April sicher noch sehr kalte Tage/Nächte geben, die es abzuwarten gilt.

P1000040-tile.zwei

Vorerst genieße ich an sonnigen Tage die herrlichen Blüten, Knospen und Pflanzen, die blühen, wachsen und gedeihen.

P1000032-tile21

Es gibt jetzt draußen in der Natur täglich Neues zu entdecken und zu bestaunen.

In diesem Sinne eine frohe Frühlingszeit. Ernst.

Veröffentlicht unter Natur, Wunder der Natur., Tagebuch | 51 Kommentare

Weiler Hasli, Muri AG


 

Die Vorgeschichte

Die junge Künstlerin Barbara Enzler malte vor gut 2 Jahren an der Hausfassade ihres Vaters ein Bild. Dieser besaß für das Haus bereits die Abbruchbewilligung, um neu zu bauen. Deshalb tolerierte die Gemeinde das Bild auf Zeit und drückte unbürokratisch ‘ein Auge zu’.

remote_adjust_rotate=0&remote_size_w=1280&remote_size_h=719&local_crop_h=389&local_crop_w=694&local_crop_x=233&local_crop
Foto © Eddy Schambron, az.

Letztes Jahr verkaufte der Vater das Haus an die Bauernfamilie Staubli, die jedoch das Gebäude behielt, um es als Unterkunft für ihre Erntehelfer zu nutzten.

Für die Staublis ist das Bild etwas Spezielles, das es sonst nirgendwo zu sehen gibt. Außerdem gefällt es Passanten und oft halten auch Automobilisten an, um zu fotografieren.

Willi Staubli vor seinem Haus im Weiler Hasli. 

Copyright Eddy Schambron remote_adjust_rotate=0&remote_size_w=3200&remote_size_h=2082&local_crop_h=1798&local_crop_w=3200&local_crop_x=0&local_crop
Foto © Eddy Schambron, az.

Als sich jedoch ein Nachbar in ähnlicher Angelegenheit über die ungleiche Behandlung zu Recht beschwerte, musste die Gemeinde handeln.

Der Amtsschimmel wiehert…

Am 2.2.16 erhielten die Staublis dicke Post : Das Bild der Künstlerin sollte bis Freitag den 11.3.16 entfernt werden.

Das Fassadenbild musste also weg – und keiner verstand es.

P3200001 

Begründung : Es sei atypisch und störe das Erscheinungsbild von Hasli, das im Inventar der Ortsbilder der Schweiz (ISOS) als Weiler von nationaler Bedeutung eingestuft ist.

Wer eine Sanierung oder Änderung der Fassade plane, müsse ein Bewilligungsgesuch einreichen,  was in diesem Falle nicht geschehen ist.

P3200003

Die Aargauer Zeitung und andere Medien machten den Fall publik. In Leserbriefen, E-Mails und sozialen Medien setzten sich zahlreiche Personen für die Erhaltung des Fassadenbildes ein.

Die Entrüstung in der Bevölkerung bewog den Gemeinderat, sich mit dem Eigentümer für eine nachträgliche Bewilligung einzusetzen. Fam. Staubli hat ein Gesuch an den Kanton gestellt, damit das Bild an der Fassade erhalten bleibt.

P3200017

Das Gesuch liegt beim kantonalen Amt für Raumentwicklung, das für eine Bewilligung außerhalb der Bauzone zuständig ist.

Auf eine Anfrage äußerte sich dieses, dass die Frage nach der präjudiziellen Wirkung im Vordergrund stehe. Es sei deshalb schwierig, vorab zu beurteilen, ob dem Gesuch stattgegeben werden könne. 

P3200007

Ich hoffe, dass das Gesuch bewilligt wird und das seifenblasende Kind von Barbara Enzler weiterhin an der Fassade im Weiler Hasli zu sehen ist.

z P3200001 - Copy


Bitte Daumen drücken. Ernst

 

PS : Der Weiler Hasli weist einige sehenswerte landwirtschaftliche Gebäude aus früheren Zeiten auf. Für Interessierte lohnt sich ein Besuch auch deshalb.
Quelle az. Barbara Enzler: www.be-kreativ.ch

Veröffentlicht unter Kurioses. 'Schräges' | 30 Kommentare

Schlehe in Tägerig


 

Frohe Ostern. Pâques Joyeux.

Buona Pasqua. Happy Easter.

Feliz Pascua de resurrección.

 

z Janin2b 29.3.14 Schlehe Stöckli 003

 

Wer den ”stillen Freitag”

und den Ostertag nicht hat,

der hat keinen guten Tag im Jahr.

 

29.3.14 Schlehe Stöckli 007

 

Martin Luther, (1483-1546)

deutscher Theologe und Reformator.

Veröffentlicht unter Glückwünsche, Festtage, Rückblicke | 37 Kommentare

Blumen, Blüten, Früchte.


 

Kürzlich entdeckte ich in der Zeitschrift DU einen Bericht über die unbekannte Blumenmalerin Hanni Borkowsky-Braendlin.  Da mir ihre schönen Blumenbilder sehr gefallen haben, zeige ich sie euch. 

Sie ließ sich an der Kuntgewerbeschule Zürich zur Textilzeichnerin ausbilden und vertiefte ihr Können an der Kunstakademie in Karlsruhe. Erst mit 60 Jahren begann sie  zu malen.

Ihr filigranes Zeichnen kommt im Bild Kirschblüten voll zur Geltung.

Scan4 Kirschblüten - Copy

Sie hegte und pflegte ihren Garten und lernte dabei, ihr Auge für die Kleinode der Natur zu schulen. Ihre Neigung zur Genauigkeit zeigt sich auch in den folgenden Malereien.

Wolfsmilch

Wolfsmilch

Sie lernte Unterschiede wie gelappte oder gezackte Umrisse der Blätter kennen, interessierte sich für das Farbenspiel der Blüten oder für die diversen Entwicklungsstufen der Pflanzen. 

Blühende Walnuss 1968

Walnuss

Mit ihrem Hang zu den Details konnte sie unscheinbare Feinheiten der Pflanzen darstellen. Dafür nahm sie sich  manchmal einen ganzen Tag lang Zeit für ein Bild.

Brombeere

Brombeere

Bei der Brombeere fielen mir diverse Entwicklungsstufen wie kürzlich verblühte Blüten, junge und ältere Fruchtansätze bis hin zur schwarzglänzendsüßen Frucht auf.

Da ich mich ‘in Sachen’ Natur, Pflanzen und Blumen dank meinem Garten etwas auskenne, mag ich ihre Bilder sehr.

Felsenmispel

Felsenmispel

Hanni Borkowsky-Braendlin fand beim Malen Erfüllung, verneinte jedoch stets mit Nachdruck, eine Künstlerin zu sein.

Was sie aber zweifellos ist – wie ihre Bilder beweisen!

Ich hoffe, ihre Bilder haben euch auch gefallen. Ernst

Quelle u. Bilder: ©
Hanni Borkowsky-Braendlin, (1902-?). Scan ab der kulturellen Monatszeitschrift du, Dezember 1969. Stark verkürzter Text eb. Originaltext von Klara Obermüller

Veröffentlicht unter Kunstbeiträge | 33 Kommentare