Freitag, 25.7.14


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Sinnspruch

 
Zu einer glücklichen Ehe

gehören mehr als zwei Personen.

Oscar Wilde (1854-1900). Irischer Schriftsteller.  

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Bild aus Hanoi, Vietnam. Foto Ursula Filoni.

Andere Länder, andere Sitten und Verkehrsregeln!
Wie denkt ihr darüber?
Zwinkerndes Smiley 

Ernst

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Freitag, 18. Juli 2014


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Das etwas andere

Ferienhotel.

Was macht Man(n) Frau nicht alles, um in den Ferien, der schönsten Zeit des Jahres, das Leben zu genießen. Okay, die paar Stunden Stau, die einem im Auto vor dem Gotthard-Tunnel erwarten, kennt man ja. Sie gehören seit Jahren zum Ferienbeginn.

Die Reise in den Süden ist beschwerlich, die Luft im Auto abgasgeschwängert, es ist heiß und die Kinder quengeln.

Das Hotelzimmer am Ferienort ist nicht so groß und einladend, wie es im Prospekt dargestellt war.

Das Essen ist solala und das Bett gewöhnungsbedürftig. Nach dem Badespass am Lido ist ein Sonnenbrand trotz eingecremten Lichtschutzfaktor 30 unvermeidlich.

Sie ärgern sich auch über die unverschämt hohen Preise, die am Ferienort von ihnen verlangt werden. Doch auf die Frage wie die Ferien waren, antworten sie natürlich mit “Wunderschön”!

Und die versprochene Meersicht? Auch hier Fehlanzeige, denn ausgerechnet ein Neubau versperrt die Sicht auf das dahinterliegende Meer.

z mathis Joe Insektenhotel Verzierun..

Doch die Gäste, die in diesen Neubau einziehen werden, kennen all diese Probleme nicht! Sie haben keine Ferien, stecken deshalb nie im Stau und brauchen keine Meersicht.

Kräuter, Blumen, Sträucher und Bäume liefern ihnen aus der nahen Umgebung Leckereien. Ihr leises Gesummse beim Einsammeln von Nahrung stört eigentlich niemanden.

Mathis Joe Aug. 13 Insektenhotel Rohbau

Die Ökobilanz der Hotelbewohner ist ohne Fehl und Tadel! Sie hinterlassen keine Emissionen.

Das rotbemalte Brett soll vor allem Florfliegen (auch Goldaugen genannt) anlocken. Die Larven der Florfliegen werden dank ihrer Vorliebe für Blattläuse auch Blattlauslöwen genannt. Sie befreien den Garten von Thripsen, Wollläusen, Raupen, Käferlarven und Milben.

Deshalb steht das Insektenhotel an einem sonnigen und witterungsgeschützten Platz im Garten.

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Durch die Schlitze können auch Raupen in Hohlräume gelangen, in denen lockerer Baumabschnitt und Totholz liegt. Ob sie sich dort aufhängen und verpuppen, wird sich weisen.

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Joe Mathis, der Baumeister dieses Hotels bohrte etwa 600 Löcher (Größen 3 bis 8 mm) in Holzscheiter, Bretter, Stecken und Kalksteine. Er kürzte Schilf- und Bambushalme auf die richtige Länge und baute alles ein. Auch Holzwolle, Baumrinden und Tannzapfen werden den Gästen als zusätzliche Inneneinrichtung dienen.

Insektenhotel Detail 1.Joe Mathis

Bereits sind einzelne Solitärbienen in die Zimmer (Röhren) eingezogen und haben schon Nahrung eingelagert. Das Weibchen hat danach ein Ei auf das Nahrungslager gelegt und die Röhre wieder verschlossen, damit die Brut gut gedeihen kann. Die bereits verschlossenen Löcher sind gut sichtbar.

Die geschlüpfte Larve ernährt sich dann von den Vorräten und schlüpft im nächsten Frühling. Joe Mathis beobachtete, dass auch die ersten Marienkäfer in die bereitgestellten Unterschlupfmöglichkeiten eingezogen sind.

Eine Solitärbiene (Wildbiene) an einer Brutröhre.

z Joe MATHIS Solitärbiene am Brutloch

Leider pfuscht der Mensch mit seinem Schönheitswahn der Natur ins Handwerk! Er räumt auf, säubert und entsorgt. Dabei zerstört er viele natürliche Lebensräume der Insekten.

Aus diesen Gründen braucht es Insektenhotels, in denen Wildbienen, Florfliegen, Marienkäfer und Schmetterlinge einziehen und sich nach ihren Bedürfnissen in einem der Zimmer einrichten können.

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© Alle Fotos von Joe Mathis, Rottenschwil.  

Ich danke Joe Mathis für seine Informationen und Bilder, die er mir zur Verfügung stellte, recht herzlich! 

Nur so war dieser Beitrag möglich! Vielleicht ergibt sich die Möglichkeit, dass ich später über Erfolge berichten kann. 

Ernst

Für Interessierte:
Anleitungen für den Bau eines Insektenhotels oder fertige Kästen finden sie im Internet. Wer die Möglichkeit hat, ein Hotel an einer  geschützten und sonnigen Wand am Haus oder im Garten aufzustellen, sollte dies zugunsten der Natur respektive unserer Insekten tun.
Ich halte fest, dass diese Nisthilfen nichts mit Bienenzucht im Sinne von Imkerei zu tun haben.

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Samstag, 12. Juli 2014


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Die Pfeifenblume

Die Pfeifenblume (Aristolochia gigantea), auch Pfeifenwinde oder Osterluzei genannt, habe ich kürzlich bei einem Besuch im Tropenhaus Frutigen entdeckt. Dieses Exemplar der immergrünen Kletterpflanze (Liane) stammt aus Mittelamerika.

Die Heilpflanze enthält giftige Aristolochiasäuren und krebserregende Stoffe. Was für Patienten fatal ist, hilft heute in der Krebsforschung. 

Berner Oberland 21.22.6.14 101
© Foto Ernst Blumenstein.

Ihre Blüten haben einen besonderen Bestäubungsmechanismus, der über mehrere Tage Insekten anlockt und gefangen hält. Einen Tag vor der Entfaltung strömt die Blüte einen aasartigen Geruch aus, der sich mit der Öffnung am frühen Morgen dann noch weiter verstärkt.

Im Gegensatz zu fleischfressenden Pflanzen lässt die Pfeifenblume die Insekten nach getaner Bestäubungsarbeit aber wieder frei.

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© Foto Helena Blattmer.

Zur Gattung dieser Pflanze gehören etwa 400-500 Arten, die weit verbreitet in verschiedenen Klimazonen vorkommen. 

Heimisch ist die Gemeine Pfeifenblume (Aristolochia clematitis), die aus dem Mittelmeerraum stammt. Sie wurde im Mittelalter als Medizinalkraut in den Arzneigärten der Klöster angebaut und verwilderte.

IMG_3703. Pfeifenblume
© Foto Helena Blattmer.

Einige der Arten werden wegen ihren speziellen Blättern und ungewöhnlichen Blüten kultiviert und bei uns zur Verschönerung von Wohnräumen, Terassen, Balkonen und Mauern eingesetzt.

Wer ins Berner Oberland reist, dem kann ich einen Besuch empfehlen.

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© Foto Ernst Blumenstein.

Der Rundgang durch diesen imposanten tropischen Dschungel ist für Garten-und Pflanzenfreunde ein ganz besonderes Erlebnis. 

Die Wärme für das Tropenhaus wird durch das Bergwasser des Lötschberg-Basistunnels gewonnen.

Ich werde in einem weiteren Bericht etwas ausführlicher über das Tropenhaus berichten. 

Ernst

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Sonntag, 6. Juli 2014


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Ausflug an die Drei

Jurasüdfuss-Seen. (1)

 

z Bielersee Twann n Petersinsel 21.22.6.14 035

Tja, wir fahren an diesem strahlenden Sommermorgen gutgelaunt früh weg. Wir, das sind Mitglieder des Kleintierzüchtervereins Niederwil u. Umgebung. Ihr werdet euch wohl fragen, was ich mit diesem Verein am Hut habe?

Unser Car 21.22.6.14 001

Nun, ich war lange Zeit aktiver Züchter und engagierte mich auch im Vorstand dieses Vereins. Ich hegte und pflegte früher viele Jahre Hühner-Rassen wie Austrolorps und Welsumer.

Austrolorps, Welsumer.

Soviel zum KZV, jetzt aber zurück zu unserem Ausflug.

Die Drei Jurasüdfuss-Seen

Schon in der Antike benutzten die Römer die drei Jurarandseen Bieler-Neuenburger- und Murtensee als direkte Wasserwege zwischen Avenches (Aventicum) und Windisch (Vindonissa).

Aventicum war damals die bedeutendste Stadt und Vindonissa das einzige römische Legionslager in der Schweiz. Über Aventicum führte ein wichtiger Transitweg vom Rhonetal via Augusta Raurica (Kaiseraugst) nach Germanien.

Reiseroute E.B.
Karte erstellt durch E.B.

Wir fahren auf der Autobahn über Aarau-Solothurn nach Biel. Auf der rechten Seite begleitet uns auf der ganzen Strecke der Faltenjura.

Berner Oberland 21.22.6.14 002
Die Bilder sind aus dem Car heraus fotografiert, deshalb ist die Qualität nicht so gut. Trotz den Lichtspiegelungen sollen sie einen Eindruck über die Landschaft vermitteln. 

z Faltenjura Aargau 21.22.6.14 005

Ein früher und willkommener Kaffeehalt im Rasthaus Gunzgen-Süd weckt unsere Geister.

z Faltenjura Aargau  21.22.6.14 007
Am Bootssteg in Biel liegen u.a. die Schiffe Biel, Chasseral und Petersinsel. Ein  Blesshuhn behütet ihre Küken.

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 cats11.10.12.09.

Berner Oberland 21.22.6.14 018

Unser Schiff Berna liegt an Quai 2 und wird uns sicher und ohne jeglichen Stau nach Murten bringen.

Berner Oberland 21.22.6.14 014

Quai?, aha, sie merken schon, dass hier die Sprachgrenze Deutsch/Französisch verläuft, wobei je nach Ort die Leute mehr oder weniger bilingue (zweisprachig) leben und reden.

Langsam verlassen wir den Bootssteg und tuckern hinaus auf den ca. 15 km langen und maximal 4 km breiten Bielersee. Ich habe mich auf dem Vorderdeck installiert.    

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Eine leichte Seebrise weht, ich geniesse die wunderschöne Landschaft um mich herum. Sie lässt mich innehalten, mein Alltag bleibt zurück und die Zeit steht still.

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Der Weinbau am Bielersee

Die Böden der trockenen, steinigen und kalkhaltigen Südosthänge vom Höhenzug Chasseral entlang des Sees eignen sich vor allem für den Anbau von  Weissweinen.

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Es sind feine Sorten wie z.B. der Chasselas (Gutedel), die Burgundersorten Chardonnay, Sauvignon Blanc, Pinot Blanc und Gris sowie auch Spezialitäten wie Müller Thurgau oder Gewürztraminer.

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Insgesamt sind es über 40 Rebsorten, die in den Winzerdörfern entlang des Sees angebaut werden.

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Die naturnahe Bewirtschaftung der steilen Weinberge und die gewollt  kleinen Erträge lassen erstklassige Trauben wachsen. Die Reben profitieren auch vom Wärmespeicher des Sees und von den mikroklimatischen Vorzügen der Terrassierung.

z Weinbau Bielersee 21.22.6.14 028

Weil die Nachfrage für diese Weine grösser ist als die  produzierte Menge, werden nur etwa 1-2 % davon exportiert. Deshalb sind sie entsprechend teuer.

Vor uns liegt der Bootssteg Twann, an dem wir gleich anlegen werden.

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Berner Oberland 21.22.6.14 033

Das Winzerdorf Ligerz ist unser nächstes Ziel. 

z Bielersee 21.22.6.14 034

Am Bootssteg in Ligerz.

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Mitten in den Rebparzellen steht die Kirche von Ligerz.

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Wie schön wäre es doch, in dieser malerischen Landschaft vor einem der  Rebhäuschen zu sitzen, auf den See zu schauen und mit euch bei einem Glas Wein über dieses edle Nass zu fachsimpeln.

Berner Oberland 21.22.6.14 037

Blick von der Petersinsel hinüber nach Ligerz.

Blick v d Petersinsel nach Ligerz. WMC, Ikiwander, GFDL Picswiss.
Foto WMC, Ikiwander, eig.Werk. GFDL Picswiss.

Die Petersinsel.

© Volkswirtschaftsdirektion d. Kantons Bern. Fischerei 498!.374![1]

© Foto Volkswirtschaftsdirektion des Kantons Bern.

Blick vom Winzerdorf Twann auf die Petersinsel.

Twann, Bielersee mit Petersinsel. WMC Urh. R. Zumbühl, Picswiss.
© Foto Wikimedia Commons, Urh. Roland Zumbühl. Picswiss.

Eigentlich ist die Petersinsel eine Halbinsel. Der Wasserspiegel der drei Seen  wurde nach der 1. Gewässerkorrektion von 1891 um 2,5 Meter abgesenkt. Dies hatte zur Folge, dass die Insel eine drei Kilometer lange Landzunge nach Erlach erhielt.

1127 gründete die Benediktinerabtei Cluny auf der Insel ein Priorat.

Das Foto zeigt das heutige Gasthaus (ehemalige Kloster).

Ehem. Kloster Cluniazenserpriorat Urh. Sinenomine2,eig.Werk.KGS-Nr_1294_bis
Foto Wikimedia Commons, Urh. Sinenomine2. Eig. Werk.

Der französischsprachige Schriftsteller, Philosoph, Pädagoge u. Naturforscher Jean-Jacques Rousseau (1712-1778) hielt sich anno 1765 sechs Wochen beim Inselpächter auf, bevor er durch Berner Aristokraten wieder vertrieben wurde.

Sowohl das heutige Gasthaus wie auch der Pavillon sind als Kulturgüter von nationaler Bedeutung der Schweiz klassifiziert.

Pavillon Rousseau (Westseite).

WMC Pavillon Rousseau,Urh. Sinenomine2, eig. WerkKGS-Nr_1296
Foto Wikimedia Commons, Urh. Sinenomine2. Eig.Werk.

Übrigens besuchten u.a. Goethe, die Kaiserin Joséphine sowie die Könige von Preussen, Schweden und Bayern die Insel.

Während unsere Berna die Petersinsel anläuft, finden wir uns zum leckeren Mittagessen ein. 

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Noch fehlen einige Leute von unserer Reisegruppe.

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© Foto Helena Blattmer, Tägerig.

Die 1. Juragewässerkorrektion 1891

Die Aare wurde bei Hochwasser ab Aarberg im eigens neu erstellten  Hagneckkanal in den Bielersee umgeleitet. Für die Ableitung zurück ins alte Aare-Bett wurde der Nidau-Büren-Kanal gebaut.  

In dieser Gewässerkorrektur wurden auch der Zihl- und der Broyekanal als wichtige Verbindungen zwischen den drei Seen gebaut. Mit diesen  Kanälen wurden Hochwasserabflüsse geschaffen, die von den drei Seen ausgleichend aufgefangen werden.

Später erfolgte eine zweite Korrektur, damit das häufig überflutete und sumpfige Berner Seeland endgültig kultiviert werden konnte.

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Foto Wikimedia Commons. Urh. Ari.

Normalerweise fließt das Wasser im Zihlkanal in den Bielersee! Bei Aare-Hochwasser hingegen fließt es in der umgekehrten Richtung in den Neuenburgersee. Dieser dient dann als Überlaufbecken.

Der Zihlkanal.

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Foto www.hans.baumgartner.ch

Der Broyekanal.

Schon die Römer verwendeten einen Kanal mit ähnlichem Verlauf, um das Material der Steinbrüche im Jura für den Handel zu transportieren. Aventicum bauten sie z.B. mit Steinmaterial aus dem Jura.

Broyekanal www.oeko.travel.org. P1050963
Foto www.oeko.travel.org.

 Am Bootssteg von Murten ist unsere Schifffahrt zu Ende.

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Murten.

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© Fotos, wo nichts anderes erwähnt: Ernst Blumenstein.

Hier endet mein 1. Bericht über unsere Schifffahrt auf den drei Jurarand-Seen nach Murten.

Über diese mittelalterliche Zähringerstadt und die Weiterreise ins Berner Oberland werde ich euch in einem weiteren Reisebericht erzählen.

Ernst

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Dienstag, 1. Juli 2014


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Ohne Worte

 

Griechenland 1977 Lefkas Südkap Agios Nikitas Fischer mit Beute Verkauf-118

© Foto Ernst Blumenstein. Agios Nikitas. Südkap der Insel Lefkas. GR.

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Mittwoch, 25. Juni 2014


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Drei Generationen (1)

Ich beschäftige mich noch mit einem Bericht über meine Vorfahren. Als  Vorgeschmack berichte ich euch etwas über meine Familie.

Meine Großeltern…

Ernst (*1878) trug auf diesem Foto einen Anzug mit weißem Hemd und Krawatte. Sein Schnauz war kurz und gepflegt. Louise (*1881), seine 1. Frau trug eine Art Rüschenbluse mit einem hochgeschlossenen Stickerei-Kragen.

z 1. Bericht. Ernst u. Luise
Die Fotos dürften zwischen 1900 und 1905 entstanden sein.

Ähnlichkeiten im Aussehen kann ich jedenfalls zwischen den beiden Ernst nicht  ausmachen.

Zeitdokument 1902 : Dieses mit 2 Rappen frankierte Briefcouvert stammt aus dem Jahr 1902. In diesem Jahr heirateten meine Grosseltern!

1 abgestempelt Sarnen 1902

Als in Europa der 1. Weltkrieg (1914-1918) ausbrach, war Ernst 36 Jahre alt. Dieser Krieg forderte unsägliches Leid und Millionen von Menschenleben.

Meine Eltern…

Meine Eltern Irma (*1905) und Otto (*1902) heirateten 1930 in Baden.

z 2. Bericht Heirat meiner Eltern..

Ein klassisches Hochzeit-Foto aus jener Zeit. Meine Mutter trug einen Schleier und einem Stirnreif als Hochzeitsschmuck, mein Vater am Anzug eine Anstecknadel mit dem zum Stirnreif passenden Sujet. Auch die Generation meiner Eltern wurde vom Krieg nicht verschont. Der Vater leistete im 2. Weltkrieg (1939-1945) Aktivdienst an der Grenze.

Zeitdokument 1931 : Diese mit 10 Rappen bestückte Postkarte machte für die Niesen-Standseilbahn Reklame. Die Bahn wurde 1910 eröffnet und fährt auf Schienen von Mülenen (700 M.ü.M.) in 2 Sektionen hoch auf Niesen Kulm (2’300 M.ü.M.).

Die maximale Steigung beträgt 68 % und die jäh ansteigenden Gleise hinterlassen bei vielen Gästen ein mulmiges Gefühl!

 30.Mai 1931 11 20. Juli 1912 Postkarte.

Originaltext auf der Rückseite : 30.5.1931. Ersuche Sie höflich, mir den “Entlebucher” vom 1. Juni an, nach Weggis Hotel Beau-Rivage 2 Löwen zu senden. Dies zu Ihrer Orientierung. Achtungsvoll grüsst Sie, Marie Häfliger. 

Die Postkarte sagt uns von der Aufmachung und vom Text her einiges aus über die damalige Zeit.

Wir…

Marianne (*1948) und ich (*1942) heirateten am 29.8. 1969 in Baden AG.

z 2. Bericht Ahnen 1969 Das Heiratspaar 21
Zeitdokument 1966 : Dieses Briefcouvert stammt aus dem Jahr, als wir uns in den Ferien auf Mallorca kennen lernten.

z erl. drei Generationen 5 Frau Berta Meier Flury, Zürich 8041. Maneggpromenade 104. 1966

Damals war es noch üblich, dass man zur Hochzeit Glückwunsch-Botschaften erhielt.

z erl. drei Generationen 6 Telegramm 29.8.1969 zur Heirat

Originaltext Rückseite : Ihnen und Ihrer charmanten Frau gratulieren wir recht herzlich zum Hochzeitstag dauernde Liebe und alles Gute wünscht Ihnen Personal Administration G. eins.

Im Gegensatz zu heute fällt mir auf, dass familiäre Besuche früher selten waren und nicht wie heute spontan und leger stattfanden.

Sicher lag es auch daran, dass die Geschwister meines Vaters in London, Basel und Huttwil BE wohnten. Die Leute waren zu jener Zeit noch nicht so mobil wie wir es heute sind.

Einer meiner Lieblingssongs: The Times They Are a-Changin’. (B. Dylan)

© Alle Fotos und Collagen wurden von E.B. eingescannt.

Jede goht sini Wäge

Jede goht sini Wäge

tuet s’ Ansehe pfläge

muess Wörter abwäge

öb defür oder degäge

ond Verantwortig träge

so hofft jede uf de Säge

ond goht sini Wäge.

© 1993 E.B.  

Ich wünsche euch eine gute Zeit. Ernst

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Mittwoch, 18. Juni 2014


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Air Mail

Katmandu, 25.4.65

Liebe Eltern
Neulich habe ich diese Karte in einem Sammelbuch gefunden. Ich möchte euch dieses Foto von meiner Weltr
eise nicht vorenthalten.

Es zeigt einen Augenblick aus meinem Leben. Auf dem Dampfross stehen mein damaliger Reisekumpel Jean und ich. Ort: Der Bahnhof (Lagerschuppen) im Wüstensand außerhalb von Zahedan (Iran). Wir warten, bis wir auf diesem Wasserzug, der nur Zisternenwaggons mit sich führt, schwarz nach Pakistan weiter reisen können.

Lokomotive Wasserzug von Zahedan Iran nach Pakistan 1965

Es gibt schon lange keinen offiziellen Personenverkehr mehr auf dieser Strecke, die früher Bestandteil vom Bahnnetz des indischen Subkontinentes war. Auch einheimische Paschtunen fahren auf den Dächern der Zisternenwaggons des Zuges mit. Nach einer stundenlangen abenteuerlichen Reise erreichen wir schließlich den pakistanischen Ort Nok Kundi, von wo aus wir per Autostopp weiter reisen.

Liebe Eltern, Rückseite Wasserzug Zahedan Iran nach Pakistan 19
© Fotokarte eingescannt E.B.

Air Mail  Katmandu 25.4.65

Liebe Eltern,

Diese Photo stammt aus Persien März 65.
In einigen Tagen ende April werde ich mich
auf die Rückreise nach Europa machen.

Herzliche Grüsse Ernst

Zahedan ist die Hauptstadt der Provinzen Sistan und Belutschistan. Die Stadt war damals wahrscheinlich auch eine Schmugglerhochburg, von der aus der  Weitertransport von Drogen aus Pakistan/Afghanistan auf dem Wege nach Europa organisiert wurde.

Wie doch die Zeit vergeht! Sicher zehrt auch ihr von vielen Erinnerungen aus früheren Zeiten.

Ernst 

Für Interessierte : Ich greife aus diesem Jahr 1965 willkürlich einige Vorkommnisse heraus :
- Die ersten Schlachten im Vietnamkrieg zwischen Südvietnam und dem Vietcong
  tobten.
– Der gro
ße britische Staatsmann Sir Winston Churchill starb im Januar.
- Der Russe Leonow verließ sein Raumschiff und machte den 1. Ausflug ins Weltall.
- Der erste Nachrichtensatellit Early Bird wurde auf eine Umlaufbahn geschossen.
- Auf Schah Mohammad Reza Pahlavi verübten Untergrundkämpfer ein Attentat; er
  überlebte. 
- Auf dem Inselstaat Tonga im Südpazifik starb die 188 Jahre alte Strahlenschildkröte
  Tu’i Malila. James Cook schenkte das Tier seinerzeit der königlichen Familie.
- In Deutschland fuhr erstmals ein fahrplanmäßiger Schnellzug auf der Strecke
  München-Augsburg über 200 km/h. 

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